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NEUES THEMA01.07.2016, 12:07 Uhr
EDIT: tolpatchow
28.01.2019, 01:52 Uhr
Nutzer / in
tolpatchow

• Taiwan feuert Rakete auf VR China! Angeblich ein Versehen, aber ausgerechnet zum 95. Jahrestag der Gründung der KPCh sicher kein Zufall!

SPON:

Der Zwischenfall könnte womöglich ein politisches Nachbeben auslösen: Bei einer Militärübung in der Meerenge zwischen China und Taiwan hat die taiwanische Marine am Freitag versehentlich eine Schiffsrakete Richtung der Volksrepublik abgefeuert.

Die überschallschnelle Rakete landete nach zwei Minuten im Meer nahe der Penghu-Inseln, wie die taiwanische Marine mitteilte. Dabei wurde ein Fischerboot getroffen. Ein Mensch starb, drei weitere Besatzungsmitglieder wurden verletzt.

Es sei ein Fehler bei einer Übung gewesen, sagte Taiwans Vizeadmiral Mei Chia-shu. Die Besatzung habe Einsatzvorschriften nicht befolgt. Der Abschuss erfolgte durch ein Patrouillenschiff vom Marinestützpunkt Zuoying in der Hafenstadt Kaohsiung in Südtaiwan.

Die Rakete vom Typ Hsiung Feng III habe aber nicht die Mittellinie des Meeresweges der Taiwanstraße zwischen China und der Insel überquert, die beide Seiten respektieren. Der Flugkörper hat nach Angaben der Nachrichtenagentur CNA eine Reichweite von 300 Kilometern. Der kürzeste Abstand zwischen beiden Küsten beträgt 130 Kilometer.

In China wird gerade der 95. Gründungstag der Kommunistischen Partei gefeiert. Die Beziehungen zwischen dem kleinen Inselstaat und der Volksrepublik, die Taiwan als abtrünnige Provinz ansieht und auf eine Wiedervereinigung drängt, sind angespannt.

Im Mai hatte Tsai Ing-wen das Präsidentenamt Taiwans übernommen. In ihrer Antrittsrede war sie indirekt auf Distanz zu China gegangen. Die Staatschefin vermied es, sich erneut für das Ein-China-Prinzip auszusprechen, wonach beide Seiten anerkennen, dass es nur "ein China" gibt. Dies hatte Peking von ihr gefordert.


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#VRCHINA
#TAIWAN
NEUER BEITRAG01.07.2016, 19:15 Uhr
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secarts

Taiwan feuert Rakete auf VR China! Das war sicherlich kein Zufall. Das Gerät ist abgestürzt und nicht explodiert. Hätte es keinen Defekt gegeben, wäre die Rakete in der Lage gewesen, rund 150 Kilometer in das Festland vorzudringen.

Die Führung der VR China eskaliert den Vorfall bislang nicht, es gibt keine offizielle Stellungnahme, nur eine offiziöse: der Chef des Amtes für Taiwanfragen hat auf die Vereinbarung von 1992 zwischen Taiwan und Festland hingewiesen, die sog. "ein-China-Doktrin". Xi Jinping hat dies auf einer Feier zum Jahrestag der Parteigründung ebenfalls getan.

Meldung aus der jungen Welt (Wochenendausgabe, S. 1):

Raketenangriff in Richtung VR China
Taiwaner Administration: Abschuss nicht im »normalen« Protokollrahmen


Die taiwanesische Marine hat eine Schiffsabwehrrakete in Richtung Festlandchina abgefeuert. Wie sie am Freitag mitteilte, traf das Projektil einen taiwanesischen Fischkutter und tötete einen Menschen. Der Vorfall in der Taiwanstraße, einer maximal 180 Kilometer breiten Meerenge zwischen der Volksrepublik und der Insel, zog zunächst keine expliziten Reaktionen der VR China nach sich.

Die Rakete vom Typ »Hsiung Feng III« mit einer Reichweite von 300 Kilometern wurde den Angaben zufolge während einer Übung von einem in dem südlichen Marinestützpunkt von Zuoying liegenden Kriegsschiff in Richtung Festlandchina abgefeuert. Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass der Vorfall nicht im Rahmen des »normalen« Protokolls stattfand. Vielmehr werde menschliches Versagen vermutet, sagte ein Marinevertreter.

Wie die Marine mitteilte, durchschlug die Rakete am Morgen (Ortszeit) den taiwanischen Trawler »­Hsiang Li-sheng«, ohne zu explodieren. Der Kutter sei nicht gesunken. Der Kapitän des Bootes wurde getötet, drei Menschen, darunter ein vietnamesisches und ein philippinisches Besatzungsmitglied, wurden verletzt. Aus Taipeh hieß es, die Regierung der VR China sei über den Vorfall informiert worden.

Seit der Trennung der Verwaltungen von Festland und Insel nach Ende des chinesischen Bürgerkriegs 1949 sind die Beziehungen zwischen der Volksrepublik und der Taiwaner Administration, die sich selbst »Republik China« nennt, angespannt. Ein Wiederannäherungsprozess, der zu Beginn der neunziger Jahre eingeleitet wurde, wird durch separatistische Bestrebungen in Taiwan immer wieder torpediert. Dennoch akzeptieren beide Seiten das sogenannte Ein-China-Prinzip. Die neue Präsidentin Taiwans, Tsai Ing-wen, hatte sich nun im Gegensatz zu ihrem Amtsvorgänger demonstrativ nicht zur Integrität des ganzen Landes bekannt. Die »Republik China« wird von nur 22 Staaten anerkannt.(AFP/jW)

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NEUER BEITRAG01.07.2016, 19:15 Uhr
Nutzer / in
secarts

Taiwan feuert Rakete auf VR China! Kommentar dazu, junge Welt Wochenendausgabe, S. 8:

Spiel mit dem Feuer
Taiwan feuert Rakete in Richtung VR China


Die taiwanesische Präsidentin Tsai Ing-wen hat es eilig. Erst seit Mai im Amt, legt die Vorsitzende der »Demokratischen Fortschrittspartei« (DPP) als neue Chefin der Inseladministration ein beachtliches Tempo an den Tag. Ihr Anliegen ist die formale Unabhängigkeit Taiwans, die Zerschlagung jener zarten Bande, die zwischen den verfeindeten Teilen Chinas in den letzten 25 Jahren geknüpft wurden. Sie bleibt damit der Linie ihrer Amtsvorgänger, soweit sie von der DPP stammten, treu.

Ein gefährlicher Kurs, nicht zuletzt für Präsidenten mit DPP-Parteibuch selbst: Chen Shui-bian, bis 2008 im Amt, verbüßt seit 2009 eine langjährige Haftstrafe. Chen, der zuletzt nur noch mit Suizidversuchen von sich reden machte, war der bislang aggressivste Separatist im Präsidentenpalast von Taipeh. Hinter seinem Sturz stecken auch Konflikte zwischen den alten Kolonialherren aus Japan, die immer noch ein Auge auf die Insel geworfen haben, und der neuen »Schutzmacht«, den USA. Indes: Auch »Schutzgebiet« ist nur ein Euphemismus für Kolonie.

Präsidentin Tsai immerhin sitzt noch nicht im Gefängnis. Für die Sicherheit der Region ist das keine gute Nachricht. Erst am Freitag feuerte Taiwans Marine eine Rakete in Richtung chinesisches Festland. Sie durchschlug einen (taiwanesischen) Fischkutter und tötete ein Besatzungsmitglied. Geplant war das so sicher nicht. Das Projektil hat eine Reichweite von 300 Kilometern; die Taiwan-Straße ist keine 180 Kilometer breit.

Ob es einen Zusammenhang mit einem neuen, von den USA entwickelten Raketenabwehrsystem gibt, das Taiwan in diesem Monat testen will, ist unklar. Am Freitag, als die Rakete abgeschossen wurde, beging die Volksrepublik den 95. Gründungstag der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh). Das ist kaum ein Zufall. Schließlich war es der Sieg der Kommunisten 1949, der den damaligen Diktator Chiang Kai-shek mitsamt seiner Soldateska zur Flucht auf die Insel zwang.

Seitdem laviert Taiwan zwischen Japan und den USA hin und her. Die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Agonie des japanischen Imperialismus gebiert reale Kriegsgefahr. Der aggressive Kurs der US-Führung gegenüber China ebenso. Nur die Regierung der Volksrepublik bleibt besonnen. Staatspräsident Xi Jinping bekräftigte am Freitag bei einer Jubiläumsfeier zur Gründung der KPCh die offizielle Linie, dass es nur »ein China« gibt. Dazu bekennt sich formal selbst die Administration Taiwans. Kaum ein Land erkennt die Insel als unabhängigen Staat an. Auch die USA nicht, die BRD ebensowenig.

Bild- und Spiegel-online wussten am Freitag bereits mit absoluter Sicherheit: Der Raketenabschuss war ein »Versehen«. Auch da hat sich nichts geändert: Diplomaten belügen, das wusste schon Kurt Tucholsky, Journalisten. Und glauben dann das, was in der Zeitung steht. So wurden – und werden – Kriege vom Zaun gebrochen.

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