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NEUES THEMA31.08.2019, 11:57 Uhr
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tolpatchow

• Kulturrevolution: Nie Yuanzi gestorben Nie Yuanzi, "Furie" der chinesischen Kulturrevolution, 98-jĂ€hrig gestorben.

"Ich habe als linksradikale Fanatikerin schwere Fehler gemacht, aber keine Verbrechen begangen", sagte die Mao-Vertraute einst.

Nur wenige ihrer engsten Freunde erfuhren durch Weitersagen vom Tod der 98-jÀhrigen Nie Yuanzi. Sie war einst eine legendÀre Galionsfigur der chinesischen Kulturrevolution (1966 bis 1976). Nies Feinde nannten sie eine "Furie", sie selbst aber sagte dem STANDARD, nachdem sie aus dem GefÀngnis entlassen worden war: "Ich bin nur das Streichholz gewesen. Vorsitzender Mao war der Brandstifter."

1983, sieben Jahre nach dem Tod Mao Zedongs, wurde Nie zu 17 Jahren Haft fĂŒr ihre maßgebliche Rolle als AnfĂŒhrerin der entfesselten Rotgardisten und als angebliche Anstifterin der Millionen Opfer fordernden Kulturrevolution bestraft. Vorzeitig entlassen, klagte sie bis zu ihrem Tod am Mittwochmorgen vergeblich auf Rehabilitierung. "Ich habe als linksradikale Fanatikerin schwere Fehler gemacht, aber keine Verbrechen begangen."

Protest-Wandzeitung als SchmÀhschrift
Weltbekannt wurde Nie 1966. Als ParteisekretĂ€rin der philosophischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Peking hĂ€ngte sie am 25. Mai mit sechs Vertrauten eine aufsehenerregende Protest-Wandzeitung auf. Ihre SchmĂ€hschrift prangerte die HochschulfĂŒhrung als neue Bourgeoisie an.

Sie kam Mao wie gerufen. Sechs Tage spÀter antwortete er mit "Meiner Wandzeitung" unter dem Titel "Bombardiert das Hauptquartier!". Sein Pamphlet wurde zum Startschuss der Kulturrevolution, in der Mao zuerst die studentischen Roten Garden auf seine innerparteilichen Gegner hetzte.

Die damals 44-jĂ€hrige Nie, die Mao spöttisch und anspielend "Alter Buddha" nannte, wurde zu seiner BannertrĂ€gerin. Eine Zeitlang ging sie bei ihm ein und aus. Doch schon zwei Jahre spĂ€ter fielen sie und andere RotgardistenfĂŒhrer bei Mao in Ungnade, als er die Studenten nicht mehr brauchte. "Er hat uns alle angelogen und ausgenutzt", klagte Nie spĂ€ter.

Bald in Ungnade gefallen, dann im GefÀngnis
Acht der zehn Jahre der Kulturrevolution habe sie unter Ächtung und Arrest verbracht. Die rehabilitierten Opfer Maos aber verlangten spĂ€ter, Nie und andere radikale Studentenaktivisten gerichtlich zu verurteilen. Sie bĂŒĂŸten mit jahrelanger Haft fĂŒr die Kulturrevolution. Nur der hauptschuldige Diktator und StaatengrĂŒnder Mao blieb verschont, er wird in China weiter offiziell verehrt.

Nie bekannte in ihren letzten Lebensjahren, in dem Zwiespalt zu leben, sowohl TĂ€terin als auch Opfer gewesen zu sein. Das beschreibt sie auch in ihren 2005 veröffentlichten Erinnerungen, die nur in Hongkong erscheinen konnten. In Peking, wo sie in einem unauffĂ€lligen Hochhaus wohnte, durfte ĂŒber sie nicht berichtet werden.

Auch die Nachricht ihres Todes wurde nicht gemeldet. Chinas Partei feiert mit gigantischem Pomp und MilitĂ€rparade am 1. Oktober 70 Jahre der glorreichen GrĂŒndung der Volksrepublik. Da passen Erinnerungen an die mörderische Kulturrevolution und an die Frage, wer dafĂŒr die Schuld trĂ€gt, nicht ins Bild. (Johnny Erling, 30.8.2019)

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NEUER BEITRAG09.09.2019, 10:43 Uhr
Nutzer / in
Erika
Erika
Was soll man mit dieser bĂŒrgerlichen, antikommunistischen Sicht anfangen?
NEUER BEITRAG09.09.2019, 18:17 Uhr
EDIT: tolpatchow
09.09.2019, 18:17 Uhr
Nutzer / in
tolpatchow

Aber was soll man machen wenn linke, kommunistische Medien die Meldung vom Tod nicht bringen? Einfach ignorieren? Nie war schon eine wichtige Person der Zeitgeschichte.

Ich denke ja dass die Leser hier ihren Kopf gebrauchen können um bĂŒrgerliches von sachlichem zu trennen.

...Und der spÀtere Meinungswechsel von Nie ist auch nicht ganz vom Tisch zu wischen. Wie immer man das einordnet.
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