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NEUES THEMA07.05.2021, 19:08 Uhr
EDIT: FPeregrin
07.05.2021, 19:50 Uhr
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FPeregrin

• Abel Prieto z. internat. Bedeutung d. Kuban. Revolution jW am 3. Mai 2021:

Neue Welt

Ein Vorreiter in Sachen Demokratie, Menschenrechte und Internationalismus: Anmerkungen zum kubanischen Sozialismus

Von Abel Prieto

Abel Prieto, geboren 1950, war von 1997 bis 2012 und von 2016 bis 2018 Kulturminister Kubas. Der Romanautor und Professor fĂŒr Spanische Sprache und Literatur ist mittlerweile Direktor des BĂŒros des MartĂ­-Programms. Von ihm wurden an dieser Stelle zuletzt am 19. Oktober 2020 Bemerkungen zu SouverĂ€nitĂ€t und Völkerrecht in bezug auf die US-Blockade Kubas veröffentlicht.

Übersetzung aus dem Spanischen: Volker Hermsdorf


Am 10. April 2021 hielt der ehemalige Kulturminister Kubas, der Schriftsteller und Abgeordnete der kubanischen Nationalversammlung Abel Prieto im Rahmen der dreizehntĂ€gigen »Debatte ĂŒber den Sozialismus im 21. Jahrhundert«, ausgerichtet von der brasilianischen Arbeiterpartei (PT) und der ihr nahestehenden Perseu-Abramo-Stiftung, eine Rede, die, aus dem Spanischen ĂŒbersetzt, an dieser Stelle dokumentiert ist. (jW)

Wir sollten mit der Feststellung beginnen, dass der Triumph des Sozialismus in Kuba etwas war, das in keinem Lehrbuch vorausgesehen wurde. Eine unterentwickelte Karibikinsel, die der neokolonialen Vorherrschaft der Vereinigten Staaten unterworfen war, mit einer begrenzten Industrie, die sich auf die Zuckerproduktion, auf den Abbau von Nickel und nicht sehr viel mehr beschrĂ€nkte, mit einem zahlenmĂ€ĂŸig nicht sehr bedeutenden Proletariat und einer großen, meist aus Analphabeten bestehenden Bauernbevölkerung, die nur einen Teil des Jahres arbeiten konnten, wenn es eine Ernte gab. Den Rest des Jahres litten sie unter dem, was sie »tote Zeit« nannten. Es gab eine mutige Kommunistische Partei, immer der Verfolgung ausgesetzt und mit Einfluss in den Gewerkschaften, aber nicht darĂŒber hinaus. Eine Partei, die zudem diszipliniert der Linie Moskaus folgte, wo die Bedeutung des Angriffs auf die Moncada-Kaserne erst lange nach dessen DurchfĂŒhrung begriffen wurde.

Einem schematischen VerstĂ€ndnis des Marxismus zufolge gab es keine objektiven Bedingungen fĂŒr eine radikale Revolution in Kuba. Aber: FĂŒr Fidel, RaĂșl und die anderen jungen MĂ€nner, die die Moncada stĂŒrmten, hatten subjektive Bedingungen 1953 eine gĂŒnstige revolutionĂ€re Situation geschaffen. Es gibt eine aufschlussreiche Bemerkung dazu, die Che genau am 26. Juli 1967 in seinem »Bolivianischen Tagebuch« notiert hat. Dort schreibt er, dass er an diesem Abend den GuerillakĂ€mpfern »einen kurzen Vortrag ĂŒber die Bedeutung des 26. Juli gehalten hat; ĂŒber die Rebellion gegen die Oligarchien und gegen die revolutionĂ€ren Dogmen«. Eine unglaubliche Synthese des doppelten Bruchs, den die Moncada-Aktion bedeutete: der Beginn eines frontalen Angriffs gegen die reaktionĂ€ren KrĂ€fte und ein Akt, der alle Dogmen darĂŒber, wie man eine Revolution macht, in Fetzen riss.

So war es: Der Moncada-Angriff und die Revolution, die im Januar 1959 an die Macht kam, brachen mit allen Dogmen. Die Äußerung des peruanischen Marxisten JosĂ© Carlos MariĂĄtegu, dass der Sozialismus in unseren LĂ€ndern eine »heroische Schöpfung« sein mĂŒsse, wurde in Kuba buchstĂ€blich erfĂŒllt. Fidel erklĂ€rte den sozialistischen Charakter der Kubanischen Revolution vor 60 Jahren, am 16. April 1961, bei der Beerdigung der Opfer jener Bombenangriffe, die den Auftakt zur Invasion in der Schweinebucht durch CIA-Söldner gebildet hatten. Dabei sagte Fidel, dass die Imperialisten uns nicht verzeihen könnten, dass wir eine sozialistische Revolution direkt vor ihrer Nase durchgefĂŒhrt haben. Und er rief die Menschen auf, sich den Bataillonen der Milizen anzuschließen. Wir sind bereit, so sagte er, unser Leben fĂŒr diese »sozialistische und demokratische Revolution der einfachen Leute, mit den einfachen Leuten und fĂŒr die einfachen Leute« zu geben.

Demontage des Yankee-Modells

Dies war ein Moment von beeindruckender symbolischer und motivierender Bedeutung: Das Volk machte angesichts des drohenden imperialistischen Angriffs mobil zur Verteidigung der Heimat und gleichzeitig zur Verteidigung des Sozialismus. In zwei Jahren und etwas mehr als drei Monaten hatte der revolutionÀre Prozess die kulturellen Auswirkungen vieler Jahrzehnte des neokolonialen Staates, des Antikommunismus, des McCarthyismus (nach US-Senator Joseph McCarthy benannter Zeitabschnitt in der Geschichte der USA zwischen Mitte der 1940er und Mitte der 1950er Jahre, der geprÀgt war von extremem Antikommunismus, Verschwörungsmythen und der Verfolgung von Gewerkschaftern und tatsÀchlichen oder vermeintlichen Kommunisten, jW), der Verherrlichung des Yankee-Lebensmodells durch alle Medien demontiert.

Das Volk hatte begriffen, was Sozialismus wirklich ist, nicht durch HandbĂŒcher oder Schulen der revolutionĂ€ren Lehre, sondern durch Fidels Reden, durch die Wirkung der beschlossenen Maßnahmen und durch die engagierte und bewusste Teilnahme an diesem Prozess.

Tausende von Arbeitern, die wĂ€hrend der Tyrannei aus den Fabriken vertrieben worden waren, wurden wieder eingestellt. Die Wohnungsmieten wurden gesenkt und das Gesetz zur Stadt- und Wohnungsreform wurde unterzeichnet. Die Gesetze zur Agrarreform kamen dem am meisten ausgebeuteten und vernachlĂ€ssigten Bevölkerungsteil Kubas zugute: den Bauern. Das Land wurde mit Schulen und BĂŒchern versorgt. 1961, innerhalb eines einzigen Jahres, wurde der Analphabetismus komplett beseitigt.


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NEUER BEITRAG07.05.2021, 19:10 Uhr
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FPeregrin

Abel Prieto z. internat. Bedeutung. d. Kuban. Revolution >>>

Imperiale Arroganz verletzt

Die Aggression der Vereinigten Staaten begann bereits 1959. In ihrer imperialen Arroganz fĂŒhlten sich die USA besonders verletzt, weil wir mit der AbhĂ€ngigkeit, die uns seit Ende des 19. Jahrhunderts an die Macht im Norden gebunden hatte, brachen und weil wir die US-Raffinerien (die sich weigerten, sowjetisches Öl zu verarbeiten), die ElektrizitĂ€ts- und Telefongesellschaften, die großen LĂ€ndereien, die ZuckermĂŒhlen und andere US-amerikanische BesitztĂŒmer auf der Insel verstaatlichten. Am 6. Juli 1960 unterzeichnete US-PrĂ€sident Dwight D. Eisenhower das Gesetz zur Aussetzung des Kaufs von kubanischem Zucker durch die Vereinigten Staaten. Am 9. September 1960 wurden acht Komplotte zur Ermordung Fidels aufgedeckt. Am 3. Januar 1961 brachen die Vereinigten Staaten dann die Beziehungen zu Kuba ab und schlossen ihre Botschaft in Havanna.

Die vollstĂ€ndige Blockade gegen Kuba wurde von Eisenhowers Nachfolger John F. Kennedy am 7. Februar 1962 verhĂ€ngt. In den 60 Jahren der Blockade hat Kuba mehr als 930 Milliarden US-Dollar (768 Milliarden Euro, jW) verloren. Diese Belagerung durch die Yankees betrifft alle Sektoren der kubanischen Wirtschaft mit Verlusten in Millionenhöhe und verhindert unseren Zugang zu Materialien, Produkten und Dienstleistungen des internationalen Marktes, die fĂŒr die Insel lebenswichtig sind. WĂ€hrend der Amtsperiode der Regierung von Donald Trump wurden 240 zusĂ€tzliche Maßnahmen verabschiedet, um uns »zu erdrosseln«, Maßnahmen, die angesichts der Pandemie noch perverser sind. Die Biden-Administration hat daran nichts geĂ€ndert.

Unmittelbar nach dem Triumph von 1959 begannen die konterrevolutionĂ€ren Sabotageakte, die Einschleusung von Terroristen, die Bombardierung von Zuckerrohrfeldern mit Brandbomben, die EntfĂŒhrung von zivilen Flugzeugen, die Piratenangriffe auf unsere KĂŒsten, auf Handelsschiffe, auf Fischerboote, die Ermordung kubanischer Diplomaten, die Finanzierung bewaffneter Gruppen in den Bergen, die Bauern, Lehrer, ja ganze Familien töteten. Im Jahr 1960 sprengten sie den französischen Dampfer »La Coubre« im Hafen von Havanna in die Luft, mehr als 100 Tote und eine große Anzahl von Verwundeten waren die Folge des Anschlags. Es gab Sabotageakte in Raffinerien, Kinos und GeschĂ€ften, um eine AtmosphĂ€re der Panik zu schaffen. Das Ungeheuerlichste war der Angriff auf ein kubanisches Zivilflugzeug kurz nach dem Start im Jahr 1976, der 73 unschuldige Menschenleben kostete. Zu diesen Aktionen mĂŒssen noch die Bomben hinzugefĂŒgt werden, die 1997 in Hotels und touristischen Einrichtungen plaziert wurden, um Touristen abzuschrecken und uns einer der wenigen zur VerfĂŒgung stehenden Devisenquellen zu berauben.

US-Regierungen haben auch biologische KriegfĂŒhrung gegen uns betrieben. Darunter fĂ€llt das Einschleusen der Afrikanischen Schweinepest und der Plagen, um Tabak-, Zuckerrohr-, Bananen- und Bohnenplantagen zu schĂ€digen und um die Bienen-, Kaninchen- und Rinderzucht zu zerschlagen. Das gefĂ€hrliche Dengue-Fieber, dessen Erreger in einem Labor gezĂŒchtet wurde, wurde 1984 vorsĂ€tzlich nach Kuba eingeschleppt – das bestĂ€tigte ein AnfĂŒhrer der in Florida ansĂ€ssigen Terrororganisation »Omega 7«. Mehr als 350.000 Menschen wurden mit dem Virus infiziert. 158 starben, darunter 101 Kinder. Ein grausames Verbrechen. Und als die UdSSR und die LĂ€nder des sozialistischen Lagers, unsere wichtigsten Handelspartner, zusammenbrachen, verabschiedeten die Yankees neue Gesetze, um uns auszuhungern: der »Torricelli Act« und das Helms-Burton-Gesetz.

Ausgrenzung beseitigt

Die Schaffung der Einheit aller RevolutionĂ€re war ein SchlĂŒsselfaktor fĂŒr unseren Sozialismus und fĂŒr unseren Widerstand. Drei KrĂ€fte stellten sich der Batista-Diktatur entgegen: die »Bewegung des 26. Juli«, die Sozialistische Volkspartei der Kommunisten und die studentische Organisation »Directorio Estudiantil Universitario«. Nach dem Sieg von 1959 wurde sehr wichtige Arbeit geleistet, um die Einheit unter ihnen zu erreichen. Zuerst grĂŒndeten sich 1961 die »Integrierten RevolutionĂ€ren Organisationen«, dann 1962 die »Vereinigte Partei der Sozialistischen Revolution Kubas«, die sich schließlich 1965 zur Kommunistischen Partei Kubas (PCC) umwandelte.

Diese Konstruktion der Einheit ist das Werk von Fidel. Vielleicht eine seiner grĂ¶ĂŸten Leistungen. Er wurde dazu, wie zu so vielen anderen Dingen, von JosĂ© MartĂ­ inspiriert, der 1892 die fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit des Landes eintretenden Kubaner verschiedener Generationen vereinte, um die »Kubanische RevolutionĂ€re Partei« zu grĂŒnden, die den Krieg gegen Spanien und gegen die finsteren PlĂ€ne des Imperiums im Norden anfĂŒhren sollte.

Die ĂŒberwĂ€ltigende UnterstĂŒtzung des Volkes fĂŒr unsere Partei kam im Verfassungsreferendum vom 28. Februar 2019 zum Ausdruck, bei dem 86,85 Prozent der WĂ€hler die neue Magna Carta angenommen haben. Die Verfassung definiert unsere Partei als »die organisierte Avantgarde der kubanischen Nation« und »die ĂŒbergeordnete fĂŒhrende politische Kraft der Gesellschaft und des Staates«. Der PCC ist – offensichtlich – keine Wahlpartei. Sie stellt keine Kandidaten fĂŒr die Kommunalparlamente oder fĂŒr die Nationalversammlung auf. Sie genießt großes Ansehen in der Bevölkerung, denn ihre Mitglieder haben keinerlei Privilegien und sind moralisch verpflichtet, sich den kompliziertesten Aufgaben zu stellen.

Die Partei hat inzwischen eine Praxis der Ausgrenzung, des Sektierertums und des Dogmatismus beseitigt. Es gab eine Zeit, da durften zum Beispiel religiöse Menschen nicht in die Partei eintreten. Dies wurde geĂ€ndert, und es war ein Schritt von enormer Bedeutung. Etwas Ă€hnliches geschah in der Frage der HomosexualitĂ€t, der gegenĂŒber lange Zeit Vorurteile bestanden. Doch bereits seit vielen Jahren hat die Partei diesbezĂŒgliche EinschrĂ€nkungen bei ihren Auswahl- und Eintrittsmechanismen beseitigt, und inzwischen sind bekennende Homosexuelle Mitglied in unserem Zentralkomitee. In dem Entwurf der neuen Verfassung, den wir dem Volk zur Diskussion vorlegten, hatten wir die gleichberechtigte Ehe aufgenommen. Es gab religiöse KrĂ€fte und Machisten, die sich sehr stark gegen die Aufnahme dieser Option aussprachen. Die Lösung, die die Kommission der Nationalversammlung fĂŒr dieses Problem fand, war richtig: Man einigte sich darauf, die gleichberechtigte Ehe in das Familiengesetzbuch aufzunehmen, ĂŒber das in naher Zukunft abgestimmt werden soll.

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NEUER BEITRAG07.05.2021, 19:16 Uhr
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FPeregrin

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»Aufgabe Neuordnung«

Zu Beginn der Revolution glaubten wir, dass der neue Mensch, von dem Che sprach, gleich um die Ecke kommen wĂŒrde. Mit der Zeit lernten wir, dass in den Menschen neben bewundernswerten CharakterzĂŒgen, neben echten Vorwegnahmen des ertrĂ€umten neuen Menschen, in gleicher Weise auch egoistische, kleinliche und inakzeptable Haltungen koexistierten. In der sogenannten Sonderperiode der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als das sozialistische Lager kollabierte und die UdSSR auseinanderfiel, kehrten mit der Krise lasterhafte Verhaltensweisen wieder, die wir fĂŒr ĂŒberwunden hielten. Prostitution und ZuhĂ€lterei wurden wiedergeboren, Formen der Korruption, die viel ausgeprĂ€gter waren als zu anderen Zeiten. Es gab zweifelsohne ethische RĂŒckschlĂ€ge. Dies fĂŒhrte zu einer ganzheitlichen und tiefgreifenden Analyse aller von uns verwendeten Bildungsinstrumente. Es gab eine differenzierte Aufmerksamkeit der Sozialarbeiter fĂŒr dysfunktionale Familien. Die Erziehungsarbeit zur Resozialisierung von Jugendlichen und Heranwachsenden vervielfachte sich. Fidel hatte schon frĂŒher dazu aufgerufen, negative Tendenzen zu korrigieren, die in der Leitung von Unternehmen und in der Wirtschaft im allgemeinen zu sehen waren. Es war ein harter Kampf gegen BĂŒrokratie, Korruption und Gewinnstreben.

SpĂ€ter haben wir sehr gewagte VerĂ€nderungen im wirtschaftlichen Bereich vorgenommen, die fĂŒr nichtstaatliche Produktions- und Dienstleistungsformen sowie auslĂ€ndische Investitionen eine ergĂ€nzende Rolle vorsehen. NatĂŒrlich liegen die grundlegenden Produktionsmittel weiter in den HĂ€nden des Staates und sie werden es auch bleiben. Und es ist das sozialistische Staatsunternehmen, das jetzt mit neuen Befugnissen ausgestattet ist, die ihm eine breite Handlungsfreiheit geben, eine Voraussetzung fĂŒr den weiteren Fortschritt des Landes.

NatĂŒrlich ist die US-Blockade, die von Trump in unvorstellbarem Ausmaß verstĂ€rkt wurde, weiterhin ein kolossales Hindernis fĂŒr die Entwicklung unseres Landes. Zu unseren grundlegenden PrioritĂ€ten gehören die Steigerung der Nahrungsmittelproduktion, die Nutzung der Wissenschaft in allen Bereichen, die Substitution von Importen, der Bau von Wohnungen mit neuen Methoden, die wirtschaftliche Erholung der Tourismusbranche (soweit es die Pandemie zulĂ€sst) und die erfolgreiche Umsetzung der als »Aufgabe Neuordnung« bezeichneten tiefgreifenden Wirtschaftsreformen, mit besonderer Aufmerksamkeit auf die schutzbedĂŒrftigen Menschen. Die grundlegenden Prinzipien der Kubanischen Revolution als eine »der einfachen Leute, mit den einfachen Leuten und fĂŒr die einfachen Leute« behalten ihre volle GĂŒltigkeit.

Kuba erkÀmpft das Menschenrecht

Das HerzstĂŒck des kubanischen politischen Systems ist das Kommunalparlament (Asamblea Municipal). Seine Mitglieder werden in Stadtteilversammlungen direkt von den Nachbarn nominiert und in direkter und geheimer Abstimmung von allen Einwohnern der Gemeinde gewĂ€hlt. Die Kandidaten fĂŒr die Abgeordnetenposten der Nationalversammlung mĂŒssen vom Kommunalparlament und von den BĂŒrgern der Gemeinde bestĂ€tigt werden. Sie alle können abberufen werden, wenn sie ihren Pflichten als Vertreter des Volkes nicht nachkommen. Einen wichtigen Beitrag zu unserer partizipativen Demokratie leistet die revolutionĂ€re Zivilgesellschaft. Deren nichtstaatliche Organisationen haben eine sehr wichtige Funktion in der öffentlichen Debatte ĂŒber die dringendsten Fragen und bei der Erleichterung der Kommunikation zwischen der Basis und den fĂŒhrenden ReprĂ€sentanten der Revolution gespielt.

Das Thema der Menschenrechte wurde bis zum Überdruss manipuliert, um Kuba zu verurteilen. Die schlimmsten Menschenrechtsverletzer der Welt, diejenigen, die Völkermord praktizieren und unter dem Vorwand, »Demokratie« zu exportieren, Raubkriege fĂŒhren, diejenigen, die blutige Diktaturen in allen Regionen des Planeten unterstĂŒtzt haben, diejenigen, die Folter im Namen der sakrosankten »nationalen Sicherheit« legalisiert und praktiziert haben, setzten sich selbst als Richter ĂŒber Kuba ein.

Ein grundlegendes Menschenrecht, das Recht auf Leben, ist eine PrioritĂ€t unseres Sozialismus, und die Ergebnisse sind spĂŒrbar. Die SĂ€uglingssterblichkeit in Kuba betrug in diesem von Covid-19 geprĂ€gten Jahr 4,9 pro 1.000 Lebendgeburten, womit wir zu den 35 LĂ€ndern mit den besten Indikatoren in diesem Bereich gehören. Was die Pandemie angeht, so haben wir, obwohl wir derzeit ein erneutes Anwachsen der Infektionszahlen verzeichnen, eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten der Welt. Nicht einmal wĂ€hrend der »Sonderperiode« in den 1990er Jahren waren die SĂ€uglings- und MĂŒttersterblichkeitsraten gestiegen.

Universelle und kostenlose Gesundheitsversorgung und Bildung fĂŒr alle BĂŒrger ohne Ausnahme sind SĂ€ulen des kubanischen Sozialismus. Das Recht auf eine menschenwĂŒrdige Arbeit, auf Wohnung, auf Zugang zur Kultur, auf aktive Teilnahme am Schicksal des eigenen Landes und nicht durch formale Abstimmungen und immer raffiniertere Manipulationen, all diese Rechte wurden und werden von der Kubanischen Revolution garantiert.


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NEUER BEITRAG07.05.2021, 19:26 Uhr
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FPeregrin

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Kollektives VermÀchtnis

Eines der zentralen Merkmale unseres Sozialismus ist der Internationalismus. Als die Kubanische Revolution siegte, kĂ€mpften die Algerier noch gegen den französischen Kolonialismus. Kuba schickte ein Schiff mit Waffen fĂŒr die algerischen KĂ€mpfer, und dieses Schiff kehrte beladen mit hundert Waisenkindern zurĂŒck, die auf der Insel betreut und erzogen wurden. Nach dem Sieg Algeriens im Jahr 1962 war es das erste Land, das medizinische Hilfe von Kuba erhielt. 1963 beteiligten sich kubanische KĂ€mpfer an der Abwehr der marokkanischen Aggression gegen Algerien.

Die Kubanische Revolution spielte eine entscheidende Rolle in Afrika, bei der Verteidigung Angolas als souverĂ€ner Staat, bei der UnabhĂ€ngigkeit Namibias und bei der Beseitigung der Apartheid. WĂ€hrend seines Besuchs in unserem Land im Jahr 1991 sprach Nelson Mandela davon, dass »wir in Afrika daran gewöhnt sind, Opfer anderer LĂ€nder zu sein, die unser Territorium aufteilen oder unsere SouverĂ€nitĂ€t untergraben wollen«. Und er fĂŒgte hinzu: »Die kubanischen Internationalisten haben einen Beitrag zur UnabhĂ€ngigkeit, Freiheit und Gerechtigkeit in Afrika geleistet, der aufgrund der Prinzipien und der Selbstlosigkeit, die ihn kennzeichnen, keine Parallele hat.«

Mandela sagte noch etwas anderes, sehr Weitreichendes: Internationalismus ist nicht das exklusive VermĂ€chtnis der kubanischen FĂŒhrung, sondern des ganzen Volkes. Im Bewusstsein der kubanischen Bevölkerung setzte sich die Idee durch, dass die UnterstĂŒtzung anderer Völker – mit Ärzten, mit Lehrern, mit Soldaten – Teil einer elementaren revolutionĂ€ren Pflicht ist. Ich erinnere mich, dass in Nicaragua zu der Zeit, als die Yankees ĂŒber die »Contras« einen schmutzigen Krieg gegen die Sandinisten fĂŒhrten, ein kubanischer Lehrer in einer abgelegenen Region ermordet wurde. Am nĂ€chsten Tag meldeten sich spontan 100.000 Lehrer, um in derselben Region den Platz des ermordeten Kollegen einzunehmen.

Als der Hurrikan »Katrina« im Jahr 2005 New Orleans verwĂŒstete, wurde in Kuba die Henry-Reeve-Brigade gebildet und der US-Regierung angeboten, 1.600 Ärzte in die USA zu schicken, um zu helfen. Sie schlug das Angebot aus und zog es vor, die humanitĂ€re Katastrophe zu verlĂ€ngern, anstatt sich selbst zu demĂŒtigen, indem sie Hilfe von einem so verhassten Feind erhielt. Guatemala, das vom Hurrikan »Stan« verwĂŒstet wurde, Pakistan nach dem schrecklichen Erdbeben in der Kaschmir-Region, Haiti, Opfer von Erdbeben, Hurrikans und Epidemien wie der Cholera, Sierra Leone, Liberia und Guinea wĂ€hrend des tödlichen Ebola-Ausbruchs – all diese LĂ€nder erhielten die UnterstĂŒtzung der Henry-Reeve-Brigade.

Kubanische Ärzte haben im Kampf gegen Covid-19 in vielen Teilen der Welt geholfen. Obwohl die reaktionĂ€re Medienmaschinerie versucht hat, sie zu diskreditieren, haben unsere Ärzte ĂŒberall Beispiele fĂŒr UneigennĂŒtzigkeit und SolidaritĂ€t hinterlassen. Der kubanische Internationalismus hat sich auch in der Ausbildung von Ärzten in unserem Land manifestiert. Von 1960 bis heute hat Kuba mehr als 37.200 medizinische FachkrĂ€fte aus 147 LĂ€ndern ausgebildet. Die von Kuba geleistete Hilfe fĂŒr die von der Explosion des Kernkraftwerks in Tschernobyl in der heutigen Ukraine betroffenen Kinder ist eine Seite der SolidaritĂ€t, die uns mit Stolz erfĂŒllt.

Sozialistische Überlegenheit

Einer der Bereiche, in dem sich die Überlegenheit des Sozialismus gegenĂŒber dem Kapitalismus am deutlichsten zeigt, ist der des Gesundheitswesens. Wenn die Pharmaindustrie ein GeschĂ€ft ist, wenn das Gesundheitswesen ein GeschĂ€ft ist, wenn der Patient als Profitmaschine gesehen wird, dann wird alles zu einem makabren Witz. Die Pandemie hat die Tragödie des Neoliberalismus auf sehr dramatische Art und Weise zum Vorschein gebracht. Die Ungleichheiten haben sich verstĂ€rkt wie nie zuvor. Die SchwĂ€chsten, die Diskriminierten, die indigenen Völker, die Einwanderer, diejenigen, die ohne Gesundheitsschutz auf der Straße, in den HĂŒtten, unter BrĂŒcken oder in Tunneln leben, werden von der Krankheit am stĂ€rksten bedroht und sind dazu verdammt, ohne Hilfe und Hoffnung den Tod zu erwarten. Gerade jetzt, vor unseren Augen, tritt das neoliberale Prinzip »Rette sich, wer kann!« in den Mittelpunkt des Kampfes um Impfstoffe.

Einige wichtige Intellektuelle haben eine gerechtere Welt nach der Pandemie vorausgesagt, in der sich Ideen der Gleichheit und Gerechtigkeit ihren Weg durch die TrĂŒmmer der Katastrophe bahnen werden. Sie sind vielleicht zu optimistisch. Diese bessere Welt nach der Pandemie wird weitgehend davon abhĂ€ngen, was diejenigen von uns, die fĂŒr den Sozialismus kĂ€mpfen, tun können. Selten hat der Satz von Rosa Luxemburg »Sozialismus oder Barbarei« soviel Bedeutung gehabt. Auf der anderen Seite gewinnt der Neofaschismus an StĂ€rke, organisiert sich, rekrutiert wieder wĂŒtende und verzweifelte Menschen, fördert Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Fanatismus.

Als im Januar 2003 bei einer internationalen Veranstaltung zu José Martí, inmitten von George W. Bushs weltweitem »Kreuzzug gegen den Terrorismus«, auslÀndische Besucher Fidel fragten, was man tun könne, sagte Fidel: »Ideen aussÀen und Bewusstsein verbreiten.« Er hat es dreimal wiederholt.


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Das sind gesellschaftliche Fortschritte, die die Tageszeitung "junge Welt" nach der ĂŒberaus maßgeblichen Meinung der Regierung der deutschen Monopolbourgeoisie "verherrlichend dargestellt" wĂŒrden:
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Das ist eine unverschĂ€mte LĂŒge, denn diese Dinge kann man gar nicht "verherrlichend" darstellen, denn sie sind schon in ihrem Wesen herrlich: Es ist herrlich, wenn die bourgeoise Verbrecher-Blase auf den Mond geschossen wird!
NEUER BEITRAG07.05.2021, 19:28 Uhr
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FPeregrin

P.S.: ... ja, und "politisch und moralisch ĂŒberlegen" ist es auch, ganz ohne jede "Darstellung"!
• Hier gibt's was extra: mehr Debatten aus den www.secarts.org-Foren
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