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NEUES THEMA15.07.2016, 23:15 Uhr
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secarts

• Türkei: Putsch gegen Erdogan? Klingt alles noch recht verworren:
- Militär spricht von "vollständiger Machtübernahme",
- Armee entwaffnet Polizei,
- Generalstabschef von Armee als Geise lgenommen (?)
- Erdogan "in Sicherheit"...

Es wird wohl gekämpft in Istanbul, das Militär will den Atatürk-Flughafen erobert haben.

Entscheidend dürfte dies hier sein:
In der Erklärung der Streitkräfte hieß es, sie hätten die Macht übernommen, um die demokratische Ordnung zu erhalten und Menschenrechte zu schützen. Der Text wurde per E-Mail und über örtliche Medien verbreitet. Weiter hieß es, die Rechtsstaatlichkeit habe Priorität. Die Beziehungen zum Ausland würden unverändert beibehalten. Link ...jetzt anmelden!

Räumen da die Amerikaner oder die Deutschen mit einem unbotmäßigen Verbündeten auf? Naja, ein neulich geschasster AKP-Chef steht potentiell bereit...
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NEUER BEITRAG15.07.2016, 23:29 Uhr
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retmarut

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Spannende Entwicklung.
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NEUER BEITRAG15.07.2016, 23:32 Uhr
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secarts

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Erdogan und Ministerpräsident Yildirim scheinen sich frei bewegen und äußern zu können. Es bleibt also alles offen.

Scheinbar ist Erdogan am Flughafen Istanbul festgesetzt und versucht seine Anhänger per Skype dorthin zu mobilisieren. Die Zentrale der AKP soll gestürmt worden sein, am Flughafen fahren Panzer auf. Auch Bürgerkrieg ist keineswegs ausgeschlossen, bei der fanatisierten Anhängerschaft....
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NEUER BEITRAG15.07.2016, 23:54 Uhr
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retmarut

Türkei: Putsch gegen Erdogan? SPON, 23.52:
Mit Verweis auf eine Quelle aus dem US-Militär berichtet der Sender NBC News, dass Erdogan auf dem Weg nach Deutschland sei. Demnach wurde ihm keine Landeerlaubnis erteilt. In einem Telefonat mit dem türkischen Sender CNN Türk erklärte Erdogan selbst, er sei auf dem Weg nach Ankara.
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NEUER BEITRAG15.07.2016, 23:55 Uhr
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retmarut

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Vielleicht erledigt sich damit auch Böhmermanns juristisches Erdogan-Problem.
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NEUER BEITRAG16.07.2016, 00:24 Uhr
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Rainer

Türkei: Putsch gegen Erdogan? "Vielleicht erledigt sich damit auch Böhmermanns juristisches Erdogan-Problem."

Aber mal im Ernst : Wenn Erdogan hier Asyl ersuchen sollte dann steckt vermutlich die BRD hinter dem Putsch.Das wird ihm dann vermutlich als Alternative eröffnet worden sein, ein Leben im Luxus und Exil wenn er die Schnauze hält,oder viel Spaß mit den Putschisten...

Die Militärs scheinen aufs Ganze zu gehen.Wer die Luftwaffe in Millionenstädten einsetzt hat nix zu verlieren
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NEUER BEITRAG16.07.2016, 00:42 Uhr
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secarts

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Auf Twitter wird u. a. von Oppositionellen aus der Türkei von Verhaftungen unter Abgeordneten der prokurdischen HDP berichtet. Ich kann die Glaubwürdigkeit nicht einschätzen.

Zumindest aber für den Bürgerkrieg gegen die Kurden dürfte auch ein siegreiches Militär keine bessere Option als ein Sieg Erdogans sein. Für die Kurden in den Bürgerkriegsgebieten ist schließlich seit Jahrzehnten des Militär der Gegner, ob mit oder ohne Erdogan...

Weitere Twittermeldugnen melden Panzerbeschuss des Flughafens, Angriffe vom Boden auf die Luftwaffe, die über den Großstädten fliegt, wie auch Feuer von Helikoptern auf Geheimdienstzentrale und Präsidentenpalast. Die Muezzine rufen wohl derzeit pro Erdogan auf die Straßen, es soll erste Zusammenstöße zwischen Polizei und Armee wie auch Demonstranten geben. Das klingt schon alles nach Bürgerkrieg.
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NEUER BEITRAG16.07.2016, 12:10 Uhr
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MARFA

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Angeblich alles vorbei, Hunderte Tote und Festnahmen. Erdogan beschuldigt die Hizmetbewegung (Gülen = USA). Falls das nachweisbar ist, könnte die ganze NATO knirschen.

Habe neulich gelesen daß Erdogan nach seiner spektakulären Versöhnung mit Putin eine Integration in das chinesisch dominierte Projekt der "Neuen Seidenstraße" anstrebt nachdem die neoosmanischen Träumereien gescheitert sind. Ob das dahinter steckt?!
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NEUER BEITRAG16.07.2016, 12:26 Uhr
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ZockyMcZoc

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Internet und handynetze scheinen immer noch nicht wieder reibungslos zu funktionieren. Versuche seit heute Nacht Kontakt zu Freunden aufzunehmen die in Istanbul sind, kein Netz...

Irgendwas von seiten der Putschisten scheint richtig schief gegangen zu sein. Als Erdogans bizarres wackelvideo online ging dacht ich mir schon: das wird nix.

Wie hier schon erwähnt, es wäre vermutlich Pest oder Cholera geworden. Nun hat Erdogan freie Hand für ein faschistisches Regime.
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NEUER BEITRAG16.07.2016, 13:02 Uhr
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secarts

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Eine Racheorgie scheint umzugehen, die Zahl der Toten steigt weiter.

Ob der Putschversuch politische Konsequenzen bis hin zu einem NATO-Austritt nach sich zieht, wird sich zeigen, für sehr wahrscheinlich halte ich das nicht. Immerhin, falls die USA dahinter stecken sollten: spätestens zum Zeitpunkt von Kerrys Statement, dass die gewählte Regierung unterstützt wird, scheint das Scheitern des Putsches in Washington klar gewesen zu sein. Das war irgendwann kurz nach Mitternacht, also frühzeitig. Andererseits, immer die Richtigkeit der Annahme, es mit einem Versuch US-amerikanischer Kreise zu tun zu haben, vorausgesetzt: Erdogan sollte nun kapiert haben, dass er in einer an der NATO angebundenen Militärstruktur niemals sicher sein kann.

Auch Gerüchte, der ganze Putsch sei eine Inszenierung der Regierung gewesen, um eine Präsidialdiktatur durchzupeitschen, gehen um. Das erscheint mir aus zwei Gründen wenig plausibel: einmal hat Erdogan legale Möglichkeiten und keinerlei erkennbaren politischen Widerstand zu fürchten, um das Präsidialsystem, das er ja ständig offenherzig ankündigt, durchzusetzen. Und dann wären die Effekte für eine Inszenierung doch beinahe hyperrealistisch zu nennen: solch ein Chaos, mit allen zu erwartenden Implikationen, wird wohl niemand kalkulieren. Merkwürdig immerhin, dass der Putsch erstaunlich "führerlos" ablief. Für gewöhnlich präsentiert sich rasch ein Kollegium, ein Generalsrat oder ein nationaler Retter, um das Machtvakuum zügig zu füllen. Das gab es hier nicht - vielleicht aus banalen Gründen (Anführer tot?), siehe weiter unten.

Zeitungsberichten zufolge soll ein Hotel, in dem Erdogan Urlaub machte, kurz nach seiner raschen Abreise gestern abend bombardiert worden sein. Es ist also gut möglich, dass der Putsch daran scheiterte, dass Erdogan nicht ausgeschaltet werden konnte. Zudem scheint die Kontrolle über die Medien unzureichend gewesen zu sein: bei einer völligen Internetsperre hätte Erdogans Videobotschaft kaum so rasche Bedeutung erlangen können. Erst Stunden nach dem Militäraufmarsch wurden einzelne Fernsehsender (CNN turk) vom Militär besetzt. Das sieht ziemlich dilettantisch - oder schwach - aus. Die Struktur der religiösen Institutionen scheint seitens der Putschisten fahrlässig ignoriert worden zu sein, die Gebetsausrufer haben die Aufforderungen der Regierung effektiv multipliziert. Die heftigen Kämpfe um Polizeizentrale, Geheimdienstsitz und Regierungsstellen zeigt, dass erhebliche Teile der Repressionsorgane nicht in die Putschpläne integriert werden konnten - Erdogan hatte ja auch viel Zeit für Säuberungen (Ergenekon-Affäre, etc.). Fatal vermutlich auch, dass die Luftwaffe nicht in Händen der Putschisten war, so wurde eventuell gar ein Hubschrauber mit Drahtziehern des Putsches durch einen Kampfjet abgeschossen. Erdogan selbst konnte unbehelligt über das Land fliegen und in Istanbul landen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt brach der Putsch in sich zusammen.

Mehr lässt sich derzeit kaum gesichert sagen. Außer vielleicht das: die inneren Widersprüche in der Türkei werden sich definitiv weiter zuspitzen. Auch die ökonomische Lage dürfte noch einmal erheblich leiden. So oder so, Erdogans Wirken ist endlich. Auch wenn nun wohl seitens seiner Gegner höchstens noch ein gewaltiges Attentat in Betracht gezogen werden kann.
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NEUER BEITRAG16.07.2016, 15:58 Uhr
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RevLeft

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Oha ! Us-konsulat meldet grad daß türkische Sicherheitskräfte den von Bundeswehrsoldaten genutzten Luftwaffenstützpunkt Incirlik abriegeln !

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NEUER BEITRAG16.07.2016, 16:31 Uhr
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RevLeft

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Spon :

Das US-Konsulat meldet die Abriegelung des Nato-Stützpunktes bei İncirlik, im Süden der Türkei. Auch der Strom soll abgestellt worden sein. Sicherheitskräfte untersagten die Zu- und Abfahrt auf das Gelände, heißt es in einer Stellungnahme auf der Website des US-Konsulats. Der türkische Luftwaffenstützpunkt wird von der U.S. Air Force zur Versorgung der US-Streitkräfte in Irak und Afghanistan genutzt. Die USA fliegen von Incirlik aus außerdem Luftangriffe gegen die Terrormiliz IS. Die Bundeswehr hat dort derzeit 240 Soldaten stationiert.

US Außenministerium :

Emergency Message for U.S. Citizens: Incirlik Air Base and Adana Airport Information, July 16

July 16, 2016

Be advised that local authorities are denying movements on to and off of Incirlik Air Base. The power there has also been cut. Please avoid the air base until normal operations have been restored.

In addition, the Adana airport has re-opened but flights to and from Istanbul and Ankara remain suspended. Please check the website of your airline for up to date flight information before going to the airport.

For further detailed information regarding Turkey and travel:

See the State Department's travel website for the Worldwide Caution, Travel Warnings, Travel Alerts, and Turkey’s Country Specific Information.
Enroll in the Smart Traveler Enrollment Program (STEP) to receive security messages and make it easier to locate you in an emergency.
Contact the U.S. Embassy in Ankara, located at 110 Ataturk Boulevard, Kavaklidere, 06100 Ankara, at +90-312-455-5555,8:30 a.m. to 5:30 p.m. Monday through Friday. After-hours emergency number for U.S. citizens is +90-312-455-5555 or +90-212-335-9000 (U.S. Consulate General Istanbul).
Contact the U.S. Consulate General in Istanbul, located at 2 Uçsehitler Sokagi, 34460, Istinye, Sariyer, at +90-212-335-9000.
Contact the U.S. Consulate in Adana, located at 212 Girne Bulvari, Guzelevler Mahallesi, Yuregir, Adana at +90-322-455-4100.
Contact the Consular Agency in Izmir at Mail ...jetzt anmelden!.
Call 1-888-407-4747 toll-free in the United States and Canada or 1-202-501-4444 from other countries from 8:00 a.m. to 8:00 p.m. Eastern Standard Time, Monday through Friday (except U.S. federal holidays).
Follow us on Twitter and Facebook.
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NEUER BEITRAG16.07.2016, 16:59 Uhr
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retmarut

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Jetzt kommt erst mal die Abrechnung. Da wird man nicht zimperlich sein, extralegale Toetungen eingeschlossen. Mancher wird fuer Jahrzehnte im Knast landen.
Zugleich, darauf hat Secarts bereits hingewiesen, raeumt Erdogan gleich mit Teilen der Opposition auf: Saeuberungen im Justiz- und Militaerapparat, Oppositionelle (auch wenn sie den Putsch verurteilt haben) werden sicher in den kommenden Wochen wegen Landesverrats eingeknastet. Das gibt eine oder mehrere wirklich grosse Saeuberungswelle.
Beste Voraussetzungen fuer die kommende vorgezogene Wahl und eine verfassungsaendernde Mehrheit der AKP.

An der NATO-Mitgliedschaft wird sich nichts aendern. Warum sollte die Tuerkei denn auch daraus austreten, ist schliesslich nur von Vorteil. Zudem: Russland haette auch nichts zu bieten. Ich finde solche Spekulationen ziemlich absurd.

Vermutlich wird die Tuerkei, sobald der Offizierskader gesaeubert wurde, aktiv in den Syrienkrieg eingreifen, nicht mehr nur durch Unterstuetzung von dortigen Paramilitaers.

Erdogan sitzt erst einmal sicherer im Sattel als vorher, aber die innertuerkischen Widersprueche sind nicht kleiner geworden.
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NEUER BEITRAG16.07.2016, 17:14 Uhr
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tolpatchow

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Zu den Entwicklungen in der Luftwaffenbasis Incirlik meldet das für gewöhnlich gut informierte blog "Augen geradeaus":

Auch nach dem Ende des Militärputsches in der Türkei blieb die Luftwaffenbasis Incirlik im Süden des Landes, auf der unter anderem deutsche Soldaten stationiert sind, vorerst weitgehend abgeriegelt. Weiterhin gelte die Schutzstufe (Force Protection Condition) Delta, sagte eine Sprecherin des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr am (heutigen) Samstag. Allerdings sei inzwischen Soldaten das Betreten und Verlassen der Basis möglich.
Offensichtlich im Zusammenhang mit dem gescheiterten Putsch hatte es in der vergangenen Nacht einen Schusswechsel vor dem Haupttor des Flugplatzes gegeben. Die Details sind unklar; die Bundeswehr war nach Angaben der Sprecherin davon nicht betroffen.
Die Stromversorgung der Basis blieb am Samstag zunächst weiterhin unterbrochen. In der vergangenen Nacht hatte der zuständige Elektrizitätsversorger nach Bundeswehrangaben die Stromlieferung der Militäreinrichtung in Incirlik, aber auch für andere Militäreinrichtungen im Land abgestellt. Allerdings verfügten die auf der Basis stationierten Streitkräfte über Notstromaggregate, so dass sich die Unterbrechung bislang nicht auswirke. Zum Samstagabend sollte die Stromversorgung wieder hergestellt werden. Für den Flugbetrieb der deutschen Luftwaffe in Incirlik hatte das keine Bedeutung, da für den Samstag ohnehin keine Flüge geplant waren.

Auf dem türkischen Flugplatz Incirlik sind neben der türkischen Luftwaffe vor allem Einheiten der U.S. Air Force stationiert. Die Bundeswehr betreibt von dort aus mit knapp 300 Soldaten die deutsche Beteiligung am Kampf gegen ISIS in Syrien und im Irak mit Aufklärungstornados und einem Tankflugzeug.
Die schon seit der vergangenen Nacht vorgenommene Abriegelung und Stromunterbrechung war am Samstag vom US-Konsulat in Adana mitgeteilt, teilweise aber wohl als neue Maßnahme missverstanden worden. Die offizielle US-Mitteilung, die sich mit den Angaben der Bundeswehr deckt:
Be advised that local authorities are denying movements on to and off of Incirlik Air Base. The power there has also been cut. Please avoid the air base until normal operations have been restored.

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NEUER BEITRAG16.07.2016, 18:49 Uhr
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tolpatchow

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Die von seiten der USA gemeldete Ausgangssperre für ausländische Soldaten in Incirlik gilt wohl NICHT für die Bundeswehr:

Die Bundeswehr widersprach unterdessen Angaben des US-Konsulats, dass der Stützpunkt nach dem Putschversuch abgeriegelt wurde.
Die Soldaten könnten mit Ausweiskontrolle weiterhin die Basis verlassen und wieder hineingehen, sagte ein Bundeswehrsprecher. „Unseren Soldaten geht es grundsätzlich gut. Alle sind wohl auf“.


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NEUER BEITRAG17.07.2016, 12:54 Uhr
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MARFA

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Erdogan greift durch und setzt Massenverhaftungen in Gang, rund 10.000 Menschen solllen bereits in Haft sein, Todesstrafe soll wohl wieder eingeführt werden.

Es hat den Anschein als ob die USA für den Putsch verantwortlich gemacht würden: aus der FAZ:

Erdogan verlangt von Obama Auslieferung Gülens

Erdogan machte die Bewegung des im amerikanischen Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich und kündigte Vergeltung an: „Sie werden einen sehr hohen Preis für diesen Verrat zahlen.“ Gülen, nach einem schweren Zerwürfnis 2013 einer von Erdogans Erzfeinden, lebt in Amerika und bestritt die Vorwürfe. Er verurteilte die Aktionen in einer Mitteilung scharf.

Erdogan verlangte von den Vereinigten Staaten die Auslieferung oder Festnahme von Gülen. Wenn Amerika und die Türkei tatsächlich strategische Partner seien, müsse Obama handeln. Die Vereinigten Staaten würden Außenminister John Kerry zufolge einen türkischen Antrag auf Auslieferung Gülens prüfen.

Kerry wies in einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu Behauptungen über eine Verwicklung der USA in den gescheiterten Putschversuch energisch zurück. Diese seien „völlig falsch und schädlich für unsere bilateralen Beziehungen“, hieß es in einer Erklärung des US-Außenministeriums.

Präsident Barack Obama rief alle Parteien in der Türkei zu „gesetzmäßigem Handeln“ auf. Nach Angaben des Weißen Hauses habe er in einer Telefonkonferenz mit Beratern zudem auf die gemeinsamen Herausforderungen mit der Türkei verwiesen - etwa der Kampf gegen den Terrorismus.

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NEUER BEITRAG18.07.2016, 15:46 Uhr
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tolpatchow

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Chinesische Erklärung zum Putschversuch in der Türkei:


Der vereitelte Putsch wird Analysten zufolge Konsequenzen für die Terrorismusbekämpfung im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang im Westen Chinas haben. Während unter Erdogan die gesellschaftliche Islamisierung zunahm, verstärkte sich auch die Kooperation mit China.

„Wir haben uns für die notwendigen Maßnahmen entschieden. Wir sind in Kontrolle. Es gibt keinen Grund zur Sorge“, so der türkische Vize-Regierungschef Mehmet Simsek in einer Twitter-Mitteilung vom Sonntag, nachdem der Putsch als gescheitert gemeldet wurde.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom Sonntag wurden 6.000 Menschen in der Türkei festgenommen, die in Verbindung mit dem Putschversuch stehen sollen. Weitere Festnahmen werden erwartet, wie Justizminister Bekir Bozdag am Sonntag bekanntgab. „Die Verfahren werden fortgeführt“, zitierte das Staatsfernsehen den Minister.

Die türkischen Behörden haben einen General der Luftwaffe und ein Dutzend andere Verdächtiger beschuldigt, den Putsch von einem wichtigen Luftwaffenstützpunkt aus unterstützt zu haben, wie ein Staatsbeamter am Sonntag berichtete. Der Stützpunkt wird derzeit von US-amerikanischen Streitkräften für Kampfeinsätze in Syrien genutzt.

Ali Yazici, der Militärberater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, wurde bereits am Sonntag mit dem Putsch in Verbindung gebracht und festgenommen.

Angaben des türkischen Außenministeriums zufolge wurden mindestens 290 Menschen getötet und 1.400 verwundet.

Unter den Toten seien mehr als 100 Teilnehmer des Putschversuchs und es gebe starke Hinweise darauf, dass der Putsch vom Prediger Fethullah Gülen angestiftet wurde, der sich derzeit in den USA aufhält, wie Reuters berichtete. Gülen hat sich selbst von einer Beteiligung am Umsturz der Regierung distanziert und dies als ein Angriff auf die Demokratie verurteilt.

„Die USA beobachten das Geschehen in der Türkei mit höchster Besorgnis“, sagte US-Außenminister John Kerry am Freitag. Er betonte Washingtons „absolute Unterstützung“ für die demokratisch gewählte Regierung der Türkei während eines Telefongesprächs mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu.

Der gescheiterte Putschversuch werde den Kampf der USA gegen den Islamischen Staat nicht beeinträchtigen und die Türkei werde ihren Incirlik-Luftwaffenstützpunkt wieder für US-Flugzeuge des Verteidigungsbündnisses öffnen, ließ das Pentagon am Sonntag verlauten.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lu Kang, sagte am Samstag, dass China hoffe, dass die Türkei so schnell wie möglich wieder Stabilität und Ordnung herstellen könne. „China schenkt der Lage in der Türkei große Aufmerksamkeit“, wie Lu der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge auf einer Pressekonferenz mitteilte.

Zwiespältige Haltung zum Terrorismus

„Die Türkei besitzt eine historische Verbindung mit dem Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang. Jedoch ist die Haltung der Türkei gegenüber der Region gemäßigt, da sie hauptsächlich von den chinesisch-türkischen Beziehungen geleitet ist“, erklärte Li Weijian, Professor für Westasiatische und Afrikanische Studien am Shanghaier Institut für Internationale Studien am Sonntag gegenüber Global Times.

„Erdogan vertritt gegenüber dem Terrorismus eine Doppelmoral. Einerseits hat die Türkei ihren Willen ausgedrückt, den Islamischen Staat zu bekämpfen, hat aber aber andererseits auch Chinas Bemühungen zur Terrorbekämpfung in Xinjiang kritisiert und mit uigurischen Terroristen sympathisiert“, so Zhu Weilie, Nahost-Experte an der Universität für Internationale Studien Shanghai gegenüber Global Times am Sonntag. Die Terrorismusbekämpfung sollte ihm zufolge eine wichtige Rolle in den chinesisch-türkischen Beziehungen spielen.

„Die Türkei hat ihr Verhältnis zu China und seinen Nachbarstaaten verbessert und ist um mehr Zusammenarbeit und Freunde bemüht“, äußerte sich Zan Tao, ein Experte für türkische Angelegenheiten und außerordentlicher Professor an der Peking-Universität, gegenüber Global Times.

Li zufolge muss die Türkei stabil bleiben und ihre Wirtschaft richten, da dies eine wichtige Beziehung mit China darstellt. Selbst wenn der Putschversuch kurzfristig Unsicherheiten schüren könnte, würden die generellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern davon nicht beeinflusst.

Während Erdogans Besuch in Beijing im August 2015 betonte er, dass seine Regierung sich entschlossen gegen jedwede Aktivität in der Türkei stelle, die Chinas Hoheitsrechten und territorialer Integrität schaden könnte.

Analysten zufolge hat Erdogans Versuch, die Verfassung des Landes zu ändern und die Islamisierung voranzutreiben, die Interessen des Militärs beeinträchtigt. „Zugleich nimmt der Einfluss der Türkei in der Region ab, was einige Parteien im Land besorgt“, erklärt Li.

„Unter Erdogan hat die Türkei ein Wirtschaftswachstum genossen, was ihm breite öffentliche Unterstützung beschert hat“, erklärt Zan.

„Jedoch muss sich die Türkei wieder dem weltweiten Maßstab angleichen“, so Zhu, „Erdogan wird gemäß den internationalen Normen Anti-Terror-Maßnahmen ergreifen, was eine gute Nachricht für den Nahen Osten darstellt.“

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NEUER BEITRAG18.07.2016, 15:47 Uhr
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tolpatchow

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Kerry droht Türkei mit Rausschmiss aus der NATO... Ob das mal ernst zu nehmen ist?

Der amerikanische Außenminister John Kerry hat die Türkei indirekt vor einem Verlust ihrer Nato-Mitgliedschaft gewarnt, sollte sich die Regierung nach dem gescheiterten Putschversuch nicht an die demokratischen Prinzipien und die geltenden Gesetze halten.

„Die Nato-Mitgliedschaft setzt den Respekt vor demokratischen Prinzipien voraus“, sagte Kerry am Montag in Brüssel zu Journalisten, wie die „Washington Post“ berichtet. Ein Sprecher Kerrys wollte das später aber nicht als Warnung vor einem Verlust der Nato-Mitgliedschaft verstanden wissen. „Es sei zu früh“, davon zu sprechen, dass die Mitgliedschaft in dem Militärbündnis bedroht sei. Zuvor hatte schon die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini die Türkei davor gewarnt, die Verantwortlichen für den Putschversuch hinzurichten und betont, Länder, in denen die Todesstrafe gelte, könnten kein Mitglied der Europäischen Union werden.

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NEUER BEITRAG18.07.2016, 16:41 Uhr
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Lars

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Nach der heutigen FAZ galt die Abriegelung des Luftwaffenstützpunktes auch für die Bundeswehrsoldaten.
Gleichwohl ist deutlich wie selten, dass die Türkei gegenüber den USA in dieser Situation völlig andere Poltik fährt (und umgekehrt) als mit Deutschland.
Leider wird es weiterhin etliche nicht davon abhalten die NATO als monolitischen Block zu betrachten und auf Dialektik in Theorie und Praxis zu verzichten...
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NEUER BEITRAG18.07.2016, 20:52 Uhr
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Rainer

Türkei: Putsch gegen Erdogan? So sieht das aus !

Selbst SPON kommt die deutsche Zurückhaltung mittlerweile komisch vor,und das mag was heißen :

Nichts hören, nicht sehen, bloß nicht einmischen - dieses Motto galt übers Wochenende auch für die Bundeswehr in der Türkei. Dort war die Luftwaffe auf dem Stützpunkt Incirlik Augenzeuge von Ausläufern des Aufstands. Mehrmals stiegen bis zum frühen Samstagmorgen F16-Kampfjets der Türken auf. Dann wurde der türkische Basiskommandeur unter Putschverdacht festgenommen.

Die Truppe aber will von nichts etwas mitbekommen haben, so jedenfalls stellt es das Verteidigungsressort dar. Ein Sprecher teilt nur mit, den Deutschen gehe es gut. Vom Putsch hätten die Soldaten "indirekt" erfahren: Dabei betreibt die Luftwaffe auf dem Stützpunkt einen mobilen Gefechtsstand mit Radar und reichlich anderer Aufklärungstechnik
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