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•NEUES THEMA28.06.2021, 19:26 Uhr
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• Friedrich Wolff + Egon Krenz im GesprĂ€ch - Buchrezension
Eine Buchrezension vom nicht ganz unbekannten Heinrich Hannover, die Lust weckt, dieses Buch zu erstehen u. zu lesen, zumindest bei mir.
Ein gerechtes Urteil
Rechts-, Unrechts- und Gerichtsstaat: Friedrich Wolff und Egon Krenz im GesprÀch
Der Rechtsanwalt Friedrich Wolff und der ehemalige SED-GeneralsekretĂ€r Egon Krenz haben die DDR und die BRD sowie deren jeweilige Justiz hautnah erlebt und ihre Erfahrungen und Einsichten soeben in einem lockeren GesprĂ€chsband unter dem Titel »Komm mir nicht mit Rechtsstaat« veröffentlicht. Dabei ist ein fĂŒr die gerechte Beurteilung der DDR ganz wichtiges Buch entstanden, in dem es um Begriffe wie Rechtsstaat, Unrechtsstaat und Gerichtsstaat geht und die Frage diskutiert wird, ob Gerichte der richtige Ort sind, um Geschichte aufzuarbeiten.
Der Jurist und der Politiker hatten offenbar historisch kundige Mitarbeiter, die fĂŒr interessante ErgĂ€nzungen des spontanen GesprĂ€chsverlaufs gesorgt und dem Buch einen durchaus wissenschaftlichen Rang verliehen haben, ohne die lebendige Unterhaltung durch FuĂnoten zu erschweren. Das Buch nimmt die gegen die DDR gerichteten antikommunistischen Propagandathesen des Kalten Krieges aufs Korn und widerlegt sie mit prĂ€ziser Sachkenntnis. Die Autoren lassen die authentischen Texte der westdeutschen Propagandisten sprechen, die nur allzu deutlich die politische Gesinnung offenbaren, mit der die DDR »delegitimiert« werden sollte. Es ist die Fortsetzung einer Tradition, die aus der GiftkĂŒche des Propagandaministers Goebbels stammt.
Dass die Manipulation der öffentlichen Meinung auch mit kriminellen Methoden westdeutscher Stellen funktionierte, wird nĂŒchtern mit Fakten belegt. So erfĂ€hrt man zum Beispiel von dem Diebstahl von Dokumenten, die Friedrich Karl Kaul zum Prozess gegen Adolf Eichmann nach Israel mitgenommen hatte, um dem Gericht und der Weltöffentlichkeit Einblick in die personellen Verbindungen zwischen der Adenauer-Regierung und dem Nazistaat zu gewĂ€hren. Es ging da um Adenauers Kanzleramtschef Hans Globke und den Minister Theodor OberlĂ€nder. Diese Dokumente wurden aus Kauls Hotelzimmer in Jerusalem gestohlen, als versiegeltes KuriergepĂ€ck nach MĂŒnchen geflogen und beim BND in Pullach abgegeben.
Sehr zu begrĂŒĂen ist, dass am Ende des Buches auch historisch wichtige, viel zuwenig bekannte Dokumente abgedruckt werden, so das eindrucksvolle Schlusswort von Erich Honecker in dem gegen ihn mit erfundenen Anklagen inszenierten Schauprozess, eine Stellungnahme, die man mit groĂer Hochachtung fĂŒr Honecker und alle, die ihm dabei geholfen haben, lesen muss. Es ist Berliner Verfassungsrichtern zu verdanken, dass Honecker das ihm zugedachte Unrechtsurteil nicht entgegennehmen musste. Egon Krenz allerdings, mit dessen GerichtserklĂ€rungen das Buch endet, fand keinen gerechten Richter.
Egon Krenz, Friedrich Wolff: Komm mir nicht mit Rechtsstaat.
Edition Ost, Berlin 2021,
208 Seiten, 15 Euro
in der jW vom 28. Juni unter
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#DDR
#FriedrichWolff
#EgonKrenz
#HeinrichHannover
#Buchrezension
Ein gerechtes Urteil
Rechts-, Unrechts- und Gerichtsstaat: Friedrich Wolff und Egon Krenz im GesprÀch
Der Rechtsanwalt Friedrich Wolff und der ehemalige SED-GeneralsekretĂ€r Egon Krenz haben die DDR und die BRD sowie deren jeweilige Justiz hautnah erlebt und ihre Erfahrungen und Einsichten soeben in einem lockeren GesprĂ€chsband unter dem Titel »Komm mir nicht mit Rechtsstaat« veröffentlicht. Dabei ist ein fĂŒr die gerechte Beurteilung der DDR ganz wichtiges Buch entstanden, in dem es um Begriffe wie Rechtsstaat, Unrechtsstaat und Gerichtsstaat geht und die Frage diskutiert wird, ob Gerichte der richtige Ort sind, um Geschichte aufzuarbeiten.
Der Jurist und der Politiker hatten offenbar historisch kundige Mitarbeiter, die fĂŒr interessante ErgĂ€nzungen des spontanen GesprĂ€chsverlaufs gesorgt und dem Buch einen durchaus wissenschaftlichen Rang verliehen haben, ohne die lebendige Unterhaltung durch FuĂnoten zu erschweren. Das Buch nimmt die gegen die DDR gerichteten antikommunistischen Propagandathesen des Kalten Krieges aufs Korn und widerlegt sie mit prĂ€ziser Sachkenntnis. Die Autoren lassen die authentischen Texte der westdeutschen Propagandisten sprechen, die nur allzu deutlich die politische Gesinnung offenbaren, mit der die DDR »delegitimiert« werden sollte. Es ist die Fortsetzung einer Tradition, die aus der GiftkĂŒche des Propagandaministers Goebbels stammt.
Dass die Manipulation der öffentlichen Meinung auch mit kriminellen Methoden westdeutscher Stellen funktionierte, wird nĂŒchtern mit Fakten belegt. So erfĂ€hrt man zum Beispiel von dem Diebstahl von Dokumenten, die Friedrich Karl Kaul zum Prozess gegen Adolf Eichmann nach Israel mitgenommen hatte, um dem Gericht und der Weltöffentlichkeit Einblick in die personellen Verbindungen zwischen der Adenauer-Regierung und dem Nazistaat zu gewĂ€hren. Es ging da um Adenauers Kanzleramtschef Hans Globke und den Minister Theodor OberlĂ€nder. Diese Dokumente wurden aus Kauls Hotelzimmer in Jerusalem gestohlen, als versiegeltes KuriergepĂ€ck nach MĂŒnchen geflogen und beim BND in Pullach abgegeben.
Sehr zu begrĂŒĂen ist, dass am Ende des Buches auch historisch wichtige, viel zuwenig bekannte Dokumente abgedruckt werden, so das eindrucksvolle Schlusswort von Erich Honecker in dem gegen ihn mit erfundenen Anklagen inszenierten Schauprozess, eine Stellungnahme, die man mit groĂer Hochachtung fĂŒr Honecker und alle, die ihm dabei geholfen haben, lesen muss. Es ist Berliner Verfassungsrichtern zu verdanken, dass Honecker das ihm zugedachte Unrechtsurteil nicht entgegennehmen musste. Egon Krenz allerdings, mit dessen GerichtserklĂ€rungen das Buch endet, fand keinen gerechten Richter.
Egon Krenz, Friedrich Wolff: Komm mir nicht mit Rechtsstaat.
Edition Ost, Berlin 2021,
208 Seiten, 15 Euro
in der jW vom 28. Juni unter
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#DDR
#FriedrichWolff
#EgonKrenz
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