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NEUES THEMA06.05.2020, 13:47 Uhr
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arktika

• SĂĄpmi: "Alta-Konflikt" + Minderheitenrechte Ein langes Interview in der Wochenendbeilage der jW mit Niillas Somby, einem samischen Aktivisten, der nach einem mißglĂŒckten Sprengstoffanschlag im Zusammenhang mit dem Bau des Alta-Staudamms nach Kanada geflohen ist, dort eine Zeitlang in einer indigenen Community lebte und mittlerweile wieder im norwegischen Teils SĂĄpmis lebt:

»Uns gehört kein Land, wie niemandem Land gehört«
Ein GesprĂ€ch mit Niillas Somby. Über die samische BĂŒrgerrechtsbewegung, einen missglĂŒckten Bombenanschlag und seine Flucht nach Kanada


Interview: Gabriel Kuhn

Vor 40 Jahren befand sich die samische BĂŒrgerrechtsbewegung mitten im Aufbruch. Dabei spielten die Proteste gegen den Bau des Alta-Dammes im Norden Norwegens, wo der Großteil der samischen Bevölkerung lebt, eine zentrale Rolle. Wie haben Sie die Zeit in Erinnerung?

Wir waren voller Optimismus. Damals dachten wir, dass die Menschen jetzt einsehen wĂŒrden, wie es um uns bestellt war. Wir erwarteten, dass sich vieles Ă€ndert. Vorher hatte sich niemand fĂŒr uns interessiert. Viele Menschen in den nordischen LĂ€ndern wussten kaum, dass es Samen gibt. Jetzt sprach man ĂŒberall vom Sameland bzw. von SĂĄpmi, wie wir selbst unser historisches Siedlungsgebiet nennen, das zwischen Norwegen, Schweden, Finnland und Russland aufgeteilt ist.

Wir hatten aber auch mit WidersprĂŒchen zu kĂ€mpfen. Schließlich waren wir gezwungen, Rechte auf »unser« Land einzufordern. Aber in Wirklichkeit gehört uns kein Land, wie niemandem Land gehört. Wir gehören dem Land, und es ist unsere Aufgabe, uns um das Land zu kĂŒmmern.

Die Gruppe »Volksaktion« (Folke­aksjonen; jW) war die treibende Kraft bei den Protesten gegen den Bau des Alta-Dammes. Wie war die Gruppe organisiert?

Es war alles sehr informell. Offizielle FĂŒhrung gab es keine, aber natĂŒrlich hatten einzelne Mitglieder mehr Einfluss als andere. Es ist wichtig zu betonen, dass Folkeaksjonen keine ausschließlich samische Gruppe war. Am Anfang ging es bei den Protesten vor allem um den Schutz des Flusses und der Natur vor dem Damm. Die Bewegung war vielfĂ€ltig. Erst mit der Zeit traten samische Fragen in den Vordergrund. Nicht zuletzt, als wir 1979 ein Zelt vor dem ParlamentsgebĂ€ude in Oslo aufstellten und in Hungerstreik traten.

Sie selbst nahmen an diesem teil. Wie lange dauerte der Streik?

Eine Woche. Dann stoppte die Regierung den Bau des Dammes vorlÀufig und ordnete eine neue Untersuchung an. Letztlich versuchte sie damit aber nur Zeit zu gewinnen.

1981 kam es in der Folge erneut zu einem Hungerstreik. Mikkel Eira, der an beiden Streiks teilnahm, drĂŒckte spĂ€ter sein Bedauern darĂŒber aus. Warum?

Sein Engagement bedauerte Mikkel nicht. Er war enttĂ€uscht ĂŒber das Resultat. Die Alta-Proteste brachten den Samen viel Aufmerksamkeit. Sie schufen aber auch eine neue Klasse samischer Politiker, die bald einen Hoheitsanspruch stellten. Samische Politik wurde in das System integriert, und Menschen wie Mikkel und ich sollten den Mund halten. StĂ€ndig wurde das Schreckensszenario eines BĂŒrgerkriegs an die Wand gemalt. Als wĂ€re es dazu je gekommen. All das war sehr frustrierend fĂŒr Mikkel.

Haben samische Politiker nicht Fortschritte gebracht? Es gibt heute samische Parlamente in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Außerdem wurde es fĂŒr Samen leichter, rechtliche AnsprĂŒche auf Gebiete anzumelden, in denen sie traditionell gejagt, gefischt und Rentiere gehalten haben.


Es gibt immer Vor- und Nachteile. Aber seien wir ehrlich: Die samischen Parlamente sind in erster Linie von symbolischer Bedeutung. Politische Macht haben sie keine. Ja, sie haben eine »beratende Funktion«. Aber was heißt das? Es heißt, dass sich die Regierungen der nordischen LĂ€nder die Meinungen samischer Politiker anhören mĂŒssen, wenn es um samische Fragen geht. Dann ziehen sich die Regierungsvertreter zurĂŒck und tun genau das, wonach ihnen der Sinn steht. Die MĂŒhlen der Justiz mahlen wĂ€hrenddessen unglaublich langsam. Es stimmt, dass es fĂŒr Samen seit 2005 leichter ist, rechtliche AnsprĂŒche auf gewisse Gebiete anzumelden. Aber was nutzt das, wenn praktisch alle AntrĂ€ge abgelehnt werden, wie es bisher der Fall war?

In der Geschichte des samischen Widerstands wurde praktisch nie die Forderung nach UnabhĂ€ngigkeit erhoben. Ist es richtig, dass Sie einst fĂŒr die GrĂŒndung eines eigenen samischen Staats eintraten?

Ich habe die Konsequenzen des Kolonialismus unterschĂ€tzt. Was nĂŒtzt ein eigener Staat ohne Dekolonisierung, vor allem in den Köpfen der Menschen? Das geht nicht von heute auf morgen. Es bedarf dazu mehrerer Generationen.

Die samische BĂŒrgerrechtsbewegung wird oft als Teil der linken Protestbewegungen der 1970er Jahre gesehen. Stimmt die Charakterisierung?

Es gab UnterstĂŒtzung von der Linken – auch von linken Parteien, vor allem von der Sozialistischen Linkspartei in Norwegen. NatĂŒrlich wirkte sich das auf die Bewegung selbst aus, zumal uns kaum sonst jemand unterstĂŒtzte. Aber die Bewegung wurde nicht von der Linken kontrolliert. Sie war fest in samischer Hand.

Im MĂ€rz 1982 wollten Sie mit zwei GefĂ€hrten eine BrĂŒcke sprengen, die zum Bauplatz des Alta-Dammes fĂŒhrte. Der Oberste Gerichtshof in Norwegen hatte gerade die Fertigstellung des Damms bestĂ€tigt. Einer Ihrer GefĂ€hrten war John-Reier Martinsen, ein Kader der marxistisch-leninistischen AKP in Norwegen. Er rettete Ihnen das Leben.

Ja, ich war stinksauer.

Wie bitte?

Heute bin ich ihm natĂŒrlich dankbar dafĂŒr. Aber als ich da schwerverletzt im Schnee lag, fĂŒhlte ich mich völlig entspannt. Die Farben, die GerĂŒche, die Stimmung – ich fragte mich, ob es der Sinn des Lebens war, an so einen Punkt zu gelangen. Ich dachte, so mĂŒsse es sich anfĂŒhlen zu sterben. Genau in dem Moment packte mich John-Reier und warf mich auf seinen Motorschlitten. Es wurde laut, holprig und unbequem, und er brachte mich ins Krankenhaus. Ich verlor ein Auge und einen Arm, aber ich ĂŒberlebte.

Was war bei der Aktion schiefgelaufen?

Es war an dem Abend sehr kalt. Als wir die Bombe ausgepackt hatten, war die Batterie des ZĂŒnders eingefroren. Ich wollte sie auswechseln, und das Ding flog in die Luft.


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NEUER BEITRAG06.05.2020, 13:54 Uhr
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arktika

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Martinsen starb einige Jahre spÀter bei einem Unfall mit seinem Hundeschlitten. Oder war es kein Unfall?

DarĂŒber habe ich viel nachgedacht. Ein 19jĂ€hriger Mann aus Alta fuhr mit seinem Motorschlitten in John-Reiers Hundegespann. John-Reier und sechs der Hunde starben. Der Mann fuhr mit seinem Motorschlitten weiter. Es ist schwierig, sich vorzustellen, dass das versehentlich geschah. Verliert man die Kontrolle ĂŒber seinen Motorschlitten, landet man in der Regel selbst im Schnee. Eine Zeitlang war ich davon ĂŒberzeugt, dass es sich um Mord handelte. Aber jemanden des Mordes anzuklagen ist eine schwerwiegende Angelegenheit. Daher will ich das nicht tun.

Es bleiben jedoch Ungereimtheiten. Die Polizei verlor beispielsweise alle Fotoaufnahmen vom Tatort. Der Film sei gerissen, hieß es damals. Ich habe mehrere Jahre als Fotograf gearbeitet. Ein Film kann reißen, aber er kann auch wieder zusammengeflickt werden, vorausgesetzt, man will das. Ich glaube nicht, dass die Polizei Teil einer Verschwörung war, aber eine Vertuschung halte ich durchaus fĂŒr möglich. WĂ€hrend der Konflikte um den Alta-Damm war es zu viel Gewalt gekommen, sowohl durch die Polizei als auch durch selbsternannte BĂŒrgerwehren an ihrer Seite. Das gesellschaftliche Klima in Alta war rau. Das war auch Jahre spĂ€ter noch zu spĂŒren.

Stimmt es, dass Ihre Bombe nur geringen Schaden angerichtet hÀtte?

Ja, es handelte sich um eine symbolische Aktion. Alles an Alta war symbolisch. Unsere Proteste waren Straßentheater. Nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshof wollten wir schlicht eine andere Sprache ausprobieren. Am Anfang der Proteste hatten wir gedacht, dass sich schon alles regeln werde, wenn die Sache nur vors Gericht komme. Wir waren naiv und vertrauten der Justiz. Doch es zeigte sich, dass unser ziviler Ungehorsam zu nichts fĂŒhrte. Aber als wir dann etwas anderes ausprobierten, ging das offensichtlich auch in die Hose. Das einzige, was ich mir gutschreiben kann, ist, dass eine BrĂŒcke nach mir benannt wurde. Das Anschlagsziel heißt heute »Somby-BrĂŒcke«.

Es war eine dritte Person an der Aktion beteiligt. Ihr Name ist bis heute nicht bekannt.

Als ich in Untersuchungshaft saß, versuchte man natĂŒrlich, den Namen aus mir rauszukriegen. Einmal nannte ich ein hochangesehenes samisches Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Es war offensichtlich, dass ich die Beamten auf den Arm nahm. Irgendwann gaben sie auf.

Sie und John-Reier Martinsen wurden angeklagt.

Ja, wir wurden als »Terroristen« bezeichnet und hatten mit 21 Jahren Haft zu rechnen. Als ich einsah, dass meine Kinder erwachsen sein wĂŒrden, wenn ich im Falle einer Verurteilung aus dem GefĂ€ngnis kĂ€me, wusste ich, dass ich abhauen musste.

Und das gelang Ihnen?

Wie gesagt, zu der Zeit war ich Theater gewohnt. Ich erklÀrte der GefÀngnisleitung, dass ich sicher sei, man wolle mich vergiften, und hörte zu essen auf. Der Trick funktionierte. Ich durfte im Hausarrest auf meinen Prozess warten.

Wie gelangten Sie nach Kanada?

ZunĂ€chst mussten wir an den beiden Polizisten vorbei, die stĂ€ndig vor unserem Haus postiert waren. Wir schlugen ihnen mit dem Auto ein SchnĂ€ppchen. Dann holte ich mir bei Freunden Flugtickets und einen gestohlenen Pass ab, fuhr ĂŒber die Grenze nach Finnland und stieg in Helsinki in den Flieger.

Ohne Probleme?

Bei der Passkontrolle am Flughafen fragte mich der Beamte, ob das wirklich ich auf dem Foto sei. »NatĂŒrlich«, entgegnete ich und lĂ€chelte. Der Beamte gab mir den Pass zurĂŒck und wĂŒnschte mir eine schöne Reise.

Sie waren nicht nervös?

Ich traf vor der Reise einen samischen Schamanen, der meinte, ich solle mir keine Sorgen machen. Wenn man an so etwas glaubt, wird man nicht nervös.

Wie war es zu den Kontakten nach Kanada gekommen?

Indigene Aktivisten waren damals gut organisiert dank des World Council of Indigenous Peoples. Über entsprechende Bekanntschaften wurde alles vereinbart.

Wie war der Aufenthalt in Kanada?

Gut. Ich wurde in einem Indianerreservat versteckt. Anfangs musste ich den Leuten erklĂ€ren, warum ich »weiĂŸÂ« war. Aber sobald wir ĂŒber SpiritualitĂ€t sprachen, wurde deutlich, wie viel wir gemeinsam hatten. Nach einigen Monaten wurde ich vom Volk der Nuxalk adoptiert. Meine Frau und meine beiden Töchter waren da auch schon bei mir.

Sie blieben mit Ihrer Familie zwei Jahre. Dann ging es zurĂŒck nach Norwegen. Warum?

Das Strafmaß fĂŒr John-Reier und mich war wesentlich reduziert worden. Ich durfte damit rechnen, nicht ins GefĂ€ngnis zurĂŒckzumĂŒssen. Außerdem war meine Schwester erkrankt. Es war schlicht Zeit zurĂŒckzukehren.

Die kanadischen Behörden waren wÀhrend Ihres Aufenthalts nie eingeschritten?

Es gab ein stilles Abkommen zwischen den Nuxalk und den Behörden. In Kanada herrschten ganz andere Beziehungen zwischen den indigenen Völkern und den staatlichen Institutionen als in Norwegen. Ich war das nicht gewohnt. Der Deal war: Solange ich kein Aufsehen erregte, wĂŒrden die Behörden nichts tun.

Dann gaben Sie ein Fernsehinterview und wurden ausgewiesen?

Richtig.

War das kalkuliert?

Ja.

Warum reisten Sie nicht einfach ab?

Weil wir dann den Flug selbst hĂ€tten zahlen mĂŒssen. Wir hatten kein Geld.

Wie erging es Ihnen nach der RĂŒckkehr nach Norwegen?

Wir ĂŒberlebten. Freunde halfen mir, einen Job als Journalist zu finden.


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NEUER BEITRAG06.05.2020, 13:58 Uhr
EDIT: arktika
06.05.2020, 14:05 Uhr
Nutzer / in
arktika

SĂĄpmi: "Alta-Konflikt" + Minderheitenrechte >>>>>

Sie drehten auch Dokumentarfilme, zum Beispiel ĂŒber den Versuch, die sterblichen Überreste Ihres Vorfahren Mons Aslaksen Somby vom norwegischen Staat zu erhalten. Mons Aslaksen war zwei Jahre nach dem Sami-Aufstand in Kautokeino 1852 als einer der AnfĂŒhrer hingerichtet worden. Können Sie den Inhalt des Films kurz zusammenfassen?

Viele SchĂ€del und Skelette von Samen landeten in Forschungseinrichtungen und Museen der nordischen LĂ€nder. So auch die von Mons Aslaksen. Es war ein bĂŒrokratischer Spießrutenlauf, sie ausgehĂ€ndigt zu bekommen, aber es gelang mir. 1997 bekam Mons Aslaksen endlich ein ordentliches BegrĂ€bnis.

Können Sie die HintergrĂŒnde des Aufstandes in Kautokeino erklĂ€ren? Es ist das einzige Beispiel einer gewalttĂ€tigen Revolte in der Geschichte des samischen Widerstands.

Der Aufstand wird gewöhnlich als Folge des Laestadianismus erklĂ€rt, einer puritanisch-christlichen Bewegung, die von dem Prediger Lars Levi Laestadius begrĂŒndet wurde und unter Samen viele AnhĂ€nger fand – darunter diejenigen, die in Kautokeino ReprĂ€sentanten des norwegischen Staates, Kleriker und Kaufleute angriffen und zwei Menschen töteten.

Aber um die Rolle des Laestadianismus verstehen zu können, mĂŒssen wir verstehen, wie es damals um die samische Gesellschaft bestellt war. Der Kolonialismus hatte ihre Grundlagen zerstört. Es herrschte Chaos. Alkohol war fĂŒr viele zur einzigen Zuflucht geworden. Wenn traditionelle Werte und Normen verschwunden sind, suchen Menschen nach neuen. Der Laestadianismus war fĂŒr viele Samen eine Antwort. Aber diese Bewegung trug selbst zur Zerstörung der samischen Gesellschaft bei, indem in ihr viele Traditionen verboten waren, unter anderem unser traditioneller Gesang, der Joik. Christliche Missionierung war immer Teil der Kolonisierung indigener Völker. Kirchen lassen sich an den entlegensten Orten finden. Alte Weltanschauungen wurden verboten und Menschen gezwungen, an einen Gott zu glauben, der in einem Himmel lebt, wo Engel singen und Harfe spielen.

WÀre die samische Geschichte anders verlaufen, hÀtte es mehr militanten Widerstand gegeben?

Ich bin kein FĂŒrsprecher der Militanz, auch wenn mich viele dafĂŒr halten. Die Frage nach friedlichem oder gewalttĂ€tigem Widerstand ist uninteressant. Menschen können auf alle möglichen Weisen Widerstand leisten. FĂŒr mich persönlich ist der spirituelle Aspekt zentral. Samische Kultur wird heute allzuoft auf die Sprache und traditionelle Kleider reduziert. Aber es ist unsere SpiritualitĂ€t, die uns lehrt, dass alles mit allem verbunden ist und wir eine Verantwortung fĂŒr die Welt haben.

Was mir Hoffnung macht, sind unsere jungen KĂŒnstler und KĂŒnstlerinnen. Viele sind sehr politisch. MĂĄret Ánne Sara zum Beispiel kĂ€mpft fĂŒr die Rechte ihres Bruders Jovsset Ánte, den die norwegische Regierung dazu zwingen will, mehr als die HĂ€lfte seine Rentiere zu schlachten. Zu Beginn der Gerichtsverhandlungen unterhielt ich mich mit MĂĄret Ánne und machte ihr deutlich, dass sie als Aktivistin vor nichts Angst haben dĂŒrfe. Ihr muss egal sein, was die Polizei oder sonstwer denkt. Wenn wir beginnen, uns zu zensieren und unsere eigene Freiheit einzuschrĂ€nken, haben wir schon verloren.

Sie sind eine der bekanntesten Persönlichkeiten der samischen BĂŒrgerrechtsbewegung. Was haben Sie heute fĂŒr einen Status innerhalb der samischen Gesellschaft?

Es ist so, wie es immer war: Es gibt Anerkennung und Ablehnung. Ich habe immer das gesagt, was ich denke. Diplomatie zĂ€hlt nicht zu meinen StĂ€rken. Damit bin ich auch bei anderen Samen angeeckt. Aber darĂŒber mache ich mir keinen Kopf, vor allem jetzt nicht, wo ich in Pension bin. Ich tue genau das, was ich will. Meine Rentiere wurden vor langer Zeit geschlachtet.

Werden Sie noch als »Terrorist« bezeichnet?

Seit Anders Behring Breivik 2011 auf der Insel UtĂžya 77 Jugendliche erschossen hat, sagt das niemand mehr. Ich denke, die Menschen in Norwegen wissen jetzt, was Terrorismus wirklich ist.


am 2./3. Mai in der jW unter
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#sapmi
#buergerrechte
#nordnorwegen

"Die Frage nach friedlichem oder gewalttÀtigem Widerstand ist uninteressant. Menschen können auf alle möglichen Weisen Widerstand leisten. [...]
[...] muss egal sein, was die Polizei oder sonstwer denkt. Wenn wir beginnen, uns zu zensieren und unsere eigene Freiheit einzuschrÀnken, haben wir schon verloren."
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