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NEUES THEMA08.02.2016, 21:40 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

• USA: Ende der antikom. Hegemonie? "Sozialist" Bernie Sanders bei Vorwahlen der Demokraten in Iowa etwa gleichauf mit Mrs. Clinton. Bei den Wählern zwischen 17 und 29 Jahren hat er 84 Prozent gekriegt. Hierzu aus den letzeten Tagen die jW ( Link ...jetzt anmelden! ), die Seite der SAV (nun denn) ( Link ...jetzt anmelden! ) und ein Interview mit Richard Wolff auf Telepolis ( Link ...jetzt anmelden! ).

Auch: Die wiedergewählte Stadträten von Seattle Kshama Sawant am 10. Jaunar auf der Seite der SAV, hier:
Link ...jetzt anmelden! .

Vielleicht mehr als ein kleines Kräuseln?
NEUER BEITRAG09.02.2016, 10:16 Uhr
Nutzer / in
retmarut

USA: Ende der antikom. Hegemonie? Ich finde schon, dass die Gen. Sawant mit ihren Mitstreitern in Seattle eine Menge in die Wege leiten konnte. Seattle ist allerdings mit seiner Bevölkerungsstruktur und dem politischen Klima dort etwas anderes als viele andere US-Städte.

Dass sie jetzt zum SAV-Kongress nach Berlin kommt, um dort zu berichten und zu diskutieren, ist doch sehr gut. Vielleicht lernen die Gen. aus der SAV dabei einiges, wie man aufzutreten hat und wie man eben nicht aufzutreten hat, um Massenanhang zu erhalten.

Eines an ihrem Text kann ich aber nicht nachvollziehen:
"In den USA ist der Begriff „Sozialismus“ nicht so negativ besetzt wir in Europa."

Meine Vorstellung war eigentlich immer, dass - im Durchschnitt - die Situation eher anders herum sei. Natürlich gibt es an den Unis in den USA und im akademischen Bereich mehr Lehrstühle, die sich mit Marxismus beschäftigen und marxistische Positionen lehren, allerdings sind diese eben auch meist sehr separiert von der US-Arbeiterklasse.
In Europa hingegen, ist die akademische Vermittlung marxistischer Positionen tatsächlich auf dem Rückzug, dafür gibt es hier durchaus noch Massenorganisationen und -publikationen, in der die marxistische Theorie verankert ist oder doch zumindest am Rande gepflegt wird.
Daneben natürlich die antikommunistischen Wüsten, v.a. (aber nicht nur) in Teilen Ost-Mittel-Europas, wo die Beschäftigung mit sozialistischen Ideen (und erst recht eine entsprechende Organisierung) mit Furor verfolgt wird, vgl. z.B. Ungarn, das Baltikum, durchaus auch Polen ...

Vielleicht ist es also auch für die Gen. Sawant ganz gut, mit ihrem Berlin-Besuch einen anderen, zusätzlichen Blick auf Europas Linke zu erheischen.
NEUER BEITRAG09.02.2016, 15:15 Uhr
EDIT: FPeregrin
09.02.2016, 18:54 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

USA: Ende der antikom. Hegemonie? Erstaunlicher als das lokale Phänomen Kshama Sawant finde ich allerdings die knapp 50% demokratischer Stimmen (und die 84% bei den u30) im Corn-Belt-Staat Iowa für Bernie Sanders, selbst wenn der nur ein Sozi skandinavischen Zuschnitts sein sollte. Daher die Frage nach dem möglichen Bruch der alten Hegemonie.
NEUER BEITRAG10.02.2016, 15:02 Uhr
Nutzer / in
retmarut

USA: Ende der antikom. Hegemonie? Lokale Abweichungen vom Zwei-Parteiensystem hat es in US-Städten immer mal gegeben. Muss man tatsächlich als kommunale Phänomene betrachten. Ähnliches geschieht ja auch in GB ab und an.

Dass es bei den Demokraten bei (fast) jeder Präsidentenwahl auch linke Kandidaten gibt (gemessen am US-Parteienspektrum), ist auch nichts Neues. Die machen in manchen Staaten in den Vorwahlen dann Punkte, letztlich setzen sich aber die finanzstärkeren Hegemonialkandidaten durch. Jesse Jackson kann davon ein Liedchen singen. Diese linken Kandidaten werden von den Demokraten auch gebraucht, um linke Spektren, die den Wahlen (wegen Wahlalternativen) eher fernbleiben, für das eigene Lager zu mobilisieren.
Das ist auch ein Grund, warum ein Obama bei seiner ersten Wahl auf die antirassistische Karte und Sozialprojekte gesetzt hat und H. Clinton unter dem Label Feminismus durch die Gazetten getourt ist. Man versucht halt, möglichst viele Unentschlossene und Nichtwähler abzuholen. Denn de facto läuft die Wahl in den USA schon seit vielen Jahren lediglich auf die Frage aus, wer die "swinging states" erobern kann; echte Landgewinne im gegnerischen Lager sind selten.

Ich bin der Meinung, man darf den Antikommunismus in den USA nicht größer zeichnen als er ist. Natürlich gibt es Bible Belt, Tea Party, Fox News und Southern Rednecks. Die USA haben aber immer auch linke Bewegungen gehabt, die sich allerdings in erster Linie dem notwendigen antirassistischen und demokratischen Kampf gewidmet haben, aber natürlich auch immer der Klassenfrage.
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