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    Montag, 08.03.2010 - 12:11 Uhr -  Weltanschauung  
    8. März Weltfrauentag: Lieber gleich-berechtigt als später!
    Ein Jahr ist seit dem letzten Frauentag vergangen und was ist passiert? - Nichts!
     
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    von KJÖ

    Die Einkommensschere zwischen Mann und Frau beträgt 27 Prozent – wenn man die Vollzeitbeschäftigung vergleicht. Berücksichtigt man die Teilzeitarbeit beträgt die Differenz über 40 Prozent (Lohnsteuer-Statistik 2007). 85 Prozent der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Ein Hauptgrund dafür ist das noch immer fest verankerte Rollenbild, dass sich die Frau um Kinder und Haushalt kümmern muss. Der Umstand die Kinderbetreuung fast gänzlich inne zu haben macht einen Vollzeitjob fast unmöglich. Darüber hinaus befinden sich diese Frauen häufig in schlecht bezahlten Berufen wie im Supermarkt an der Kasse, beim Friseur oder im Café um die Ecke.
    Durch diese schlechte Bezahlung – und daraus folgende niedriger Pension – sind es vor allem die Frauen, die armutsgefährdet sind. Besonders Alleinerzieherinnen liegen – obwohl erwerbstätig – mit 23 Prozent deutlich über der durchschnittlichen Armutsgefährdung von 12 Prozent. Um einen Beruf ausüben zu können muss allerdings die Kinderbetreuung gesichert und leistbar sein.

    Selbstbestimmung über den eigenen Körper – ein Tabuthema

    Viele verlangen es, aber selten wird es angesprochen: Die Selbstbestimmung der Frau über ihren eigenen Körper. Dazu zählen einerseits das Recht auf Abtreibung sowie auf Verhütungsmittel. Eine Frau soll selbst entscheiden, wann sie ein Kind haben möchten. Andererseits muss hier auch der Umgang der Gesellschaft mit sexuellen Übergriffen und sexueller Gewalt angesprochen werden. Fakt ist, dass es bei diesen Delikten einen Täterüberhang an Männern und einen Opferüberhang an Frauen gibt. Trotz der Tatsache, dass jede fünfte Frau in Österreich von Gewaltdurch einen männl. Angehörigen betroffen ist kommt dieses Thema nicht öffentlich zur Sprache.

    „I wanna be a rich, white man“

    Dieser Versprecher rutschte einer Schulkollegin auf die Frage ihrer bevorzugen Berufswahl heraus. Vielleicht hatte sie aber damit die beste Wahl von uns allen getroffen. Reich wird man in führenden Positionen und diese sind männerdominiert. Männer haben in dieser Welt das Sagen – Frauen dürfen in niedrigeren Positionen zuarbeiten. Dass dies in der Gesellschaft keine Empörung hervorruft gründet auf Stereotypen und Rollenbilder, wie sie uns von klein auf beigebracht werden.

    Es gibt keine „Frauen- bzw. Männerberufe“. Diese Bezeichnungen sind sozial konstruiert und basieren auf Klischees und Rollendenken. Wir wollen diese Basis nieder reißen. Die Geschlechterrollen können allerdings erst im Sozialismus aufgehoben werden. Es liegt nicht im Interesse des Kapitalismus Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau zu schaffen – im Gegenteil: Auf unterschiedlichste Weise wird Zwietracht gesät, damit die Bevölkerung die Wurzel ihrer Unzufriedenheit nicht bemerkt – den Kapitalismus. Es gilt zwar dafür zu kämpfen, dass im Kapitalismus die bestmögliche Gleichberechtigung vorherrscht. Doch erreicht werden kann diese nur im Sozialismus.

    Deshalb fordern wir:
    • Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
    • Gesicherte Arbeits- und Lebensverhältnisse statt Armut, Arbeitslosigkeit und Prekarisierung.
    • Verkürzung der Vollarbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich.
    • Öffentliche Lehrwerkstätten mit spezieller Förderung von Mädchen in “typischen Männerberufen” und Einrichtung von Mädchenbeauftragten
    • Flächendeckende Einrichtung kostenloser Kinderbetreuungsstätten mit Öffnungszeiten, die den Lebensbedingungen von Frauen gerecht werden (Betreuung in der Früh, am Abend, in den Ferien, …)
    • Emanzipatorische, geschlechtssensible Erziehung in Kindergarten, Schule und Lehrausbildung
    • Spezielle Förderung von Studentinnen, Quotenregelungen bei der Lehrauftragsvergabe Einsparungsstop und mehr Förderungen für Mädchen- und Frauenberatungsstellen sowie für Frauenhäuser!
    • Die von Frauen geleistete Reproduktionsarbeit, z.B. Kinder- und Altenbetreuung, Essensversorgung, Hausarbeit, … soll vergesellschaftet werden, also von öffentlichen Einrichtungen kostenlos angeboten werden.
    • Für das Recht auf Abtreibung: jede Klinik mit gynäkologischer Abteilung muss verpflichtet sein, kostenlose Abtreibungen anzubieten.
    • Kostenlose Verhütungsmittel auf Krankenschein!
    • Arbeits- und sozialrechtliche Absicherung für Prostituierte, Aufenthaltsbewilligungen und Ausstiegshilfen für Opfer von Mädchen-/Frauenhandel!


    mehr zu diesem Thema auf www.secarts.org : mehr zu diesem Thema im Internet :
    externer Link: http://www.comunista.at/feature/8-marz-i-weltfrauentag-lieber-gleich-berechtigt-als-spater.html
    www.secarts.org ist nicht für die Inhalte externer Links verantwortlich.

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