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Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine..
  [1 pic,1 file] begonnen von retmarut am 09.03.2014  | 249 Antworten
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NEUER BEITRAG16.04.2014, 13:50 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Und mal etwas Praktisches in Sachen proletarischer Internationalismus:

Solidarität mit den verfolgten ukrainischen Kommunisten!

Die ukrainischen Kommunisten werden von der Putschregierung schwer verfolgt. Ihre Büros sind in der Westukraine von den Faschisten besetzt. Der Sitz des Zentralkomitees in Kiew wurde niedergebrannt. Die Mitglieder der Partei und ihre Familien sind Repressalien ausgesetzt. In den Gebieten, die unter Kontrolle der Putschisten stehen, ist die KPU faktisch verboten. Ihre Abgeordneten werden im Kiewer Parlament verprügelt. Klitschko fordert die Aufhebung ihrer Immunität. In der Westukraine muss die Partei weithin unter illegalen Bedingungen arbeiten. Der Faschismus darf nicht durchkommen! Jetzt ist Solidarität gefordert!
Die DKP ruft zur Solidarität mit den ukrainischen Genossinnen und Genossen auf.
Spendet auf das Solidaritätskonto der DKP!

Postbank Köln
BLZ 370 100 50
Konto 253 525 502
IBAN: DE93 3701 0050 0253 5255 02
BIC: PBNKDEFF
Stichwort: KPU


Es wäre wünschenswert, wenn Gliederungen der DKP (und der PDL) im Wahlkampf auch auf dieses Spendenkonto aufmerksam machen könnten.
NEUER BEITRAG16.04.2014, 13:58 Uhr
EDIT: retmarut
16.04.2014, 13:59 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Gute Analyse von SPON zu den begrenzten Möglichkeiten der ukrainischen Putschregierung, Kampftruppen gegen ihre Bevölkerung im Osten des Landes zu entsenden. Erstaunlich sachlicher Beitrag, ganz ohne Rumbettelei an den Westen, jetzt mit eigenen Truppen oder Rüstungslieferungen auszuhelfen.

Dazu passt auch die Meldung, dass mehrere ukranische Panzerbesatzungen mit ihren Panzern auf die Seite der "Separatisten" (so SPON; also diejenigen, die die faschistische Putschregierung nicht anerkennen und antifaschistischen Widerstand leisten) übergegangen sind. So nimmt der magere Fahrzeugpool der Putschregierung ebenfalls ab.
NEUER BEITRAG17.04.2014, 01:05 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Vielleicht noch ganz interessant, weil es speziell den derzeitigen Antisemitismus beleuchtet und sicher von niemandem hier (einschließlich mir) regelmäßig gelesen wird. Ich bin da eigentlich auch nur durch ein Gespräch am Montag drauf gestoßen, als es um die derzeitigen Bemühungen ging, die Alijah (also Auswanderung nach Israel) von ukrainischen Juden zu organisieren.

Im folgenden verlinke ich den aktuellen "Wächterruf" der "Christen für Israel". Vorweg gesagt: Das sind keine Linken, sondern verstehen sich als christlich-bürgerliche Kräfte. Es ist ein überaus frömmelnder Gebetsverein (hier stimmt der Ausdruck mal) und auch sonst reichlich schräg drauf. Selbstdarstellung:
"Der Wächterruf ist eine nationale Gebetsbewegung, die nicht an eine einzelne Gemeinde gebunden ist. Wir glauben, dass es Gottes tiefes Verlangen ist, dass sein Reich auf diese Erde kommt und seine Herrschaft auch in Deutschland konkret sichtbar wird. Dazu beruft er selbst Beterinnen und Beter als „geistliche Wächter“, die nicht aufhören, ihn um Gnade für dieses Land zu bitten. Sie sind untereinander verbunden und wissen sich als Teil eines großen Gebetsnetzes. Bei Tag und Nacht trägt ihr Gebet dazu bei, dass Gottes Licht die geistliche Dunkelheit über Deutschland durchbrechen kann (Jesaja 60,1-2)."

Aber in Sachen Antisemitismus haben die eine klare Linie - und das, finde ich, ist in Deutschland ja in den Kreisen schon viel wert. Aber ansonsten sind die als Bündnispartner für Kommunisten/Sozialisten wohl eher weniger zu gebrauchen, zumal ihr Hauptinstrument (das Gebet) erwiesenermaßen ein recht unproduktives Werkzeug im Klassenkampf ist.

Hier also deren Blick auf den derzeitigen Antisemitismus in der Ukraine.
NEUER BEITRAG17.04.2014, 09:07 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Hier mal wieder imperialistische deutsche Deutungshoheit zum Anfassen:

"Nur eine Gegenstimme gab es in der Duma zur Annexion der Krim. Das ist wie 1914, als Karl Liebknecht der einzige war, der gegen die Kriegskredite des Kaisers gestimmt hat."

Aus welcher Ecke mag das Zitat stammen? - Natürlich grün, muss mensch nicht lange grübeln. Die Partei für markige Geschichtsrelativierung, antikommunistische und russophobe Poltereien. Besser hätte es übrigens ein Strauß weiland auch nicht hingekriegt, nur die Pose wäre eine etwas andere gewesen.

Konkret war es diesmal der Grüne-Europaabgeordnete Werner Schulz, dem im Deutschlandfunk dieser historische Erguss über die Zunge floss.

Gefunden als Zitat in der heutigen jW (17.04.2014)
NEUER BEITRAG17.04.2014, 15:38 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Auch die deutschen Rechten bleiben nicht untätig, wie der folgende kritische Beitrag zeigt. Da werden dann aus taktischen Winkelzügen schon mal Israel-Fahnen geschwenkt (weil es ja primär gegen den Islam geht) oder im jetzigen Fall eben auch mal russische Fahnen (weil mensch etwas gegen die EU hat). Dass gerade die "Pro-Deutschland"-Bewegung mit ihrem abstrusen ideologischen Allerlei hier in der vordersten Reihe steht, sollte nicht verwundern.

Hier der Beitrag von russland.ru, der auf DKP News gespiegelt wurde:

russland.ru:
Wenn deutsche Nazis “prorussisch” werden
Rechte Rattenfänger versuchen Instrumentalisierung der sonst weitgehend allein gelassenen Pro-Russland-Aktiven

Die deutsche Politiklandschaft wird immer verrückter – während sich in der Ostukraine ukrainische Nazis mit prorussischen Demonstranten prügeln, veranstalten deutsche Nazis mit russischer “Beteiligung” prorussische Demos in Berlin. Und ihre größten Feinde auf der politischen Linken ebenfalls, mit ihren eigenen Russen.

In früheren Zeiten, also so etwa bis zu den 90ern, war die Vermittlung der russischen Sicht der Dinge im deutschsprachigen Raum noch einfach. Wenn man sie versuchte, erntete man Lob auf der linken und Kritik bis Verachtung auf der rechten politischen Seite. Der Nachhall der SPD-Ostpolitik wehte damals noch durch die Landschaft – für jeden strammen Rechten Deutschlands ein “Vaterlandsverrat”. Mittlerweile ist in Deutschland im Bezug auf Russisches einiges durcheinander geraten, am allermeisten seit Beginn der Krimkrise. Während man nun bei jeder Argumentation für Russland von geifernden Grünen, ARD-Journalisten und US-treuen Konservativen in einem merkwürdigen Verbund diffamiert wird, scheint es der SPD außer Helmut Schmidt und Gerhardt Schröder eher peinlich zu sein, dass man sich bisher für eine verständnisvolle Russland-Politik ausgesprochen hat. Dagegen stammen diejenigen, die auch heute noch offen Verständnis für Russland predigen nun nur noch aus der Linkspartei, von Anonymous und – das ist die große Überraschung – ausgerechnet von Rechtspopulisten und Neonazis.

So bei einer gar nicht so kleinen “deutsch-russischen” Demo in Berlin letzten Sonntag, beginnend bei der Russischen Botschaft bis hin zum Brandenburger Tor. Das Motto klang glatt, als wäre es etwas, was russland.RU eigentlich unterstützen müsste. “Kein Krieg mit Russland”, dazu deutsche und russische Fahnen, Kritik an den Mainstream-Medien und ihrer einseitigen Berichterstattung, Entschuldigung für Schäubles Hitler-Putin-Vergleich – man dachte schon fast, die Montagsdemo für echte Pressefreiheit von anderer Seite (an anderem Platz und mit anderen Organisatoren, dazu weiter unten mehr) wäre vorverlegt worden. Ist sie aber nicht. Denn die wahren Organisatoren der Sonntags-Demo kamen aus einem ganz anderen Eck und betrieben fleißig Etikettenschwindel.

Zu erkennen war das zumindest ein bisschen am zweiten Teil des Mottos “Volksentscheide statt EU-Zentralismus”. Auch das klingt zunächst toll, erinnert uns aber doch schon ein bisschen an den von Rechtsaußen-Schweizern veranstalteten Volksentscheid gegen die Zuwanderung von EU-Bürgern. Da wird es langsam wärmer, woher der Wind bei der Sonntags-Demonstration in Berlin wehte. So schauten wir noch etwas genauer hin und recherchierten über allerlei deutsche Namen, die bei den Demo-Veranstaltern auftauchten. Wer organisierte und redete da eigentlich?

Beispielsweise Manfred Rouhs, früherer Landesvorsitzender der “Jungen Nationaldemokraten”, jetzt Aktivist der rechtspopulistische “Pro Deutschland” Bewegung. Karl Schmitt, auf seiner eigenen Facebook-Seite bekennender Fan der “Alternative für Deutschland” und der “Deutschen Zukunft”, einem Organ der “Reichsbürger”, die den Fortbestand des Deutschen Reichs anstatt der Bundesrepublik Deutschland propagieren. Oder Olaf Reihmund, bekennender Fan von Thilo Sarrazin und Islamfeind. Die Videos von der Demo laufen auf dem YouTube-Channel von “Staatenlos.info”, wo der geneigte Zuschauer im Trailer erfährt, dass das Deutsche Reich unter Adolf Hitler 1945 nicht wirklich untergegangen ist. Da hat wohl jemand in Geschichte nicht so gut aufgepasst.

Wenn solche Leute den “EU-Faschismus” kritisieren, ist das natürlich etwas lächerlich, wenn nicht skurril. Doch sie hatten wirklich ein paar echte “Russen” dabei. Von ihren unbekümmerten Gesichtern auf der Demo zu schließen ist anzunehmen, dass sie ihre urdeutschen Gegenüber wohl falsch einschätzten in ihrer Freude, dass da endlich mal jemand für Verständnis für Russland auf die Straße geht. Ob es sich nun um die Tanzgruppe aus Sachalin, die spontan aufgetretene russische Theatergruppe oder reale russische Demonstrationsteilnehmer handelte. Es wissen ja schon viele Deutsche nicht, was unter der “Pro”-Bewegung zu verstehen ist, in Russland dürfte kaum jemand von ihrer Existenz oder gar genauen Ausrichtung wissen. Denn es macht wenig Sinn, in der Ukraine den “Rechten Sektor” zu bekämpfen und dann mit dem Rechten Sektor Deutschlands zusammen auf die Straße zu gehen. Absichtlich dürfte das wohl kaum jemand aus Russland tun, denn kaum etwas ist dort so verhasst, wie ein deutscher Nazi. Dafür hat die SS zu ihrer “besten Zeit” gründlich gesorgt.

Was aber treibt deutsche Rechtsextremisten nun dazu, für Russland Partei zu ergreifen? Nicht zum ersten Mal springen sie auf einen Zug auf, der einfach “en vogue” ist, aber von den etablierten politischen Parteien und übrigen Mainstream jedoch ignoriert, wenn nicht bekämpft wird. Viele politisch Interessierten im Internet sind empört über die offen Russland-feindliche Berichterstattung in den deutschen “Leitmedien” wie ARD und ZDF und suchen ein Ventil für ihre Empörung. Gerade die Webseiten von ARD und ZDF quillen über vor kritischen Kommentaren zu den dortigen unausgewogenen Berichten. Widerstand formiert sich online und da setzt man von Seiten rechter Rattenfänger an, Leute für die eigene, antieuropäische und nationalistische Sache zu gewinnen. Das passiert nicht zum ersten Mal. Auch die allgemeine Globalisierungskritik früherer Jahre machten Rechtsextreme sich aus ihrem Blickwinkel zu eigen und versuchten damit, politisch unzufriedene Aktivisten für sich “abzufischen”. Das passiert nun erneut – ausgerechnet bei Thema Russland, dem früheren “Reich des Bösen” gerade für jeden Rechtsextremisten. Und noch erfolgreich, denn die pro-Russland-Kritiker Deutschlands haben unter den übrigen politischen Bewegungen kaum eine Lobby.

Hier wird sich mancher fragen – warum solidarisieren sich deutsche Nazis stattdessen nicht mit ukrainischen Nazis und bekämpfen Russland? Nationalisten, wie es der Name schon sagt, denken nun einmal national und kämpfen blind gegen das, was sie für schädlich halten für ihre Vorstellung von der Nation. Schädlich ist jetzt – im Vorfeld der Europawahl – vor allem die ungeliebte Europäische Union, die mit ihrem internationalen Geist dem nationalen Denken deutscher Rechter in jeder Pore widerstrebt. Und da ist der Feind meines Feindes mein Freund – auch wenn er Putin heißt, von dem manch Rechter wohl zusätzlich erkannt hat, dass seine eigene Eistellung zumindest national-konservative Züge trägt. Dass Putin als Ex-KGB-Mann und “gestandener Russe” wohl kaum Verbündete aus Deutschland braunem Sumpf haben will, wird – wie vieles bei den Rechten – einfach mal übergangen.

Die Solidarität mit Nazis aus anderen Ländern wiederum war noch nie die Stärke neonazistischer Bewegungen, denn das erfordert im gewissen Sinne internationales Denken, was einem rechten Kopf fremd ist. Südtirol ist eben für einen deutschen Nazi deutsch und für einen italienischen Faschisten italienisch – da ist die Zusammenarbeit schlecht möglich. Genauso wenden sich ukrainische Nazis aus taktischen Gründen aktuell pro Europa zu, während die deutschen gegen Europa kämpfen – da steht man automatisch plötzlich auf verschiedenen Seiten. Das kann in fünf Jahren schon wieder anders sein, je nach “nationalem” Interesse. Auch von ukrainischen Nazis wie der Partei “Swoboda” (aktuell Teil der Euromaidan-Regierung) sind Statements bekannt, dass der Weg für die EU nur aus rein pragmatischen Gründen unterstützt wird. Irgendwoher muss die Kohle ja jetzt kommen und aus Russland wird das nicht mehr sein. Da schwenkt man auch mal eine europäischen Fahne – denn im Fahnen schwenken kennen sich Rechte allgemein gut aus.

Wie soll man nun damit umgehen, wenn man auch für ein faireres Russlandbild steht, aber nicht von solchen Leuten instrumentalisiert werden will? Zunächst einmal sollte man sich immer gut informieren, bevor man auf eine Demo geht, von wem die eigentlich genau veranstaltet wird – unabhängig von wohlklingenden Mottos. Gleiches ist für die Unterstützung von Internet-Intiativen festzustellen. Das gilt auch für unsere russischen Leser, die sicher nicht mit Leuten Seite an Seite fotografiert werden wollen, die daheim vielleicht SS-Lieder singen, nachdem sie die russischen Fahnen wieder eingepackt haben. Oder die davon träumen, Kaliningrad wieder ins “Deutsche Reich” einzugliedern, weil es vor langer Zeit einmal Königsberg und Ostpreußen war – unabhängig von der Meinung der halben Million Russen, die heute dort lebt. …
NEUER BEITRAG26.04.2014, 22:19 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Ein Bericht von Susann Witt-Stahl vor Ort aus Donezk vom 26.04.2014 findet sich auf Hintergrund.de.
NEUER BEITRAG05.05.2014, 23:48 Uhr
EDIT: retmarut
06.05.2014, 00:24 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Da ich mit anderen Dinge beschäftigt war, erst heute wieder News der letzten Tage zur Ukraine:

Faschisten fackeln Gewerkschaftshaus in Odessa ab, über 40 Tote (Redglobe 02.05.2014)

Anzahl der Toten vom 1. Mai in Odessa auf 46 angestiegen (Redglobe 03.05.2014)

Erklärung von Borotba zum nationalistischen Terror in Odessa (zu finden auf Redglobe). Hier besonders interessant, wie sich die Faschisten gezielt unter Fußballfans gemischt haben, um so in die Stadt zu kommen und dort die Bevölkerung zu terrorisieren. Die Genossen von Borotba wie auch von der KPU leisten derzeit einen hohen Blutzoll. Um so wichtiger, die Soli-Kampagnen der Roten Hilfe und der DKP für die Genossen in der Ukraine zu unterstützen. (Die RH-Soli-Kampagne hat - wie mir ein Genosse aus dem Bundesvorstand mitteilte - beispielsweise innerhalb von zwei Wochen schon rund 6.500 EUR an Spendengeldern gesammelt, was doch eine ganze Menge ist. Es gibt also auch in der deutschen Linken eine Solidarität mit den antifaschistischen Genossen in der Ukraine, auch wenn sich diese Solidarität in Form von öffentlichen Solidaritätskundgebungen derzeit nur mäßig auf deutschen Straßen zeigt.)

In Berlin konnten 800 Menschen auf der Soli-Demo gezählt werden. Ist - verglichen mit anderen Berliner Antifa-Demos - nicht die Welt, aber schon mal ein deutliches Zeichen, dass diese Solidarität über das klassisch kommunistische Spektrum hinaus in Teilen der antifaschistischen Szene Fuß gefasst hat.

Hier sei von mir noch der Direktlink zum RT-Video von der Berliner Demo nachgetragen.
NEUER BEITRAG05.05.2014, 23:49 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Aktuelle Erklärungen der SDAJ und der DKP zur Lage in der Ukraine. Die DKP hat aus gegebenem Anlass auch ein Anti-Kriegsinfo herausgegeben, das rund um den 8. Mai breiter verteilt werden soll, um die Solidaritätsbewegung zu verbreitern.

Und die MLPD (bzw. ihre ICOR-Schwester in der Ukraine) mal wieder einen Tick vom Weg abgekommen. Da wir aber mit solchen Genossen auch immer wieder zu tun haben, ist es gut, sich die dahinterstehende Argumentation genau anzuschauen, um sie ad hominem widerlegen zu können. Der Widerspruch macht sich nicht an der Rolle Russlands fest (dort haben wir als kommunistische Bewegung untereinander sicher auch unterschiedliche Einschätzungen, vgl. z.B. die Diskussionen in der UZ), sondern an der Frage, wie wir die jetzige ukrainische Putschregierung einschätzen. Der KSRD (MLPD-Schwesterorganisation in der Ukraine) meint dazu im besagten Interview: "Sie [die Faschisten] sind an der Regierung beteiligt, aber man kann nicht davon sprechen, dass jetzt eine besonders „rechte“ oder gar faschistische Regierung installiert wurde. Es handelt sich um einen Übergang der Regierung von einem Teil der Oligarchie zu einem anderen Teil dieser führenden Gruppe des Finanz- und Industriekapitals." - Also nicht besonders rechts ... Da wird sich die Realität offenbar zurechtgebogen, um den Maidan-Protest weiter hochhalten zu können. Dabei sagen sie selbst: "Es ist zum Beispiel unmöglich, mit roten Fahnen auf den Maidan zu gehen, weil es dann unweigerlich zu Zusammenstößen mit den dortigen Kräften kommen würde." Und liefern als Begründung dafür nach: "Das [also die Übergriffe der faschistischen Schläger auf Träger roter Fahnen] hängt vor allem damit zusammen, dass die roten Fahnen als Symbol der revisionistischen Partei, der KP Ukraine, gesehen werden. Und die KP unterstützt Russland." - So einfach kann die Welt gestrickt sein. Hätte die KPU nicht so einen "pro-russischen" Kurs, würden rote Fahnen nicht mit der KPU in Verbindung gebracht, würden die Faschisten auch keine Träger roter Fahnen verprügeln, wäre der Euro-Maidan eigentlich eine feine Sache für Arbeiterparteien ...
NEUER BEITRAG06.05.2014, 00:21 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Ein schönes Soli-Beispiel aus BaWü, das vielleicht als Vorbild für ähnliche Bündnisaufrufe in der eigenen Region/Stadt genutzt werden könnte:

Internationale Solidarität mit den Antifaschistinnen und Antifaschisten in der Ukraine! (von antifaschistischen Gruppen und Einzelpersonen aus BaWü)

Hier ist es gelungen, viele Antifa-Gruppen (teils aus dem antiimperialistischen Antifa-Spektrum, teils aus dem autonomen Spektrum), die VVN-BdA, die RH, SDAJ, Solid und Teile der Linkspartei unter einen gemeinsamen Aufruf zu bringen.
NEUER BEITRAG06.05.2014, 15:02 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Redglobe berichtet heute (6. Mai 2014):

"Gegen die ukrainischen Kommunisten: Anschläge und Ausschlüsse

Kommunistische Partei der UkraineDas ukrainische Parlament (Rada) in Kiew hat während einer geschlossenen Sitzung am Dienstag die gesamte Fraktion der Kommunistischen Partei von der Debatte über den Militäreinsatz im Osten ausgeschlossen. »Die Rada hat auf meinen Vorschlag hin für eine Entfernung der Fraktion der Kommunisten aus dem Saal gestimmt«, teilte Oleg Ljaschko, Chef der »Radikalen Partei«, auf Facebook mit. Er lobte die Entscheidung als ein »historisches Ereignis«. Er hoffe, »dass wir diese Verbrecherpartei bald verbieten«.

Wladimir Arjew von Julia Timoschenkos Partei »Vaterland« teilte mit, die Kommunisten seien »wegen separatistischer Redeauftritte« entfernt worden. Bei der Sitzung, während der offenbar Zeugen unerwünscht waren, hörte die Rada am Dienstag die Sicherheits- und Militärchefs zur Situation in den östlichen Regionen an. Die ukrainische Armee hatte am Freitag eine groß angelegte Offensive auf die Stadt Slawjansk begonnen, die von Anhängern einer Föderalisierung des Landes kontrolliert wird. Bei der Operation sind Panzer und Heeresflieger in Einsatz. Auf beiden Seiten gibt es Tote und Verletzte.

Noch bevor die Kommunisten aus der Rada ausgeschlossen wurden, haben mutmaßliche Faschisten in der vergangenen Nacht in Pawlograd versucht, das dortige Büro der Kommunistischen Partei in Brand zu setzen. Dabei sei es den Attentätern auch egal gewesen, dass sie Unbeteiligte gefährdeten, meldete die KPU auf ihrer Homepage. Das Lokalbüro der Partei ist in einer Etage eines dreigeschossigen Wohnhauses untergebracht."
NEUER BEITRAG06.05.2014, 17:10 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Stellungnahme der Partei der Europäischen Linken (EL) vom 3. Mai 2014 zur gegenwärtigen Lage in der Ukraine:

Wir sind Zeugen der Entstehung eines Nazi-Staates - gefördert von den USA und der EU - in der Ukraine. Die gestrigen Auseinandersetzungen in Odessa und anderen Städten der Ost-Ukraine mit nahezu 50 Opfern zeigt das protagonistische Verhalten von Nazi-Gruppierungen unter der Führung von Kiew. Die Spaltung, die die ukrainische Gesellschaft erlebt, wurde von der Bereitschaft der USA und der EU beeinflusst, sich gegen Russland zu wenden und alle möglichen Maßnahmen anzuwenden, um dieses Land in einer Art von Wiederbelebung des kalten Krieges zu isolieren. Es ist genau das Gegenteil von dem, was empfohlen werden sollte, wenn das friedliche Zusammenleben das gewünschte Ziel war.

Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg sollte Europa nicht mit dem Feuer spielen, sondern im Gegenteil alle diplomatischen und friedlichen Lösungen für alle Arten von internationalen Krisen bevorzugen. Die Partei der Europäischen Linken verurteilt die Haltung der EU in diesem Konflikt und ebenso das brutale Vorgehen von Kiew und ermahnt alle Parteien, die Streitigkeiten nach dem Grundsatz des Dialoges innerhalb der Regeln der UN zu lösen.
NEUER BEITRAG10.05.2014, 16:06 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Gute deutschsprachige Zusammenfassungen von russischer und ukrainischer Presse zum derzeitigen Konflikt in der Ukraine finden sich hier. Ist eine kritische, antifaschistische Seite; es lohnt sich ab und zu mal reinzuschauen. Dort gibt es Tagesübersichten - gute Alternative zur deutschsprachigen bürgerlichen Medienpropaganda.
NEUER BEITRAG14.05.2014, 15:13 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Putschregierung setzt Militärhubschrauber mit UN-Kennzeichnung gegen die Bewegung im Osten des Landes ein.
Die Hubschrauber seien vordem im Kongo bei einer UN-Mission eingesetzt worden. Offenbar war die Kiewer Regierung nicht in der Lage oder willens, ihre Fahrzeuge (so wie es die UN-Richtlinien vorschreiben) unverzüglich nach ihrem Einsatz in Schwarzafrika umzulackieren.

Ist übrigens nicht das erste mal in der Geschichte, dass rechte Regierungen ihr Militär unter der missbräuchlichen Nutzung der Flagge der UN oder des Roten Kreuzes einsetzen. Zuletzt ist mir ein solcher Einsatz aus Kolumbien bekannt, wo sich staatliche Shoot-to-kill-Kommandos bei einem offiziellen Geiselaustausch als Rotkreuzler ausgaben, um auf diesem Wege ein Camp der FARC-Genossen niederzumetzeln.
NEUER BEITRAG21.05.2014, 12:45 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine "Schläger und Mordbrenner" von Reinhard Lauterbach, jW 21.05.2014

Darin auch ein kurzer zeitlicher Abriss der Geschehnisse in der Ukraine seit Nov. 2013.
Das russische Außenministerium hat ein Weißbuch zusammengestellt zu den faschistischen Übergriffen in der Ukraine für den Zeitraum Nov. 2013 bis März 2014. (An dieser Stelle Dank an die jW für den Link zu der Quelle!)
NEUER BEITRAG21.05.2014, 15:04 Uhr
EDIT: retmarut
21.05.2014, 17:04 Uhr
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retmarut

Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine Ich habe hier mal versucht, einige Videoaufnahmen zum Pogrom am 2. Mai in Odessa zusammenzustellen.
Was von Beginn an deutlich wird, dass die "Fußball"-Demo bereits zu Beginn mit Schusswaffen, Knüppeln und Brandflaschen ausgerüstet war. Deutlich wird auch, dass es in dem Zug einen harten Kern von teils gut organisierten, teils weniger fest organisierten gewaltbereiten Kräften gab, daneben aber auch Leute, ich mal als Mitläufer bezeichnen will. Organisierte Faschisten nehmen z.B. in militärischer Formation (mit Helmen, Knüppeln und Schilden ausgestattet) an den Ausschreitungen in der Innenstadt teil.

Bilder vom Aufmarsch und dem Angriff auf das Protestcamp

recht objektives Video, das unkommentiert die Auseinandersetzungen in der Innenstadt von Odessa und den Angriff auf das Protestcamp aus verschiedenen Blickwinkeln zeigt, Bildmaterial teils von faschistischer Seite aus gefilmt, teils von antifaschistischer Seite aus. Damit werden auch einige Zusammenhänge klarer, z.B. dass die Miliz sich in der Innenstadt durchaus dem Faschistenaufmarsch entgegengestellt und dabei mit den antifaschistischen Kräften kooperiert hat. (Zur besseren Orientierung: gelbe, gelb-blaue und rot-schwarze Amrnbinden und Signets = ukrainische Nationalisten und Faschisten; rote Armbinden und St. Georgsband = antifaschistische Kräfte)
[In den russischen Medien ist kurz nach dem 2. Mai die These aufgestellt worden, diejenigen, die eine rote Armbinde trügen, seien Teil eines ukrainisch-nationalistischen Komplotts und entweder Mitglieder einer polizeilichen Sondereinheit oder False-flag-Aktivisten der Junta. Das wird u.a. an verschiedenen Szenen in der Innenstadt festgemacht, wo Personen mit roter Armbinde hinter den schützenden Polizeireihen agieren oder auch am Beispiel der Aktivisten, die auf dem Dach des Gewerkschaftshauses zu sehen waren. Aus dem gesamten Kontext heraus wird allerdings schnell klar, dass es sich hierbei tatsächlich um antifaschistische Genossen handelt, die a) in der Innenstadt die Faschisten aktiv angreifen und b) sich bzw. das Gewerkschaftshaus vor faschistischen Angriffen verteidigen. Die russischen Staatsmedien scheinen hier bewusst ein rosarotes Bild malen zu wollen: Hier schwer bewaffnete faschistische Banden (was ja stimmt) und dort friedliche, völlig wehrlose Aktivisten, denen eigentlich nur Russland noch helfen könne. - Dass sich die antifaschistische Bewegung in Odessa auf solch einem Level der Konfrontation durchaus adäquat gegen faschistishe Banden zu wehren weiß, zeigen ja die Bilder von den Straßenschlachten in der Innenstadt. Sie zeigen auch, dass die Miliz in Odessa noch nicht vollkommen von der Junta in Kiew kontrolliert wird und dort durchaus noch antifaschistische bzw. pro-russische Positionen zu finden sind.]

Faschisten dringen über Seiteneingang ins Gewerkschaftshaus ein (bevor der Brandanschlag erfolgte), dann Sequenz mit denjenigen, die sich aus dem Gebäude retten konnten, dann Videoabschnitt über die Brandsätze, die auf das Gebäude geschleudert werden; zum Abschluss noch Ausschnitte aus den Verlautbarungen von Jazenjuk und Timoschenko

Aufnahme außerhalb des Gebäudes (rechte Gebäudeseite, teils auch vom Eingangsbereich und der Rückseite), wo zu sehen ist, dass es anfangs noch aktive Gegenwehr aus dem Haus gab (zu hören sind Schüsse, es fliegen Wurfgeschosse auf die faschistischen Belagerer), dann ist zu sehen, wie die Faschisten ihre Reihen sammeln und koordinieren, und somit die Oberhand gewinnen. Auch in diesem Seitenbereich werden Brandflaschen geworfen und Schüsse auf das Gebäude abgegeben. Es ist auch zu sehen, wie Polizeiführer mit den Angreifern relativ freundschaftlich-unaufgeregt reden. Das mag ggf. von politischer Nähe zeugen, zeigt aber zumindest, dass die Polizei mit (geringen) Kräften vor Ort war und durchaus einen Überblick über die allgemeine Lage und die Motivation der Angreifer hatte - und trotzdem nichts zur Verteidigung des Gewerkschaftshauses oder zur raschen Evakuierung der im Gebäude befindlichen Personen unternahm.

längerer Zusammenschnitt mehrerer Videos; muss mensch sich nicht in Gänze ansehen, wichtig ist aus meiner Sicht rund um die Minute 18:30, wo zu sehen ist, wie junge ukrainischisch-nationalistische Mädchen quasi unter den Augen der vorbeiziehenden Miliz Brandflaschen befüllen. - Erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit die das dort machen.
max. Anzahl
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