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NEUES THEMA01.07.2020, 19:15 Uhr
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arktika

• Kuba: Corona & Gesundheitssystem Ein gutes, umfassendes Gesundheitssystem + das f√ľr alle, nicht nur wohnortnah (wovon hier und auch in vielen anderen L√§ndern schon viele nur tr√§umen k√∂nnen), sondern sogar wohnungsnah und rund um die Uhr erreichbar, das entsch√§rft die Corona-Lage - und nicht nur diese - gewaltig.
Ein Text von Helen Yaffe am 23. Juni auf amerika21:

Mit gutem Beispiel vorangehen: Kuba in der Covid-19-Pandemie
Die Antwort des sozialistischen Kuba auf die weltweite Pandemie ist außergewöhnlich, sowohl hinsichtlich des internen Umgangs damit wie auch wegen des internationalen Beitrags


Die Tatsache, dass eine kleine Nation, die √ľber Jahrhunderte dem Kolonialismus und dem Imperialismus unterworfen wurde und seit der Revolution 1959 sechs Jahrzehnte der kriminellen Blockade seitens der USA ausgesetzt ist, so eine beispielhafte Rolle einnehmen kann, ist dem sozialistischen System in Kuba zuzuschreiben. Die zentrale Planung verteilt die nationalen Ressourcen nach einer Entwicklungsstrategie, die das Wohlergehen der Menschen und die gesellschaftliche Teilhabe priorisiert und nicht den privaten Profit.

Die kubanischen Beh√∂rden haben schnell auf die von China zu Jahresbeginn bereitgestellten Informationen zu SARS-CoV-2 reagiert. Im Januar riefen sie eine bereichs√ľbergreifende Nationale Kommission zu Covid-19 ins Leben, aktualisierten ihren Nationalen Aktionsplan f√ľr Epidemien und begannen, H√§fen, Flugh√§fen und maritime Einrichtungen zu √ľberwachen, schulten die Angeh√∂rigen der Grenz- und Einwanderungsbeh√∂rden, damit sie auf Covid-19 reagieren k√∂nnen, und erarbeiteten einen Plan zur "Vorbeugung und Kontrolle". Kubanische Spezialisten reisten nach China, um sich hinsichtlich des neuartigen Coronavirus kundig zu machen, und die Kommissionen des wissenschaftlichen Rates der Regierung begannen mit ihrer Arbeit, um gegen das Virus anzuk√§mpfen. Im Februar wurden die medizinischen Einrichtungen umstrukturiert und man bildete Personal aus, um die Ausbreitung des Virus auf der Insel zu kontrollieren. Anfang M√§rz wurde eine wissenschaftliche und biotechnologische Gruppe geschaffen, um Behandlungsmethoden, Tests, Medikamente, Impfstoffe und andere Neuerungen in Verbindung mit Covid-19 zu entwickeln. Ab dem 10. M√§rz begann man mit der Durchf√ľhrung von Tests bei in das Land einreisenden Personen.

All das, noch bevor das Virus auf der Insel festgestellt wurde.

Am 11. M√§rz wurde best√§tigt, dass drei italienische Touristen die ersten Covid-19-F√§lle auf Kuba waren. Die kubanischen Gesundheitsbeh√∂rden traten in Aktion und organisierten Versammlungen in den Stadtvierteln, f√ľhrten gleichzeitig Haus f√ľr Haus Gesundheits-Checks, Tests und Quarant√§nema√ünahmen durch und verfolgten die Kontakte nach; all das begleitet von Schulungsprogrammen und t√§glicher Aktualisierung der Daten. Am 20. M√§rz wurden Ausgangsbeschr√§nkungen f√ľr die Bev√∂lkerung verf√ľgt und man forderte die Menschen auf, die Abstandsregeln einzuhalten und Masken zu tragen, wenn sie das Haus verlassen, um einer grundlegend wichtigen Arbeit nachzugehen. Die Steuern f√ľr die privaten Gesch√§fte und der private Schuldendienst wurden ausgesetzt, man garantierte 50 Prozent des Lohnes f√ľr die in Krankenh√§user eingelieferten Personen. Die Haushalte mit niedrigem Einkommen erhielten eine Sozial- und Familienhilfe und bekamen auch Lebensmittel, Medizin und andere Artikel nach Hause geliefert.

In Werkst√§tten im ganzen Land wurde, angeregt durch eine Volksbewegung der "Heimproduktion", damit begonnen, Masken zu produzieren, und es organisierten sich auf kommunaler Ebene Gruppen der gegenseitigen Hilfe, um die Schwachen und √Ąlteren bei den Lebensmitteleink√§ufen zu unterst√ľtzen, waren doch die langen Schlangen wieder allt√§glich geworden.

Am 24. M√§rz schloss Kuba seine Grenzen f√ľr nicht im Land ans√§ssige Personen. Eine harte Entscheidung angesichts der Bedeutung, die die Einnahmen aus dem Tourismus f√ľr den Staat haben. Jede ins Land einreisende Person musste in eine √ľberwachte Quarant√§ne mit begleitenden Tests1. In den Provinzen und Verwaltungsbezirken wurden die Verteidigungsr√§te aktiviert.

Im April wurde sowohl die Bezahlung von Rechnungen f√ľr √∂ffentliche Dienstleistungen ausgesetzt als auch der regionale und √∂rtliche Personenverkehr gestoppt, wobei man aber den Transport f√ľr das medizinische Personal und andere Personen, die in wichtigen Dienstleistungsbereichen arbeiteten, gew√§hrleistete. Man desinfizierte Havanna und andere St√§dte. 20 St√§dte in sechs Provinzen wurden unter vollst√§ndige oder teilweise Quarant√§ne gestellt. Man startete eine in Kuba entwickelte App namens "Virtuelles Screening" mit einer opt-in Funktion, die es den Nutzern erlaubt, auf eine epidemiologische Umfrage des Gesundheitsministeriums (Minsap) zu antworten, damit dieses eine statistische Analyse erstellen kann. Es wurden Ma√ünahmen ergriffen, um zu verhindern, dass das Virus in Gef√§ngnisse eingeschleppt wird, zweimal t√§glich fanden aktive Tests statt und bis zum 23. April wurde dort kein einziger Fall festgestellt.

Am 24. Mai informierte die Regierung √ľber 82 Todesf√§lle und weniger als 2.000 best√§tigte Infektionsf√§lle auf Kuba2, bei einer Bev√∂lkerung von 11,2 Millionen Einwohnern. Das bedeutet 173 best√§tigte F√§lle pro eine Million Einwohner, im Vergleich zu 3.907 pro eine Million Einwohner in Gro√übritannien. Kein Angeh√∂riger des medizinischen Personals ist gestorben, obwohl sich bis Mitte April 92 Personen aus dieser Gruppe infiziert hatten.

Diese vorbildliche Reaktion Kubas basiert auf f√ľnf charakteristischen Merkmalen seiner sozialistischen Entwicklung:

Erstens: einem einheitlichen, umfassenden und kostenlosen √∂ffentlichen Gesundheitswesen, das Pr√§vention vor Heilung stellt, mit einem Netz von Familien√§rzten, die verantwortlich sind f√ľr die allgemeine Gesundheit der Bev√∂lkerung und die mitten unter ihren Patienten leben.

Zweitens: der bio-pharmazeutischen Industrie Kubas, die an den Bed√ľrfnissen der √∂ffentlichen Gesundheit orientiert ist und fast 70 Prozent der im Land verbrauchten Medikamente herstellt und dar√ľber hinaus in 50 L√§nder3 exportiert.

Drittens: der Erfahrung der Insel auf dem Gebiet der Zivilverteidigung und der Reduzierung von Risiken bei Natur- und klimabedingten Katastrophen. Seine international anerkannte F√§higkeit, die nationalen Ressourcen zu mobilisieren, um Menschenleben zu sch√ľtzen, erlangt Kuba dank eines Netzes von Volksorganisationen, was die Kommunikation und gemeinschaftliche Aktionen erleichtert.

Viertens: der Erfahrung der Insel bei der Bek√§mpfung ansteckender Krankheiten. √úber Jahrzehnte hinweg hat Kuba medizinisches Fachpersonal in L√§nder entsandt, die unter infekti√∂sen, auf der Insel seit geraumer Zeit ausgerotteten Krankheiten leiden und hat Zehntausende Menschen aus anderen L√§ndern eingeladen, in Kuba zu studieren. Das Land verf√ľgt √ľber gut entwickelte Verfahrenweisen, um einreisende Personen unter Quarant√§ne zu stellen.

F√ľnftens: dem kubanischen medizinischen Internationalismus, dank dem 400.000 Fachkr√§fte aus dem Gesundheitsbereich in 164 L√§ndern kostenlose Gesundheitsf√ľrsorge f√ľr die Menschen geleistet haben, denen es daran ermangelte. Als die Pandemie begann, arbeiteten etwa 28.000 Fachkr√§fte aus dem Gesundheitswesen in 59 L√§ndern. Bis Ende Mai waren weitere 2.300 Spezialisten aus den kubanischen Medizinischen Brigaden Henry Reeve f√ľr den Einsatz bei Epidemien und Katastrophen in 24 L√§nder entsandt worden, um Covid-19-Patienten zu behandeln.


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NEUER BEITRAG01.07.2020, 19:19 Uhr
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arktika

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Verpflichtung zu einer öffentlichen Gesundheitsversorgung in hoher Qualität

1959 gab es in Kuba etwa 6.000 √Ąrzte, aber die H√§lfte von ihnen verschwand sehr schnell. Von den 250 kubanischen Lehrkr√§ften an der Medizinischen Fakult√§t der Universit√§t von Havanna blieben nur zw√∂lf. Es gab nur ein Krankenhaus auf dem Land. Die kubanische revolution√§re Regierung stellte sich, fast von Null beginnend, der Herausforderung, eine √∂ffentliche Gesundheitsversorgung in hoher Qualit√§t bereitzustellen. Daf√ľr gr√ľndete sie 1960 den L√§ndlichen Medizinischen Dienst (SMR- Servicio M√©dico Rural), und im Verlaufe des folgenden Jahrzehnts schickte sie Hunderte frisch ausgebildete √Ąrzte in entlegene Gebiete des Landes.4

Die Mediziner des SMR √ľbernahmen neben der Funktion als klinische √Ąrzte auch die Rolle von Ausbildern auf dem Gebiet der Gesundheit. Nationale Programme f√ľr die Pr√§vention und die Kontrolle von Infektionskrankheiten wurden aufgelegt. Seit 1962 wurden √ľber ein nationales Immunisierungsprogramm allen Kubanern acht kostenlose Impfungen verabreicht. Schnell wurden die Infektionskrankheiten einged√§mmt und schlie√ülich endg√ľltig ausgerottet. Im Jahr 1970 war die Zahl der Krankenh√§user auf dem Land auf 53 gestiegen. 1976 verf√ľgte das ganze Land √ľber Gesundheitsdienste, und die Kennziffern hatten sich bedeutend verbessert.

Im Jahr 1974 wurde ein neues, gemeindebasiertes System von Polikliniken eingerichtet, das den kubanischen Gemeinden Zugang zu Spezialisten der medizinischen Grundversorgung vor Ort bot. Sowohl die Ausbildung als auch die Politik betonten den Einfluss, den biologische, soziale, kulturelle, wirtschaftliche und Umweltfaktoren auf die Patienten haben. Die nationalen Programme fokussierten auf die Mutter-Kind-Gesundheit, die Infektionskrankheiten, auf die chronischen, nicht √ľbertragbaren Krankheiten und auf die Gesundheit der √§ltesten Erwachsenen.

1983 wurde im ganzen Land der "Plan f√ľr √Ąrzte und Krankenpfleger der Familie" (Plan de M√©dicos y Enfermeros de Familia) eingef√ľhrt, mit dem in den Wohnvierteln Familienarztpraxen eingerichtet wurden. Im Obergeschoss lebte der Arzt oder Krankenpfleger mit seiner Familie, so dass die medizinische Betreuung 24 Stunden am Tag gesichert war. Die Familien√§rzte koordinieren die Gesundheitsbetreuung und leiten die Kampagnen zur Gesundheitsf√∂rderung, die auf Vorbeugung und epidemiologische Analyse dringen. Dabei st√ľtzt man sich auf die Anlage von Krankenakten und die klinischen F√§higkeiten, w√§hrend die kostenaufwendigen high-tech-Behandlungsverfahren f√ľr diejenigen Patienten reserviert bleiben, die sie tats√§chlich ben√∂tigen; die Familien√§rzte konzentrieren die Patiententermine auf die Vormittagsstunden und machen an den Nachmittagen die Hausbesuche. Die medizinischen Teams diagnostizieren die Gesundheitssituation im Wohnviertel und verbinden die klinische Medizin mit der √∂ffentlichen Gesundheit und der individualisierten "kontinuierlichen Risiko-Einsch√§tzung und -Bewertung" (Valoraci√≥n continua y evaluaci√≥n de riesgos, VCER) ihrer Patienten. Die Familien√§rzte und Familien-Krankenpfleger sind auch in den Arbeitsst√§tten und gro√üen Schulen, in Kinderg√§rten, Altenheimen usw. t√§tig.

Bis 2005 kam in der kubanischen Bev√∂lkerung ein Arzt auf jeweils 167 Personen; das ist der h√∂chste Anteil weltweit. Kuba hat gegenw√§rtig 449 Polikliniken; jede einzelne davon betreut zwischen 20.000 und 40.000 Personen und dient als Zentrum f√ľr zwischen 15 und 40 Familien√§rzte. Es gibt mehr als 10.000 Familien√§rzte, die gleichm√§√üig √ľber die ganze Insel verteilt sind.

Die medizinische Grundversorgung ‚Äď das R√ľckgrat der kubanischen Antwort

Ein im April 2020 von Medicc Review ver√∂ffentlichter Artikel beschreibt das System der medizinischen Erstversorgung als eine "m√§chtige Waffe" gegen Covid-195. "Ohne einen fr√ľhzeitigen Zugang zu Schnelltests war klar, dass massenweise Tests nicht die erste strategische Option waren. Die medizinische Erstversorgung war es aber zweifellos."

Die kubanischen Beh√∂rden stellten sicher, dass alle zum Gesundheitswesen geh√∂renden Personen ‚Äď einschlie√ülich des Hilfspersonals ‚Äď noch vor Feststellung des Virus im Land Schulungen zu Covid-19 erhielten. Die Fach√§rzte aus jeder Provinz wurden in dem weltbekannten kubanischen Krankenhaus f√ľr tropische Krankheiten, dem Institut Pedro Kouri, geschult. Nach R√ľckkehr in ihre Provinzen schulten sie ihre Kollegen, die Direktoren der Krankenh√§user und Polikliniken.

"Im Weiteren ging man zur dritten Stufe √ľber, der Schulung der Familien√§rzte und -krankenpfleger, der technischen Angestellten der Laboratorien und der R√∂ntgendiagnostik, des Verwaltungspersonals und auch des Wartungspersonals, der Fahrer der Krankenwagen und der Transporteure der Krankenliegen ‚Äď also jedweder Person, die mit einem Patienten Kontakt haben k√∂nnte", erkl√§rte die Direktorin einer Poliklinik, Frau Dr. Mayra Garcia, die in dem Artikel im Medicc Review zitiert wird.

Jede Poliklinik schulte auch nicht zum Gesundheitswesen gehörende Menschen in ihrem geografischen Gebiet, an den Arbeitsstätten, die Inhaber kleiner Geschäfte, Vermieter von Wohnungen speziell an Ausländer oder die Verantwortlichen von Kindertagesstätten. Ihnen wurde erklärt, wie sie Symptome erkennen und Schutzmaßnahmen ergreifen können. Als Verstärkung schickte man hochqualifizierte medizinische Fachleute der Polikliniken in die Praxen der Familienärzte.

Man stellte medizinisches Personal f√ľr die √∂rtlichen Hotels bereit, um 24 Stunden am Tag f√ľr die dort wohnenden Ausl√§nder Fr√ľherkennung und medizinische Betreuung zu gew√§hrleisten. Die Notdienste ohne Voranmeldung wurden umstrukturiert, um jede Person mit Atemwegssymptomen zu isolieren und eine 24-Stunden-Beobachtung sicherzustellen. Wann immer m√∂glich, wurden die nicht im Zusammenhang mit Covid-19 stehenden Behandlungstermine verschoben oder im Falle von Vorrang-Gruppen durch Hausbesuche ersetzt.

Der Artikel im Medicc Review hebt die Bedeutung des Modells der "fortlaufenden Risiko-Einsch√§tzung und -Bewertung" im Kampf gegen Covid-19 hervor. Die gesamte kubanische Bev√∂lkerung wurde bereits in vier Gruppen unterteilt: augenscheinlich Gesunde; solche mit Krankheits-Risikofaktoren; Kranke sowie Menschen im Prozess der Erholung oder Rehabilitation. Die √Ąrzte kennen die Gesundheits-Charakteristika und die Bed√ľrfnisse der Gemeinden, die sie betreuen. "Das Modell der fortlaufenden Risiko -Einsch√§tzung und Bewertung warnt uns auch automatisch im Falle von Personen mit einer erh√∂hten Wahrscheinlichkeit von Atemwegsinfekten und Personen, deren chronische Erkrankungen die h√§ufigsten mit Komplikationen bei Covid-19 Patienten verbundenen Risikofaktoren sind", erkl√§rte Doktor Alejandro Fadragas.


Die Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR) organisierten in ganz Kuba Versammlungen, bei denen √Ąrzte und Krankenpfleger in den Wohnvierteln zum Thema Pandemie informieren konnten. Sobald die ersten F√§lle best√§tigt waren, wurden die t√§glichen Visiten der Familien√§rzte in den H√§usern und Wohnungen ausgeweitet und entwickelten sich zum "wichtigsten Werkzeug" f√ľr das aktive Aufsp√ľren von F√§llen und um dem Virus zuvorzukommen6. Etwa 28.000 Medizinstudenten schlossen sich den Familien√§rzten an, um diese Besuche Haus f√ľr Haus durchzuf√ľhren und eventuelle Symptome zu entdecken. Diese Vorgehensweise bedeutet, dass die Lage in der gesamten Bev√∂lkerung erfasst werden kann.

Die Personen, die Symptome zeigen, werden in ihre √∂rtliche Poliklinik zu einer Schnelluntersuchung geschickt. Diejenigen mit Verdacht auf Covid-19 werden in eines der neuen Isolationszentren in den Verwaltungsbezirken geschickt, die es auf der ganzen Insel gibt. Dort m√ľssen sie f√ľr maximal 14 Tage bleiben. W√§hrend dieser Zeit werden Tests durchgef√ľhrt, und sie erhalten medizinische Betreuung. Wenn sich herausstellt, dass es sich um eine andere Atemwegserkrankung handelt, kehren sie nach Hause zur√ľck und m√ľssen f√ľr mindestens 14 Tage unter begleitender Grundversorgung in h√§uslicher Quarant√§ne bleiben. Die Krankenh√§user bleiben f√ľr diejenigen reserviert, die sie wirklich brauchen.

Die Fachkr√§fte der medizinischen Grundversorgung sind auch daf√ľr zust√§ndig, schnell die Kontakte aller Verdachtsf√§lle aufzusp√ľren; diese Kontaktpersonen werden getestet und bleiben Zuhause in Quarant√§ne. Au√üerdem werden die H√§user und √∂ffentlichen Zug√§nge der H√§user jener Patienten, die in die Isolationszentren geschickt wurden, gemeinsam mit Familienmitgliedern von ‚Äěschnellen Einsatzteams‚Äú desinfiziert, die von Direktoren und stellvertretenden Direktoren der Polikliniken zusammengestellt werdern. Auch die Praxen der Familien√§rzte werden t√§glich desinfiziert.

Gleichzeitig kontrolliert das medizinische Personal t√§glich die Besch√§ftigten der Hotels, in denen ausl√§ndische B√ľrger untergebracht sind, und die Polikliniken stellen ihnen individuelle Schutzausr√ľstungen und Desinfektionsmittel zur Verf√ľgung. Die Polikliniken und die Familien√§rzte sind auch verantwortlich f√ľr die 14-t√§gige Nachbetreuung der aus den Krankenh√§usern entlassenen Covid-19-Patienten.


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NEUER BEITRAG01.07.2020, 19:22 Uhr
EDIT: arktika
01.07.2020, 19:27 Uhr
Nutzer / in
arktika

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In Kuba produzierte Medikamente

Der kubanische Leitfaden zur Behandlung der Covid-19-Patienten enth√§lt 22 Medikamente, die Mehrzahl davon auf der Insel produziert. Der Fokus liegt auf der Vorbeugung mit Mitteln zur Verbesserung der angeborenen Immunit√§t. Von Anfang an zeigte sich das Potenzial, das das kubanische antivirale Medikament Heberon hatte, ein rekombinantes Interferon alfa 2b (IFNrec) Dieses biotechnologische Produkt hat seine Wirksamkeit bei Viruserkrankungen wie Hapatitis B und C , beim Zoster Herpes, bei HIV-AIDS und beim Dengue-Fieber unter Beweis gestellt. Es wird in Kuba seit 1986 und in China seit 2003 durch ChangHeber, ein kubanisch-chinesisches Joint Venture, produziert. Im Januar 2020 w√§hlte es die Chinesische Nationale Gesundheitskommission unter 30 Medikamenten f√ľr Covid-19 Patienten aus. Da es gute Ergebnisse zeigte, f√ľhrte es bald die Liste der antiviralen Medikamente an.

Dieses Medikament ist noch effizienter, wenn man es pr√§ventiv und in den ersten Phasen der Infektion anwendet. In Wuhan, China, nahmen fast 3.000 zum medizinischen Personal geh√∂rende Personen Heberon als vorbeugende Ma√ünahme mit dem Ziel ein, ihre Immunreaktion zu st√§rken, und niemand von ihnen infizierte sich mit dem Virus, w√§hrend 50 Prozent von weiteren 3.300 √Ąrzten, die dieses Medikament nicht eingenommen hatten, sich mit Covid-19 infizierten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Johns Hopkins Zentrum und das Weltjournal der Kinder√§rzte ‚Äď unter anderen ‚Äď empfehlen IFNrec aus Kuba in den medizinischen Leitlinien verschiedener L√§nder. Das Produkt war bereits in Algerien, Argentinien, Chile, Ecuador, Jamaika, Thailand, Venezuela, Vietnam, Yemen und Uruguay registriert. Mitte April waren Anfragen zu seiner Nutzung von rund 80 L√§ndern eingegangen, und verabreicht wurde es dann von den kubanischen Medizinischen Brigaden Henry Reeve, die im Ausland Covid-19-Patienten behandeln.

Am 14. April wurde bekannt, dass man in Kuba 93,4 Prozent der Covid-19-Patienten mit Heberon behandelt habe, und nur bei 5 Prozent kam es zu schweren Verläufen. Zu diesem Zeitpunkt informierte man, dass die durchschnittliche Sterblichkeitsrate 2,7 Prozent betrug; aber bei den mit Heberon behandelten Patienten waren es nur 0,9 Prozent.

Weitere vielversprechende kubanische Medikamente sind: Biomodulin T, ein Immunmodulator, der das Immunsystem gef√§hrdeter Personen stimuliert und der in Kuba seit zw√∂lf Jahren eingesetzt wird, vor allem zur Behandlung von wiederkehrenden Atemwegsinfektionen bei √§lteren Menschen; der monoklonale Antik√∂rper Itolizumab (Anti-CD6), der zur Behandlung von Lymphomen und Leuk√§mie angewendet wird und der Covid-19-Patienten in ernstem oder kritischen Zustand verabreicht wurde, um die Sekretion entz√ľndlicher Zytokinen zu hemmen, die einen massiven Fluss von Substanzen und Fl√ľssigkeiten in die Lunge ausl√∂sen; CIGB-258 , ein neues immunmodulares Peptin, das zur Reduzierung entz√ľndlicher Prozesse entwickelt wurde. Bis zum 22. Mai waren 52 Covid-19-Patienten mit CIGB-258 behandelt worden, und die √úberlebensrate bei denjenigen mit schwerem Verlauf lag bei 92 Prozent gegen√ľber einem Durchschnitt in der Welt von 20 Prozent, w√§hrend die √úberlebensrate bei den Patienten in kritischem Zustand bei 78 Prozent lag; und schlie√ülich das Blutplasma von genesenen Patienten.

Die kubanischen Medizin-Wissenschaftler entwickeln derzeit eine eigene Version von Kaletra, einer antiretroviralen Kombination von Lopinavir und Ritonavir, die benutzt wird, um HIV/AIDS zu behandeln. Dieses Medikament in Kuba zu produzieren, wird teure Importe der großen pharmazeutischen kapitalistischen Industrie vermeiden und die Blockade durch die USA brechen. Gleichzeitig hat man an alle Bewohner der Insel kostenlos das homöopathische Medikament Prevengho-Vir verteilt, von dem man glaubt, dass es das Immunsystem stärkt. Die Medizin-Wisenschaftler evaluieren derzeit zwei Impfstoffe, um das Immunsystem zu stärken,und man untersucht vier Kandidaten eines möglichen vorbeugenden spezifischen Impfstoff gegen Covid-19.

Anfang Mai hatten kubanische Wissenschaftler Suma, ein kubanisches computergest√ľtztes Diagnosesystem zum schnellen Nachweis von Covid-19-Antik√∂rpern, entwickelt, was die Durchf√ľhrung von Massentests zu niedrigen Kosten erlaubt. "Das Ziel ist, neue F√§lle aufzusp√ľren und dann einzugreifen, zu isolieren, die Kontakte nachzuverfolgen und alle m√∂glichen Ma√ünahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass Kuba so weitermacht wie bisher", bekr√§ftigte am 11. Mai der herausragende kubanische Epidemiologe Francisco Dur√°n bei seinem t√§glichen Fernsehauftritt. Das bedeutet, dass die Insel nicht mehr von gespendeten Testsets oder von kostspieligen, im Ausland gekauften Tests abh√§ngt. Das wird die vergleichsweise hohe Zahl von Tests in Kuba noch betr√§chtlich erh√∂hen.

Das Unternehmen BioCubaFarma produziert gegenw√§rtig massenweise Masken, individuelle Schutzausr√ľstung und medizinische sowie Sanit√§rprodukte und koordiniert au√üerdem die staatlichen Unternehmen und die selbstst√§ndigen Werkt√§tigen bei den Reparaturarbeiten von lebenswichtigen Ausr√ľstungsgegenst√§nden, wie etwa den Beatmungsger√§ten. Die Bem√ľhungen Kubas, neue Beatmungsger√§te zu kaufen, werden durch die Blockade der USA, die seit fast 60 Jahren auch Nahrungsmittel und Medikamente einschlie√üt., behindert.

An der Spitze des weltweiten Kampfes

Am 18. M√§rz erlaubt Kuba dem Kreuzfahrtschiff MS Breamar, mit 684 Passagieren an Bord - mehrheitlich Briten - und f√ľnf best√§tigten Covid-19-F√§llen, in Havanna vor Anker zu gehen, nachdem das Schiff schon eine Woche seinem Schicksal √ľberlassen auf hoher See zugebracht hatte, weil Curacao, Barbados, die Bahamas, die Dominikanische Republik und die USA ihm die Einfahrt in ihre Territorialgew√§sser verweigert hatten. Die kubanischen Beh√∂rden sorgten f√ľr den sicheren Transfer der Passagiere zu Charterfl√ľgen in ihre Heimatl√§nder.

Drei Tage sp√§ter traf eine aus 53 Personen bestehende kubanische medizinische Brigade in der Lombardei (Italien) ein, zu diesem Zeitpunkt das Epizentrum der Pandemie, um die lokalen Gesundheitsbeh√∂rden zu unterst√ľtzen. Die √Ąrzte waren Mitglieder der Medizinischen Brigaden Henry Reeve, die 2017 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Anerkennung ihrer kostenlosen medizinischen Notfallunterst√ľtzung den Preis f√ľr das √∂ffentliche Gesundheitswesen erhalten hatte. Es war die erste kubanische Medizinmission in Europa. Bis zum 21.Mai waren mehr als 2.300 kubanische Fachkr√§fte des Gesundheitswesens zur Behandlung von Covid-19-Patienten in 24 L√§ndern im Einsatz, einschlie√ülich einer zweiten Brigade im Norden Italiens und einer anderen im F√ľrstentum Andorra.7


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NEUER BEITRAG01.07.2020, 19:25 Uhr
Nutzer / in
arktika

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Die Gefahr des guten Beispiels

Der kubanische medizinische Internationalismus begann 1960, aber der Export von Fachkr√§ften aus dem Gesundheitswesen war bis zur Mitte der 2000er Jahre keine Quelle staatlicher Eink√ľnfte. Das Begann mit dem ber√ľhmten Programm "Erd√∂l f√ľr √Ąrzte", mit dem 30.000 Besch√§ftigte des kubanischen Gesundheitswesens ihre Arbeit in Venezuela aufnahmen. Die Regierung von US-Pr√§sident George W. Bush versuchte, die Eink√ľnfte aus dem kubanischen medizinischen Export mit dem "Cuban Medical Professional Parole Program" zu sabotieren, das die kubanischen Fachkr√§fte ‚Äď die keinerlei Studiengeb√ľhren bezahlt hatten, die ihren Studienabschluss erreichten, ohne Schulden machen zu m√ľssen, und die freiwillig Vertr√§ge unterschrieben, im Ausland zu arbeiten und benachteiligten Bev√∂lkerungsgruppen ohne medizinischen Betreuung zu helfen ‚Äď veranlassen sollte, ihre Missionen zu verlassen im Tausch f√ľr den Erhalt der amerikanischen Staatsb√ľrgerschaft. Pr√§sident Barack Obama hielt an diesem Programm fest, sogar auch dann, als er die kubanischen √Ąrzte f√ľr ihren Kampf gegen Ebola in Westafrika lobte. Das Programm endete erst in den letzten Tagen seiner Amtszeit im Januar 2017.

Die Regierung von Donald Trump hat die Attacken gegen die medizinischen Missionen Kubas erneuert und dazu angestiftet, sie aus Brasilien, Ecuador und Bolivien auszuweisen, was Millionen von Menschen in diesen L√§ndern nun ohne gesundheitliche Betreuung zur√ľckl√§sst. Das Motiv ist das Gleiche: Einnahmen eines Landes zu blockieren, das 60 Jahre lang US-amerikanische Feindseligkeiten √ľberlebt hat.

Im Kontext der Pandemie, wo die schuldhaften Fehler der US-Regierung Zehntausende von vermeidbaren Todesf√§llen verursacht haben, stellt die weltweite Vorreiterrolle des sozialistischen Kuba eine Gefahr des guten Beispiels dar. In seinen Angriffen hat das US-Au√üenministerium die kubanischen √Ąrzte als "Sklaven" bezeichnet und behauptet, dass die kubanische Regierung nach Eink√ľnften und politischem Einfluss strebt. Es setzt die L√§nder, denen kubanischen Hilfe zugute kommt, unter Druck, diese Hilfe zu einem Zeitpunkt abzulehnen, wo sie sie dringend brauchen. Diese Angriffe sind besonders b√∂sartig, weil Kuba wahrscheinlich keinerlei √ľber die reine Kostenerstattung hinausgehende Verg√ľtung f√ľr diese Hilfe erh√§lt.

Gleichzeitig verhindert die US-Blockade, die als Strafma√ünahme unter der Pr√§sidentschaft von Trump noch versch√§rft wurde, den Kauf von Beatmungsger√§ten, die Kuba dringend f√ľr seine eigenen Covid-19-Patienten ben√∂tigt. Eine chinesische Spende f√ľr Kuba mit medizinischen Ausr√ľstungsgegenst√§nden wurde blockiert, weil die Fluggesellschaft, die die G√ľter transportierte, aus Angst vor der Strafe der USA Kuba nicht anflog. Derzeit wird die internationale Forderung nach Beendigung aller Sanktionen, insbesondere gegen Kuba, das seine weltweite F√ľhrerschaft im Kampf gegen SRAS-CoV-2 bewiesen hat, immer lauter.

Wir sollten uns dieser Forderung anschlie√üen. Es gibt auch Aufrufe von Organisationen und Einzelpersonen zur Nominierung der Medizinischen Brigaden Henry Reeve f√ľr den Friedensnobelpreis.

Was aus dieser Geschichte √ľber den auf festen Prinzipien basierenden medizinischen Internationalismus ganz klar wird, ist, dass mit oder ohne Anerkennung das revolution√§re Kuba weiter f√ľr die Gesundheitsversorgung √ľberall in der Welt k√§mpfen wird, wo immer seine B√ľrger und B√ľrgerinnen und sein Beispiel hingelangen k√∂nnen.

Helen Yaffe ist Professorin f√ľr Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universit√§t Glasgow, spezialisiert auf die Entwicklung Kubas und Lateinamerikas

F√ľr weitere Details zur kubanischen Reaktion auf Covid-19 siehe Medicc Review, April 2020


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#kuba
#corona
#pandemie
#gesundheitswesen
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