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NEUES THEMA26.07.2015, 19:47 Uhr
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retmarut

• Jing-Jin-Ji: Neue Metropolenregion in der VR China geplant Tianjin, Beijing und die Region Hebei sollen zur gemeinsamen Metropolenregion verbunden werden. Genau das wird derzeit in der VR China geplant und soll in Kürze begonnen werden. Dabei werden zentrale staatliche und universitäre Einrichtungen sowie bestimmte Industriebereiche in die neuerschlossenen Gebiete verlagert. Das bedeutet auch, dass ein bdeutender Teil der staatlichen Verwaltung aus dem bisherigen Stadtbereich Beijings (insbesondere dem historischen Kern) verlagert wird.
Die neue Stadt soll dann Jing-Jin-Ji heißen, zusammengesetzt aus den Wortteilen der bisherigen Städte (Bei)-jing, (Tian)-jin sowie -ji (alter Name für die Region Hebei), übersetzt etwa "Hauptstadt der Region Ji/Hebei"- Es sollen 130 Mio. Menschen in dieser neuen Stadtstruktur Platz finden.

Anders als in Deutschland, wo Straßen, Bahnen, Infrastruktur zerfällt und auf Verschleiß gefahren wird, wo Wutbürger und instrumentalisierte Feldhamster neue Straßenführungen, Stromtrassen, Windkraftanlagen, Flusswegeausbaggerungen etc. über Jahre verhindern, wäre solch ein Infrastukturprogramm gar nicht denkbar. Die VR China zeigt, wie man sinnvoll Binnenwirtschaft und Infrastruktur ausbaut und in die Zukunft blickt.

Hier ein Beitrag aus SPON, mit dem üblichen Halbwissen der SPON-Redaktion, aber dennoch lesenswert:


Projekt Jing-Jin-Ji: China plant 130-Millionen-Megacity

Von Ulrike Putz

Eine Fläche, mehr als doppelt so groß wie Bayern: Peking wird nach dem Willen der chinesischen Staatsführung mit zwei seiner Nachbarregionen zur gewaltigsten Stadt der Welt verschmolzen. Name des Giga-Projekts: Jing-Jin-Ji.

Die U-Bahn-Station Haojiafu, eine knappe Fahrtstunde außerhalb Pekings, ist blitzsauber. Selten geistert ein Fahrgast durch die hellgrau gekachelten Gänge, denn sie liegen im Nirgendwo: Auf den Feldern ringsherum ernten Bauern Getreide, dazwischen lassen Schäfer ihre Herden grasen. Nur die sechsspurige Autobahn, die das Idyll zerschneidet, erinnert an die Zukunft, die Haojiafu vorherbestimmt ist: In wenigen Jahren soll hier das Herz des kommunistischen Chinas schlagen.

Große Teile der Verwaltung und der Regierung Chinas sollen schon bald aus dem Zentrum Pekings verschwinden und an Orte wie Haojiafu ziehen. Ministerien, Universitäten, Krankenhäuser und vielleicht sogar die Zentrale der Kommunistischen Partei sollen auf die grüne Wiese verlagert werden. Der Umzug werde spätestens 2017 beginnen, sagte Guo Jinlong, Politbüromitglied der Kommunistischen Partei in Peking, vor einigen Tagen.

Der Wegzug der Institutionen aus der Pekinger Innenstadt ist Teil des wohl weltweit größten Stadtplanungsprojekts, das China nach jahrzehntelanger Vorbereitungsphase nun in Angriff nimmt. Danach stehen der Hauptstadt der Volksrepublik und seinen Nachbarregionen gigantische Umbauten bevor.

Aus Peking, der Hafenstadt Tianjin und der Provinz Hebei wird eine neue Megastadt auf einer Fläche von mehr als 200.000 Quadratkilometern. Bis zu 130 Millionen Einwohner soll der Moloch nach seiner Vollendung haben und damit das bei Weitem größte urbane Zentrum weltweit sein. Als Name haben sich die Planer Jing-Jin-Ji einfallen lassen: ein aus den Städtenamen Beijing, Tianjin und dem historischen Namen für Hebei, "Ji", gebasteltes Kürzel.

Umzug soll auch Luftprobleme lösen

Der Koloss, für den das heute etwa 22 Millionen Einwohner fassende Peking als eine Art Innenstadt fungieren soll, wird mehr als doppelt so groß sein wie Bayern. Der gigantomanische Plan markiert eine Kehrtwende der chinesischen Baupolitik: Bislang war es Ziel der Zentralregierung, ihre Institutionen im historischen Zentrum des kaiserlichen Pekings anzusiedeln und so den historischen Sieg der Arbeiterklasse zu feiern. Doch im Mai kündigte Präsident Xi Jinping Pekings Entzerrung an und sagte, der Bau der Superstadt sei Teil der Reformagenda, mit der China sich für die kommenden Jahrzehnte fit machen wolle.

Jing-Jin-Ji soll danach das nordchinesische Gegenstück zu den zwei bereits bestehenden Wirtschaftszonen im Delta des Jangtse rund um Shanghai und in Nanjing in Zentralchina werden. Hintergrund der Entscheidung sind politische wie wirtschaftliche Überlegungen: Indem Institutionen und bis zu 1200 Industriebetriebe von Peking aufs Land ziehen, sollen dort einerseits Arbeitsplätze geschaffen werden. Auch Hospitäler, Schulen und Universitäten werden ausgelagert. So soll das extreme Entwicklungsgefälle zwischen Stadt und Land, das politisch für wachsende Unruhe sorgt, ausgeglichen werden.

Indem die Arbeitsplätze näher an die Wohnviertel rücken, könnte auch ein zeit- und nervenraubendes Problem behoben werden: Derzeit pendeln viele Berufstätige in Peking jeden Tag bis zu fünf Stunden zu und von ihren Arbeitsplätzen. Gleichzeitig soll der von Umweltverschmutzung und Übervölkerung geplagten Metropole so Luft zum Atmen verschafft werden.

Konkreter Zeitplan ist geheim

Jedes der drei Subzentren der Megastadt soll einen eigenen Charakter wahren: Peking mittendrin als intellektuelles Zentrum, Hort von Kultur und Technologieentwicklung. Tianjin wird danach die großen Produktionsstätten beherbergen und mit seinem Hafen die Anbindung an die internationalen Verkehrswege garantieren. Hebei wird vor allem Platz für Wohnungen, Betriebe und Lebensmittelanbau bieten. Mit Hochgeschwindigkeitszügen soll es von Subzentrum zu Subzentrum maximal eine Stunde dauern.

Dass die neue Megastadt trotz Chinas nachlassendem Wachstum florieren wird, halten Experten für wahrscheinlich. Die Betriebe der Jing-Jin-Ji-Region produzierten vor allem für den chinesischen Markt und hätten die jüngsten Krisen der Weltwirtschaft gut überstanden, schreibt die Ökonomin Hong Yu in einer gerade veröffentlichten Studie über die Entwicklung der verschiedenen Regionen Chinas. In Tianjin gebe es zwar viele Betriebe, die auf den Export setzten, doch seien sie meist auf High-Tech-Produkte spezialisiert und das sei eine zukunftsträchtige Branche.

Wie genau die Integration der so unterschiedlichen Regionen ablaufen soll, ist noch nicht bekannt. Auch der genau Zeitplan für die Umstrukturierung der Hauptstadtregion ist bislang geheim. Lokale Medien spekulierten diese Woche, dass die Zentralregierung das Volk am 1. Oktober, dem chinesischen Nationalfeiertag, über die Details des Vorhabens informieren könnte.

Sollte es so kommen, dürfte dies mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Immobilien-Goldrausch in den drei betroffenen Regionen führen: Allein das Gerücht, ein Ort könnte zum neuen Standort eines ausgelagerten Betriebs werden, hat zuletzt die Quadratmeterpreise für Wohnraum in den ländlichen Gebieten rund um Peking in die Höhe schießen lassen. In Lucheng in der Provinz Tongzhou seien die Quadratmeterpreise zwischen Mai und Juni um 730 Euro pro Quadratmeter gestiegen, berichtet die "China Daily" - und das, bevor verkündet wurde, dass ein Teil der Pekinger Verwaltung hierher ausgelagert werden würde.

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NEUER BEITRAG29.11.2016, 08:26 Uhr
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RevLeft

Jing-Jin-Ji: Neue Metropolenregion in der VR China geplant Spon:

China steckt in den kommenden Jahren insgesamt 33,9 Milliarden Euro in den Ausbau von Eisenbahnverbindungen in der geplanten Megastadt Jing-Jin-Ji. Konkret gehe es um neun Bahnprojekte mit einer Gesamtlänge von 1100 Kilometern, die bis zum Jahr 2020 umgesetzt werden sollten. Das teilte die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission mit. Der Rahmenplan reiche bis ins Jahr 2030.

Zu dem neuen Ballungszentrum gehören die Hauptstadt Peking, die Hafenstadt Tianjin und die Provinz Hebei. Der Name Jing-Jin-Ji ist ein Kürzel aus den Städtenamen Beijing, Tianjin und dem historischen Namen für Hebei, "Ji"


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NEUER BEITRAG29.11.2016, 15:45 Uhr
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retmarut

Jing-Jin-Ji: Neue Metropolenregion in der VR China geplant In der VR China setzt man riesige Infrastrukturprogramme um. - Und in Deutschland verhindern wildgewordene Kleinbürger den schnellen Bau einer Stromtrasse von Nord nach Süd. Dieses Land ist nicht nur digital abgehängt, sondern beweist auch, wie fortschrittshemmend der Kapitalismus in seinem Endstadium sein kann.
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