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NEUES THEMA12.03.2013, 19:17 Uhr
EDIT: JvA
13.03.2013, 19:31 Uhr
Nutzer / in
JvA

• Staatsmonopolitischer Kapitalismus (Staat und Revolution) Hallo Genossinen und Genossen,
ich bin gerade dabei um Urlaub Staat und Revolution von Lenin zu lesen. Ich weiß, ich hätte das schon viel früher tun sollen aber ich bin irgendwie nicht dazu gekommen. Also ich musst echt sagen ist ein SUPER Buch und ich kann es JEDEM nur empfehlen. Die die es schonmal gelesen haben werden durch die Wiederholung sicher noch einiges Lernen und die die es noch nicht gelesen haben werden so unglaublich viel Lernen dass es wirklich eine Pflicht Lektüre ist für jeden Kommunisten ist! (Wie konnte ich mich so nennen ohne dieses Buch gelesen zu haben? smiley )


Aber nun auch die im Titel angekündigte Frage:
An mehreren stellen in dem Buch macht Lenin in seinen Buch eine ganz klare Unterscheidung zwischen dem Monopolistischen und dem Staatsmonopolistischen Kampitalismus. So schreibt er beispielsweise in dem Kapitel 3 unter der Überschrift Aufhebung des Parlamentarismus:
"Ein Geistreicher deutscher Sozialdemokrat der 70'er Jahre des letzten Jahrhunderts bezeichnete die Post als Muster sozialistischer Wirtschaft. Dass ist durchaus richtig. Gegenwärtig ist die Post ein Betrieb, der nach dem Typ des Staatskapitalistischen Monopols organisiter ist. Der Imperialismus verwandelt nach und nach alle Trust in Organisationen ähnlicher Art.

Jetzt kann ich mir schon vom Namen her vorstellen, worum es bei den beiden Begriffen geht, habe aber den Clou des ganzen noch nicht so richtig verstanden. Was ist damit ganz genau gemeint, woran kann man das heute "Messen" und wieso ist diese Unterscheidung wichtig?
NEUER BEITRAG14.03.2013, 23:34 Uhr
Nutzer / in
retmarut

Frage zum Staatsmonopolitischen Kampitalismus (aus Staat und Revolution) Ganz kurz (und hoffentlich nicht gar zu verkürzt):
Der Monopolkapitalismus bezeichnet den Entwicklungsschritt weg von der freien Konkurrenz hin zur zunehmenden Zentralisierung des Kapitals (als Monopole, Trusts, Verflechtung von Industrie- und Bankkapital), also zum imperialistischen Stadium des Kapitalismus. Der Monopolkapitalismus entsteht erst einmal unabhängig vom staatlichen Apparat, hat aber natürlich die Tendenz sich diesen für das jeweilige Eigeninteresse zunehmend nutzbar zu machen.

Staatsmonopolistischer Kapitalismus (SMK) bezeichnet eben, wie Du schon schriebst, diese zunehmende Verpflechtung und Durchdringung des Staates durch die Monopole. D.h. diese nutzen zunehmend die Funktionen des Staates für ihre eigenen Interessen. SMK ist also so besehen eine Fortentwicklung des Monopolkapitalismus.

Im bürgerlichen Deutschland ist traditionell der SMK recht stark verwurzelt, was u.a. mit der historischen Entwicklung des Kapitalismus in diesem Land zu tun hat (also ein traditionell stark ausgeprägter, zu spät gekommener Ordnungsstaat, zumal ein deutlich reaktionärer). In einigen anderen imperialistischen Staaten ist diese Durchdringung nicht unbedingt so tief, weil deren staatliche und ökonomische Entwicklung etwas anders abgelaufen ist. (Trotzdem sind sie als SMK zu werten.)

Wann genau die Phase des SMK eintritt, das lässt wohl schwerlich "messen", weil das ja kein abrupter, sondern ein schleichender Übergang ist. Der 1. Weltkrieg war sicher ein Beschleuniger dieser Entwicklung (in Form von staatlicher Zusammenführung von Konzernen für die Kriegsproduktion und dabei stets enge Vernetzung mit staatlichen Institutionen), ebenso der 2. Weltkrieg.

Ich empfehle Dir den Text "Privateigentum und Finanzkapital" von Beate Landefeld aus den aktuellen Marxistischen Blättern, wo sie auf die Situation im gegenwärtigen Deutschland näher eingeht.
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