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Man muss sich das einmal vorstellen: Bis zum Juni dieses Jahres gab es insgesamt 111 bekannt gewordene Versuche, Sonden oder bemannte Raumschiffe zum Mond zu entsenden. Nur wenige erreichten überhaupt unseren Erdtrabanten. Viele Missionen scheiterten bereits beim Start oder kurz danach. Dabei ist vor allem ein Fakt wichtig: Zwischen 1958 und August 1976 starteten die Sowjetunion und USA, damals die einzigen Raumfahrtnationen, 101 dieser 111 Missionen. Jedem Misserfolg folgte ein neuer Versuch. Heute ist die Technik sicherer, sind die Starts erfolgreicher, die Messgeräte weitaus effektiver. Auch dank der damaligen Erfahrungen. Die Sowjetunion erreichte mit Lunik 2 als erstes Land den Mond. Am 13. September 1959 schlug die Sonde unkontrolliert auf der Mondoberfläche auf. Fast zehn Jahre später, am 20. Juli 1969, landete die Raumfähre Eagle ("Adler") im Rahmen der Apollo-11-Mission mit den US-amerikanischen Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin um 21.17 Uhr (MEZ) "weich" auf dem Mond. Das war aus heutiger Sicht ein dramatisches und sehr unsicheres Geschehen. Die USA hatten diese Landung im Wesentlichen nur durch unbemannte Sonden und die bemannten Flüge von Apollo 8 und 10 vorbereitet. Sie standen unter Zeit- und Erfolgsdruck. Die Sowjetunion war auf dem Gebiet der bemannten Raumfahrt damals weiter. Ihre unbemannten Sonden erforschten unseren Erdtrabanten und die Planeten des Sonnensystems. Für die USA wurde die erfolgreiche bemannte Mondlandung zur Prestigefrage im Kampf der gesellschaftlichen Systeme. Präsident Kennedy hatte Anfang der 60er Jahre der US-Raumfahrt die Aufgabe gestellt, innerhalb weniger Jahre Menschen auf den Mond zu bringen, die Vormachtstellung der Sowjetunion zu durchbrechen. Am 25. Mai 1961 erklärte er: "Es sollte uns klar sein, dass nicht nur ein Mann zum Mond fliegen wird, sondern unsere gesamte Nation".

Es war vor dem 20. Juli 1969 unklar, ob die Apollo-11-Mission glücklich enden würde. Die Aufgabenstellung war außerordentlich komplex, die technischen Fragen waren kompliziert und vieles war völlig neu. Ein Scheitern dieser Mission hätte das US-Mondprojekt wahrscheinlich sofort "beerdigt". Denn die US-Regierung war - nach dem Mord an Kennedy - in Vietnam in einen Krieg verwickelt, den man nicht gewinnen konnte. Die Kritik an den "außerordentlichen Ausgaben" für die (friedliche!) Mondmission nahm deutlich zu. Aber auch die Antikriegsbewegung im Lande wuchs. Doch der Eagle landete erfolgreich. Sechs Stunden später betrat Neil Armstrong im Mare Tranquillitatis als erster Mensch einen anderen Himmelskörper. Das dritte Besatzungsmitglied, Michael Collins, umkreiste derweil in einem Raumschiff, mit dem später alle drei erfolgreich zur Erde zurückkehrten, unseren Erdtrabanten. Armstrong, Aldrin und Collins folgten noch die Besatzungen von Apollo 12 im November 1969, von Apollo 14 (Januar 1971), von Apollo 15 (Juli 1971, erster Einsatz des Lunar Roving Vehicles - des "Mondautos"), von Apollo 16 und 17 (April bzw. Dezember 1972). Doch nur die misslungene Apollo-13-Mission dürfte heute allgemein bekannt sein. Warum? - Die Erklärung ist ganz einfach: Hollywood hat das Drama erfolgreich verfilmt.

Nazis auf dem Mond?

Nein. Die gab es nicht. Und hier ist auch nicht der Platz, den Lebenslauf aller US-Astronauten zu durchleuchten, die zwischen 1969 und 1972 auf dem Mond waren. Da gab es sicher auch Leute mit rechtskonservativen Überzeugungen. Aber in den Bodenstationen, bei der Vorbereitung der Apollomissionen gab es tatsächlich alte Nazis.

In den bürgerlichen Medien, die das Jubiläum der ersten bemannten Mondlandung in den letzten Wochen feierten, wurde die faschistische Vergangenheit des Herrn Wernher von Braun, der als einer der Väter des US-Mondprojektes gilt, zum Thema. Nicht nur in einer Dokumentation des ZDF: Dieser - in Fragen der Physik, Mathematik und Luftsowie Raumfahrt und in Organisationsfragen - offensichtlich hochbegabte "Nationalkonservative" schloss schon 1933 als sehr junger Mensch bewusst einen verbrecherischen Pakt mit den Faschisten (und zuvor mit dem Militär) um seine Ziele zu verwirklichen. Von Braun wurde 1937 Mitglied der NSDAP und trat bald danach in die SS ein. Durch die Rüstungsindustrie, die Wehrmachtführung und SS unterstützt, wurde er später zum führenden Manager in der Versuchsanstalt Peenemünde, in der die Raketen erprobt wurden, die das Kriegsgeschehen ändern sollten.

Er wusste auch, wo und unter welchen Bedingungen diese Raketen gefertigt wurden: Im Außenlager des KZ Buchenwald, im "Mittelbau Dora". Die Zwangsarbeit kostete mindestens 16 000 Menschen das Leben. Dieser Mann gehörte dann aber auch zu jenen "deutschen Spezialisten", die durch die Operation "Paperclip" in den USA eine neue "Zukunft" erhielten. Eine Reihe von Jahren - und ehe die USA ihre Anstrengungen konzentrierten - blieb der ehrgeizige und begabte Raumfahrtwissenschaftler im "Hintergrund". Heute gilt er als der Erfolgsgarant des US-Mondprojektes von 1969. Aber auch der Produktionsleiter im "Mittelbau Dora", Arthur Rudolph, und andere machten in den USA bei der NASA oder beim Militär "Karriere". Rudolph wurde Projektleiter bei der Saturn-5-Rakete, die im Zusammenhang mit dem Apollo-Mond-Projekt eine entscheidende Rolle spielte.

Mondlandung ein Bluff?

In den letzten Tagen und Wochen konnte man auch lesen: Die Mondlandung war ein einziger großer Betrug. Nichts ist wahr. Alles ist erlogen und wurde möglicherweise nur vor einer Hollywood-Kulisse inszeniert. Die Fotos können gar nicht auf dem Mond aufgenommen worden sein. Und so weiter. Und so fort ...

1974 hatte Bill Kaysing in seinem im Selbstverlag erschienenen Buch "We never went to the moon" ("Wir sind gar nicht zum Mond geflogen") behauptet, die US-Raumfahrt sei zu einem solchen Unternehmen wie der Mondlandung technisch gar nicht in der Lage gewesen. Alles sei gefälscht. Seine "Argumente" waren und sind jedoch nicht stichhaltig. Vielleicht haben einige "Verschwörungstheoretiker", die sich in den letzten Tagen und Wochen mit diesen alten Geschichten wieder zu Wort meldeten und dieses Mal auch bei einigen Linken Aufmerksamkeit fanden, in ihrer Kindheit oder Jugend zu oft den Hollywood-Film "Unternehmen Capricorn" gesehen? Die Behauptung, "die USA können die Mondlandung vor vierzig Jahren gar nicht geschafft haben, das sind ja nur Betrüger", die Fotos, Filmaufnahmen und anderen Beweise der Mondlandung seien gefälscht, ist völliger Blödsinn. Aber nicht nur deshalb darf man die erste Landung eines Menschen auf dem Mond unter Linken nicht relativieren, verniedlichen oder mal "locker vom Hocker" lächerlich machen.

Eine große wissenschaftlich-technische Leistung

Warum? Es geht dabei gar nicht um die Frage, ob die damaligen bemannten Flüge zum Mond überhaupt wissenschaftlich nötig oder gar gesellschaftlich sinnvoll waren. Meine Position ist: Sie waren es nicht. Die USA wollten - unter Bedingungen der Systemauseinandersetzung - die Sowjetunion als führende Raumfahrtnation ablösen.

Doch um Menschen auf die Mondoberfläche zu bringen und ihre sichere Rückkehr zur Erde abzusichern, mussten auch komplizierte Flugbahnen berechnet und mehrfache Kopplungsmanöver durchgeführt werden. Das alles scheint auf den ersten Blick für Laien einfach, ist aber in Wirklichkeit ein sehr kompliziertes physikalisches und mathematisches Problem, denn dabei spielen nicht nur die Gravitationskräfte der Erde und des Mondes eine Rolle. So müssen beispielsweise selbst die geringe Masse einer Fähre, die Gravitationswirkungen der Sonne und anderer Planeten unseres Sonnensystems bei der Berechnung berücksichtigt werden. Und da es unterschiedliche Umlaufbahnen der Himmelskörper um die Sonne gibt, ist selbst das kein "statisches Problem". Die Verhältnisse verändern sich beständig.

Bemannte Fähren mussten zudem nicht nur erfolgreich auf dem Erdtrabanten landen, sondern auch wieder mit voller Besatzung einschließlich gesammelter Proben starten können. Die Sicherheit der Menschen musste gewährleistet werden, Material den vielfachen und wechselnden Belastungen - wie beispielsweise großen Temperaturunterschieden, wechselnden Beschleunigungen - standhalten. Das bedeutete, in Wissenschaft und Technik sowie bei der Organisation mussten die Kräfte gebündelt, die fortgeschrittensten wissenschaftlich-technischen Ergebnisse genutzt werden. Doch auch völlig neue Lösungen waren nötig. Dazu gehörte unter anderem vor allem ein bedeutender Forschritt in der Kommunikations- und Informationstechnologie. Die USA nutzten damals konsequent die neuesten Ergebnisse von Wissenschaft und Technik, die Resultate der neuen wissenschaftlich-technischen Revolution. Das muss man zur Kenntnis nehmen und die Ergebnisse respektieren.

Deutlich wurde beim "Wettlauf zum Mond" Ende der 60er Jahre auch unabhängig von der Raumfahrt, dass die Sowjetunion (wie das sozialistische Lager insgesamt) nicht bzw. nur teilweise oder mit großer Verzögerung in der Lage war, neue Entwicklungen in Wissenschaft und Technik aufzugreifen. Dies zeigte sich danach auch in anderen Zusammenhängen. Wenn wir also über die ersten Schritte eines Menschen auf dem Mond reden, dann müssen wir - leider - auch darüber reden, dass offenbar spätestens Ende der 60er Jahre auch in Wissenschaft und Technik, vor allem aber ökonomisch "Weichen gestellt" wurden für die nachfolgende gesellschaftliche Entwicklung, die 1989/90 zum Zusammenbruch und zur Zerschlagung der sozialistischen Staaten in Europa führte.

Rückkehr zum Mond nach 14 Jahren

Die bemannten US-Missionen fanden im Dezember 1972 ihren Abschluss. Die sowjetischen - unbemannten Missionen - endeten mit der erfolgreichen Rückkehr von Luna 24 vom Mond. Die Sonde brachte am 22. August 1976 170 g Mondgestein zur Erde.

Erst 1990 wurde der Mond allmählich wieder zum Ziel von Raumfahrtunternehmen. Damals startete Japan eine erste Mission. Drei der NASA und eine der ESA (Europäische Raumfahrtagentur) folgten. Seit 2007 ist eine merkliche Zunahme der Starts zu verzeichnen. Wie die UZ bereits berichtete, gehören dazu inzwischen auch chinesische, indische, japanische Missionen. Das Interesse gilt den Ressourcen unseres Trabanten. Nach Wasservorräten wird gesucht, die derzeit eine Voraussetzung für den Aufbau größerer, langfristig bemannter Stationen auf dem Erdtrabanten wären. Die im Oktober 2007 gestartete japanische Sonde Kaguya schlug am 11. Juni unweit des Südpols auf dem Mond auf. Das an Bord der Sonde installierte Gamma-Spektrometer registrierte während der Mission: Es gibt da Vorkommen an Uran, Thorium, Kalium, Sauerstoff, Magnesium, Silizium, Kalzium, Titan und Eisen.

Es geht also um die Nutzung und Ausbeutung der Ressourcen. Der Mond könnte zudem künftig zum Forschungslaboratorium unter Bedingungen geringerer Schwerkraft, zum Standort für völlig neuartige Teleskope zur Erkundung unserer Galaxis und zum Ausgangspunkt für Missionen zu anderen Planeten unseres Sonnensystems werden. Nächstes lukratives Ziel ist der Mars.

Die USA sei nach wie vor die größte Raumfahrtnation, behauptete kürzlich in der "Berliner Zeitung" (18./19. Juli 2009, S. 2) der NASA-Manager und langjährige Mitarbeiter von Wernher von Braun, Jesco von Puttkamer. Der alte Herr wird sich vielleicht bald sehr wundern.

Die bemannten Mondlandungen der USA zwischen dem 20. Juli 1969 und dem Dezember 1972 waren kein Bluff, kein Betrug. Sie waren meines Erachtens aber auch nicht nötig, um tatsächlich neue wissenschaftliche Erkenntnisse über den Mond zu erlangen. Das US-amerikanische Mondprojekt wurde - unter den damaligen Bedingungen - allein aus politischen Gründen forciert. Und deckte dabei wesentliche Grenzen der Entwicklungsmöglichkeiten der damaligen sozialistischen Staaten und vor allem der Sowjetunion auf. Heute hat der (neue) Run auf den Mond längst begonnen. Aber ob die USA den dieses Mal gewinnen, ist völlig offen.

 
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  Kommentar zum Artikel von Kucaf: Webseite
Montag, 01.02.2010 - 18:56

Nun ist der Beitrag schon etwas älter und das Jubeljahr Geschichte, was den Aussagen keinen Abbruch tut. Dabei ist der Aufhänger gut gewählt, denn wie an den Kommentaren zu sehen, scheinen wir in einer Zeit verschieden motivierter Interpretationen zu leben. Es kommt schon vor, das der Zweck die Mittel bestimmt, den eigentlichen Zusammenhängen und Ursachen wird dieses nur in den seltensten Fällen gerecht.
Dem Beitrag kann ich eigentlich nur zustimmen, in der kürze des Textes werden verschiedene Parallelen und Entwicklungen aufgezeigt, Ursache und Wirkung benannt und historische Hintergründe berücksichtigt. Dabei wird keinesfalls die historische Leistung der Sowjetunion geschmälert, in dem die Leitung der USA "überhöht" dargestellt wird, wie in einem Kommentar zu lesen ist. Auch ging mit der Mondlandung nicht die führende Rolle der Sowjetunion in der Raumfahrt verloren, gedacht sei an den Langzeitflügen und der beständigen Präsens von Raumstationen im Orbit. Was dagegen zur konsequenten Nutzung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts geschrieben wurde, ist nicht von der Hand zu weisen. Es waren nicht wenige Erfindungen, welche in den sozialistischen Staaten gemacht wurden, gerade auch in der DDR, ein Blick auf die Zahl angemeldeter Patente ist dabei sehr aufschlussreich, nur konnte vieles von der Industrie nicht umgesetzt werden. So mussten Patente verkauft werden, was sicher nicht die Entwicklung der eigenen Wirtschaft förderte. Warum das so war, darüber lohnt es durchaus nachzudenken. Das Beispiel Raumfahrt bietet gerade in einem Jubiläumsjahr beste Gelegenheit dazu. Es gibt Ursachen dafür, dass die sozialistische Staatengemeinschaft, mit der UdSSR untergegangen ist, die Mondlandung ist sicher nicht Ursache, aber sie verweist auf entsprechende Defizite, wie dem Text zu entnehmen ist. Warum es zu diesen Defiziten gekommen ist, warum diese sich sogar potenzieren konnten, gilt es zu ergründen, denn auch für die sozialistischen Staaten trifft zu, dass sie in erster Linie an ihren eigenen, innerer, aber durchaus lösbaren Widersprüchen gescheitert sind.


  Kommentar zum Artikel von 127972:
Sonntag, 23.08.2009 - 01:06

Der Inhalt des Artikels sind nicht die antiamerikanischen Verschwörungstheorien über gestellte Mondlandungen selbst, die nur als Aufhänger dienen und mal ganz interessant zu analysieren wären (wer warum und warum wer sich an der Vorstellung berauscht, die USA würden Mondlandungen und so nachstellen), sondern ein Vergleich der Systemstärken von USA und UdSSR anhand der Raumfahrtentwicklung.

Ich finde, dieser Vergleich hat etwas von einer Verrührung. Einerseits gibt es die Raumfahrttechnik, in der die Sowjetunion auch in den 80ern Anständiges geleistet und gar nicht auf bemannte Mondlandung hin geforscht hat, und andererseits gibt es die gesellschaftlichen Probleme in der Sowjetunion. Die lassen sich "natürlich" zusammenführen auf der erkenntnismäßigen Ebene des Eintopfs: Die Sowjets hatten Probleme, also auch Probleme in der Raumfahrt, die Amerikaner haben keine Probleme und überflügeln daher die sowjetische Raumfahrt in den 60ern. Ich lese soviel wie eine Schuldzuweisung an die Sowjets aus dem Artikel, und eine gewisse Gesundbetung des Kapitalismus durch Anbetung seiner Entwicklungspotentiale.

Hinterher stehen wir schlau da, pah, die Sowjets haben halt den Amerikanern dann doch nicht mehr das Wasser reichen können. Ich frag mich, warum nicht schon in den 60ern, mit der ersten bemannten Mondlandung der USA, die Kommunisten zu so einer Einschätzung der sowjetischen Potentiale gekommen sind - wenn sie denn nicht schon vorher links neben der Sowjetunion rumstanden und ihr jedes Potential absprachen. Und warum muss nach 1990 eine Schwäche der sowjetischen Raumfahrt betont und herausgearbeitet werden? Wem nützt das?

Niemand möge die Sowjetunion über Sputnik und Mir definieren, aber wie nebenbei sind doch auch solche Dinge ganz nett produziert worden. Wer sich jetzt wundert, dass die USA nicht niedergeschmettert am Boden lagen angesichts des Super-Bolschewismus, hat doch den Kapitalismus unterschätzt, und wird ihn dann rasch und besonnen überschätzen, indem er ihn an beeindruckenden Apollo-Missionen festzumachen trachtet.

Ich wiederhole den Ton des Artikels mal an einem weniger symbolträchtigen technischen Gegenstand: Also die Sowjets hatten ja schon ganz nette Bandmaschinen und Rechnerchen, aber schließlich haben doch die USA bessere Computer zu bauen begonnen, und daran sehen wir, dass die Entwicklungspotentiale der Sowjetunion echt dünn waren und die der USA echt toll.

Es ist den Sowjets irgendwas vorrechnen, letzten Endes in den Kriegsruinen der Sowjetunion von 1945 stehen und darauf verweisen, wie hübsch gewachsen New York ist. Der Defätismus gegenüber der Sowjetunion, der sich hinterher objektiv gebärdet, entkräftet auch den Hinweis auf die heutige USA als möglicherweise nicht mehr alleinigen kapitalistischen Anwärter auf Mondforschung. Insofern ist der Artikel doppelt unbefriedigend: keine erschöpfende Kritik des neuen Mondnichtlandungs-Antiamerikanismus und keine Relativierung (sondern Verabsolutierung) der amerikanischen Raumfahrterfolge und Unterschätzung der sowjetischen Raumfahrt.


  Kommentar zum Artikel von Ivan:
Samstag, 22.08.2009 - 12:57

Was soll denn der vorletzte Satz?