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Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Mecklenburg-Vorpommern darf man seinen Chef durchaus mal "Als größtes Arschloch der Welt" bezeichnen. Wie kommt's zu dieser Erkenntnis? Ein Kollege hat selbiges getan - und dies in einem Cafe, gegenüber einem Freunde. Ein "Kollege" hörte dies in besagtem Cafe mit und ging prompt petzen (er bewarb sich damit erfolgreich auf den von uns verliehenen Titel "Zweitgrößtes Arschloch der Welt mit Ambiitionen zu Größerem").

Daraufhin wurde unser Kollege zunächst entlassen, klagte aber nun - erfolgreich - dagegen. In einem Anflug von demokratischer Rechtsaufassung erklärte das genannte Landesarbeitsgericht, es sei zwar eine Beleidigung, seinen Chef als Arschloch zu bezeichnen (scheinbar auch wenn es stimmt), aber im privaten Bereich außerhalb des Betriebes, und wenn er es nicht hört, darf man das dann schon mal sagen... also sozusagen privat. Und immerhin: "Ein Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet, sich im privaten Bereich stets positiv über den Arbeitgeber zu äußern".

Na, da haben wir ja nochmal Glück gehabt. Über den betrieblichen Bereich sagt das nichts, aber gefährlich bleibt's vermutlich: vielleicht plant Schäuble ja als nächstes die Überwachung sämtlicher Äußerungen aller Beschäftigten über ihre jeweiligen, vergangen und künftigen Arbeit"geber". Ist was Negatives dabei, gibt's Geldstrafe nicht unter 1.000 Euro zugunsten der gebeutelten Ausbeuter oder besser noch: 100 kostenlose Überstunden am Wochenende, Streichung des Urlaubes, Sippenhaft: zwei Familienmitglieder müssen kostenlos für drei Tage mitarbeiten.

..weitere Vorschläge ? Also zunächst wäre vielleicht der petzende Kollege mal zu bearbeiten, dass er seinen Verräterlohn an die Gewerkschaft spenden muss und man ihm verdeutlicht, das er sowas in Zukunft vielleicht nicht noch öfters machen sollte... Und eine gelegentliche - natürlich nur wahrheitsgemäße - Äußerung über den eigenen Chef, kann sicherlich auch nicht schaden, privat sowieso, aber vor allem auch im Pausenraum (wenn kein Arschloch zuhört, natürlich nur)!

 
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  Kommentar zum Artikel von klemens:
Sonntag, 13.05.2007 - 22:59

Sehr guter Artikel! Mußte des öfteren Schmunzeln....


  Kommentar zum Artikel von Ivan:
Samstag, 12.05.2007 - 14:58

mich würde noch interessieren, wie die Kollegen darauf reagiert haben!


  Kommentar zum Artikel von 127712:
Donnerstag, 10.05.2007 - 11:32

Klasse Story! Die Blockwart- und Denunziantenmentalität ist offenbar deutsche Tradition - schon die Gestapo hatte jede Menge ehrenamtliche (!) Mitarbeiter.