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unofficial world wide web avantgarde
NEUES THEMA15.10.2022, 20:22 Uhr
EDIT: arktika
15.10.2022, 20:41 Uhr
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arktika

Ukraine: "Dummy" für die NATO Noch 'n Ukraine-Thread ... Schon wieder! ... Meines Erachtens ist es sinnvoll, diesen Thread aufzumachen und ihn im Forum 'Imperialismus' aufzumachen, da die Ukraine ja letztlich nur ein Spielball u. ein Spielgrund im Aufmarsch der NATO gegen Rußland ist, eine Testfigur eben. Und auch in diesem "Konflikt" zeigen sich gewisse Widersprüche u. Konflikte der führenden Kriegstreiber untereinander, was das Ganze eher diesem Forum zuordnet und nicht dem "Internationalismus"-Forum.

Hierzu die Schwerpunktseite der jW am 12.10. von Jörg Kronauer:

Westliche Kriegshilfe
Drehscheibe BRD
USA wollen militärische Unterstützung der Ukraine bündeln. Wiesbaden als Zentrum neuer Struktur vorgesehen


Schluss mit Wildwuchs: Die Vereinigten Staaten versuchen, sämtliche Aktivitäten zur militärischen Unterstützung der Ukraine – Waffenlieferungen, Trainingsmaßnahmen – in einer neuen Struktur zu bündeln. Hektische Eile war angesagt, als das transatlantische Bündnis in den ersten Wochen und Monaten des Ukraine-Krieges begann, Kiews Streitkräfte aufzurüsten und auszubilden. Viel wurde improvisiert, und wo die westlichen Staaten eigens Kooperationsformate schufen, um sich bei ihren Maßnahmen halbwegs abzustimmen, da standen diese unverbunden nebeneinander. Das soll sich jetzt nach dem Willen Washingtons ändern – denn der Ukraine-Krieg wird, die Überzeugung hat sich inzwischen durchgesetzt, noch lange, womöglich Jahre, dauern. Er verlangt einen langen Atem, und damit der nicht ausgeht, setzen die USA auf eine durchdachte, straff konzipierte Struktur.

Zentrum dieser Struktur soll ein neues Kommando der US-Streitkräfte in Wiesbaden sein. Das jedenfalls hat General Christopher G. Cavoli, Kommandeur des United States European Command (Eucom) mit Sitz in Stuttgart-Vaihingen, laut einem Bericht der New York Times vom 29. September dem US-Verteidigungsminister Lloyd Austin vorgeschlagen. Eine Entscheidung wird in Kürze erwartet, und laut der Zeitung ist, weil sowohl das Pentagon als auch das Weiße Haus bereits Einverständnis signalisiert haben, mit Zustimmung zu rechnen. Dem Kommando sollen rund 300 Militärs zugeordnet werden. Grob orientieren soll es seine Arbeit daran, wie die Vereinigten Staaten die Unterstützung für die irakischen und die afghanischen Streitkräfte organisierten. Dass das Kommando in Wiesbaden-Erbenheim angesiedelt werden soll, hat einen einfachen Grund: Dort haben die US-Landstreitkräfte für Europa und Afrika ihren Sitz. Das passt für das neue US-Kommando, denn die Ukraine soll auf absehbare Zeit vor allem Waffen und Ausbildung für ihr Heer erhalten.

Nicht zuletzt deshalb ist schon seit Anfang August ein zentrales Element für die Umsetzung der Ukraine-Unterstützung in Wiesbaden-Erbenheim untergebracht: das International Donor Coordination Center. Es geht auf eine Planungszelle zurück, die Berichten zufolge bereits kurz nach Kriegsbeginn geschaffen wurde, von US-Spezialkräften der in Stuttgart-Vaihingen stationierten 10th Special Forces Group, die bis kurz vor dem Krieg ukrainische Einheiten in der Westukraine trainiert hatten. Die Zelle begann die Lieferung von Waffen und allerlei anderem Kriegsgerät zu organisieren – auf geheimen Wegen, um zu verhindern, dass russische Raketen das Material zerstören. Rasch weitete sich die Tätigkeit der Planungszelle aus: Die ukrainischen Truppen meldeten ihren Bedarf, die Zelle in Stuttgart nahm zudem Angebote der westlichen Staaten entgegen, verknüpfte beides, kümmerte sich um die äußerst komplexe Logistik. Mittlerweile beteiligen sich Militärs aus mehr als zwei Dutzend NATO-Staaten daran; die Ukraine ist mit einem Drei-Sterne-General präsent. Seit zwei Monaten ist die Planungszelle, die nun International Donor Coordination Center heißt, in Erbenheim stationiert.

Das geplante neue Kommando, in das das International Donor Coordination Center wohl integriert wird, soll offiziell Aufträge umsetzen, die es von einer zweiten Struktur erhält: von der Ukraine Defense Contact Group. Das ist der lockere Zusammenschluss von ungefähr 40 Staaten, der zum ersten Mal am 26. April auf der US-Militärbasis Ramstein zusammentraf. Die Ukraine Defense Contact Group stimmt die Angebote für die Lieferung von Waffen und weiterem Kriegsgerät auf zwischenstaatlicher Ebene ab. Mittlerweile ist sie außerdem dazu übergegangen, die Produktion von Waffen und vor allem von Munition zu koordinieren: Die ukrainischen Streitkräfte verschießen so gewaltige Mengen an Munition, dass die Bestände der NATO-Staaten dahinschmelzen und die Rüstungsindustrie mit der Produktion kaum nachkommt. Über die Contact Group werden die westlichen Staaten nun an das neue Kommando in Wiesbaden angedockt, also an die Apparate des US-Militärs. Auf diese Weise entstehe »eine formale Sicherheitsstruktur«, die es möglich mache, »Verbündete und Partner« einzubinden, urteilt laut New York Times US-Admiral James G. Stavridis, Exoberbefehlshaber der NATO in Europa.

Das neue Kommando soll außer der Lieferung von Kriegsgerät auch die Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten an beschädigten Waffen in der Ukraine koordinieren. In Polen etwa ist eine Einheit von rund 50 Militärs stationiert, die ukrainische Techniker dabei anleitet – gewöhnlich per Videoschaltung. Darüber hinaus soll das neue Wiesbadener Kommando auch die Ausbildung ukrainischer Einheiten steuern. Die Vereinigten Staaten haben laut eigenen Angaben bislang gut 2.000 ukrainische Soldaten trainiert, zumeist in Deutschland. Auch europäische Staaten tun sich längst mit Trainingsprogrammen für ukrainische Militärs hervor; die EU will in Kürze sogar einen eigenen Ausbildungseinsatz starten. Noch unklar ist, in welchem Verhältnis das neue US-Kommando, das von einem US-General geführt werden wird, zu dem voraussichtlich recht bald beginnenden EU-Ausbildungseinsatz steht. Die Frage ist beileibe keine Marginalie; sie entscheidet darüber, ob die EU bei der Unterstützung der ukrainischen Kriegführung gegen Russland eine eigenständige Rolle spielen wird.


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#Ukraine
#USA
#NATO
#BRD
#Deutschland
#Imperialismus
#UkraineKrieg
NEUER BEITRAG15.10.2022, 20:27 Uhr
EDIT: arktika
15.10.2022, 20:39 Uhr
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arktika

Hintergrund: Europa bildet aus

Unabhängig von dem bevorstehenden EU-Ausbildungseinsatz für die Ukraine trainieren diverse europäische Staaten ukrainische Militärs schon seit Monaten. Die Bundeswehr weist Ukrainer etwa in die Handhabung der Panzerhaubitze 2000 und des Flugabwehrpanzers »Gepard« ein – in der Artillerieschule in Idar-Oberstein und auf dem Truppenübungsplatz Putlos. Frankreich nennt offiziell die Ausbildung von 40 Ukrainern an der Haubitze »Caesar«, weist aber inoffiziell darauf hin, dass die französischen Streitkräfte darüber hinaus auch andere Trainingsmaßnahmen speziellerer Art durchführen – allerdings geheim. Die dänische Regierung hat Mitte September angekündigt, ebenfalls ukrainische Soldaten zu trainieren, gab aber genauso wenig Details bekannt. Spekuliert wurde über ein größeres Programm für eine vierstellige Zahl an Ukrainern. Weil die dänische Bevölkerung im Juni per Referendum das jahrzehntelang geltende Opt-out ihres Landes aus der EU-Militärpolitik aufgehoben hat, können die dänischen Maßnahmen in den EU-Ausbildungseinsatz integriert werden.

Spitzenreiter in Europa in Sachen Ausbildung ukrainischer Soldaten ist allerdings kein EU-Staat, sondern Großbritannien. London hatte diesbezüglich bereits vor dem Krieg eine führende Stellung inne und im Rahmen seiner »Operation Orbital« rund 22.000 ukrainische Militärs trainiert. Im Juli hat es mit der »Operation Interflex« ein großes Nachfolgeprogramm gestartet, das rund 10.000 Ukrainer ausbilden soll. Rund 5.000 haben die Maßnahme bereits durchlaufen. Unterstützt werden britische Ausbilder dabei von Militärs aus weiteren NATO- und Bald-NATO-Staaten von Dänemark über Schweden bis Litauen, aber etwa auch vom Commonwealth-Mitglied Neuseeland. Ein Teil der Trainingsmaßnahmen findet in einer Einrichtung in Kent statt, in der britische Truppen in der Vergangenheit bereits auf Einsätze in Nordirland, in Afghanistan und im Irak vorbereitet wurden. Zum Trainingsprogramm gehört unter anderem Häuserkampf.


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NEUER BEITRAG15.10.2022, 20:32 Uhr
EDIT: arktika
15.10.2022, 20:40 Uhr
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arktika

Ukraine: "Dummy" für die NATO Und ganz ohne Ellbogengerangel geht 's ja nicht:

Brüssels Unterstützung für Kiew
Friedensfazilität für Krieg
Eigenständige Rolle: EU will ukrainische Streitkräfte trainieren. Offensive Zielstellung


Die EU wird ukrainische Streitkräfte mit einem eigenen Trainingseinsatz unterstützen und sich damit eine eigenständige Rolle im Ukraine-Krieg zu sichern suchen. Das geht aus Dokumenten hervor, die offenbar der Welt am Sonntag und dem Spiegel zugespielt wurden. Demnach hat sich das Politische und Sicherheitspolitische Komitee (PSK), in dem die Botschafter der EU-Staaten unter dem Vorsitz des Europäischen Auswärtigen Diensts (EAD) tagen, am Freitag auf eine European Union Military Advisory Mission für die Ukraine (EUMAM UA) geeinigt, die am kommenden Montag von den EU-Außenministern offiziell beschlossen werden soll. Zunächst geht es um die Ausbildung von 15.000 ukrainischen Soldaten; es könnten aber auch mehr werden, heißt es. Das Mandat ist den Berichten zufolge auf zwei Jahre angelegt. Selbstverständlich kann es verlängert werden.

Zum Hintergrund von EUMAM UA heißt es demnach in den vom PSK beschlossenen Dokumenten: »Die erfolgreiche Gegenoffensive der ukrainischen Streitkräfte an mehreren Fronten ist zwar ermutigend, aber sie bedeutet noch keinen Wendepunkt.« Auch sei »die bestehende internationale Unterstützung (…) nicht ausreichend«; »die Bedürfnisse der Ukraine« überstiegen »ihre aktuellen Fähigkeiten«. EUMAM UA solle nun »signifikant dazu beitragen, die militärischen Fähigkeiten und die Resilienz der ukrainischen Streitkräfte zu verstärken«. Es gelte, Kiew in die Lage zu versetzen, »Kampfoperationen zur Verteidigung der territorialen Integrität und Souveränität eigenständig durchzuführen«. Freilich könnten die neuen Maßnahmen von Russland als »eskalatorischer Schritt« gewertet werden.

Konkret soll EUMAM UA laut den Berichten zwei Kommandos umfassen. Eines wird unter der Bezeichnung Combined Arms Training Command (CAT-C) in Polen angesiedelt. Dort ist die Ausbildung ukrainischer Militärs unter anderem im Sanitätswesen, in der ABC- und der Luftabwehr, in Fragen der Logistik und des Artillerieeinsatzes sowie im Häuserkampf geplant. Ein zweites Kommando (Special Training Command) wird in Deutschland eingerichtet. Dort sollen Trainingsmaßnahmen in speziellen Bereichen durchgeführt werden – genannt werden Minenräumen und Taktikschulungen. Weitere Ausbildungsprogramme sind darüber hinaus in anderen EU-Staaten geplant. Begleitend sollen die zur Verfügung stehenden Mittel erhöht werden. Bislang lässt die mit einem Orwellschen Namen versehene Europäische Friedensfazilität (EFF) Ausgaben für Militär und Krieg im Wert von 5,7 Milliarden Euro bis 2027 zu. Ihr Volumen soll nun auf zehn bis zwölf Milliarden Euro aufgestockt werden.

Zum Kontext der Trainingsmaßnahmen hatten sich Insider bereits Mitte September gegenüber dem Nachrichtenportal Politico geäußert, das sich im Besitz der Axel Springer SE befindet. Politico wies darauf hin, dass etwa Fähigkeiten im Häuserkampf benötigt würden, »um Schlüsselstädte wie Cherson oder Melitopol zurückzuerobern«. Ein westlicher Regierungsvertreter wurde mit der Äußerung zitiert, bei ihren militärischen Offensiven seien die ukrainischen Streitkräfte außerdem darauf angewiesen, russische Abwehrstellungen zu knacken, beispielsweise Minenfelder zu räumen. In den vergangenen Jahren seien die ukrainischen Soldaten von westlichen Ausbildern vor allem für defensive Operationen gegen einen russischen Angriff trainiert worden. Nun müssten sie umlernen, und das benötige eine gewisse Zeit. Es sei, wie wenn »ein Torhüter Stürmer werden« solle: »Von Schmeichel zu Messi – das ist ein weiter Weg.«


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#EU
#Ukraine
#Ukrainekrieg
NEUER BEITRAG24.10.2022, 03:02 Uhr
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arktika

Ukraine: "Dummy" für die NATO Yankee-Armee in Rumänien "bereit [...], in die Ukraine einzudringen".
Auch die USA lassen jetzt immer mehr die Hosen runter u. zeigen offen den blanken Arsch - wozu noch unnützes Gelaber und die Märchen, die eh niemand glaubt, "dass sich das US-Militär nicht an der militärischen Auseinandersetzung in der Ukraine beteiligen werde"?

Wie RT deutsch am 22.10. berichtet, soll wohl langsam Schluß mit lustig sein ... :

USA setzen Division in Europa ein, die bereit ist, ukrainisches Territorium zu betreten

Die USA stationieren die Division "Screaming Eagles" auf einem rumänischen Militärflughafen, so der Fernsehsender CBS News. Der Divisionskommandeur erklärte, dass sie im Falle einer Eskalation des Konflikts oder eines Angriffs auf die NATO bereit wäre, in die Ukraine einzudringen.
Medien: USA setzen Division in Europa ein, die bereit ist, ukrainisches Territorium zu betreten


Zum ersten Mal seit 80 Jahren haben die USA die 4.700 Mann starke Division "Screaming Eagles" nach Europa entsandt, um an Ãœbungen teilzunehmen. Dies berichtete der Fernsehsender CBS News. Nach Angaben des Divisionskommandeurs werde die Division bereit sein, im Falle einer Eskalation des Konflikts oder eines Angriffs auf die NATO ukrainisches Gebiet zu betreten.

Der rumänische Generalmajor Iulian Berdila bezog sich in dem Interview mit CBS News auf die entscheidende Schlacht des Zweiten Weltkriegs an der nordfranzösischen Küste und sagte:

"Für mich ist die Anwesenheit US-amerikanischer Truppen hier so bedeutsam, als hätte man Verbündete in der Normandie, bevor der Feind dort ankommt."

Das Weiße Haus hatte wiederholt versichert, dass sich das US-Militär nicht an der militärischen Auseinandersetzung in der Ukraine beteiligen werde.

Mitte August teilte die US-Mission bei der NATO mit, dass Angehörige der 101. Luftlandedivision der US-Armee nach Europa entsandt würden, um den Schutz der Ostflanke des Bündnisses zu verstärken.

Die 101. Luftlandedivision der US-Armee, die "Screaming Eagles", nahm an den Operationen des Zweiten Weltkriegs im westeuropäischen Einsatzgebiet teil. Sie partizipierte an der Landung in der Normandie und der Operation Market Garden. Im Jahr 1965 wurde eine Brigade der 101. Division im Vietnamkrieg und im Jahr 2003 bei der Invasion des Iraks eingesetzt.

Die Staats- und Regierungschefs der NATO einigten sich auf dem Gipfeltreffen in Madrid am 29. Juni darauf, die Zahl der schnellen Eingreiftruppen des Bündnisses fast zu verachtfachen - auf bis zu 300.000 Mann.

Der Generalsekretär der Allianz, Jens Stoltenberg, behauptete, dass die Erhöhung im Jahr 2023 erfolgen werde. Er sagte, dass das Bündnis diese Kräfte ausbilden und finanzieren werde, um bestimmte Gebiete im Osten zu verteidigen. Die NATO plane die Stationierung von schwerem Gerät und Waffen an der Grenze zu Russland.


(Ach ja, Rumänien, im 2. Weltkrieg die treuen Verbündeten Nazideutschlands gegen die Sowjetunion, paßt doch ...)

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NEUER BEITRAG26.01.2023, 00:17 Uhr
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arktika

Ukraine: "Dummy" für die NATO Im März 2022 wurde ein Unterhändler Kiews vom ukrainischen Geheimdienst auf offener Straße erschossen – angeblicher Vorwurf: Hochverrat. Jetzt wurde er posthum von diesem Vorwurf freigesprochen. Der gesamte Vorgang wirft ein Schlaglicht auf die Zustände in der Ukraine und den Unwillen des Westens zum Frieden.
... und darauf, wie sehr die NATO/EU die Ukraine als "Dummy" mißbrauchen, auch um den Preis der Zerstörung des Landes.

Diese Unterzeile deutet kurz den Inhalt des Textes von Gert Ewen Ungar vom 25. Januar auf RTdeutsch an; Anlaß war ein Mord an einem angeblichen Spion Rußlands, der aber in Wirklichkeit eine Auseinandersetzung im ukrainischen Apparat war.

Friedensverhandlungen torpediert und Unterhändler vom ukrainischen Geheimdienst erschossen

Wie das Büro des ukrainischen Präsidenten Selenskij mitteilt, war der im März des vergangenen Jahres vom ukrainischen Geheimdienst erschossene Unterhändler Denis Kirejew doch kein russischer Spion. Kirejew war im vergangenen März in Kiew auf offener Straße vom ukrainischen Geheimdienst SBU erschossen worden, Denn er hatte sich seiner Verhaftung widersetzt und wurde kurzerhand im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt getötet. Der ukrainische Geheimdienst hatte behauptet, Kirejew hätte bei den Verhandlungen in Weißrussland für die russische Seite spioniert und wollte ihn wegen Verdachts auf Hochverrat festnehmen.

Selenskijs Büro spricht Kirejew jetzt – neun Monate zu spät – vom Vorwurf der Spionage frei. Er habe im Gegenteil den Auftrag gehabt, die Verhandlungen mit Russland in die Länge zu ziehen, gesteht der Chef des militärischen Nachrichtendienstes der Ukraine, Kirill Budanow. Dadurch sollte der Ukraine noch mehr Zeit verschafft werden. Ein Sprecher Selenskijs kommentierte, Kirejew sei leider zum Opfer gegeneinander arbeitender Strukturen im ukrainischen Machtapparat geworden.

Der Vorgang wirft ein Schlaglicht auf mehrere Aspekte des aktuellen militärischen Konflikts, die kaum beachtet werden. Der wichtigste Aspekt: der Konflikt hätte bereits im April 2022 zu einem für beide Seiten erträglichen Ende kommen können. Bereits vier Tage nach Beginn der militärischen Spezialoperation trafen sich in Weißrussland russische und ukrainische Unterhändler. Eine in zähen Verhandlungen erzielte Vereinbarung zwischen Russland und der Ukraine lag schon im März unterschriftsreif vor. Diese wichtigsten Punkte der Vereinbarung sahen vor, dass Russland sich hinter die Linien vom 23. Februar 2022 zurückzieht und die Ukraine künftig neutral bleibt, also nicht der NATO beitritt. Die Parteien einigten sich darauf, die Krim-Frage nicht anzutasten. Bei zukünftigen Verhandlungen wird auch aus heutiger Sicht kaum mehr zu erzielen sein. Dennoch hat der Westen diese Vereinbarung hintertrieben – wie übrigens schon Vereinbarungen Minsk 2 – und verhindert bis heute weiterhin Gespräche über eine Ende der Kampfhandlungen.

Was nämlich dann seit April 2022 folgte, wirft kein gutes Licht auf den Westen und dessen angebliches Interesse am Frieden und Wohlergehen der Ukraine. Im Gegenteil, dabei wird deutlich, dass der Westen den Krieg und die Eskalation mit allen erdenklichen Kräften anfeuert. Die Schlussfolgerung, der Krieg in der Ukraine sei ein Stellvertreterkonflikt zwischen Russland und dem kollektiven Westen, wird durch die historischen Abläufe untermauert.

Denn bereits während der laufenden Verhandlungen von Ende Februar bis Anfang März 2022 sagte die Europäische Union (EU) dem Kiewer Regime kostenlose Waffenlieferungen zu. Nach einem Treffen des damaligen britischen Premierministers Boris Johnson mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskij Anfang April zog sich "ganz plötzlich" die Ukraine aus der unterschriftsreifen Vereinbarung zurück. Seitdem eskaliert der Konflikt ununterbrochen.

Die Zeitung Ukrainska Prawda schrieb schon im Mai 2022, der überraschende Besuch Johnsons in Kiew hätte vor allem zum Ziel gehabt, Selenskij zwei Botschaften zu vermitteln:

"Die erste ist, dass Putin ein Kriegsverbrecher ist, der unter Druck gesetzt werden muss, und niemand sei, mit dem man verhandelt. Die zweite ist, dass – selbst wenn die Ukraine bereit sei, Vereinbarungen mit Russland zu unterzeichnen – es der Westen nicht sei."

Drei Tage nach der Abreise von Johnson aus Kiew konstatierte Putin vor der Öffentlichkeit, die Verhandlungen würden derzeit in einer Sackgasse stecken.

Seitdem kocht der Konflikt in der Ukraine auf immer größer werdender Flamme vor sich hin. Der Westen dreht die Temperatur immer höher. Ohne westliche finanzielle und militärische Unterstützung wäre der Krieg übrigens längst vorbei, denn die Ukraine verfügt über keinerlei eigene Mittel, diesen Krieg noch länger zu führen. Ohne westliche Einmischung in die Verhandlungen und unentwegte Waffenlieferungen würde – so oder so – längst wieder Frieden herrschen.


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NEUER BEITRAG26.01.2023, 00:19 Uhr
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Westliche Politiker verstecken sich seit Anbeginn hinter einer angeblichen "Souveränität" der Ukraine, die ihre Kriegsziele vorgeblich selbst festlegen würde. Dabei war und ist diese Ukraine vollkommen vom Westen abhängig. Es ist seit Jahren völlig unglaubwürdig, der Westen ließe der Ukraine freie Hand hinsichtlich ihrer Entscheidungen. Alle Entwicklungen machen deutlich: Der Westen wollte und will bis heute diesen Krieg.

Westliche Politiker – wie beispielsweise die derzeitige deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) – behaupten entgegen allen Tatsachen, Russland lehne Verhandlungen ab. Die Abläufe machen deutlich, dass Russland unmittelbar nach Beginn der militärischen Spezialoperation Verhandlungsbereitschaft gezeigt und auch sehr kompromissbereit verhandelt hat. Politiker wie Baerbock treiben die Ukraine aktiv ins Verderben, denn die Ziele, die zahlreiche deutsche und westliche Politiker verfolgen, sind nicht realisierbar.

So strebt Baerbock angeblich mit den westlichen Waffenlieferungen einen militärischen Sieg der Ukraine über Russland an, mit dem Ziel, der Ukraine dadurch zu einer "guten Verhandlungsposition" zu verhelfen. Dieser neuerliche deutsche Wille zum totalen Krieg gegen Russland wird absehbar zur völligen Zerstörung, allerdings der Ukraine, führen.

Die bizarren Vorgänge, die eingangs erwähnte politische Intrige in Verbindung mit einer öffentlicher Erschießung aus einem nun schließlich widerrufenen Grund, die sich rund um die Verhandlungen abgespielt haben, bedeuten dreierlei: Der Westen hat kein Interesse am Frieden in der Ukraine und in Europa. Das Schicksal der Ukraine, der Ukrainerinnen und der Ukrainer ist dabei nicht von Interesse, Denn es geht um bloße Macht und geopolitischen Einfluss. Und am wichtigsten, der Westen betreibt die Eskalation mit dem Ziel, Russland dauerhaft in den Konflikt zu binden und so zu schwächen oder aufzureiben.

Alles, was nach dem April 2022 kam – die Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur, die Referenden mit dem Beitritt der Gebiete im Südosten der Ukraine zur Russischen Föderation, all die Opfer, die der Konflikt nach Abbruch der Friedensverhandlungen gekostet hatte –, hätte vermieden werden können, wenn der Westen nicht auf Eskalation gedrängt hätte. Das tagtäglich im Sinne ihrer Kriegspropaganda für die Öffentlichkeit zur Schau gestellte Entsetzen westlicher Medien und westlicher Politiker über die Entwicklung in der Ukraine wirkt angesichts des tatsächlichen Ablaufs der Ereignisse geheuchelt und verlogen.

Zudem wird deutlich, dass auch im inneren Machtzirkel der Ukraine ein Kampf tobt. Für zahlreiche politische Figuren in der Ukraine hängt deren Existenz unmittelbar mit dem Krieg zusammen. Auch sie haben an einer Beendigung des Krieges kein Interesse. Gleichzeitig zeigt das, wie weit die Ukraine von dem entfernt ist, was sich Rechtsstaatlichkeit nennt. Ein wichtiger Unterhändler wird des Hochverrats verdächtig und erschossen. Nachdem seine Unschuld anerkannt ist, passiert – nichts! Niemand wird zur Rechenschaft gezogen. Der Vorgang ist so unglaublich weit von all dem entfernt, wofür die EU stets vorgibt zu stehen und wofür die Ukraine angeblich "in unser aller Namen" kämpft. Nein, auch die Ukraine hat mit den geheuchelten westlichen Werten nichts am Hut. Selbst Teile der ukrainischen Elite haben ein persönliches Interesse an einem langen Krieg, denn er sichert ihre lukrativen Posten, ihren Einfluss und ernährt sie.

Drittens ist zudem offensichtlich, dass Russland die militärische Fähigkeit hat, die Eskalationsschritte des Westens problemlos mitzugehen. Seit dem Abbruch der Gespräche im April liefert der Westen in einem beispiellosen Ausmaß Waffen an die Ukraine. Begleitet wird das von umfassenden Sanktionen, die unter anderem eine wirtschaftliche Schwächung Russlands erreichen sollen, um so Russland die Finanzierung des Krieges zu erschweren. Beides ist nicht gelungen. Russland kann noch immer zu jedem beliebigen Zeitpunkt jeden beliebigen Ort in der Ukraine angreifen und zerstören, ohne dass die Ukraine dem viel entgegenzusetzen hätte. Die Waffenlieferungen haben lediglich zu einer Eskalation der Gewalt geführt. Weitere Waffenlieferungen setzen diesen Pfad der Eskalation lediglich fort. Sie werden ihn nicht beenden.

Wie die aktuellen Entwicklungen zeigen, verfügt der Westen über keinen Plan zum Ausstieg aus der Eskalationsspirale, die er in Gang gesetzt hat. Das nächste Ziel ist dabei augenscheinlich, Deutschland über die Lieferung von Kampfpanzern des Typs Leopard 2 unleugbar zur Kriegspartei zu machen und in die Auseinandersetzung mit Russland zu zwingen.

Dabei ist klar: je länger dieser Krieg dauert, desto umfassender wird die Ukraine zerstört und desto größer sind auch der Schaden und die Gefahren für Europa. Der Konflikt hat das Potenzial, zur vollständigen Vernichtung Europas führen zu können. Es wäre daher dringend notwendig, die Ukraine wieder in den Stand zu versetzen, der es ihr erlaubt, an Verhandlungen teilzunehmen. Europa und die Welt brauchen dringend eine Besinnung der politisch Verantwortlichen darauf, wie man die Eskalationsspirale stoppen kann. Ein Blick auf den bisherigen historischen Verlauf zeigt aber auch: Alles, was nach April 2022 in der Ukraine passierte, hat der kollektive Westen zu verantworten, der seinen unnachgiebigen Willen zum Krieg mit der Sabotage der Friedensverhandlungen bewiesen hat.


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NEUER BEITRAG30.01.2023, 02:20 Uhr
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Ukraine: "Dummy" für die NATO "Ukraine-Krieg": Die "Beste Gelegenheit seit dem Zweiten Weltkrieg", es "dem Russen" zu zeigen, ... mit der Ukraine als williger Dummy. Und mit dem Ziel, Rußland zu zerstören. Garniert mit einer BRD-Außenministerin, die offen ausspricht, daß die BRD sich mit Rußland im Krieg befinde. (Eine gewisse Ehrlichkeit kann man den "Grünen" - wie auch schon an anderer Stelle - nicht absprechen.)

Dazu ein Text von Wladimir Kornilow (ein sowjetischer, ukrainischer und russischer Politologe, Geschichtswissenschaftler, Journalist, Schriftsteller und gesellschaftlicher Aktivist. Politischer Beobachter bei der russischen Internationalen Nachrichtenagentur Rossija Sewodnja. Ehemals Leiter der Ukrainischen Filiale des Instituts der GUS-Staaten in Kiew und Leiter des Zentrums für eurasische Studien in Den Haag) am 29. Jan. auf RTdeutsch:


"Beste Gelegenheit seit dem Zweiten Weltkrieg" – erneut wird Deutschland auf Russland gehetzt

Wenn jemand ständig und in vollem Ernst erklärt, dass er jemanden hasst und umbringen will, dann sollte man ihm glauben. Nicht anders zu verstehen sind die Verlautbarungen der US-Elite von einer "Gelegenheit", Russland aus der Welt zu schaffen. Und wieder soll Deutschland das für den Westen leisten, diesmal unter der Führung in Washington.


Der Westen ist nun offiziell im Krieg gegen Russland. Die entsprechende Erklärung der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock auf der PACE-Tagung war nicht nur ein Getuschel am Rande, sondern Teil ihrer offiziellen Rede auf einer offiziellen Veranstaltung. Entsprechend offiziell sollten diese Worte auch bewertet werden.

Überhaupt verbirgt der Westen immer notdürftiger, dass er letztlich für die Zerstörung Russlands kämpft, für dessen Vernichtung – dafür, Russland ein für alle Mal vom Angesicht der Erde zu tilgen. Er will die – worin auch immer bestehende – "einmalige historische Chance" zu nutzen und sich für alle Kränkungen der Vergangenheit, für alle Niederlagen und Demütigungen rächen. Erinnern Sie sich noch an den letzten Sommer, als der damalige Kiewer Hauptschwätzer vom Dienst, Arestowitsch, auf Bitten des ukrainischen Verteidigungsministers Resnikow die hinter den Kulissen geäußerten Bitten von westlichen Ministern publikmachte, die sie Resnikow auf dem deutschen US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein ins Ohr geflüstert hatten? Damals, so Resnikow laut Arestowitsch, riefen sie dazu auf, dass die Ukraine "den widerwärtigen Wurm" – also Russland – fertigmachen solle. Die Schweden, so Arestowitsch, fügten hinzu: "Für Poltawa!", die Franzosen "Für Borodino!" – und die Deutschen hätten Resnikow angeblich vielsagend zugezwinkert. Laut und direkt um Rache für Stalingrad zu bitten, genierten sie sich damals wohl noch. Diese Worte von Arestowitsch wurden damals jedoch auf die leichte Schulter genommen – obwohl er damit die Bitte immerhin seines Ministers erfüllte, zumindest nach seinen eigenen Worten.

Nun aber ist dasselbe bereits öffentlich aus dem Munde offizieller westlicher Persönlichkeiten zu hören. Sie verbergen nichts mehr! Sehen Sie sich nur einmal das Interview des US-Senators Lindsey Graham an das deutsche Magazin Der Spiegel an. Er sagt es den Deutschen unverblümt und offen:

"Ich glaube, wir haben eine Gelegenheit, wie es sie nur einmal in einer Generation gibt: dem russischen Militär das Rückgrat zu brechen, ohne amerikanische oder deutsche Soldaten auf das Schlachtfeld zu schicken."

Er sprach gar von der "besten Gelegenheit seit dem Zweiten Weltkrieg"! Daraus können wir schließen, dass aus seiner Sicht auch Deutschland schon im Zweiten Weltkrieg eigentlich dieselbe "historische Mission" erfüllen sollte. Offenbar hatte der Senator bereits vergessen, auf welcher Seite der Geschichte sein Staat damals zu stehen vorgab. [Anm. d. Red.: Vielleicht erinnert er sich aber auch etwas zu gut an die Zeit unmittelbar davor.]

Und da erscheint doch buchstäblich am selben Tag ein Interview in polnischen Medien – der ehemalige Präsident Polens Lech Wałęsa gab praktisch dasselbe zum Besten, Wort für Wort!

"Jetzt ist der beste Zeitpunkt, sich mit Russland endgültig auseinanderzusetzen", erklärt der 79-jährige Pole. Lesen Sie die folgenden Worte aufmerksam:

"Den Deutschen muss aufgezeigt werden, dass es schon immer Probleme mit Russland gab – und wir Polen wissen darüber ganz besonders gut Bescheid. Deshalb hat diese Generation die Chance, sich mit Russland auseinanderzusetzen ... Die [nachfolgenden] Generationen werden uns nicht verzeihen, wenn wir sie nicht nutzen ..."

Können diese Worte denn noch irgendwie anders gelesen werden? Da ruft doch tatsächlich ein Pole – noch dazu ein ausgewachsener Lech Wałęsa – allen Ernstes die Deutschen auf, sich an den Russen für "historische Kränkungen" zu rächen! Wałęsa hat, ebenso wie der von Russophobie geblendete Graham, offensichtlich etwas Wesentliches aus der jüngeren historischen Vergangenheit vergessen – insbesondere das alles, was die Deutschen seinen Vorfahren seit 1939 und im Jahr 1940 angetan haben. Dabei hatte Polen diesen mit Grabkreuzen großzügig übersäten Weg schon einmal im Parademarsch beschritten. Wladimir Putin erinnerte die Polen vor nicht allzu langer Zeit daran, nämlich in seinem Artikel über die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg. Denn Russlands Präsident erwähnte doch nicht zufällig die Fakten der Zusammenarbeit Polens mit Nazideutschland bis zum Jahr 1939. Auch damals gab man sich in Warschau doch dem Wahn von Rache an den Russen mit Hilfe der Deutschen – für "historische Kränkungen" – hin. Am Ende wurde Polens eigenes Volk zu einem der ersten Opfer des Nationalsozialismus. Nach den Worten von Wałęsa zu urteilen, hat zumindest die Elite in Warschau nichts, gar nichts aus der Geschichte gelernt.


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NEUER BEITRAG30.01.2023, 02:23 Uhr
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Heute jubelt die westliche Presse über die "epochale" Entscheidung der Bundesregierung in Berlin, weil sie kürzlich das gesamte Konzept einer umsichtigen Nachkriegspolitik über Bord warf.

Vor allem britische Zeitungen zeichnen sich durch besonders großen Eifer aus und verkünden, dass sich "die Welt gegen das Böse vereint" habe.

Ja, ja, lieber Leser, "das Böse der Welt" ist das russische Volk! Achten Sie auf diese Worte.

Besonders dürften – oder zumindest sollten – sich vor allem diejenigen Russen angesprochen fühlen, die noch wähnen, dass der Konflikt in der Ukraine sie selbst ja nicht betrifft, dass er sie persönlich in keiner Weise berührt. Nichts dergleichen! Noch direkter geht es wahrlich nicht mehr: Jetzt wird unverblümt verlautbart, dass Russland besiegt und vernichtet werden muss. Allen Russen wird ganz offen gesagt, dass sie und ihre Kinder für die Siege ihrer Vorfahren bei Poltawa, Borodino und Stalingrad gezüchtigt werden müssen. Die westliche Presse informiert sie alle heute quasi persönlich, dass die Entscheidung, Panzer in die Ukraine zu schicken, den Konflikt dort zu einem "Krieg des Westens gegen Russland" macht.

Die Masken sind gefallen. Die Eliten des Westens haben Russland nun ganz offen den Krieg erklärt. Und Russlands Volk bleibt nun einfach keine andere Wahl mehr – außer in diesem Krieg zu siegen.


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NEUER BEITRAG09.11.2024, 17:09 Uhr
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Ukraine: "Dummy" für die NATO Ein bißchen Show muß sein: Professionelles Gejammer über die Schlechtigkeit "der Russen" für Presse und Öffentlichkeit und wie sehr man der armen Ukraine helfen müsse, aber der Inhalt bleibt ... "bis zum letzten Ukrainer".
... daß jetzt auch noch Nordkorea SoldatInnen zu "Putins" Unterstützung bereitstellt, ist wirklich infam.

Nordkoreanische Soldaten: NATO wirft Russland Eskalation vor

Brüssel. Die NATO wirft Russland eine »gefährliche Ausweitung« des »unprovozierten Angriffskriegs« gegen die Ukraine vor. Damit reagiert das Kriegsbündnis auf westliche Geheimdiensterkenntnisse, nach denen Nordkorea zur Unterstützung Russlands Tausende Soldaten zur Verfügung stellen soll. Zuvor soll Nordkorea bereits im großen Umfang Munition und ballistische Raketen geliefert haben, heißt es in einer vom Rat der 32 NATO-Staaten am Freitag veröffentlichten Erklärung: »Die sich vertiefende militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und der DVRK hat tiefgreifende Auswirkungen auf die euroatlantische Sicherheit und wirkt sich auch auf den indopazifischen Raum aus.« Vorgeworfen wird Moskau auch der Verstoß gegen mehrere UN-Sicherheitsratsresolutionen. Die sei »besonders ungeheuerlich angesichts des Status Russlands als ständiges Mitglied« des Gremiums.

Der Ukraine wird weitere Hilfe zugesichert. »Die Verbündeten bleiben unverändert entschlossen, die Ukraine so lange wie nötig zu unterstützen, bis sie sich durchsetzt«, heißt es in der Erklärung weiter. Ziel sei es, der Ukraine den Aufbau von Streitkräften zu ermöglichen, die imstande seien, die russische Aggression erfolgreich zu bekämpfen.

Bei Gefechten zwischen ukrainischen und nordkoreanischen Soldaten im russischen Grenzgebiet soll es nach Angaben aus Kiew auch schon erste Opfer gegeben haben. »Ja, es gibt bereits Verluste. Das ist eine Tatsache«, sagte Präsident Wolodimir Selenskij am Donnerstag - erneut, ohne Details zu nennen. Seinen Worten nach sind einige von angeblich 11.000 nordkoreanischen Soldaten im russischen Grenzgebiet Kursk in Kämpfe mit der ukrainischen Armee verwickelt.
(dpa/jW)

Im ONLINE EXTRA der jW von gestern unter Link ...jetzt anmelden!

Ist sowieso keine dumme Sache angesichts der zunehmenden Wahrscheinlichkeit eines großen Krieges im (süd)ostasiatischen Raum. Gewonnene Kampferfahrung dürfte da nicht schaden; ist also vermutlich nicht nur uneigennützige Hilfsbereitschaft, sondern liegt auch im Eigeninteresse, denn ein Kampfeinsatz wenigstens eines kleinen Teils nordkoreanischer Truppen dient der eigenen Sicherung - schließlich ist das Herrchen Südkoreas die USA und die ist immer noch kein Papiertiger ...
NEUER BEITRAG13.11.2024, 16:18 Uhr
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arktika

Unerfreuliche Zeiten für die Machthaber der führenden NATO-Länder: Nicht nur, daß die ukrainische Armee soldatInnenmäßig kurz vorm Kollaps steht - der "letzte" (kampfeswillige!) Ukraine ist nicht mehr weit -, jetzt droht sich auch noch das globale Kräfteverhältnis durch einen Einsatz nordkoreanischer SoldatInnen zu verschieben und dies nicht nur dadurch, daß diese für einen künftigen Kampfeinsatz in Ostasien praktische Erfahrungen sammeln werden. Sondern auch dadurch, daß diese gut ausgebildet und wohl auch motiviert sind für den Kampf gegen ihren zukünftigen Gegner in "ihrem" geografischen Bereich. N. B. ist dies der erste Einsatz asiatischer SoldatInnen in Europa.

Dazu gfp am 5. November:

Kiew unter Druck

Kiew denkt Berichten zufolge über einen partiellen Waffenstillstand mit Moskau nach: keine Angriffe auf die jeweilige Energieinfrastruktur mehr. Etwaiges Eingreifen nordkoreanischer Truppen schafft Probleme auch für Deutschland.


KIEW/BERLIN/MOSKAU (Eigener Bericht) – Im Ukraine-Krieg zeichnen sich vor dem Hintergrund des russischen Vorrückens im Donbass neue Überlegungen in Kiew über einen möglichen partiellen Waffenstillstand ab. Berichten zufolge sondieren ukrainische Stellen derzeit, ob Moskau sich auf eine Einstellung der wechselseitigen Angriffe auf die jeweilige Energieinfrastruktur einlassen würde; dabei geht es um Kraftwerke und Stromversorger auf ukrainischer, um Raffinerien und Erdöllager auf russischer Seite. Ein entsprechender Deal war mittlerweile zweimal in Kraft; er begleitete jeweils – ab Herbst 2023 und ab Mitte Juni 2024 – Verhandlungen über einen Waffenstillstand, die jeweils durch erneute ukrainische Angriffe zum Scheitern gebracht wurden. Aktuell drängt vor allem der Mangel an Soldaten Kiew, über eine Wiederaufnahme von Verhandlungen nachzudenken: US-Quellen schätzen, die Ukraine könne allenfalls noch für sechs bis zwölf Monate Truppen stellen. Es kommt hinzu, dass das etwaige Eingreifen nordkoreanischer Militärs in den Krieg die strategischen Kräfteverhältnisse verschiebt – zu Ungunsten des Westens, auch Deutschlands, das zum ersten Mal feindliche Einsätze asiatischer Soldaten in Europa einkalkulieren muss.

Die Front kollabiert


Bereits zu Beginn der vergangenen Woche hatte ein Interview mit einem Generalmajor der ukrainischen Streitkräfte, Dmytro Martschenko, einige Aufmerksamkeit erregt. Martschenko konstatierte umstandslos, „wir alle“ wüssten, „dass unsere Front zusammengebrochen ist“.[1] Es fehle an „Munition und Waffen“; zudem habe man für getötete und für verwundete Militärs „keinen Ersatz, die Soldaten sind müde, sie können die Frontlinie nicht abdecken, an der sie sich befinden“. Ähnliches räumen jetzt auch US-Medien ein. Prognosen vom Sommer, laut denen es im Ukraine-Krieg ein Patt zwischen den beiden Kriegsparteien gebe, hätten sich als verfehlt erwiesen, hieß es am Wochenende etwa in der New York Times. Russlands Streitkräfte seien inzwischen „stetig“ auf dem Vormarsch; Sie hätten nicht bloß Territorien in der Ostukraine gewonnen, sondern auch schon ein Drittel des Territoriums im Gebiet Kursk zurückerlangt, zu dessen Eroberung Kiew im August wertvolle Verbände von der ostukrainischen Front abgezogen und diese damit empfindlich geschwächt habe.[2] Das Pentagon gehe mittlerweile davon aus, die Ukraine könne vielleicht noch für sechs bis zwölf Monate eine halbwegs ausreichende Zahl an Soldaten auftreiben. Danach sei mit einem „krassen Mangel“ zu rechnen.

Neue Verhandlungen

Während Kiew weiterhin auf eine stärkere Unterstützung mit westlichen Waffen sowie auf die Freigabe weitreichender westlicher Raketen für den Beschuss von Zielen auf russischem Territorium dringt, sind ukrainische Stellen zugleich um Gespräche mit Moskau bemüht. Dies berichtete ebenfalls in der vergangenen Woche die Financial Times. Kiews Ziel sei es demnach, die wechselseitigen Angriffe auf die ukrainische Energie- respektive die russische Erdölinfrastruktur zu beenden.[3] Es handelt sich laut den Informationen der Financial Times bereits um den dritten derartigen Anlauf innerhalb von einem Jahr.

Angriffe eingestellt


Wie die Financial Times unter Berufung auf vier ukrainische Regierungsmitarbeiter erklärt, kamen Moskau und Kiew bereits im Herbst 2023 zu einer „stillschweigenden Übereinkunft“, Angriffe einerseits auf ukrainische Kraftwerke und Stromversorger, andererseits auf russische Erdölpipelines und Raffinerien einzustellen.[4] Die Maßnahme begleitete damalige Gespräche über einen etwaigen Waffenstillstand (german-foreign-policy.com berichtete [5]); sie sollte helfen, den Boden für einen förmlichen Deal zu bereiten. Gebrochen wurde die Übereinkunft laut der Financial Times von den ukrainischen Streitkräften, die im Februar und im März 2024 – angeblich trotz ausdrücklicher Warnungen der Biden-Administration – ihre Attacken auf russische Erdölanlagen wieder aufnahmen. Daraufhin griffen die russischen Streitkräfte ebenfalls die ukrainische Energieinfrastruktur erneut an; unter anderem zerstörten sie im April 2024 das Kraftwerk Trypilska rund 40 Kilometer östlich von Kiew. Experten urteilen, die Angriffe träfen die Ukraine härter als Russland. Zwar seien zeitweise 17 Prozent der russischen Raffineriekapazitäten beschädigt gewesen; doch sei inzwischen vieles wieder repariert, und Russland exportiere ohnehin relativ wenig Raffinerieprodukte, während es weniger als die Hälfte der Raffineriekapazitäten zur Deckung seines eigenen Bedarfs benötige.[6]

Der dritte Anlauf

Laut der Financial Times wurden Gespräche über eine Beendigung der Angriffe auf die Energie- bzw. Erdölinfrastruktur Mitte Juni 2024 neu gestartet – kurz nach dem gescheiterten „Friedensgipfel“ des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Schweiz. Die Verhandlungen wurden demnach von Qatar organisiert, das als erfahrener Konfliktmittler gilt – insbesondere im Nahen Osten. Parallel fanden erneut auch Gespräche statt, die einen vollständigen Waffenstillstand zum Ziel hatten – unter anderem Gespräche des damaligen ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi (german-foreign-policy.com berichtete [7]). Erneut scheiterten die Verhandlungen an der Ukraine: Kiew befahl Anfang August 2024 die Invasion ukrainischer Truppen in das russische Gebiet Kursk, die sämtlichen Gesprächen ein Ende setzte. Wie schon im Frühjahr gelang es der Ukraine nicht, nennenswerte militärische Vorteile zu erzielen; im Gegenteil: Die Kursk-Offensive schwächte die Donbass-Front und trug, wie erwähnt, zu den aktuellen russischen Durchbrüchen dort bei. Wohl mit Blick darauf sei Kiew bemüht, an die Gespräche unter Vermittlung von Qatar wieder anzuknüpfen, heißt es; man habe – ähnlich wie im vergangenen Herbst – die wechselseitigen Angriffe auf die Energie- bzw. Erdölinfrastruktur bereits reduziert.[8] Unklar ist freilich, ob die Ukraine bereit ist, eine erneute, insgesamt bereits dritte entsprechende Einigung auf Dauer einzuhalten.


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NEUER BEITRAG13.11.2024, 16:31 Uhr
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arktika

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„Sehr enge Bindungen“

Unklar ist auch, inwieweit sich das mögliche Eingreifen nordkoreanischer Truppen in den Ukraine-Krieg auswirkt. Beweise für die Behauptung ukrainischer, südkoreanischer und US-amerikanischer Stellen, denen zufolge sich 3.000, 8.000, 10.000 oder sogar deutlich mehr Soldaten aus Nordkorea in Russland aufhielten und sich darauf vorbereiteten, in die Kämpfe zu intervenieren, liegen weiterhin nicht vor. Allerdings hat Nordkoreas Außenministerin Choe Son-hui bei einem Besuch in Moskau am Freitag erklärt, ihr Land werde „immer fest an der Seite unserer russischen Kameraden stehen“ – „bis zum Tag des Sieges“.[9] Ihr russischer Amtskollege Sergej Lawrow wiederum lobte die „sehr engen Bindungen“ zwischen den „Streitkräften und Spezialeinheiten“ beider Länder und erklärte, diese ermöglichten es beiden Seiten, „bedeutende Sicherheitsziele“ zu erreichen. Beobachter weisen darauf hin, dass das Abkommen, das Russland und Nordkorea Mitte Juni 2024 geschlossen haben, militärischen Beistand für den Fall vorsieht, dass eines der beiden Länder angegriffen wurde. [Hervorhebung von mir; arkt.] Genau das ist im russischen Gebiet Kursk der Fall; zumindest dort entspräche also ein nordkoreanisches Eingreifen den vertraglichen Grundlagen der bilateralen Zusammenarbeit.[10]

Druck auf Seoul

Sollte sich das Eingreifen nordkoreanischer Truppen in den Krieg bestätigen, wäre mit weit reichenden Folgen zu rechnen. Zum einen steigt der Druck auf Südkorea, die Ukraine künftig direkt mit Kriegswaffen zu unterstützen. Bislang liefert Seoul – abgesehen von Schutz- und medininischer Ausrüstung – lediglich indirekt: über Drittstaaten, die etwa Munition empfangen, um Munition im gleichen Umfang aus ihren Beständen an Kiew weiterzugeben. Dies ermöglicht es Südkorea, stets zu behaupten, es liefere keine Waffen unmittelbar in den Ukraine-Krieg. Laut Experten hat Seoul der Ukraine auf diesem indirekten Weg bereits mehr Munition des 155-Millimeter-Kalibers zur Verfügung gestellt als alle Länder Europas zusammengenommen.[11]

Neue Kräfteverhältnisse

Zum anderen aber geraten Südkorea und der Westen in eine strategisch ungünstige Lage. So gilt es als sehr gut denkbar, dass Pjöngjang im Gegenzug gegen die Entsendung von Truppen in die Ukraine russisches Know-how in der Rüstungsproduktion erhält, etwa im Hinblick auf Langstreckenraketen, die die USA erreichen können. Eine derartige Rakete wurde in der vergangenen Woche von Nordkorea getestet – dies offenkundig mit Erfolg.[12] Zum anderen verschiebt es die strategischen Kräfteverhältnisse, wenn einerseits der Westen es in Zukunft einkalkulieren muss, dass nordkoreanische Soldaten auf europäischen Kriegsschauplätzen kämpfen – das gab es noch nie –, wenn andererseits aber auch Südkorea und zugleich seine Schutzmacht USA es einplanen müssen, dass womöglich Russland seinerseits Nordkorea mit Truppen zu Hilfe eilt, sollte dies einmal erforderlich erscheinen. Beides ist in den gängigen Überlegungen westlicher Strategen bislang nicht wirklich eingeplant. [Hervorhebungen von mir; arkt.]


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#Nordkorea
#VerschiebungderKraefteverhaeltnisse
#Ukrainekrieg
NEUER BEITRAG13.11.2024, 17:50 Uhr
EDIT: FPeregrin
14.11.2024, 19:59 Uhr
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FPeregrin

Ukraine: "Dummy" für die NATO Der Artikel ist nur knapp über ein Woche alt und es läuft auch schon so, wie hier als Möglichkeit in Erwägung gezogen. Dies und auch anderes - z.B. die Entdollarisierung: Link ...jetzt anmelden! - gehen sehr schnell, ... und viel schneller als der Ganovenhaufen "Weltpolizei" erlauben würde, wenn er denn könnten. D.h. auch, daß dieses Tempo unsere letzte Hoffnung auf den "Frieden" ist, ... was immer auch "Frieden" in der aktuellen internationalen Klassenkampflage heißen mag ...

#ImperialistischerHegemonieverlust
NEUER BEITRAG19.11.2024, 17:21 Uhr
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arktika

Ukraine: "Dummy" für die NATO Sehr deutliche Worte schreibt Megan K. Stack in einem Kommentar der New York Times. Es sei zutreffend, den Ukraine-Krieg „einen Stellvertreterkrieg“ zu nennen, schließlich gehe es Washington nicht nur darum, die Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen Russland zu unterstützen, sondern auch darum, „unseren Feind [also Rußland; arkt.] zu schwächen, ohne ihn selbst direkt anzugehen“. Die Verwüstungen in der Ukraine seien „die extremsten und tragischsten Resultate von Machtspielen, die von größeren Mächten unbarmherzig auf ukrainischem Boden ausgetragen“ würden. Und sagt: Man [also die USA; arkt.] wünsche sich das Land quasi „als Protektorat“, sei aber nicht bereit, es zu schützen. Was sie - sehr ehrenwert - als "moralisch zu verurteilen“ bezeichnet. Als würde es in irgendeiner Form um "Moral" gehen.
Deshalb habe ich diesen Artikel von gfp vom 18. Nov. in diesen Thread gepackt. Es hätte auch noch mehr Möglichkeiten gegeben.

Bereit zum Kriegseintritt

Washington erlaubt Beschuss russischen Territoriums mit weitreichenden US-Raketen. Moskau hatte erklärt, dies als Kriegseintritt zu werten. Zuvor war in Europa die Bereitschaft zu Gesprächen über einen Waffenstillstand gestiegen.


KIEW/BERLIN/WASHINGTON (Eigener Bericht) – Die US-Regierung gestattet den Beschuss russischen Territoriums mit weitreichenden US-Raketen und riskiert damit eine unkontrollierbare Kriegseskalation sowie das Ende der gerade erst in Schwung gekommenen Verhandlungsbemühungen. US-Präsident Joe Biden hat Kiew am gestrigen Sonntag im Rahmen der Kämpfe um das russische Gebiet Kursk Angriffe mit ATACMS-Raketen erlaubt. In den Tagen zuvor hatten sich Berichte verdichtet, denen zufolge eine Bereitschaft zu Gesprächen über einen Waffenstillstand bei einigen westeuropäischen Staaten erkennbar war. Hintergrund war die desolate militärische Lage der Ukraine, die eine Kiewer Niederlage näherrücken lässt. Diese wird nach Überzeugung von US-Stellen auch durch die ATACMS-Raketen nicht verhindert. In einem aktuellen Beitrag in der New York Times heißt es, der Ukraine-Krieg sei „ein Stellvertreterkrieg“, in dem es darum gehe „unseren Feind zu schwächen, ohne ihn selbst direkt anzugehen“. Ex-Finanzminister Christian Lindner hat in den vergangenen Tagen mehrfach gefordert, Kiew jetzt Taurus-Raketen zu liefern. Die dafür notwendige Mehrheit im Bundestag, bestätigt Lindner, sei nach dem Bruch der Ampel-Koalition gegeben.

Vor der Niederlage

Militärisch spitzt sich die Lage für die Ukraine immer weiter zu. Die russischen Streitkräfte sind längst an mehreren Stellen der Front in der Offensive, rücken etwa bei Kupjansk, weiter südlich bei Kurachowe und im Gebiet Saporischschja systematisch vor. Zudem bereiten sie die Rückeroberung der noch ukrainisch besetzten Teile des Gebiets Kursk vor; dort sammeln sich, wie es heißt, Truppen mit einer Stärke von rund 50.000 Soldaten – darunter angeblich auch Nordkoreaner –, die die dort eingedrungenen ukrainischen Einheiten aus dem Land treiben sollen. Moskau setze alles daran, dies zu erreichen, um die ursprüngliche ukrainische Absicht zunichte zu machen, eroberte russische Territorien gegen von Russland eroberte ukrainische Gebiete tauschen zu können, heißt es.[1] Das russische Militär habe zur Zeit die Initiative inne, räumt George Barros vom Washingtoner Institute for the Study of War (ISW) ein; es zwinge die ukrainischen Truppen, auf seine Vorstöße zu antworten. Sei man aber „dauerhaft in der Defensive“, dann „verliert man Kriege“, erläutert Barros: „Man wird in die Ecke gedrängt, und man muss aus einer Vielzahl schlechter Optionen etwas auswählen“.[2] Nicht nur die lang-, auch die kurzfristigen Perspektiven für die Ukraine sind inzwischen desolat.

Mangel an Soldaten und Waffen

Dazu trägt nicht nur der Mangel an Rekruten bei. Die Ausfälle an der Front durch Tod oder Verwundung können nicht mehr wettgemacht werden, auch wenn die Rekrutierungsmethoden der ukrainischen Behörden längst Schlagzeilen machen: Immer häufiger wird von einer Jagd auf Männer im wehrfähigen Alter berichtet, die nicht mehr nur auf Straßen sowie öffentlichen Plätzen, sondern etwa auch auf Konzerten ergriffen oder aus ihren Autos gezerrt und zum Kriegsdienst verschleppt werden. Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagt darüber hinaus, die von den Vereinigten Staaten zugesagten Waffen würden lediglich sporadisch und verspätet geliefert. So seien aufgrund bürokratischer oder auch logistischer Hindernisse bisher nur zehn Prozent des im April zugesagten Pakets im Wert von 61 Milliarden US-Dollar in der Ukraine eingetroffen.[3] Unerwartete Schwierigkeiten gibt es bei der Lieferung von US-Drohnen, weil der US-Hersteller Skydio nach seiner Zusage, Taiwan im großen Stil zu beliefern, von Beijing mit Sanktionen belegt wurde. Skydio fehlen nun allerlei unverzichtbare Teile, die bislang in China beschafft wurden, so etwa Batterien. Adäquaten Ersatz werde man kaum vor dem Frühjahr 2025 finden, heißt es bei dem US-Unternehmen, das nicht nur das ukrainische Militär, sondern insbesondere auch die US-Streitkräfte beliefert.[4]

Schäden maximieren

Mit Blick auf die desolate Lage werden zum einen erneut Forderungen laut, der Ukraine die Nutzung weitreichender westlicher Waffen für den Beschuss russischen Territoriums weit hinter der Front zu erlauben. So wiederholte Ex-Finanzminister Christian Lindner (FDP) am Mittwoch im Bundestag seine Forderung, „die Ukraine auch mit dem Waffensystem Taurus auszurüsten“; dazu gebe es „in diesem Parlament eine Mehrheit“, erklärte Lindner unter dem Beifall von Außenministerin Annalena Baerbock – ein Hinweis darauf, eine neue Koalition aus Union, FDP und Grünen könne eine Taurus-Lieferung jederzeit durchsetzen. Am gestrigen Sonntag erteilte US-Präsident Joe Biden der Ukraine tatsächlich die Genehmigung, US-amerikanische ATACMS-Raketen im Kampf um das russische Gebiet Kursk einzusetzen. Davon erhoffe man sich keine Kriegswende mehr, heißt es in Washington; man wolle aber den Schaden auch für nordkoreanische Truppen, die Russland im Kampf um Kursk unterstützten, maximieren.[5] Moskau hat mehrfach gewarnt, es werde einen Einsatz solcher Waffensysteme als Kriegseintritt der betreffenden westlichen Staaten werten. Mittlerweile gehen US-Stellen davon aus, Russland werde mit Angriffen oder auch Anschlägen auf Ziele der USA und ihrer europäischen Verbündeten antworten.[6]

Gesprächsbereit

Washington riskiert damit eine unkontrollierbare Eskalation zu einem Zeitpunkt, zu dem die Bereitschaft zu Verhandlungen auch im Westen spürbar zugenommen hat. Mitte vergangener Woche berichtete etwa die Washington Post unter Berufung auf zehn aktive und frühere EU- oder auch NATO-Diplomaten, „einige Verbündete der Ukraine“ seien dabei, die Grundlagen für Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew zu schaffen.[7] Bereits zuvor hatte es geheißen, die Ukraine weiche unter dem Druck der Umstände ihre zuvor eisenharte Haltung gegenüber einem von Brasilien und China präsentierten Friedensplan ein wenig auf.[8] Am Wochenende bestätigten Recherchen des Wall Street Journal, in zahlreichen europäischen Hauptstädten setze sich die Erkenntnis durch, eine Suche nach Wegen aus dem Konflikt sei „in wachsendem Maße notwendig“.[9] Kurz zuvor, am Freitag, hatte Bundeskanzler Olaf Scholz erstmals seit Dezember 2022 mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert und laut Angaben der Bundesregierung auf eine „Bereitschaft Russlands zu Verhandlungen mit der Ukraine“ gedrungen.[10] Putin hatte, wie der Kreml im Anschluss an das Telefonat mitteilte, bekräftigt, er habe Gespräche niemals abgelehnt und sei jederzeit bereit, sie wieder von neuem zu starten.[11]

Ein Stellvertreterkrieg

Während unklar ist, ob die Erlaubnis der Biden-Administration zum Beschuss russischen Territoriums mit weitreichenden US-Waffen die sich anbahnenden Gespräche schon wieder beendet, hat eine Kommentatorin der New York Times die Logik des westlichen Vorgehens offengelegt. Es sei zutreffend, den Ukraine-Krieg „einen Stellvertreterkrieg“ zu nennen, heißt es in ihrem Kommentar; schließlich gehe es Washington nicht nur darum, die Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen Russland zu unterstützen, sondern auch darum, „unseren Feind zu schwächen, ohne ihn selbst direkt anzugehen“.[12] Die Verwüstungen in der Ukraine seien „die extremsten und tragischsten Resultate von Machtspielen, die von größeren Mächten unbarmherzig auf ukrainischem Boden ausgetragen“ würden. Dabei hätten die Vereinigten Staaten der Ukraine kontinuierlich „mehr versprochen“, als sie hätten „liefern wollen oder können“. Damit hätten sie Moskau und Kiew gegeneinander aufgebraucht sowie die Ukraine „gegenüber Putins Zorn verwundbar zurückgelassen“. Man wünsche sich das Land quasi „als Protektorat“, sei aber nicht bereit, es zu schützen. Dabei handle es sich um „eine hässliche Strategie – taktisch vertretbar, aber moralisch zu verurteilen“.


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