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Israel / Palästina / Syrien / Libanon
  begonnen von Schlueter am 07.08.2006  | 19 Antworten  | geschlossen
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NEUES THEMA07.08.2006, 13:59 Uhr
EDIT: Schlueter
09.08.2006, 19:10 Uhr
Nutzer / in
Schlueter

• Israel / Palästina / Syrien / Libanon Derzeit werden wir mit Meldungen aus dem nahen Osten überströmt: Das gute Israel vs die böse Hisbolla - heisst es in den bürgerlichen Medien.
Dass es nicht um die 2 entführten Soldaten geht, dürfte ja mittlerweile jedem klar sein. Welches Interesse hat Israel wirklich?
Um dieses komplexe Thema anzugehen, bedarf es jede menge Fingerspitzengefühl und eine klare Analyse der Historie.
Israel geniesst hier zu Lande auf Grund der deutschen Geschichte einen Wattebällchenstatus - doch exportiert der Staat Israel derzeit und vorher schon eine Menge Gewalt in seine Nachbarregionen - mit US- Waffentechnik und US-Geldern.
Ist Israel ein verlängerter Arm des US-Imperialismus gegen Iran und Syrien? Welche Rolle spielt der deutsche Imperialismus?


Ein kompliziertes Thema! - ich weiss!
Ich bitte um eine erhellende Diskussion.

Danke!


edit:
zwecks Optimierung für die seiteninterne Suchmaschine habe ich diesem Thread einen aussagekräftigeren Namen gegeben.
secarts.
NEUER BEITRAG07.08.2006, 23:39 Uhr
EDIT: klemens
07.08.2006, 23:44 Uhr
Nutzer / in
klemens

Israel - die heisse Kartoffel Naja nach Kurzem Überlegen.... würde dich meinen, dass hier folgendes vorliegt:

Israel reagiert so scharf weil es

1. schließlich auf seinem Gebiet immer wieder Angriffen auf Zivilbevölkerung ausgesetzt ist (in unregelmäßigen Abständen sind ja vorher auch immer wieder Raketen dahergeflogen oder sonstiges gleichwertiges vorgefallen) und davon, soweit dies möglich ist, nun für einige Zeit Ruhe haben will.

2. die rechte Regierung so will um damit ihre Klientel (und nicht nur diese !) hinter sich ziehen will - sprich Ablenkung von innenpolitischen Problemen; dass dies funktionieren kann ist natürlich auf die relative Schwäche der fortschrittlichen Kräfte in Israel zurückzuführen.


Die andere Seite agiert (-siehe erste der beiden Entführungen) auf grund der mangelnden Durchsetznungsfähigkeit oder dem Mangel an generellem Willen die radikalen und kopflosen "Idioten" (ein nicht wirklich nicht wissenschaftlicher Begriff, aber das ist meine meinung) zu mäßigen und zu bändigen so wie sie es tut. Das die Hamas Israels Existenzrecht als solches nicht einmal in irgendeiner Form anerkannt hat ist ebenso nicht wirklich taktisch schlau.
Bzw. die Kräfte im Libanon wollten zuerst die Hamas in Gaza entlasten und haben nun einen Sturm geerntet. Auch hier scheinen die fortschrittlichen Kräfte an den Rand gedrängt worden zu sein.

Ansonsten
Sich mit einem derart überlegenen Gegner wie Israel militärisch anzulegen und ihn zu provozieren halte ich, ganz persönlich, für einen schlagenden Beweis dafür, dass es überall Hirnrissige gibt und Dummheit wohl nie aussterben wird.
NEUER BEITRAG08.08.2006, 02:19 Uhr
Nutzer / in
GAST
Israel - die heisse Kartoffel ...heute mit Ahmadinedschad gefrühstückt oder was?!

..."gute Israel vs die böse Hisbolla"...
..."Wattebällchenstatus"...
..."exportiert der Staat Israel derzeit und vorher schon eine Menge Gewalt in seine Nachbarregionen"...
..."mit US- Waffentechnik und US-Geldern"...
..."Israel ein verlängerter Arm des US-Imperialismus"...

Ist dir vielleicht schon mal in den Sinn gekommen daß Israel Selbstverteidigung üben könnte? Seit Jahren bombt die Hisbollah aus dem Libanon in israelische Städte, die Hamas fordert offen zur Vernichtung des jüdischen Staates auf - und Israel "exportiert die Gewalt", auch noch mit "US-Waffentechnik"!?! Dein Eingangsstatement macht schon klar, in welche Richtung das geht: nicht der Funke eines Gedankens daran, daß vielleicht auch mal wer anders als der ewige Jude Urheber von Gewalt sein könnte...

Mannomann, Antizionismus plus Antiamerikanismus gehen auf die Hirnrinde!!!
NEUER BEITRAG08.08.2006, 10:09 Uhr
Nutzer / in
oesi
GAST
Israel - die heisse Kartoffel bleib mal locker, kleiner springteufel!
anstelle meines eigenen senfs hier ein leserbrief aus dem SPIEGEL 31/06 vom 31.7.:

"Ich selbst wohnte bis 2002 in einem kleinen Dorf in der Nähe von Mardschajun, das mehrheitlich von Schiiten wie mir auch bewohnt ist. Nach Israels Verlassen des Libanon 2000 dauerte es nicht lange, bis die Hisbollah bei uns und allen anderen Ortschaften das Sagen hatte. Als erfolgreiche Widerstandskämpfer begrüßt, legten sie auch bei uns Raketenlager in Bunkern an. Die Sozialarbeit der "Partei Gottes" bestand darin, auf diesen Bunkern eine Schule und im anderen Fall ein Wohnhaus zu bauen. Ein lokaler Scheich erklärte mir lachend, dass die Juden in jedem Fall verlieren, entweder, weil die Raketen auf sie geschossen werden, oder, wenn sie die Lager angriffen, weil sie von der Weltöffentlichkeit verurteilt werden, ob der dann zivilen Toten. Ich wusste, dass ich meine Familie vor solchen Wohltaten in Sicherheit bringen musste. Die libanesische Bevölkerung interessiert diese Leute überhaupt nicht, sie benutzen sie als Schilde und, wenn tot, als Propaganda. Ich wage es kaum zu sagen, aber solange sie dort existieren, wird es keine Ruhe und keinen Frieden geben."
Dr. Mounir Herzallah, Berlin
NEUER BEITRAG08.08.2006, 10:12 Uhr
Nutzer / in
paulina

Israel - die heisse Kartoffel ps: der letzte beitrag ist von mir, war nur als ösi angemeldet...
NEUER BEITRAG08.08.2006, 11:58 Uhr
Nutzer / in
hw

Israel - die heisse Kartoffel Zur Info!



Gemeinsame Erklärung von kommunistischen und Arbeiterparteien, darunter auch die libanesischen, palästinensischen, israelischen und amerikanischen KommunistInnen.


Wir verurteilen mit aller Schärfe alle aggressiven Handlungen der israelischen Armee im Gazastreifen und gegen den Libanon mit ihren tragischen Folgen für die Existenz des palästinensischen, des libanesischen und des israelischen Volkes sowie für die Menschen aus anderen Ländern.

Wir protestieren gegen die Anschuldigungen und Drohungen der Regierungen der USA und Israels an die Adresse Syriens und des Iran sowie gegenüber anderen Ländern in der Region. Diese Drohungen machen deutlich, daß Israel die eigentliche aggressive und expansionistische Kraft in der Region ist

Wir protestieren schärfstens gegen die Politik der USA, die darauf ausgelegt ist, Israel in seiner Aggressivität zu ermutigen. Wir verurteilen die Scheinheiligkeit, die von den führenden Vertretern der G-8 zum Ausdruck gebracht wurde, und die Politik des »gleichen Abstandes«, die gegenwärtig von verschiedenen Kräften verfolgt wird.

Wir sind sehr besorgt und warnen vor den großen Gefahren einer allgemeinen Ausweitung der Krise im Nahen Osten, vor einem neuen Bürgerkrieg und vor einer massiven imperialistischen Einmischung im Libanon unter dem Vorwand »friedensbildender Maßnahmen«.

Den Bombardierungen des Libanon sind eine heftige Offensive im Gazastreifen, die Gefangennahme und Entführung palästinensischer Politiker vorangegangen, sowie der Versuch der Ausschaltung der palästinensischen Autonomieverwaltung, der Zerstörung der Infrastruktur und zahlreiche Bemühungen, die palästinensische Gesellschaft in ein Chaos zu stürzen.

Die Luftangriffe gegen Gaza und den Libanon sind Bestandteile der Strategie der USA und der NATO in Richtung auf einen »größeren Nahen Osten«, die sich unmittelbar gegen die legitimen Rechte der Völker, den Widerstand der Völker und gegen alle fortschrittlichen und friedliebenden Kräfte richtet.

Die Regierung des Staates Israel, der einzigen Macht in der Region, die im Besitz von Atomwaffen ist, ignoriert demonstrativ Beschlüsse des UNO-Sicherheitsrates, verletzt Vereinbarungen mit der PLO, unterminiert Abmachungen mit palästinensischen Organisationen bezüglich der Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staaten an der Seite Israels und weist sämtliche Vorschläge für einen Waffenstillstand zurück. Dies ist auch eine Verletzung der Genfer Konventionen, eines Völkerrechts, das kollektive Bestrafungen, »gezielte« Tötungen und die Zerstörung von Infrastruktur in einem besetzten Gebiet verbietet.

Wir appellieren an alle friedliebenden Kräfte, ihre Solidarität mit dem palästinensischen und dem libanesischen Volk sowie mit den progressiven Kräften in Israel, die für den Frieden eintreten, zu verstärken und den Kampf um eine politische Lösung zu intensivieren, die basieren muß auf:

- der unverzüglichen Beendigung der Angriffe und dem Rückzug der israelischen Armee

- der Achtung der nationalen Souveränität und Integrität gegenüber jeglicher imperialistischer Einmischung, unter welchem Vorwand auch immer

- der sofortigen Freilassung der politischen Gefangenen

- dem vollständigen Abbau aller Siedlungen und dem Rückzug der israelischen Armee aus allen seit 1967 besetzten Gebieten, der Schaffung eines palästinensischen Staates (Gazastreifen und Westjordanland) mit der Hauptstadt Ost-Jerusalem in unmittelbarer Nachbarschaft mit dem Staat Israel; der Lösung der Flüchtlingsfragen. Die Rückkehr aller palästinensischen Flüchtlinge muß auf der Grundlage der Resolution 194 des UNO-Sicherheitsrates und weiterer UNO-Resolutionen erfolgen.

Nur ein Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen und aus dem Libanon, nur ein gerechter und dauerhafter Frieden können das Blutvergießen beenden und Sicherheit für alle Völker im Nahen Osten gewährleisten.

21. Juli 2006

Kommunistische Partei Albaniens
Kommunistische Partei Australiens
Kommunistische Partei von Belarus
Arbeiterpartei Belgiens (PTB)
Kommunistische Partei von Böhmen und Mähren
Kommunistische Arbeiterpartei von Bosnien und Herzegowina
Kommunistische Partei Brasiliens
Kommunistische Partei Bulgariens
Partei der Bulgarischen Kommunisten
Kommunistische Partei Chiles
Kommunistische Partei in Dänemark
Kommunistische Partei von Dänemark
Kommunistische Partei von Ecuador
Kommunistische Partei Estlands
Kommunistische Partei Finnlands
Vereinigte Kommunistische Partei Georgiens
Kommunistische Partei Großbritanniens
Neue Kommunistische Partei Großbritanniens
Deutsche Kommunistische Partei
Kommunistische Partei Griechenlands
Kommunistische Partei Irlands
Arbeiterpartei Irlands
Kommunistische Partei Israels
Kommunistische Partei Kanadas
Sozialistische Partei Lettlands
Libanesische Kommunistische Partei
Sozialistische Partei Litauens
Kommunistische Partei Luxemburgs
Kommunistische Partei Maltas
Partei der Kommunisten, Mexiko
Sozialistische Volkspartei Mexikos
Neue Kommunistische Partei der Niederlande
Palästinensische Volkspartei
Portugiesische Kommunistische Partei
Kommunistische Partei Rumäniens
Kommunistische Partei der Russischen Föderation
Kommunistische Partei der Sowjetunion
Russische Kommunistische Arbeiterpartei - Russische Partei der Kommunisten
Neue Kommunistische Partei von Serbien & Montenegro
Kommunistische Partei der Slowakei
Kommunistische Partei der Völker Spaniens
Sudanesische Kommunistische Partei
Syrische Kommunistische Partei
Kommunistische Partei Syriens
Kommunistische Partei der Türkei
Partei der Arbeit, EMEP, Türkei
Kommunistische Partei der Ukraine
Union der Kommunisten der Ukraine
Kommunistische Partei der USA
AKEL, Zypern
NEUER BEITRAG08.08.2006, 12:18 Uhr
EDIT: secarts
08.08.2006, 12:19 Uhr
Nutzer / in
secarts

Israel - die heisse Kartoffel m. E. ist das ganze Thema viel zu komplex, um es hier im Forum auch nur oberflächlich klären zu können. Deswegen von mir nur drei kurze Thesen, die ich bereits im Iran-Artikel ansprach und die evtl. als Denkanstoß dienen können:

I. Der "Nahost-Konflikt" ist unmittelbares Produkt imperialistischer Verteilungskämpfe. Israel als Zufluchtsort der von den deutschen Faschisten verfolgten Juden wurde bereits in ein unter Imperialisten umkämpftes Gebiet gelegt; von Anfang an war der neue Staat Politikum. Bis heute - und in zunehmendem Maße - ist die Region ein Hauptziel innerimperialistischer Auseinandersetzungen. Sowohl das kapitalistische, nichtimperialistische Israel als auch die halbfeudalen, teilweise halbkolonialen Staaten des arabischen Nahen Ostens sind Opfer dieser Auseinandersetzungen. Der "Nahost-Konflikt" wird sich nicht auf dieser Ebene lösen lassen - eine Lösung kann nur die Aufhebung des Widerspruchs zwischen den Imperialisten - sprich Abschaffung des imperialistischen Systems - sein.

II. die zunehmende islamische Radikalisierung im meist arabischen Nahen Osten ist ein unmittelbarer reaktionärer Reflex auf die zunehmende Kolonialisierung des Nahen Ostens. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR und dem Fehlen ausstrahlungskräftiger Systemalternativen bekommen klerikal-reaktionäre Elemente die Oberhand. Diese Kräfte können unter keinen Umständen Bündnispartner für Kommunisten sein; denn ihr Ziel ist nicht die Befreiung vom Imperialismus, sondern der gesellschaftliche Rückschritt. An Israel als einzigem bürgerlich-demokratischen Staat in der gesamten Region konkretisiert sich der klerikal-reaktionär gekleidete Protest gegen den Fortschritt.

III. Die BRD profitiert von den Auseinandersetzungen. Seit Jahrzehnten werden Waffen an beide Konfliktparteien verhökert; Giftgas für die Raketen gegen Israel z. B. an den Irak; Gasmasken gegen das Giftgas aus dem Irak an Israel. Und nun steht der deutsche Imperialismus unmittelbar davor, wovon so manche seiner Protagonisten seit über 50 Jahren träumen: deutsche Soldaten nach Israel zu entsenden. Unser konkreter Beitrag zur Lösung des Konflikts kann nur darin bestehen, den deutschen Imperialismus an der Durchsetzung seiner Interessen zu hindern - damit tun wir das Unsere zur Befreiung der arabischen nahöstlichen Länder vom Neokolonialismus einerseits und zur dauerhaften Sicherung Israels andererseits.
NEUER BEITRAG08.08.2006, 14:33 Uhr
Nutzer / in
paulina

Israel - die heisse Kartoffel YES!!!
NEUER BEITRAG08.08.2006, 14:56 Uhr
EDIT: secarts
08.08.2006, 15:03 Uhr
Nutzer / in
secarts

Israel - die heisse Kartoffel Thanx

...by the way: was ich von dieser Erklärung der Parteien halten soll, weiß ich nicht. Aber eines weiß ich: es fehlt ganz eindeutig eine KomIntern, die auf wissenschaftlicher Grundlage arbeitet und dazu eine Generallinie entwickeln könnte.
Man sollte sich immer wieder vor Augen halten, dass Israel zu allererst von der UdSSR anerkannt wurde und damit selbstverständlich ein politisches Signal gegenüber den imperialistischen Nationen, die noch um die genauen Gebietsaufteilungen schacherten, verbunden war - die später während des sog. "Kalten Krieges" gemachten Fehler der sozialistischen Länder im ganzen Nahost-Konflikt relativieren dies nicht. Diese ganze Phase der einseitigen Positionierung müsste auch von uns irgendwann einmal kritisch aufgearbeitet werden...
NEUER BEITRAG08.08.2006, 17:34 Uhr
Nutzer / in
paulina

Israel / Palästina / Syrien / Libanon ich weiß durchaus, was ich von dieser "erklärung" der parteien halte: sehr interessant, daß zig kommunistische parteien sich zwar wegen allem möglichen scheiß (freunde vom genitiv) gegenseitig ständig wüst beschimpfen, aber wenn's gegen israel geht, rückt man halt zusammen, gell!
NEUER BEITRAG08.08.2006, 17:38 Uhr
Nutzer / in
secarts

Israel / Palästina / Syrien / Libanon so drastisch wollte ich es nicht formulieren - aber darauf läuft es hinaus...

NEUER BEITRAG09.08.2006, 14:04 Uhr
Nutzer / in
Stephan

Israel / Palästina / Syrien / Libanon Eine einseitige Parteinahme in diesem Konflikt gegen den Schuldigen ist - auch unabhängig von der Verstrickung Deutschlands - fast unmöglich. Beleg dafür, daß sich auf beiden Seiten Leute tummeln, mit denen man im sonstigen Leben nichts zu tuin haben will, entweder die feudalistischen Araber mit den Deutschnationalen, oder die bürgerliche Presse unter Führung des Springerverlages.

Die Araber haben es seit Staatsgründung Israels nie verstanden, die vertriebenen Palästinenser in ihr Gebiet vernünftig zu integrieren, was angesichts der gewaltigen Ländereien ein Klacks gegenüber etwa der Integrationsleitung Israels gewesen wäre. Gerade der Libanon, einst das reichste Land dieser Region (die Schweiz des nahen Ostens) zahlt derzeit einen furchtbaren Preis, nie diese Leute aus den Zelten gelassen zu haben und überdies den Süden des eigenen Landes der Hisbollah überlassen zu haben.

Umgekehrt hat auch Israel, das die Palästinenser in guten Zeiten als willige Lohnarbeiter nutzt, nicht immer mit der Contenance vorgeggangen, die sie auch nie erwerben konnte, der Entschluß, die im 6-Tage-Krieg eroberten Ländereien zu besiedeln, hat die Lage nicht unerheblich verschärft, die elenden Lebensumstände der Palästinenser, die derzeit in Gaza und Jericho leben, bilden den Nährboden der Gewalt.

Die Uno wird zur Lösung nicht viel beitragen können. Israel, mehrfach von den Nachbarn angegriffen, hat nach den Ereignissen von 1968 (U Thant zog auf Wunsch Nassers die Blauhelme zurück, so daß der Krieg begonnen werden konnte), wird nicht allzuviel Vertrauen in die Weltverwaltung haben, die Regelmäßigkeit, mit sie die Beschlüsse des Sicherheitsrates ignorieren, spricht ebenfalls für sich.

Eine, wie auch immer geartete Lösung, muß mehrere Punkte erfüllen:
- Existenzrecht Israels in für alle Seiten zumutbaren Grenzen
- Stärkung des Libanon in der Verwaltung des eigenen Landes
- Verbesserung der Lebensumstände des paästinensischen Volkes
- Neutralität Jerusalems als Hauptstadt dreier Weltreligionen

Allerdings auch dann wird der Hauptwiderspruch, die imperialistische Ausbeutung durch BRD, USA und Freunden, ungelöst bleiben, was dem unreflektierten Wunsch nach Frieden im Nahen Osten doch etwas utopisches beigibt.

NEUER BEITRAG09.08.2006, 17:37 Uhr
EDIT: Schlueter
09.08.2006, 19:08 Uhr
Nutzer / in
Schlueter

Israel / Palästina / Syrien / Libanon Damit ich mit meinem Eingangsstatement nicht falsch verstanden wird:

Israel hat ein Existenzrecht, und dieses gilt es anzuerkennen und zu verteidigen.
Ein Staat, dessen Auslöschung von vielen Teilen der Nachbarregionen propagiert wird, muss sich
zur Wehr setzen - gar keine Frage. Ob die Mittel dabei immer Rechtens sind, ist ein anderes Kapitel.
NEUER BEITRAG09.08.2006, 19:09 Uhr
Nutzer / in
GAST
Israel / Palästina / Syrien / Libanon Einen großangelegten Militärschlag starten halte ich auf jeden Fall für eine sehr merkwürdige Art von "Selbstverteidigung". Ähnliche Mittel kennen wir doch schon aus NATO-Strategieplänen zur Zeit des Kalten Kriegs u.a.
NEUER BEITRAG11.08.2006, 14:49 Uhr
Nutzer / in
hw

Israel / Palästina / Syrien / Libanon 1. @ paulina: Die Parteien, die diese Resolution verfasst haben, sind untereinander so zerstritten nicht! So ziemlich alle nehmen Jahr für Jahr an einer internationalistischen Konferenz, die von der Griechischen KP organisiert wird und durchaus als Vorstufe zu einer neuen Internationalen gesehen werden kann, teil.
Abgesehen davon haben ja auch die KP Israels und die KP der USA unterzeichnet!

2. Ich halte es schon für verwegen bis teils offen rassistisch, die AraberInnen pauschal als Islamische FundamentalistInnen zu denunzieren. Dem ist nämlich nicht so, auch wenn Deutsche und Österreichische Medien und die dahinter stehenden Monopole das bis zum Erbrechen propagieren. Als erstes wurden die kommunistisch verwalteten palästinensischen Flüchtlingslager im Süden Beiruts dem Erdboden gleich gemacht.

3. Sonst kann ich Stephans Punkten nur voll zustimmen, auch wenn eine Ein-Staaten-Lösung für alle dort beheimateten Völker das Optimum wäre, aber das mittlerweile befürchte ich nicht einmal im Sozialismus möglich!

Linktipp, auch wenn recht unaktuell: KP Israels
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