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In Frankreich haben nach Gewerkschaftsangaben Hunderttausende Beschäftigte im öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft mit Streiks gegen eine von der Regierung geplante Rentenreform protestiert. Die landesweiten Aktionen am Donnerstag richteten sich gegen die Pläne, das Rentenalter von derzeit 60 Jahren heraufzusetzen. Medienberichten zufolge plant die Regierung eine Anhebung der Altersgrenze auf bis zu 63 Jahre, offiziell wurde dies bisher jedoch nicht bestätigt.

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Selbst im kleinen bretonischen Ort Guingamp beteiligten sich Hunderte an einem Demonstratioszug
»Wir sind nicht weit von einer Million Teilnehmer entfernt«, freute sich der Generalsekretär des Gewerkschaftsbundes CGT, Bernard Thibault, der den Demonstrationszug durch Paris anführte. »Ich glaube, daß der Staatschef (Nicolas Sarkozy) zum Nachdenken gezwungen sein wird.« An den Streiks in den Schulen und im öffentlichen Verkehrswesen beteiligte sich nach Angaben der Gewerkschaften knapp ein Drittel der Beschäftigten. Bei der Staatsbahn SNCF legte ein Viertel der Mitarbeiter die Arbeit nieder, etwa jede vierte Nahverkehrs- und Regionalverbindung fiel aus. Grund für die hier verhältnismäßig geringe Beteiligung dürfte sein, daß die SCNF-Beschäftigten keine Leidtragenden der Reformen sind, da sie gesonderte Rentensysteme haben. Betroffen von den Streiks waren auch Behörden, der öffentliche Rundfunk und die Post. Aufrufe zu Arbeitsniederlegungen gab es außerdem bei Banken, Versicherungen, im Handel und in der Industrie. An den beiden Pariser Flughäfen mußten zehn beziehungsweise 30 Prozent der Flüge gestrichen werden.

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Zehntausende demonstrierten in Marseille auch ihre Solidarität mit den kämpfenden Arbeitern in anderen Ländern ­Europas und forderten eine gerechtere Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums
»Die Rente steht uns zu! Wir haben uns abgerackert, um sie zu verdienen, und wir werden für sie kämpfen!« skandierten die Teilnehmer des Protestzugs in Paris, wo bei strömendem Regen zunächst nur einige tausend Demonstranten zusammengekommen waren. In Marseille gingen nach Angaben der Gewerkschaften 80000 Menschen auf die Straße, in Nantes mindestens 10000 und in Lyon sprachen die Veranstalter von 16000 Teilnehmern. Laut einer Umfrage im Auftrag der kommunistischen Tageszeitung L’Humanite befürwortete eine Mehrheit der Franzosen die Streiks. Haushaltsminister François Baroin verteidigte die Reformpläne am Donnerstag als »gerecht« und »ausgewogen«. Frankreich könne die steigenden Defizite im Rentensystem nicht weiter finanzieren, sagte er im Nachrichtensender i-Télé. Der Generalsekretär der Gewerkschaft CFTD, François Chérèque, kritisierte die Pläne hingegen als unsozial. Mit Blick auf die in Deutschland bereits beschlossene Erhöhung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre warf er der französischen Regierung vor, sie folge blind dem deutschen Modell. Die Chefin der oppositionellen Sozialisten, Martine Aubry, kritisierte im Radiosender RTL den Staatschef. Sarkozy habe noch im Mai 2008 gesagt, daß er das Renteneintrittsalter nicht erhöhen wolle und sei jetzt der Lüge überführt. (www.kominform.at - AFP/apn/jW)

 
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