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•NEUES THEMA03.06.2026, 18:56 Uhr
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arktika

• Raúl Castro zum 95. Geburtstag Raúl Castro feiert heute - den Yanks und ihren Lakaien zum Trotz - seinen 95. Geburtstag. Herzliche Glückwünsche!!!

Von Volker Hermsdorf zu ihm ein Artikel in der heutigen jW:

Der letzte Comandante

Revolutionär der ersten Stunde: Kubas Exstaatschef Raúl Castro wird 95 – und von den USA mit Entführung und Tod bedroht


Weil er für die Unabhängigkeit seines Volkes kämpfte, wurde Kubas ehemaliger Präsident Raúl Castro als junger Mann unter dem US-freundlichen Diktator Fulgencio Batista ins Gefängnis gesteckt. Trotzdem riskierte er als Guerillero an der Seite seines älteren Bruders Fidel und des Arztes Ernesto »Che« Guevara sein Leben im Kampf für die Befreiung von Batistas Tyrannei und der Vorherrschaft Washingtons. Nun droht die Regierung von US-Machthaber Donald Trump ihm erneut mit Verfolgung, Haft und sogar mit der Todesstrafe, da er für den Abschuss von zwei illegal in Kubas Luftraum eingedrungenen Flugzeugen einer terroristischen Gruppe vor dreißig Jahren verantwortlich sei. Diesen Mittwoch begeht der Revolutionsführer trotz aller Anfeindungen und Drohungen seinen 95. Geburtstag. Für viele in Kuba ein Grund zu feiern.

Der am 3. Juni 1931 im ostkubanischen Ort Birán geborene Raúl Modesto Castro Ruz ist einer der letzten noch lebenden Comandantes, die Kuba an der Spitze schlecht bewaffneter Rebellen von der Terrorherrschaft eines Diktators befreiten, dessen Armee von den USA mit modernsten Waffen ausgerüstet worden war. Nach der Kindheit auf dem Gut seiner Eltern und dem Besuch einer von Jesuiten geführten Schule in Santiago de Cuba zog er als Achtzehnjähriger zu Fidel nach Havanna. Während eines später abgebrochenen Studiums an der dortigen Universität beschäftigte er sich mit den Schriften des Freiheitskämpfers José Martí, las Werke von Marx, Engels und Lenin und schloss sich der linken Studentenbewegung an.

Organisator mit Vorausblick

Havanna war in dieser Zeit zur Vergnügungsmeile, zum Bordell für wohlhabende US-Bürger und zu einem Mafiaparadies geworden. Doch in Kuba herrschten Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger. 90 Prozent der oft in Elendsquartieren hausenden Landbevölkerung waren ohne jede medizinische Versorgung, für 64 Prozent der Kinder gab es keine Schulen, und mehr als die Hälfte der Kubaner konnte weder lesen noch schreiben. Im März 1952 putschte sich der Exsergeant Fulgencio Batista an die Macht und errichtete mit Unterstützung Washingtons eine blutige Diktatur. Bis zu seinem Sturz ließ Batista Zigtausende Gegner von Spezialisten des Geheimdienstes SIM foltern und rund 20.000 Oppositionelle ermorden.

Raúl Castro, der sich als Organisator und Anführer von Studentenprotesten gegen das Regime einen Namen gemacht hatte, wurde im März 1953 als Leiter der kubanischen Delegation zu einer von der kommunistischen Weltjugend veranstalteten Konferenz nach Wien geschickt. Drei Monate nach seiner Rückkehr – an Bord eines Schiffes, auf dem eine lebenslange Freundschaft mit dem sowjetischen Diplomaten und späteren KGB-General Nikolai Leonow begann – wurde er von der Batista-Polizei verhaftet. Noch im berüchtigten Gefängnis »Prisión del Castillo del Principe« trat er – trotz Drohungen und Schlägen – dem Jugendverband der Kommunistischen Partei bei, die sich zu dieser Zeit noch Sozialistische Volkspartei nannte.

Da die Polizei keine juristischen Gründe für die Haft angeben konnte, musste sie Raúl schließlich freilassen. Nur einen Monat später saß der junge Studentenführer im Zug nach Santiago. Am 26. Juli 1953 beteiligte er sich am Angriff auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba und die Kaserne Carlos Manuel de Céspedes in Bayamo, der zunächst zwar ein militärischer Fehlschlag war, sich dann aber als zündender Funke der Kubanischen Revolution erwies. Raúl Castro wurde abermals verhaftet und im Moncada-Prozess zu 13 Jahren Haft verurteilt. Nach anhaltenden Protesten der Bevölkerung verkündete Batista im Mai 1955 eine Amnestie und ließ auch die auf der Isla de Pinos eingekerkerten Revolutionäre frei. Von der Haft ungebrochen, gaben diese ihrer Bewegung den Namen »Movimiento 26-7«, kurz M-26-7. Raúl Castro bat in der mexikanischen Botschaft um politisches Asyl und traf als erster »Moncadist« im Juni 1955 in Mexiko-Stadt ein.

USA setzen auf Terror

Dort lernten er und Fidel den aus Guatemala geflohenen argentinischen Arzt Ernesto Guevara kennen, dem nach US-amerikanischen Bombenabwürfen auf Guatemala-Stadt, einem von der CIA organisierten Putsch gegen den sozialdemokratischen Präsidenten Jacobo Árbenz und einer US-Söldnerinvasion ebenfalls Schutz in Mexiko gewährt worden war. Im November 1956 stachen 82 Guerilleros des M-26-7, darunter Raúl und Fidel Castro sowie Che Guevara, mit der Yacht »Granma« in See und erreichten Anfang Dezember den Osten Kubas. Fidel Castro ernannte seinen jüngeren Bruder zum Comandante und übertrug ihm die Leitung einer nach dem ermordeten Revolutionär Frank País benannten Kolonne. Unter Raúl Castros Führung bauten die Rebellen im Osten der Insel eine zweite Front auf. Ein dem US-Konzern United Fruit Company gehörendes Gebiet – etwa von der Größe Schleswig-Holsteins – wurde zur »República Rebelde« erklärt. Raúl Castro erließ eine Art Verfassung (Ley Orgánica) und ließ innerhalb weniger Monate 500 Schulen und Dutzende Krankenhäuser bauen. In dieser Zeit sei er von einem militärischen Anführer zum strategisch denkenden Politiker gereift, schrieb Nikolai Leonow in einer Biographie über seinen Freund.

Nach dem Sieg der Revolution hatten die USA Anfang 1959 drei Zerstörer und zwei U-Boote nach Havanna geschickt. »Wenn Sie Truppen in Marsch setzen, werden Tausende sterben«, warnte Fidel Castro Washington vor einer Invasion. Am 2. Februar 1959 ernannte der Ministerrat Raúl Castro, der damit auch zum jüngsten Verteidigungsminister der Welt wurde, zum ersten Stellvertreter des Comandante en Jefe. In dieser Funktion baute er die Streitkräfte vom Instrument zur Unterdrückung des Volkes zu einer aus Arbeitern und Bauern bestehenden revolutionären Volksarmee um. Nach der gescheiterten CIA-Invasion in der Schweinebucht 1961 standen Kubas Fuerzas Armadas Revolucionarias (FAR) bald vor weiteren Herausforderungen.


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•NEUER BEITRAG03.06.2026, 19:05 Uhr
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Da auch die US-Blockade nicht zum Sturz der Regierung in Havanna führte, setzten in die USA geflohene Batista-Anhänger zunehmend auf Terror. Am 6. Oktober 1976 explodierte an Bord einer DC-8 der Cubana de Aviación eine Bombe. 73 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden in der Luft zerrissen. Die von den Behörden in Barbados als Täter ermittelten ehemaligen CIA-Agenten Orlando Bosch und Luis Posada Carriles lebten bis zu ihrem Tod unbehelligt in Miami. Von dort aus organisierte Posada Carriles 1997 eine Serie von Terroranschlägen gegen Hotels in Havanna und Varadero, bei denen unter anderem der italienische Tourist Fabio di Celmo getötet wurde.

Zu einer der Terrorgruppen gehörte auch José Basulto, der bereits an der Invasion in der Schweinebucht teilgenommen hatte. Kleinflugzeuge seiner Fliegerstaffel »Hermanos al Rescate« waren wiederholt von Miami aus im Tiefflug über Havanna gekreist und hatten Rauchbomben oder Flugblätter abgeworfen. Die US-Behörden ignorierten Bitten der kubanischen Regierung, die Starts und Überflüge zu unterbinden, da statt der Pamphlete ja auch gefährliche Gegenstände, Handgranaten oder Bomben auf die Menschen der Hauptstadt niedergehen könnten. Im Februar 1996 schossen Abfangjäger daraufhin zwei in Miami gestartete Maschinen der Terrororganisation ab, die illegal in kubanischen Luftraum eingedrungen waren, die Identifizierung verweigert hatten und Aufforderungen zum Verlassen des Hoheitsgebiets nicht nachgekommen waren. Obwohl jedes Land nach internationalem Recht zur Verteidigung seines Luftraums gegen sich nicht identifizierende Eindringlinge befugt ist, klagt die US-Regierung den ranghöchsten noch lebenden Revolutionsführer deswegen nun 30 Jahre später an. Damit knüpft das Trump-Regime offenbar bewusst an die Verfolgung Raúl Castros durch die Batista-Diktatur an und schafft ein der Vorbereitung des US-Angriffs auf Venezuela ähnelndes Szenario.

Vorwand gesucht

Der vor allem von Trumps Außenminister Marco Rubio geschürte Hass richtet sich gegen einen 2008 gewählten ehemaligen Präsidenten, in dessen Amtszeit kubanischen Bürgern freies Reisen und der Zugang zum Internet ermöglicht wurden, außerdem wurde unter seiner Leitung das Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell modernisiert. Am 17. Dezember 2014 hatten Raúl Castro und der damalige US-Präsident Barack Obama noch angekündigt, die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu normalisieren. Beim Besuch von Obama in Kuba erklärte Castro im März 2016, so wie seine Regierung niemals von den USA verlange, ihr politisches System zu ändern, erwarte sie, auch das ihre zu respektieren. Der Machtantritt von Donald Trump machte diese Hoffnung zunichte. Die Anklage gegen Raúl Castro ziele tatsächlich darauf ab, »einen Vorwand zu schaffen, um den Irrsinn einer militärischen Aggression gegen Kuba zu rechtfertigen«, warnte der 2018 als dessen Nachfolger gewählte Präsident Miguel Díaz-Canel am 20. Mai.

Außenminister Bruno Rodríguez bezeichnete die US-Anklage Anfang vergangener Woche im UN-Sicherheitsrat als »moralisch verwerflichen und rechtlich willkürlichen Akt«, der ein Beispiel für die Missachtung des Rechts anderer Staaten auf legitime Selbstverteidigung sei. Am vorhergehenden Freitag hatten Tausende Kubaner vor der US-Botschaft in Havanna ihre Unterstützung für den Revolutionsführer bekundet. Die Demonstranten skandierten dabei »Lang lebe Raúl!« An diesem Mittwoch begeht der Kommunist, ehemalige Guerillero und Staatsmann Raúl Castro seinen 95. Geburtstag. Für Gratulanten aus aller Welt heißt es zu diesem Anlass: »¡­Felicidades Raúl!«


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