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Arbeitszeitverkürzung für alle
– 30 Stunden pro Woche und 6 Stunden pro Tag sind genug
,
damit wir eine echte Chance auf eine ordentliche Erwerbstätigkeit bekommen.


Wir wollen selbständig und unabhängig werden – wir wollen unseren Eltern nicht auf der Tasche liegen, wir wollen nicht von der Gnade der Arbeitsämter abhängen und bei Arbeitslosigkeit nicht zwangsweise in den Wohnungen unserer Eltern festgehalten werden, gesetzlich zu unmündigen Ausgehaltenen verdonnert.
Sondern wir wollen endlich unsere eigenen Kräfte und Möglichkeiten entwickeln – soweit das in dieser Klassengesellschaft mit kapitalistischen Unternehmen, kleinen Gewerbetreibenden und Lohnarbeitern möglich ist.

Dagegen haben Unternehmer, Vermögende sowie CDU und SPD mit Unterstützung von FDP und Grünen gemeinsam Vieles getan um das zu verhindern:
u. a. haben sie die Lebensarbeitszeit für die künftigen älteren Generationen auf 67 Jahre ausgedehnt
und verurteilen damit nicht nur die Alten zu weiteren Runden im Hamsterrad, sondern schieben damit uns Jugendliche noch länger auf die Wartebank für eine vernünftige Erwerbstätigkeit - also in die Arbeitslosigkeit oder in die Warteschleifen für die Chance einer nicht zukunftsfesten Berufsausbildung. Schon das alte Rentenalter von 65 Jahren wird von einem Drittel der Arbeitenden nicht erreicht. Sie sterben vorher.

Diese Gesellschaft hat uns Jugendliche schon durch die Schullaufbahn in Volksschüler, Realschüler und Gymnasiasten sortiert. Die Abschlüsse fädeln uns dann in die möglichen Berufslaufbahnen ein, mit den entsprechenden Lohnstufen und Arbeitsverhältnissen. Mit allen Mitteln statistischer Verdummung und öffentlicher wie heimlicher Diffamierung wird uns eingeredet, dass diese Unterschiede solche der Leistung und der Fähigkeiten seien. Der Blick in viele andere Länder in Europa bezeugt das Gegenteil. Diese „Leistung“ unseres Ausbildungssystems lohnt sich vor allem für die „Arbeitgeber“.

Elternhäuser, Schulstruktur und Lehrer – sowie die politischen Mehrheiten mit Hilfe der Vermögenden, der Arbeitgeber, der Unternehmerverbände und der Medien - haben dies gegen oder für uns besorgt, je nach Herkunft. So wiederholt sich fein säuberlich die Berufs- und Einkommenssituation der Eltern von Generation zu Generation. Und diese Berufsstruktur erzeugt so auch für uns wieder die Unterschiede von schlecht Verdienern und besser Gestellten.

Wer allerdings seinen Unterhalt durch Vermögen in die Wiege bekommen hat, der findet sich in Schule, Ausbildung und Berufen immer am oberen Ende, wenn sie da überhaupt noch einsteigen. Alle anderen können sehen wo sie bleiben.
Inzwischen sind aber auch die Abiturienten und die mit Hochschulabschluss, also die lange Jahrzehnte Privilegierten, nicht mehr gegen Arbeitslosigkeit gefeit. Nur wer für seinen Unterhalt nicht arbeiten muss, der wird nicht arbeitslos, und kann sich die seine Beschäftigung aussuchen.
Durch die oben genannten Unterschiede schimmern jene von Vermögensbesitzern und ihren Lohnarbeitern hindurch.

Junge Menschen - Lernende und Warteschleifen Drehende, und alle anderen - Ausgebildete und Ungelernte – gegen Entlohnung Arbeitende und Arbeitslose - haben nur gemeinsam die Chance erstmals oder wieder eine Erwerbstätigkeit von der man Leben kann zu erlangen – oder nicht doch noch wegen der Krise oder der Rationalisierung arbeitslos zu werden, wenn sie konzentriert, sehr nachdrücklich und mittelfristig eine drastische Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich durchsetzen werden. 30 Stunden und 6 Stunden sind genug!


 
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