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NEUES THEMA26.03.2012, 16:24 Uhr
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secarts

• die BRD und die exiltibetische "Regierung" In den letzten Monaten kann man immer mal wieder überrascht sein, dass es kritische Artikel über die exiltibetische Community im Allgemeinen und den Dalai Lama im Besonderen die die großen deutschen Massenmedien schaffen. Töne, die man bis vor kurzem in der deutschen Presse kaum vernehmen konnte.

Beispielhaft hier mal die FAZ vom Jahresbeginn:


Unruheprovinz Tibet „Den Dalai Lama als gewaltlos zu bezeichnen, ist ein Witz“

25.01.2012 · Wieder kommt es zu tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Chinesen und Tibetern. Bei Protesten sind wohl mehrere Menschen ums Leben gekommen. Der Dalai Lama spricht schon länger von „Genozid“. Nun äußert sich der zuständige Minister für Tibet. [mehr auf faz.net Link ...jetzt anmelden!



Ist schon etwas merkwürdig - jahrzehntelang macht sich die politische Führung unseres Landes zu begeisterten Kolporteuren des angeblich so friedliebenden "Ozeans der Weisheit", unterdessen scheint aber auch einigen Köpfen zu dämmern, dass der VR China mit ihren 1,4 Milliarden Menschen nicht durch den Separatismus eines Bruchteils der 3 Millionen Tibeter beizukommen sein wird.

Mehr noch: das separatistische Säbelgerassel der deutschen Außenpolitik verschreckt gar die - objektiv als potentielle Bündnispartner viel wichtigeren - neuen Bourgeois in der VR China. Denn die sind ja letztlich die einzige soziale Klasse, die am Ende der KP-Herrschaft interessiert sein könnte. Solange aber die KP der einzige Garant für nationale Integrität des Landes ist - und das ist sie umso mehr, je heftiger separatistische Tendenzen von ausländischen Kräften unterstützt werden -, solange wird in der VR China kein Bein an den Boden zu bekommen sein.
NEUER BEITRAG26.03.2012, 20:03 Uhr
EDIT: retmarut
26.03.2012, 20:06 Uhr
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retmarut

die BRD und die exiltibetische 'Regierung' Je stärker die USA die objektiven Widersprüche mit China durch Kriegsrhetorik anheizen, desto zerrissener wird auch die Haltung der deutschen Bourgeoisie. Die einen suchen den engeren Schulterschluss zur USA, die anderen wollen stärker mit China kooperieren, um den dortigen Markt zu nutzen.

Die USA haben außer Säbelrasseln derzeit nicht viel zu bieten, die BRD hingegen kann durchaus die Wirtschaftskontakte zur VR China verstärken und gleichzeitig die antikommunistischen Filzlatschen auspacken, womit sie ja auch schon in der Vergangenheit einigermaßen erfolgreich gegen die DDR gefahren ist.

Ich vermute, die imperialistischen Staaten wissen durch eigene Lageanalysen sehr genau, dass weder Tibet noch Xinjiang ein realer Hebel sind, um die Politik der VR China in ihrem Sinne zu verändern. Die können sich ja auch ausrechnen, dass 2,5 Mio. Tibeter und 7 Mio. Uiguren (falls die sich denn überhaupt alle völkisch/nationalistisch mobilisieren ließen, was doch eher zweifelhaft ist) eine verschwindend kleine Gruppe darstellen unter 1,4 Mrd. Menschen.

Die Tibet- und Uiguren-Propaganda wird doch im Grunde nur weitergeführt und gefördert, um in den eigenen Ländern entsprechende dezidiert antichinesische Propagandaorganisationen bereitzuhalten und hier eine latent antichinesische Stimmung am Köcheln zu halten, die in einer potentiell heißen Phase eines Konflikts mit der VR China zur inneren Mobilmachung genutzt werden könnten.

In der VR China selber kann im Grunde, da gebe ich Secarts völlig recht, nur die nationale Bourgeoisie eine entsprechende antisozialistische Hebelfunktion einnehmen. Doch solange die chinesische Wirtschaft weiterhin wächst (und die Orientierung auf den Ausbau des chinesischen Binnenmarkts garantiert auch für die nächsten zwei Dekaden ein weiteres ständiges Wachstum, egal ob Nordamerika und Europa stagnieren), wird auch die nationale Bourgeoisie nicht gegen die KP in Stellung gehen.
NEUER BEITRAG11.04.2012, 19:22 Uhr
Nutzer / in
secarts

die BRD und die exiltibetische 'Regierung' @retmarut:

"Je stärker die USA die objektiven Widersprüche mit China durch Kriegsrhetorik anheizen, desto zerrissener wird auch die Haltung der deutschen Bourgeoisie. Die einen suchen den engeren Schulterschluss zur USA, die anderen wollen stärker mit China kooperieren, um den dortigen Markt zu nutzen."

Ich denke nicht, dass die dt. Bourgeoisie hier der Getriebene der USA ist. Nee, die können schon ganz alleine ihre eigene China-Strategie formulieren und verfolgen - das haben sie spätestens unter Schröder gelernt und im Grundsatz bis heute nicht revidiert.
Das Credo lautet: niederschwellige Aggression, formale und verbale Kooperation. Attacken, die durchaus völkerrechtlich fragwürdig sind (Stichwort Tibet: Aufwertung des Dalai Lama zum Repräsentanten auf staatlicher Ebene), werden gelegentlich zur Befriedigung der partei- und wirtschaftspolitischen Klientel, zur antichinesischen Stimmungsmache im eigenen Lande und als Drohkulisse gegen China abgesandt. Reale Konsequenzen (wieder Stichwort Tibet: allem Getöse zum Trotz bis heute nicht als - zumindest historisch! - unabhängig anerkannt. Das Gleiche bei Taiwan: die BRD bekennt sich offiziell zur Ein-China-Politik!) hatte das alles bisher nie. Dafür ist dann doch die ökonomische Abhängigkeit zu groß.
Verbunden mit einer fortgesetzten Suggestion der Möglichkeit einer Art "Achse" Berlin-Moskau-Beijing bietet sich die BRD der VR China geradezu als eine Art Alternative zu den USA feil.

Schließlich: Die USA halten Taiwan als eine Art Faustpfand und Quasi-Kolonie. Die Insel ist der "Flugzeugträger Asiens", und sie ist die strategische Ausgangsbasis der USA (und übrigens auch Chinas) für den pazifischen Raum. Da hat die BRD kein Wörtchen mitzureden, aus dem Hotspot der Region ist sie ausgeschlossen. Das befördert natürlich wiederum ihre Aggressivität in den Bereichen, die ihr als Einflußzonen bleiben, vor allem bei der niederschwelligen Beeinflussung (via Stiftungen, NGOs, etc.). Da dürften sie die USA schon lange abgehängt haben.
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