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Wir dokumentieren im Folgenden einen Teil des "Rundbriefes der DKP M├╝nchen" vom 24. November 2017. In der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) toben fraktionelle Auseinandersetzungen, es kommt zu koordinierten Austritten. Dies schw├Ącht die ohnehin bedr├Ąngte Partei, doch tats├Ąchlich handelt es sich um eine Minderheit aus untereinander zerstrittenen Gruppen. Die DKP wird auch diesen Kampf der Linien ├╝berstehen. Ob sie daran wachsen kann, h├Ąngt wiederum nicht nur von den Noch- , Nicht-mehr- oder jetzt-erst-Recht-Mitgliedern ab, sondern von allen Kommunisten in Deutschland - es ist auch objektiv in ihrer aller Interesse.
Mit der Dokumentation des folgendes Textes wollen wir in der Abfolge aus vermeintlichen Hiobsbotschaften, Austrittserkl├Ąrungen und Neuorientierungen einen Kontrapunkt setzen. Wir fordern gleichzeitig dazu auf, nicht unsolidarisch in einen Kanon an Untergangsprognosen einzustimmen - das ist den Genossen, die weiterhin in der Partei und ebenso wie wir alle unter widrigen Bedingungen k├Ąmpfen, unw├╝rdig und f├╝r uns alle sch├Ądlich. Als Plattform mit Nutzern unterschiedlicher politischer Herkunft werden wir die DKP weiterhin solidarisch begleiten und unterst├╝tzen.

secarts.org Redaktion.



Die DKP M├╝nchen macht weiter Geschichte
Erkl├Ąrung der Kreismitgliederversammlung der DKP M├╝nchen


Am 4.11.2017 haben mehrere DKP-Mitglieder ihren Austritt angek├╝ndigt. Die ehemaligen Sprecher des DKP-Kreisvorstandes haben eine ├Âffentliche Erkl├Ąrung verbreitet, dass damit ┬ädie DKP M├╝nchen Geschichte┬ô und ab jetzt ┬äihr Raum┬ô durch andere zum Teil erst zu bildende Organisationen ┬ävollst├Ąndig ausgef├╝llt┬ô sei.

Das ist unrichtig. Die heute anwesenden Mitglieder der DKP haben am heutigen 18.11.2017 auf ihrer Kreismitgliederversammlung einen neuen Kreisvorstand gew├Ąhlt und die weitere Arbeit beraten und beschlossen. Der Kreis M├╝nchen der Deutschen Kommunistischen Partei bedauert den Austritt oft langj├Ąhriger und verdienter Genossinnen und Genossen, ihre in weiten Teilen sachlich unrichtige Austrittsbegr├╝ndung und vor allem ihren Mangel jeglicher Selbstkritik.

Der Kreis M├╝nchen der DKP wird sich jedoch in einem H├Âchstma├č an Verst├Ąndigung und Zusammenarbeit mit den Genossinnen und Genossen, die unsere Partei jetzt verlassen, bem├╝hen, soweit sie weiterhin f├╝r Frieden, Demokratie und Sozialismus wirken wollen.

In einer immer gef├Ąhrlicheren politischen Entwicklung ist ressentimentfreier solidarischer Kampf aller Linken mehr denn je vonn├Âten.

M├╝nchen, 18.11.2017


AUFBRUCH IN EINE NEUE ZUKUNFT

Bericht ├╝ber die Kreismitgliederversammlung der DKP am 18.11.2017

Am 18.11.2017 versammelten sich auf Einladung des ehemaligen Kreisvorstandes die Mitglieder der DKP M├╝nchen zu einer au├čerordentlichen Kreismitgliederversammlung. In den letzten Jahren hatte der ehemalige Kreisvorstand nur noch zu Kreisdelegiertenversammlungen eingeladen, obwohl die Mitgliederzahl der DKP in M├╝nchen nicht signifikant gestiegen war. Dies f├╝hrte dazu, dass der inhaltliche Austausch und die Diskussion zwischen den verschiedenen Parteigruppen de facto nicht mehr stattfand. Die vor zwei Jahren getroffene Einsch├Ątzung des ehemaligen Kreissprechers Leo Mayer, mit ┬äden anderen┬ô lohne sich die Diskussion nicht mehr, wurde zur Handlungsgrundlage des Kreisvorstandes.

Die Kreismitgliederversammlung beschloss den Wunsch an den neuen Kreisvorstand, ab jetzt wieder Kreismitgliederversammlungen statt Kreisdelegiertenkonferenzen durchzuf├╝hren. Der inhaltliche Austausch soll aber auch h├Ąufiger stattfinden, zum Beispiel durch gemeinsame Bildungsarbeit. Auch die Bezirksversammlung am 9. Dezember sowie die gemeinsame Jahresabschlussfeier der DKP M├╝nchen bieten hier gute Gelegenheiten.

Auf der Kreismitgliederversammlung kam auch der gemeinsame Wille der Genossinnen und Genossen zum Ausdruck, die Arbeit der DKP M├╝nchen fortzuf├╝hren und die Partei aufzubauen. Der Austritt mehrerer Genossinnen und Genossen ┬ľ u. a. des ehemaligen Kreisvorstandes, die in der DKP keine Perspektive mehr gesehen haben, wurde von allen Anwesenden bedauerst. Einigkeit bestand auch darin, dass ihre gemeinsame Austrittserkl├Ąrung sachlich unrichtig ist und der Mangel an Selbstkritik dieser Genossinnen und Genossen bedauert wird. Der nach au├čen von einigen vermittelte Eindruck, die DKP M├╝nchen habe sich aufgel├Âst, wurde als haltlos und unwahr bezeichnet.

Die DKP M├╝nchen macht weiter Geschichte. In vielen Redebeitr├Ągen wurde die Zukunft der DKP in M├╝nchen und die Anforderungen an den neuen Kreisvorstand von vielen Genossinnen und Genossen formuliert. In n├Ąchster Zeit gehe es darum, die Arbeit der Parteigruppen zu stabilisieren und die gemeinsame Diskussion und Austausch zu gew├Ąhrleisten. Die gemeinsame Vorbereitung des Parteitags soll durch den neuen Kreisvorstand in der gesamten DKP M├╝nchen organisiert werden, z.B. durch eine Kreisversammlung zur Handlungsorientierung. Auch gemeinsame Aktionen wie gegen die Sicherheitskonferenz, zum Ende des NSU-Prozesses oder zur inhaltlichen Erweiterung des nach einer Kommunistin benannten Resi-Huber-Platzes sollen durch den neuen Kreisvorstand geplant werden. Einigkeit bestand auch darin, dass jede Genossin und jeder Genosse der DKP M├╝nchen in die gemeinsame Diskussion und Aktion eingebunden werden soll. Auch der Rundbrief der DKP M├╝nchen soll fortgef├╝hrt werden.

Die Hausdurchsuchung beim ehemaligen Kreissprecher und Aktivisten Kerem Schamberger wurde von der Versammlung scharf kritisiert. Erneut wurde hier durch die M├╝nchner Polizei versucht, die Solidarit├Ątsbewegung mit der kurdischen YPG zu kriminalisieren. Die DKP M├╝nchen sieht das als Ma├čnahme der Einsch├╝chterung nicht allein gegen Kerem, sondern gegen alle Antiimperialisten und erkl├Ąrte sich daher solidarisch [...]

Kreisvorstand der DKP M├╝nchen, 20.11.2017

 
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  Kommentar zum Artikel von FPeregrin:
Dienstag, 09.01.2018 - 10:12

Ich m├â┬Âchte mich hier retmarut ausdr├â┬╝cklich anschlie├â┬čen! secarts.org ist genau der Platz, strategische Debatten zu f├â┬╝hren. Ich zitiere mal aus dem Artikel zum 15. secarts-Jubil├â┬Ąum "Ihr oder wir!: "Vielleicht ist es auch ein Fingerzeig, wie es anderswo ebenfalls klappen k├â┬Ânnte. Auf Augenh├â┬Âhe, knallhart in der Sache, deutlich im Widerspruch."
Link ...jetzt anmelden!

Nat├â┬╝rlich mu├â┬č man hier auch einstecken k├â┬Ânnen. Aber da jede Position notwendig (!) ohne Unvollst├â┬Ąndigkeiten nicht zu haben ist, dient dies letztlich genau dem, was Ww anzustreben proklamiert: einem 'Kl├â┬Ąrungsproze├â┬č'. - Immer nur Eigene-Seite-machen ist eine Methode von Verlierern!


  Kommentar zum Artikel von retmarut:
Montag, 08.01.2018 - 21:35

Wie ja bereits angeführt wurde, haben etliche Genossen aus dem Ww-Zusammenhang einen Secarts-Account, teils seit vielen Jahren. Zur Diskussion auf dieser Plattform im Vorfeld oder im Nachklapp der Austritte war aber niemand von denen bereit. Ich erneuere hier gerne den Aufruf an die Ww-Genossen, auf Secarts.org gemeinsam mit uns anderen die Diskussion zu diesem Thema zu führen. Welch besseren Platz gibt es dafür als diese organisationsübergreifende, marxistische Plattform?


 J Kommentar zum Artikel von Jaimee:
Montag, 08.01.2018 - 20:47

Hallo? Wir haben die ersten Texte usw von WieWeiter hier im Forum ausführlich diskutiert. Irgendwann fühlt man sich dann aber wie in so ner Zeitkapsel. Jetzt wurde herausgefunden, dass das Parteiprogramm der DKP schon 1978 reformistisch war. Link ...jetzt anmelden!

Mir f├â┬Ąllt dazu nicht mehr viel ein ehrlich gesagt. Fr├â┬╝her haben die "K-Gruppen" ja die alte KPD nachgespielt. Spielt WieWeiter etwa den KBW nach?


  Kommentar zum Artikel von tolpatchow:
Montag, 08.01.2018 - 15:23

@Camillo:

Ach wei├â┬čte, bisher ist viel geredet und geschrieben worden. Solange die 80 Genossen nicht zu einer eigenen Praxis (!) jenseits der Kritik an der DKP finden, wird "wieweiter.net" nur eine von vielen kleinen Blogsseiten, von denen die DKP angegriffen wird, sein.

Diskussion ist immer gut und ich w├â┬╝rde sie auch mit "wieweiter.net" begr├â┬╝├â┬čen. Bislang wurde nur in In-Zirkeln diskutiert. Auch hier sind etliche der besagten Genossen registriert. Diskussionsbedarf? Bislang negativ.

W├â┬╝rde es begr├â┬╝├â┬čen wenn sich das ├â┬Ąndert.und ein gutes rotes Jahr 2018 w├â┬╝nsche ich ebenfalls!


  Kommentar zum Artikel von Camillo:
Montag, 08.01.2018 - 15:10

Liebe Leute, es ist wirklich lustig zu lesen, zu welchen abenteuerlichen Konstruktionen hier manche angesichts des Austritts von 80 Genossinnen und Genossen aus DKP und SDAJ hier manche greifen, um sie sich zu erkl├â┬Ąren oder ertr├â┬Ąglicher zu reden.
Als jemand, der am kommunistischen Kl├â┬Ąrungsprozess "wie weiter im 100. Jahr der Oktoberrevolution?" beteiligt ist kann ich als Einzelperson und Genosse Euch nur empfehlen:
- lest die Texte des Kl├â┬Ąrungsprozesses auf Link ...jetzt anmelden!
- kommentiert sie in der Kommentarfunktion und diskutiert mit uns
- kommt mit uns ins Gespr├â┬Ąch

Wenn Ihr Begriffe wie "Linksopportunismus" auf uns anwenden wollt, dann belegt diesen Vorwurf
- mit Eurer Definition dieses begriffs
- mit dem Nachweis, da├â┬č das, was Ihr unter Llinksopportunistisch verstehen wollt, in unseren
├â┬äu├â┬čerungen vorkommt.

Wenn Ihr das nicht wollt oder k├â┬Ânnt, ist Euer Vorgehen einfach idealistisch: da weicht jemand von Eurer Linie ab, er mu├â┬č also Opportunist sein. So leicht, so ohne jede ernsthafte Untersuchung, ob nicht vielleicht am Ende doch wir auf einem ganz richtigen Weg sind, kann man es sich als Materialistin / Materialist nicht machen.

Und bis Ihr das wirklich nachgewiesen habt - lasst mal die Ketzerhüte im Schrank.

Wir bei├â┬čen nicht, wir sind nicht aggressiv, wir diskutieren ausgesprochen gern und wir wollen ├â┬╝berzeugen. Also los, her mit Euren Argumenten!

Ein rotes neues Jahr wünscht
Camillo


  Kommentar zum Artikel von Toto:
Donnerstag, 30.11.2017 - 16:15

"- Die Linksabspalter hingegen m├â┬╝ssen effektive Fraktionsarbeit betrieben haben, um das hier hinzukriegen: gestaffelter Austritt von wohl mittlerweile rund 100 ├â┬╝berwiegend sehr aktiven Genossen. Ein Schweigegel├â┬╝bde, das bis jetzt h├â┬Ąlt. W├â┬╝hlarbeit weit ├â┬╝ber die eigentlichen Zentren des Aufruhrs FfM, T├â┬╝bingen, evtl. Th├â┬╝ringen, hinaus. Und ein Gesp├â┬╝r f├â┬╝r "Timing" in dem Sinne, der DKP in einem der schwierigsten Momente (Abspaltung der Mayeristen) noch richtig einen mitzugeben. Noch ist die Sache ja nicht durch und manche Mehrheiten d├â┬╝rften jetzt fehlen."

Erstmals, es sind keine hundert Leute! Die angegebene Zahl mit 80 ist die Summe aller Austretenden, umfasst sowohl die Ostth├â┬╝ringer wie die Frankfurter, wie Gie├â┬čener, etc. Und selbst diese Zahl wird von einem Nutzer hier gezweifelt werden.

Der Schaden ist nicht so gro├â┬č! Es handelte sich von Anfang an um entristische Gruppierungen: Die Frankfurter als Zentrum mit 5 Leute (gef├â┬Ąhrden keine Mehrheit), mindestens zwei Hauptpersonen haben entristische Vergangenheit in Linksruck, Kommunistische Initiative, auf dem KAZ-Camp (keine Mitgliedschaft als Voraussetzung) und DKP. Entweder werden Sie unwidersprochene F├â┬╝hrer oder sie spalten sich in zwei/drei Jahre. T├â┬╝bingen ist ebenfalls entristisch gedacht. siehe Link ...jetzt anmelden! Die sind vor 5 Jahre in der SDAJ eingetreten und zwar mit der Absicht diese SDAJ nach ihrer Vorstellung zu ver├â┬Ąndern, weil sie nie revolution├â┬Ąr war. Soweit ich wei├â┬č, betrifft das die Gie├â┬čener ebenfalls. Die sind kollektiv in der SDAJ eingetreten.

Das sind drei der Hochburgen. Es folgen G├â┬Âttingen und Th├â┬╝ringen. Dazu sage ich m├â┬Âchte ich nicht viel sagen. Vielleicht sagt, Toni was zu Th├â┬╝ringen, wenn es ihm wichtig. Aber ich komme aus Th├â┬╝ringen und wohne in G├â┬Âttingen. Kenne also in etwa die Verh├â┬Ąltnisse hier.

Die anderen gef├â┬╝hrten St├â┬Ądte sind zumeist Umz├â┬╝ge von Leuten, ob das Essen, Regensburg, Schwarzwald, Leipzig handelt es sich lediglich um ein Person, der umgezogen ist. In Marburg sind es 3 Leute. In Berlin habe ich ebenfalls nur von einem Person geh├â┬Ârt, maximum 5 Leute.

Und politisch, was hat der entristische Projekt geschafft?!
Es ist denen, obwohl sie alle in linksgepr├â┬Ągten Gruppen keinen Durchbruch gelungen! In Gie├â┬čen sind die alten Leute um Erika und Michael Beltz in der DKP geblieben. Eine ├â┬änderung der Verh├â┬Ąltnisse in Gie├â┬čen ist nicht zu befr├â┬╝chten. In Frankfurt sind 5 aus zusammen e.V. in der DKP eingetreten und wieder raus. Sie konnten keinen mitnehmen! Mehrheitsverh├â┬Ąltnisse in Frankfurt nicht gef├â┬Ąhrdet, sprich in Hessen ist nichts passiert. In T├â┬╝bingen und baden-w├â┬╝rttembergischen Anhang ist kein Durchmarsch gelungen. Weder Paul Rodermund noch Bj├â┬Ârn Blach sind mit raus gegangen. Es ist trotz Ablehnung der AMS durch Teile der Baden-W├â┬╝rttemberg'schen DKP kein relevante Erfolg der T├â┬╝binger zu vermelden und rechten Potenzial, der die Mehrheitsverh├â┬Ąltnisse in T├â┬╝bingen oder Baden-W├â┬╝rtemberg gef├â┬Ąhrden w├â┬╝rde, vermute ich nicht.

Es kommen noch weitere St├â┬Ądte wie Berlin (keine Verschiebung der Kr├â┬Ąfteverh├â┬Ąltnis f├â┬╝r die rechtsopportunistische Kr├â┬Ąfte). Auch hier geh├â┬Ârt M├â┬Ąnne zur alten Kritiker der AMS (siehe seinen Beitrag in der TuP) und er ist nicht alleine. Gro├â┬čen Erfolg ist in Berlin ausgeblieben. Man kann das mit allen St├â┬Ądten und Orte durchspielen, in der Auseinandersetzung mit rechtsopportunistischen Kr├â┬Ąfte spielt der Austritt der linksopportunistischen Kr├â┬Ąfte kaum eine Rolle und gro├â┬če W├â┬╝rfe ist den linksopportunistischen und entristischen Kr├â┬Ąfte nicht gelungen.

Kurz gesagt: Der W├â┬╝hlarbeit ist ziemlich missgelungen, wenn der Austrittskreis im wesentlichen auf die entristischen Kr├â┬Ąfte, die vor 5 Jahre in der SDAJ/DKP eingetreten sind. Das trifft auf T├â┬╝bingen, Frankfurt und Gie├â┬čen zu. Wie gesagt, einige genannten St├â┬Ądte sind Umz├â┬╝ge und eine Person-"Gruppe", das trifft mindestens auf vier St├â┬Ądte!

Was das Schweigegl├â┬╝bde angeht, vielleicht wollte man Sie ziehen lassen und deswegen ist nichts durchgesickert. Einige au├â┬čerhalb der kleinen Kreis wussten jedenfalls von ihrer Absichten und zwar in mehrere St├â┬Ądte! Es war kein Geheimnis.

Zu den Timing muss ich wiedersprechen! Auch hier war es schlecht ausgew├â┬Ąhlt. Die meisten Kreis- und Gruppenkonferenzen f├â┬╝r den Wahl der Delegierten sind gelaufen, einige Bezirke/LO haben jetzt auch gew├â┬Ąhlt. Und der Austritt der Mayeristen hat denen einiges gekostet, es ist absolut unvermittelt, wie man in dieser Situation die DKP verl├â┬Ąsst? Das dr├â┬╝ckt sich damit aus, dass Leute wie die Beltz, die Humburgs, Blach, Rodermund, die M├â┬╝nchener (ich sage nur der Mann von Renate M├â┬╝nder), die Mehrheit der G├â┬Âttinger und andere Kritiker der AMS diesen Schritt nicht mitgehen. Der Timing ist so schlecht, dass auch die KKE (sichere Info) diese Schritt nicht unterst├â┬╝tzt. Und vieles mehr! Druck auf die DKP ├â┬╝ben Sie jedenfalls nicht!

Erfolgreiche Fraktionsarbeit ist das jeden Fall nicht, wenn es im wesentlichen nur 60 - 80 Leute ausgetreten sind. Im wesentlichen sind das die Leute, die vor etwa 5 Jahre in der DKP/SDAJ kollektiv (T├â┬╝bingen, Frankfurt, Gie├â┬čen) eingetreten sind.

Secarts schreibt in einem Antwort auf Smersch was passiert und wo einige Gr├â┬╝nde f├â┬╝r die Austritte. Eins vergisst er, den man als tats├â┬Ąchlich langj├â┬Ąhriger Mitglied der SDAJ (inzwischen ├â┬╝ber 12/13 Jahre und nicht nur 5 Jahre wie die T├â┬╝binger, Gie├â┬čener und Frankfurter und andere...) beobachten kann und das ist der einziger Erfolg der Entristen: Es gibt immer wieder Leute in der SDAJ, die mehrere Jahre ihres Lebens im Verband stecken. Sie werden nach paar Jahre m├â┬╝de. Sie gehen weg, halten sich irgendwie weiter f├â┬╝r Kommunisten. Aber sind zur├â┬╝ckgezogen. Die Entristen ist gelungen ein Teil dieser normalen Prozess f├â┬╝r sich zu reklamieren und in ihrer Struktur zu retten. Das wird aber nicht von langer Dauer sein.

Die SDAJ wird der Austritt zu sp├â┬╝ren bekommen! Aber sagen wir mal so, die SDAJ ist im Gegenteil zur DKP eine instabile Struktur. Es ist eine schwache Organisation, die meisten Leute sind Sch├â┬╝ler und Studis. Es gibt wenige stabile Gruppen, Leute ziehen um (dann wird eine neue Gruppe gegr├â┬╝ndet, wo anders endet eine Gruppe), Leute orientieren sich neu (ins Autonome Spektrum, kriegen Kinder, beginnen zu arbeiten, etc.) und vieles mehr. Das ist der Zustand der SDAJ seit 1990, wenige Ausnahmen gibt es sicherlich! Sicher auch, dass es eine gewisse Stabilisierung der SDAJ gibt, aber es ist der allgemeine Zustand in der SDAJ. Der Wegfall der T├â┬╝binger (mit einigen kleinere Gruppen in BaW├â┬╝) und Gie├â┬čener ist nicht so sch├â┬Ân, aber f├â┬╝r die SDAJ h├â┬Ąlt sich das Ganze noch im Rahmen.

Kurz die SDAJ wird das spüren, aber überleben. Dagegen wird wieweiter den Schicksal anderer linksopportunistische Gruppen erleiden.


  Kommentar zum Artikel von Genosse Mauser:
Donnerstag, 30.11.2017 - 01:08

Brief an die Mitglieder der DKP vom Sekretariat des Parteivorstands vom 29.11.2017 mit Antworten auf die Vorwürfe:
http://news.dkp.suhail.uberspace.de/2017/11/an-die-mitglieder-der-dkp/


  Kommentar zum Artikel von Menachier:
Dienstag, 28.11.2017 - 21:27

Stimme retmarut zu. Die Sache war seitens der WieWeiter-Leute anders geplant. Die Mali-Leute sind ihnen in die Abfolge geplatzt. Allerdings war von vornherein klar dass niemals der Bundeskongress der SDAJ abgewartet werden sollte (M├â┬Ąrz 18). Der SDAJ hatten WieWeiter ja diese Programmdebatte aufgezwungen. Und eine Mehrheit war niemals in Sicht. Also Spaltung als Ausweg aus 1) einer verlorenen Parteiauseinandersetzung und 2) einer absehbar auch verlorenen Auseinandersetzung im Jugendverband.
Austritte gibt es komischerweise seitens WieWeiter bislang kaum. Die angeblichen 80 Unterzeichner sind sowieso zu hoch gegriffen. Aber selbst die H├â┬Ąlfte ist noch nicht erreicht


  Kommentar zum Artikel von retmarut:
Sonntag, 26.11.2017 - 03:44

@RevLeft: "Und ein Gespür für "Timing" in dem Sinne, der DKP in einem der schwierigsten Momente (Abspaltung der Mayeristen) noch richtig einen mitzugeben."

Im Gegenteil. Der Zeitpunkt hat die "WieWeiter"(Ww)-Genossen selbst v├â┬Âllig ├â┬╝berrascht. Die sind von den s├â┬╝dbayrischen Austritten schlicht ├â┬╝berrumpelt worden. Das hat die Gesamtsituation deutlich ver├â┬Ąndert, aber da die ersten Ww-Leute schon ihre Austrittsschreiben ver├â┬Âffentlicht hatten, bevor Mayer und Co die Partei verlie├â┬čen, sind die anderen Ww aus Loyalit├â┬Ąt jetzt ├â┬╝berst├â┬╝rzt nachgezogen, damit ihr vereinbartes "Projekt" nicht schon zu Beginn auseinanderfliegt. Das zeigt schon, wie fragil die ganze Geschichte ist. Die n├â┬Ąhen mit sehr hei├â┬čer Nadel.

Und zu den Auswirkungen dieser linksradikalen Abspaltung auf die DKP: Die dürfte recht im Endeffekt gering ausfallen, da viele der Ww-Genossen gar nicht in der DKP Mitglied bzw. dort nicht aktiv waren. Der Aderlass trifft vielmehr die SDAJ. Die wird sich aber, da bin ich mir sicher, relativ rasch davon erholen. Erste SDAJ-Gruppenneugründungen sind ja bereits erfolgt.


  Kommentar zum Artikel von MARFA:
Sonntag, 26.11.2017 - 00:27

@mischa:
"Bin mir nicht sicher: KPI - Il Manifesto - Rifondazione?"

Vielleicht h├â┬Ątte ich erfolgreich dazuschreiben sollen?

Aber im Ernst, es gibt bei solchen (linken) Ausgr├â┬╝ndungen einen drive, der dem einzelnen guten Willen meist entzogen ist (hab das in unterschiedlichen Zusammenh├â┬Ąngen schon zweimal erlebt, und vieles gleicht sich). Auf die Gr├â┬╝ndungseuphorie folgt irgendwann der Einbruch der Realit├â┬Ąt in die Kleingruppe. Der Stagnation begegnet man mit externalisierter Fehlersuche, denn das ist der Weg des geringsten Widerstandes. Alles andere w├â┬╝rde ja bedeuten, den Schritt in die Unabh├â┬Ąngigkeit radikal in Frage zu stellen. Der Graben beginnt gerade erst zu entstehen und wenn er da ist, wird es schwer wieder zusammenzufinden. Schlie├â┬člich ist der organisatorische Unterschied letztlich das einzig konstituierende f├â┬╝r diejenigen, die jetzt gehen.

Was rechte Abspaltungen angeht gibt es mehr Beispiele für solche Bewegungen. Die USPD zb.


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