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NEUES THEMA28.10.2018, 00:10 Uhr
Nutzer / in
retmarut

• Deutliche Veränderungen bei Direktmandaten Der Niedergang von CDU und SPD sowie der derzeitige Höhenflug der Grünen und das Stimmenpotential der AfD im Osten werden bei der nächsten Bundestagswahl zu massiven Veränderungen im Bereich der Erststimmen, und damit der Direktmandate, führen.
Verlierer sind die SPD und CDU (nicht so sehr die CSU, die nur in Müchen und evtl. Nünberg an die Grünen abgeben muss), Gewinner die Grünen, die in Groß- und Universitätsstädten Westdeutschlands etliche Direktmandate erhalten würden, sowie die AfD, die von ihrem Kernland Sachsen ausgehend, wo sie bis auf Leipzig II alle Direktmandate erhielte, auch in Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt sowie in Vorpommern mehrere Direktmandate erringen könnte.
Die PDL könnte ihre drei Stamm-Wahlkreise in Ostberlin sichern sowie in Berlin-Pankow, Leipzig II und Rostock ebenfalls Direktmandate erzielen.

Das Ganze zeigt, wie eng mittlerweile in vielen Westwahlkreisen CDU, Grünen und (oftmals noch) SPD beieinanderliegen. Damit wird auch das taktische Vergeben der Erststimme (insb. Grüne > SPD) zunehmend wegfallen (oder sich umkehren SPD > Grüne).

Im Osten läuft es zusehends auf eine andere Konstellation hinaus, wo sich CDU und AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Direktmandate liefern (die PDL spielt da nur noch in den Großstädten Rostock, Leipzig und Magdeburg mit). Dabei kann die AfD, wie schon bei der Sachsen-Landtagswahl zu sehen war, selbst mit politischen Nobodys und Hohlpfeifen gegen langjährige CDU-Kandidaten siegen.

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Im Vergleich dazu die Prognose zu den Zweitplatzierten, wo die Grünen der SPD den Rang deutlich abgelaufen haben: Link ...jetzt anmelden!

Prognostizierte Direktmandate / Direktmandate BTW 2017 / Differenz

CDU 147 / 185 / -38
CSU 42 / 46 / -4
SPD 49 /59 / -10
AfD 31 / 3 / +28
PDL 6 / 5 / +1
Grüne 23 / 1 / +22
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NEUER BEITRAG28.10.2018, 00:38 Uhr
Nutzer / in
Stephan

Grundsätzlich gibt es aber schon das Problem, dass bei mehreren 20%-Parteien die am Besten abschneidende überproportional Direktmandate holt, in Bayern die CSU. Das führt zu großen Parlamenten und einer Unterrepräsentierung der Wahlkreisgewinner im Parlament, so dass eine recht einfache Reform (Vergrößerung der Wahlkreise und nur 1/3 der Plätze über Erststimmen) da Abhilfe schaffen könnte.
NEUER BEITRAG28.10.2018, 02:24 Uhr
Nutzer / in
retmarut

Das Anwachsen der Abgeordnetenzahlen ist primär ein logistisches Problem, weil irgendwann die Hütte zu klein wird für die vielen Plenarsessel und die Abgeordnetenbüros. Die Kosten für den Bereich Bundestag sind im Vergleich zum restlichen Bundeshaushalt zwar steigend, aber weiterhin relativ überschaubar (nur ca. 950 Mio. EUR/a).

Den Abgeordnetenzuwachs wäre man los, wenn man im Wahlrecht rigoros die Erststimme, als personalisierte Verhältniswahl letztlich ein Relikt aus der Mottenkiste, striche. Dann hätte man ein wirklich reines Verhältniswahlrecht mit vorher feststehenden Parlamentssitzen, ohne diese Überhang- und Ausgleichmandate, die den Bundestag aufblähen. Dann verteilt man 100, meinethalben auch 299, Sitze und gut ist.

Ein Übergewicht an Direktmandaten betrifft bei der derzeitigen Prognose tendenziell nur die CDU (ca. 147 Direktmandate bei ca. 124 Sitzen Zweitstimmenanteil), soweit ich das erkennen kann. Alle anderen Parteien würden in dieser Prognose (!) bundesweit nicht auf Überhangmandate kommen.

Käme es also durch den Höhenflug von AfD und Grüne nicht eher zu einem tendenziellen Absinken der Gesamtzahl an Ausgleichsmandaten im Vergleich zu 2017?

NB: 2017 gab es 46 Überhangmandate (36 CDU, 7 CSU, 3 SPD) und 65 Ausgleichsmandate. Nach obiger Schätzung gäbe es ca. 23 Überhangmandate der CDU bei einer fiktiven Bundestagswahl am 28.10.2018.
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