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NEUES THEMA11.09.2006, 11:49 Uhr
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Fidel Castro Ruz
GAST
• Fidel Castro: Bericht über Kampf und Tod Salvador Allendes Am 11.09.1973 putscht das Militär auf Geheiß imperialistischer Mächte gegen die demokratisch gewählte Volksfrontregierung in Chile - unter der Führung des Sozialisten Allende machte sich die Regierung der Unidad Popular an die Verstaatlichung der Rohstoffvorkommen des Landes, was den Zorm der dort tätigen Monopolkonzerne hervorrief. ITT, Kennecott und der Chase Manhattan Bank, auch deutsche Konzerne wie Bayer und Hoechst und die Dresdner Bank sind in dem Land mit den weltweit größten Kupfervorkommen tätig; ihre Interessenvertreter in Geheimdiensten und Regierungen drängen auf ein Eingreifen westlicher Geheimdienste und "loyaler" chilenischer Militärs.
Am 11. September vor 33 Jahren schlagen die Faschisten aus der chilenischen Armee schließlich auf Geheiß ihrer ausländischen Unterstützer los. Auch der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt, natürlich vorab in den Plan eingeweiht, hält es nicht für nötig, den chilenischen Präsidenten, dessen Partei genau wie die deutsche Regierungspartei SPD zur "Sozialistischen Internationale" gehört, über den verfassungswidrigen faschistischen Putsch, in dessen Verlauf zig tausende Menschen sterben werden und der eine Diktatur unter dem Junta-General Pinochet bis 1990 nach sich zieht, zu informieren.
Über die Ereignisse dieses 11. Septembers, den Angriff der Putschisten auf die Moneda, den Präsidentenpalast Chiles, und die heldenhafte Verteidigung des Palastes durch Salvador Allende und seine Getreuen berichtet Fidel Castro/i>


[alende.jpg]"Am Morgen jenes Tages, um 6.20 Uhr, erhielt der Präsident in seiner Residenz einen Telefonanruf, in dem er über den Militärputsch unterrichtet wurde. Er versetzt seinen Persönlichen Schutz unverzüglich in Alarmbereitschaft und fasst den Entschluss, sich in den Regierungspalast "La Moneda" zu begeben, um die Regierung der Unidad Popular von seinem Posten als Präsident der Republik aus zu verteidigen. Ihn begleitete eine Eskorte von 23 Männern, die mit 23 Maschinenpistolen, 2 MGs mit 30er Kaliber und 3 Panzerbüchsen bewaffnet sind. In 4 PKWs und einem kleinen LKW fahren sie mit dem Präsidenten zum Präsidentenpalast, wo sie um 7.30 Uhr ankommen.
Mit seiner Maschinenpistole bewaffnet und in Begleitung seiner Eskorte betritt der Präsident die Moneda durch das Haupttor. Zu dieser Stunde verhält sich die ständige Garde der Carabineros im Palast normal.

Im Palast informiert er über den Ernst der Lage und über seine Entschlossenheit, bis zum Tode zur Verteidigung der verfassungsmäßigen und legitimen Regierung des Volkes von Chile vor dem faschistischen Putsch zu kämpfen. Er analysiert die zur Verfügung stehenden Mittel und erteilt die ersten Befehle zur Verteidigung des Regierungspalastes.
Innerhalb einer Stunde wendet sich der Präsident dreimal über den Rundfunk an das Volk.

Um 8.15 Uhr fordert die faschistische Junta den Präsidenten auf, sich zu ergeben. Sie bietet ihm an, in Begleitung seiner Familienangehörigen und seiner Mitarbeiter auf dem Luftwege das Land zu verlassen. Der Präsident antwortet ihnen, dass "sie als Verrätergeneräle nicht wissen, was Ehrenmänner sind", und weist das Ultimatum empört zurück.

Der Präsident hält in seinem Büro eine kurze Zusammenkunft mit mehreren hohen Offizieren des Korps der Carabineros ab, die sich zu diesem Zeitpunkt in feiger Weise weigern, die Regierung zu verteidigen. Der Präsident macht ihnen schwere Vorwürfe und entlässt sie mit Verachtung. Er fordert sie auf, den Ort unverzüglich zu verlassen. Während diese Zusammenkunft mit den Chefs der Carabineros stattfindet, treffen die drei Militäradjutanten ein; der Präsident bringt zum Ausdruck, dass es nicht an der Zeit sei, Uniformierten Vertrauen zu schenken, und bittet sie, die Moneda zu verlassen. Dennoch verabschiedet sich der Präsident herzlich von Comandante Sánchez, der jahrelang sein tüchtiger Adjutant für die Luftwaffe gewesen ist.

Während dieser Ereignisse treffen zahlreiche Minister, Staatssekretäre, Assessoren, die Töchter des Präsidenten, Beatriz und Isabel, sowie weitere Genossen der Unidad Popular im Regierungspalast ein, um in diesen kritischen Stunden in der Nähe des Präsidenten zu sein.

Gegen 9.15 Uhr werden die ersten Geschützsalven gegen den Palast abgefeuert. Über zweihundert Infanteriesoldaten rücken durch die Teatinos- und die Morandé-Straße zu beiden Seiten des Platzes der Verfassung gegen den Präsidentenpalast vor und geben Schüsse auf das Arbeitszimmer des Präsidenten ab. Die Kräfte, die den Palast verteidigen, zählen nicht mehr als vierzig Personen. Der Präsident befiehlt, gegen die Angreifer das Feuer zu eröffnen, und schießt selbst auf die Faschisten, die sich unter zahlreichen Verlusten ungeordnet zurückziehen.

Daraufhin lassen die Faschisten Panzer in den Kampf eingreifen. Direkt vom Arbeitszimmer des Präsidenten aus wird eine Panzerfaust auf den dem Haupttor am nächsten befindlichen Panzer abgefeuert, die diesen völlig zerstört. Zwei weitere Panzer konzentrieren ihr Feuer auf das Arbeitszimmer des Präsidenten, und ein Schützenpanzerwagen entlädt seine Maschinengewehre gegen das Privatsekretariat und das Büro des Persönlichen Schutzes. Mehrere Artilleriegeschütze eröffnen von der anderen Seite des Platzes der Verfassung ebenfalls ihr Feuer auf den Palast.

Der Präsident eilt von Kampfposten zu Kampfposten und ermutigt die Verteidiger. Der heftige Kampf dauert über eine Stunde, ohne dass die Faschisten einen einzigen Zoll Boden gewinnen.

[allende1.jpg]Um 10.45 Uhr versammelt der Präsident die zu seiner Hilfe in den Palast geeilten Minister, Staatssekretäre und Adjutanten im Toesca-Salon. Er sagt, dass auch der zukünftige Kampf Führer und Kader erfordere, dass alle Unbewaffneten bei der erstbesten Gelegenheit die Moneda verlassen, und alle diejenigen, die im Besitz von Waffen seien, auf ihrem Kampfposten ausharren sollten. Natürlich ist keiner der Mitarbeiter des Präsidenten, die keine Waffen haben, mit dessen Vorschlag einverstanden; auch nicht die Töchter des Präsidenten und die anderen Frauen, die sich in der Moneda befinden. Sie alle weigern sich, den Palast zu verlassen.

Der Kampf wird immer heftiger. Die Faschisten stellen wütend neue Ultimaten und kündigen den unverzüglichen Einsatz der Luftwaffe an, sollten sich die Verteidiger nicht ergeben.

Um 11.45 Uhr versammelt der Präsident seine Töchter und die Frauen um sich und befiehlt ihnen mit aller Entschlossenheit, die Moneda zu verlassen, denn er hält es für sinnlos, wenn sie dort ohne jede Verteidigung sterben sollten. Und er erbittet von den Belagerern unverzüglich eine Feuerpause von drei Minuten, um das weibliche Personal zu evakuieren. Die Faschisten gestehen die Feuerpause nicht zu, aber in diesem Augenblick beginnen sich ihre Truppen aus der Umgebung des Palastes zurückzuziehen, um den Luftangriff vortragen zu können. Der Kampf wird dadurch unterbrochen, und die Frauen können den Palast verlassen.

Gegen 12.00 Uhr beginnt der Luftangriff. Die ersten Raketen fallen auf den Wintergarten der Moneda, durchlöchern das Dach und explodieren. Neue Geschwader jagen heran, und ein Angriff folgt dem anderen. Das ganze Gebäude ist von Rauch und giftiger Luft verpestet.
Der Munitionsvorrat für die Maschinengewehre des Persönlichen Schutzes des Präsidenten ist nach nunmehr drei Kampfstunden aufgebraucht. Der Präsident ordnet deshalb an, unverzüglich die Tür zur Waffenkammer der Carabinero-Garnison des Palastes zu sprengen, wo sich ein Teil ihrer Bewaffnung befinden könnte. Aus der Kammer entnimmt man vier MGs mit 30er Kaliber und zahlreiche SiK-Gewehre, eine große Menge Munition, Schutzmasken und Schutzhelme. Der Präsident ordnet an, alles unverzüglich auf die Kampfposten zu bringen, und er läuft selbst durch die Schlafsäle der Carabineros, um SiK-Gewehre und andere Waffen, die dort zurückgeblieben sind, zusammenzutragen.

Er trägt auf seinen Schultern zahlreiche Waffen zur Verstärkung der Kampfposten herbei und ruft: "So wird die erste Seite dieser Geschichte geschrieben. Mein Volk und Amerika werden den Rest schreiben." Diese Worte machen auf alle seine Mitstreiter einen tiefen Eindruck.

Während der Präsident aus der Waffenkammer Ausrüstungen herbeiträgt, wird der Luftangriff mit aller Heftigkeit wieder aufgenommen. Eine Explosion zerschlägt in der Nähe des Präsidenten Fensterscheiben, und Glassplitter verwunden ihn an der Schulter. Es ist dies seine erste Verletzung. Während er ärztlich behandelt wird, befiehlt er, den Waffentransport fortzuführen, und er wird nicht müde, sich um das Schicksal eines jeden einzelnen der Genossen zu sorgen.

Minuten später greifen die Faschisten erneut heftig an und kombinieren den Einsatz der Luftwaffe mit der Artillerie, den Panzern und der Infanterie. Nach Augenzeugenberichten machen der Lärm, das Maschinengewehrfeuer, die Explosionen und der Qualm den Palast zur Hölle. Obwohl der Präsident den Befehl gegeben hat, alle Wasserhähne zu öffnen, um einen Brand im Erdgeschoß zu vermeiden, beginnt der Palast vom linken Flügel aus zu brennen, und die Flammen breiten sich zum Adjutanten-Saal und zum Roten Salon hin aus. Aber der Präsident, der keinen Augenblick, auch nicht in den kritischsten Situationen, aufgibt, befiehlt, dem massiven Angriff mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu begegnen.

Nun kriecht er unter dem Maschinengewehrfeuer hindurch zu seinem Arbeitszimmer, dessen Fenster auf den Platz der Verfassung hinausgeht, nimmt selbst eine Panzerbüchse, richtet sie auf einen Panzer in der Morandé-Straße - der wild auf den Palast losfeuert - und setzt diesen schlagartig außer Gefecht. Wenige Augenblicke später vernichtet ein anderer Kämpfer einen weiteren Panzer.

Die Faschisten führen durch die Morandé-Straße weitere Schützenpanzerwagen, Soldaten und Panzer heran und intensivieren das Feuer durch das Eingangstor der Moneda. Der Präsident steigt mit mehreren Mitstreitern ins Erdgeschoß hinunter, um die Faschisten daran zu hindern, von der Morandé-Straße aus in den Palast einzudringen. Sein Vorhaben gelingt.

[allende_castro.jpg]Daraufhin stellen die Faschisten das Feuer in diesem Bereich ein und verlangen nach zwei parlamentarischen Vertretern der Regierung. Der Präsident entsendet Fernando Flores, Generalssekretär der Regierung, und Danile Vergara, Staatssekretär im Innenministerium, die das Gebäude durch die Tür zur Morandé-Straße verlassen und auf einen Jeep zugehen, der sich auf der gegenüberliegenden Seite befindet. Das ereignet sich gegen ein Uhr mittags. Flores und Vergara sprechen mit einem hohen Offizier. Als sie zum Palast zurückkehren und bereits nahe dem Eingang sind, werden sie aus diesem Jeep in verräterischer Weise beschossen, wobei Flores einen Schuss ins rechte Bein und Daniel Vergara mehrere Schüsse in die Schulter erhält. Beide sinken zu Boden und werden von ihren Genossen unter dem Feuerschutz der anderen Verteidiger ins Gebäude gezogen.

Gegen 13.30 Uhr bemächtigen sich die Faschisten des Erdgeschosses des Palastes; die Verteidigung organisiert sich im Obergeschoß, und der Kampf geht weiter. Die Faschisten versuchen, über die Haupttreppe nach oben zu gelangen. Gegen 14.00 Uhr gelingt ihnen die Besetzung eines Teiles des Obergeschosses. Der Präsident hat sich mit mehreren seiner Genossen in einer Ecke des Roten Salons verschanzt. Als er bis zu der Stelle vordringt, an der die Faschisten hereinbrechen, erhält er einen Bauchschuss, der ihn vor Schmerz vornüber sinken lässt, aber er hört nicht auf zu kämpfen. Auf einen Sessel gestützt, schießt er weiter auf die nur wenige Meter entfernten Faschisten, bis ihn ein zweiter Schuss in die Brust niederreißt, und bereits im Sterben wird er von Kugeln durchlöchert.

Als sie den Präsidenten fallen sehen, gehen die Angehörigen seines Persönlichen Schutzes energisch zum Gegenangriff über und treiben die Faschisten erneut bis zur Haupttreppe zurück.

Inmitten des Kampfes vollbringt man nun einen Akt außergewöhnlicher Würde: Man hebt den leblosen Körper des Präsidenten auf, trägt ihn in sein Arbeitszimmer, setzt ihn in den Präsidentensessel, legt ihm seine Schärpe um und hüllt ihn in eine chilenische Fahne ein.

Selbst nach dem Tode ihres heroischen Präsidenten leisten die Verteidiger des Palastes noch zwei Stunden lang Widerstand gegenüber den angreifenden faschistischen Barbaren. Erst um 16 Uhr, nachdem der Präsidentenpalast bereits mehrere Stunden gebrannt hat, wird der letzte Widerstand gebrochen."
JPG-Datei • Bild öffnen ...ohne Wasserzeichen: anmelden! allende1.jpg
NEUER BEITRAG13.09.2006, 22:52 Uhr
Nutzer / in
Ivan

Fidel Castro: Bericht über Kampf und Tod Salvador Allendes ergreifend, vorbildlich!!! Genauso hätte es sich in Venezuela zutragen können, doch da erlitten die Putschisten eine Niederlage. Das Video dazu müssen wir unbeding besorgen
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