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Von KKE

Theoretische Positionen √ľber den Sozialismus als die erste, untere Stufe des Kommunismus

2. Der Sozialismus ist die erste Phase der kommunistischen sozio-√∂konomische Formation, er ist keine unabh√§ngige sozio-√∂konomische Formation. Es handelt sich um einen unreifen, nicht entwickelten Kommunismus. Die vollst√§ndige Errichtung kommunistischer Produktionsverh√§ltnisse erfordert die √úberwindung der Elemente der Unreife, die die untere Stufe, den Sozialismus, charakterisieren. Unreifer Kommunismus bedeutet, dass kommunistische Beziehungen in Produktion und Distribution noch nicht voll durchgesetzt sind. Das Grundgesetz der kommunistischen Produktionsweise hei√üt: ¬ďProduktion f√ľr die umfassende Befriedigung gesellschaftlicher Bed√ľrfnisse.¬Ē

Die konzentrierten Produktionsmittel sind vergesellschaftet, aber am Anfang gibt es noch Formen von Einzel- und Gruppeneigentum, die die Grundlage f√ľr die Weiterexistenz der Ware-Geld-Beziehungen bilden. Die Aneignung des gr√∂√üten Teils des Sozialprodukts f√ľr den individuellen Verbrauch beruht auf Arbeit, und richtet sich noch nicht nach dem Bedarf. Es gilt noch das Prinzip ¬ďJedem nach seiner Arbeitsleistung, jedem nach seinen F√§higkeiten.¬Ē Unter den Bedingungen des entwickelten Kommunismus dominiert das Prinzip ¬ďJedem nach seinen F√§higkeiten, jedem nach seinen Bed√ľrfnissen¬Ē f√ľr die Gesamtheit des Sozialprodukts.
[file-ebooks#81]Im Sozialismus existieren weiterhin noch soziale Ungleichheiten, eine soziale Schichtung und sogar bedeutende Unterschiede oder sogar Widerspr√ľche, wie die zwischen Stadt und Land, geistiger und k√∂rperlicher Arbeit, Fach- und einfacher Arbeiter. Alle diese Ungleichheiten m√ľssen, schrittweise und in planvoller Weise v√∂llig beseitigt werden. Je unreifer die sozialistische Entwicklung ist, desto mehr wird das Bildungs- und technologische Niveau der Masse der Arbeiter noch nicht deren substanzielle Rolle in der Organisation der Arbeit, in der Kenntnis der verschiedenen Segmente der Produktion und in der Verwaltung erlauben. Unter diesen Bedingungen neigen die Arbeiter in leitenden Positionen dazu, das individuelle Interesse und das Interesse an der Produktion von den gesellschaftlichen Interessen zu trennen, w√§hrend Geistesarbeiter mit einer hohen wissenschaftlichen Spezialisierung in der Regel den Anspruch auf einen gr√∂√üeren Anteil des Gesamtprodukts erheben, da die ¬ďkommunistische Haltung¬Ē gegen√ľber der Arbeit noch nicht durchgesetzt ist. Damit die kommunistische Produktionsweise sich erweitert, entwickelt und vollst√§ndig die Oberhand gewinnt, muss der Klassenkampf der Arbeiterklasse fortgesetzt werden - unter neuen Bedingungen, mit anderen Formen und Mitteln im Vergleich mit dem Kampf, der im Kapitalismus und w√§hrend der erste Periode der revolution√§ren Macht, in der es um die Abschaffung kapitalistischer Verh√§ltnisse ging, gef√ľhrt wurde. Es handelt sich um einen anhaltenden Kampf f√ľr die Abschaffung jeder Form von Gruppen- und Einzeleigentum sowie gegen kleinb√ľrgerliches Bewusstsein, das tiefe historische Wurzeln hat; es ist ein Kampf f√ľr die Bildung eines analogen gesellschaftlichen Bewusstseins und einer Haltung, die dem gesellschaftlichen Charakter der Arbeit entspricht. Aus diesem Grund ist die Existenz eines Staates, die revolution√§re Macht der Arbeiterklasse, die Diktatur des Proletariats, notwendig. Der Sprung, der in der revolution√§ren Phase innerhalb des √úbergangs vom Kapitalismus zum entwickelten Kommunismus stattfindet, ist qualitativ bedeutsamer als jede Phase davor, da kommunistische Verh√§ltnisse - die frei von Ausbeutung sind - im Rahmen des Kapitalismus nicht ausgebildet sind. Es ist ein Kampf der ¬ďKeime¬Ē des neuen gegen die ¬ď√úberreste¬Ē des alten Systems in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Der Kampf f√ľr die Umwandlung aller √∂konomischen Verh√§ltnisse, aller gesellschaftlichen Verh√§ltnisse in kommunistische Beziehungen bedeutet, dass sich die soziale Revolution nicht nur auf die Ergreifung der Macht oder den Aufbau einer ersten √∂konomischen Basis beschr√§nken kann, sondern w√§hrend des gesamten Zeitraums des Sozialismus erweitert werden muss.

3. Der sozialistische Aufbau ist ein ununterbrochener Prozess, der mit der Machteroberung durch die Arbeiterklasse beginnt. Am Anfang steht die neue Produktionsweise, die im Wesentlichen dadurch vorherrscht, dass die kapitalistischen Verh√§ltnisse, das Lohnarbeit-Kapital-Verh√§ltnis, vollst√§ndig abgeschafft sind. Anschlie√üend entwickeln sich die kommunistischen Beziehungen und der neue Menschentypus bis auf ein Niveau, das die Irreversibilit√§t ihrer Herrschaft garantiert. Der sozialistische Aufbau enth√§lt die M√∂glichkeit der Umkehrung seines Kurses und der R√ľckkehr zum Kapitalismus, als Niederlage beim Kampf f√ľr die volle Entfaltung der neuen kommunistischen Beziehungen gegen die Reste der alten kapitalistischen Beziehungen. Eine solche R√ľckkehr ist kein neues Ph√§nomen in der gesellschaftlichen Entwicklung und in jedem Fall handelt es sich um eine vor√ľbergehende Erscheinung in der Geschichte. Es ist eine unwiderlegbare Tatsache, dass in der Geschichte der Menschheit sich bisher kein sozio-√∂konomisches System sofort konsolidierte. Der √ľbergang von einer niedrigeren Stufe der Entwicklung zu einer h√∂heren ist nicht einfach ein stets aufsteigender Prozess. Dies zeigt uns die wirkliche Geschichte der Verbreitung des Kapitalismus.1

4. Wir halten einen Ansatz f√ľr fehlerhaft, der von ¬ď√úbergangsgesellschaften¬Ē mit autonomen Merkmalen und einer langfristig existierenden Periode des ¬ď√úbergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus¬Ē (Aufbau der Grundlagen der neuen sozio-√∂konomischen Formation) ausgeht.
Ausgehend von diesem Standpunkt werden die gegenw√§rtigen Systeme in China und Vietnam als transitionale ¬ďmulti-sektorale Gesellschaften¬Ē interpretiert, in denen kommunistische Beziehungen mit ausbeuterischen Beziehungen Jahrzehnte lang ¬ďkoexistieren¬Ē. Wir √ľbersehen nicht die besonderen Merkmale des Zeitraums, der in der marxistischen Literatur als ¬ď√úbergangsphase¬Ē bekannt ist, der Phase, in der die sozialistische Revolution den Sieg sucht, sich m√∂glicher Weise ein B√ľrgerkrieg entwickelt, in der ein harter Kampf um die kommunistischen Beziehungen gef√ľhrt wird, die sich am Anfang gegen die - noch nicht beseitigten - kapitalistischen Ausbeutungsbeziehungen gerade erst zu entwickeln beginnen. Die Dauer dieser Periode h√§ngt von der R√ľckst√§ndigkeit ab, die der Sozialismus vom Kapitalismus geerbt hat.
Die historische Erfahrung hat gezeigt, dass diese Phase nicht √ľber einen l√§ngeren Zeitraum anhalten kann. In der UdSSR war diese Phase Mitte der 1930er Jahre beendet. Der Kampf gegen kapitalistische Beziehungen, die Schwierigkeiten bei der Errichtung einer sozialistischen Basis vergr√∂√üerten sich wegen der feudalen und patriarchalischen Erbschaft in den ehemaligen Kolonien des zaristischen Russland. Lenin betonte seinerzeit, dass in L√§ndern, in denen die Industrie weiter entwickelt war, die √úbergangsma√ünahmen zum Sozialismus beschr√§nkt oder in einigen F√§llen v√∂llig unn√∂tig w√§ren. Die so genannte √úbergangsphase ist nicht unabh√§ngig vom sozialistischen Aufbau, denn gerade in ihr wird die Grundlage f√ľr die Entwicklung einer ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft geschaffen.

5. Die Bildung einer kommunistischen Produktionsweise beginnt mit der Vergesellschaftung der konzentrierten Produktionsmittel, mit der zentralen Planung, mit der Verteilung der Arbeitskräfte in den verschiedenen Wirtschaftszweigen, mit der geplanten Verteilung des Sozialprodukts. Auf der Grundlage dieser neuen ökonomischen Beziehungen entwickeln sich die Produktivkräfte mit hohen Wachstumsraten: Menschen und Produktionsmittel, die Organisation der Produktion und die gesamte Wirtschaft. Die sozialistische Akkumulation ist durchgesetzt, ein neues Niveau sozialen Wohlstands erreicht.
Dieses neue Niveau erm√∂glicht die schrittweise Ausweitung der neuen Beziehungen im Bereich der Produktivkr√§fte, die vorher nicht reif genug waren f√ľr die unmittelbare gesellschaftliche Produktion. Mehr noch, es werden auch die materiellen Voraussetzungen f√ľr die Abschaffung einer differenzierenden Zuweisung aus dem Sozialprodukt f√ľr die Arbeitern des staatlichen (gesellschaftlichen) Sektors geschaffen. Die vollst√§ndige Dominanz der kommunistischen Beziehungen, der √úbergang zur h√∂heren Phase der neuen sozio√∂konomischen Formation verlangt die Abschaffung nicht nur des kapitalistischen Eigentums, sondern auch jeglicher Form von Privat- und Gruppeneigentum an den Produktionsmitteln und am Sozialprodukt. Die vollst√§ndige Beseitigung des Unterschieds zwischen Stadt und Land, das ist die vollst√§ndige Abschaffung der Klassen, die Beseitigung der Differenz zwischen manueller und intellektueller Arbeit, eine der tiefsten Wurzeln der sozialen Ungleichheit2, die beseitigt werden muss, die vollst√§ndige Ausl√∂schung der nationalen Konflikte. Im Einklang mit dem allumfassenden gesellschaftlichen Gesetz des Zusammenhangs zwischen den Produktionsverh√§ltnissen und dem Entwicklungsniveau der Produktivkr√§fte verlangt jede historisch neue Stufe der Entwicklung der Produktivkr√§fte, die zun√§chst durch den sozialistischen Aufbau erreicht wurde, mittels einer revolution√§ren Politik eine weitere ¬ďRevolutionierung¬Ē der Produktionsverh√§ltnisse und aller √∂konomischen Beziehungen in Richtung einer vollst√§ndigen Umwandlung in kommunistische Beziehungen.

Wie die Praxis gezeigt hat, f√ľhrt jegliche Art von Verz√∂gerung oder gar ein R√ľckzug in der Entwicklung der kommunistischen Beziehungen zu einer Versch√§rfung des Widerspruchs zwischen Produktivkr√§ften und Produktionsverh√§ltnissen. Auf dieser Grundlage k√∂nnen sich die oben genannten sozialen Widerspr√ľche und Differenzierungen zu gesellschaftlichen Antagonismen entwickeln und zu einer Versch√§rfung des Klassenkampfes f√ľhren. Im Sozialismus gibt es eine objektive Grundlage daf√ľr, dass unter bestimmten Bedingungen gesellschaftliche Kr√§fte zu potenziellen Tr√§gern von ausbeuterischen Beziehungen werden k√∂nnen, wie es in der UdSSR in den 1980er Jahren der Fall war.

6. Die Entwicklung der kommunistischen Produktionsweise in ihrer ersten Phase, dem Sozialismus, ist ein Prozess, in dem die Zuteilung des Sozialprodukts in monet√§rer Form abgeschafft wird. Kommunistische Produktion - auch in ihrem unreifen Stadium - ist unmittelbar gesellschaftliche Produktion: Die Aufteilung der Arbeit erfolgt nicht f√ľr den Austausch und wird nicht durch den Markt bewerkstelligt, und die Produkte der gesellschaftlichen Arbeit, die individuell verbraucht werden, sind keine Waren. Die Arbeitsteilung in der vergesellschafteten Produktion beruht auf einem Plan, der die Produktion organisiert und der - nach Ma√ügabe der Befriedigung sozialer Bed√ľrfnisse - ihre Proportionen und die Verteilung der G√ľter (Gebrauchswerte) bestimmt. Mit anderen Worten, es handelt sich um eine zentral geplante gesellschaftliche Arbeitsteilung in die die individuelle Arbeit, als Teil der gesamten sozialen Arbeit direkt - nicht √ľber den Markt - integriert ist. Zentrale Planung teilt die gesamtgesellschaftliche Arbeitszeit so auf, dass die verschiedenen Arbeitsfunktionen die richtigen Proportionen haben, um die verschiedenen gesellschaftlichen Bed√ľrfnissen zu erf√ľllen. Der Begriff der Planung sollte nicht verstanden werden als ein technisch- √∂konomisches Werkzeug, sondern als ein kommunistisches Produktionsverh√§ltnis und als eine Verteilung, die die Arbeiter mit den Produktionsmitteln und den sozialistischen Institutionen verbindet.

Er enth√§lt eine bewusst getroffene Wahl von Motiven und Zielen f√ľr die Produktion - nicht mit dem Ziel des Warenaustausches, sondern mit dem Ziel der geplanten erweiterten Befriedigung der gesellschaftlichen Bed√ľrfnisse (das √∂konomische Grundgesetz der kommunistischen Produktionsweise). Ein wesentliches Problem der zentralen Planung ist das komplexe Thema der Ermittlung der ¬ďgesellschaftlichen Bed√ľrfnisse¬Ē, insbesondere im Rahmen internationaler Bedingungen, unter denen der Kapitalismus eine eher verzerrte Vorstellung von dem, was gesellschaftliche Bed√ľrfnisse wirklich sind, erzeugt. Die Bestimmung gesellschaftlicher Bed√ľrfnisse beruht auf dem Entwicklungsniveau der Produktivkr√§fte, das in der gegebenen historischen Periode erreicht wurde. Diese Bed√ľrfnisse m√ľssen in ihrem historischen Kontext, ihr Wandel in der Abh√§ngigkeit von der Entwicklung der Produktivkr√§fte gesehen werden. Auch die Art und Weise, wie das Grundgesetz des Kommunismus verwirklicht wird, muss entwickelt werden mit dem unmittelbaren Ziel der √ľberwindung der Unzul√§nglichkeiten und der Ungleichheiten, die es bei der Erf√ľllung der gesellschaftlichen Bed√ľrfnisse gibt.

7. Ein grundlegendes Merkmal der ersten Phase der kommunistischen Beziehungen ist die Verteilung eines Teils der hergestellten Waren ¬ďgem√§√ü der geleisteten Arbeit¬Ē. Das ¬ďMa√ü¬Ē der Arbeit hat eine theoretische und politische Debatte ausgel√∂st. Die Verteilung eines Teils der sozialistischen Produktion ¬ďgem√§√ü der geleisteten Arbeit¬Ē (die hinsichtlich der Form der Warenproduktion √§hnelt) ist ein √úberbleibsel des Kapitalismus. Die neue Produktionsweise hat es noch nicht vermocht, diese Art der Verteilung zu √ľberwinden, denn sie hat noch nicht die daf√ľr notwendige menschliche Produktivkraft und alle Produktionsmittel in ihren richtigen Dimensionen, mit der breiten Nutzung der neuen Technologien entwickelt. Die Arbeitsproduktivit√§t erlaubt noch nicht eine so entscheidend gro√üe Reduzierung der Arbeitszeit, die Abschaffung der schweren und der einseitigen Arbeit, als dass die gesellschaftliche Notwendigkeit der Arbeitspflicht aufgehoben werden k√∂nnte. Die geplante Verteilung der Arbeitskr√§fte und der Produktionsmittel zieht die geplante Verteilung des Sozialprodukts nach sich. Die Verteilung des Sozialprodukts kann nicht durch den Markt, auf der Grundlage der Gesetze und Kategorien des Warenaustausches geschehen.

Nach Marx wird sich die Distributionsweise √§ndern, wenn der besondere Modus des produktiven gesellschaftlichen Organismus und das entsprechende Niveau der historischen Entwicklung der Produktivkr√§fte sich √§ndern3 (z. B. waren diese in der UdSSR in den 1930er Jahren auf einem bestimmten Niveau, doch auf einem anderen Niveau in der UdSSR in den 1950er und 1960er Jahren). Der Marxismus definiert klar die Arbeitszeit als das Ma√ü f√ľr die Teilhabe der einzelnen Produzenten an der gemeinsamen Arbeit. Folglich ist die Arbeitszeit des Produzenten auch definiert als ein Ma√ü f√ľr den Anteil, den er von dem Teil des Gesamtproduktes, das f√ľr die individuelle Konsumtion bestimmt ist und auf der Grundlage der Arbeit verteilt wird, erh√§lt.4

Ein anderer Teil (Bildung, Gesundheit, etc.) wird bereits auf der Grundlage des Bedarfs verteilt. ¬ďZeit¬Ē als Ma√ü f√ľr die Arbeit in der sozialistischen Produktion muss ¬ďnur als Parallele mit der Warenproduktion¬Ē5 aufgefasst werden. ¬ďArbeitszeit¬Ē im Sozialismus ist nicht die ¬ďgesellschaftlich notwendige Arbeitszeit¬Ē, die den Tauschwert von Waren in der Warenproduktion ausmacht. ¬ďArbeitszeit¬Ē ist das Ma√ü f√ľr den individuellen Beitrag zur gesellschaftlichen Arbeit f√ľr die Herstellung des Gesamtprodukts. Im ¬ďKapital¬Ē wird bezeichnender Weise darauf hingewiesen: ¬ďDas Geldkapital f√§llt bei gesellschaftlicher Produktion fort. Die Gesellschaft verteilt Arbeitskraft und Produktionsmittel in die verschiednen Gesch√§ftszweige. Die Produzenten m√∂gen meinetwegen papierne Anweisungen erhalten, wof√ľr sie den gesellschaftlichen Konsumtionsvorr√§ten ein ihrer Arbeitszeit entsprechendes Quantum entziehen. Diese Anweisungen sind kein Geld. Sie zirkulieren nicht.¬Ē6 Der Zugriff auf diesen Teil des Sozialprodukts, das ¬ďgem√§√ü der geleisteten Arbeit¬Ē verteilt wird, ist durch den individuellen Arbeitsbeitrag jeder Person zur gesellschaftlichen Gesamtarbeit bestimmt, ohne dass zwischen einfacher und komplexer, manueller oder anderer Arbeit unterschieden wird.

Das Ma√ü des individuellen Beitrags ist die Arbeitszeit, die der Plan festlegt auf der Grundlage des Gesamtbedarfs an gesellschaftlicher Produktion, der materiellen Voraussetzungen f√ľr die Produktion, die die ¬ďindividuelle¬Ē Arbeit mit einschlie√üt, der besonderen Erfordernisse der gesellschaftlichen Produktion an Konzentration von Arbeitskr√§ften in bestimmten Bereichen, Branchen, usw., der besonderen gesellschaftlichen Bed√ľrfnisse wie Mutterschaft, Personen mit besonderen Bed√ľrfnissen, usw., der pers√∂nlichen Haltung des Einzelnen in Bezug auf die Organisation und die Durchf√ľhrung des Produktionsprozesses.
Mit anderen Worten: Arbeitszeit muss mit Zielen wie der Erhaltung von Materialien, der Einf√ľhrung produktiverer Technologien, einer rationellen Organisation der Arbeit, der Arbeiterkontrolle der Verwaltungsleitung verbunden sein. Die geplante Entwicklung der Produktivkr√§fte in der kommunistischen Produktionsweise sollte immer mehr Zeit au√üerhalb der Arbeit freisetzen, die genutzt werden sollte, um das Bildungs- und kulturelle Niveau der arbeitenden Menschen zu erh√∂hen, um den Arbeitern die Wahrnehmung ihrer Aufgaben in Bezug auf die Arbeitermacht und der Leitung der Produktion zu erm√∂glichen, usw. Die umfassende Entwicklung des Menschen als Produktivkraft beim Aufbau einer neuartigen Gesellschaft und der kommunistischen Beziehungen (einschlie√ülich der kommunistischen Haltung gegen√ľber der unmittelbar gesellschaftlichen Arbeit) ist eine wechselseitige Beziehung. Je nach historischer Phase kann entweder die eine oder die andere Seite Priorit√§t haben.
Die Entwicklung der zentralen Planung und der Ausbau des gesellschaftlichen Eigentums in allen Bereichen macht das Geld nach und nach √ľberfl√ľssig und beraubt es seines Inhalts als Wertform.

8. Das Produkt individueller und genossenschaftlicher Produktion - der gr√∂√üte Teil davon stammt aus der Landwirtschaft - wird mit dem sozialistischen Produkt mittels Ware-Geld-Beziehungen ausgetauscht. Die Genossenschaft ist bis zu einem gewissen Grad der zentralen Planungsbeh√∂rde untergeordnet, die den Plan f√ľr einen Teil der Produktion bestimmt und den Preis festsetzt. Die Richtung, in die die Aufl√∂sung der Unterschiede zwischen Stadt und Land, zwischen industrieller und landwirtschaftlicher Produktion gehen muss, ist der Zusammenschluss der b√§uerlichen Produzenten f√ľr die gemeinsame Nutzung gro√üer Fl√§chen unter Nutzung der modernen Mechanisierung und anderer Mittel des wissenschaftlich-technischen Fortschritts f√ľr die Verbesserung der Arbeitsproduktivit√§t, die Schaffung einer effektiven Infrastruktur f√ľr den Erhalt der Produkte bei unvorhersehbaren Wetterumst√§nden, die Unterwerfung der gesellschaftlichen Arbeit zur Herstellung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und deren industrielle Verarbeitung unter zusammengefassten sozialistischen Einrichtungen. Diese Richtung dient dem Ziel, die gesamte landwirtschaftliche Produktion in einen Teil der vergesellschafteten Produktion zu √ľberf√ľhren.


Anmerkungen:
1 In der zweiten H√§lfte des 14. Jahrhunderts entwickelte sich in den St√§dten Nord-Italiens (z.B. Genua, Venedig, usw.) mit dem Verh√§ltnis von Lohnarbeit-Kapital eine historisch neue Form der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen: kapitalistische Produktionsverh√§ltnisse. Aus einer Vielzahl von Gr√ľnden konnten sie jedoch kein h√∂heres Entwicklungsniveau und keine Dominanz erringen, was in einer R√ľckkehr zu feudalen Beziehungen endete. Sp√§ter, im 16. Jahrhundert, lie√ü die Entwicklung kapitalistischer Beziehungen in England und in Holland die Bourgeoisie in den Vordergrund r√ľcken. Dies f√ľhrte zu einer Reihe von b√ľrgerlichen Revolutionen, bis sich endlich, durch einen Prozess von Konflikten und Kompromissen mit den feudalen Klassen, im 19. Jahrhundert die kapitalistischen Produktionsverh√§ltnisse etablieren konnten. In der Weltgeschichte der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Bd. C2, S. 943-983, ist der Verlauf der Ausdehnung der kapitalistischen Verh√§ltnisse in den St√§dten Nord-Italien im Detail beschrieben, wie auch der Prozess ihres Zerfalls und Sturzes, was zur R√ľckkehr und Dominanz der feudalen Beziehungen f√ľhrte. Charakteristisch f√ľr das Ausma√ü, dass die kapitalistischen Verh√§ltnisse in italienischen St√§dten erreicht hatte, war die Tatsache, dass harte Klassenkonflikte, einschlie√ülich Streiks und Aufst√§nden zwischen Lohnarbeitern und b√ľrgerlichen Handwerkern, Kaufleuten und Bankiers stattfanden. Ein besonderer Fall war der Aufstand von 4000 Arbeitern in den Textil-Manufakturen in Florenz 1343. Im 15. Jahrhundert wurden die Manufakturen eingeschr√§nkt und die reichen Stadtbewohner transferierten ihre Gelder in die Landwirtschaft. Eine wichtige Tatsache, die den R√ľckzug der kapitalistischen Verh√§ltnisse belegt, ist die, dass im 13. Jahrhundert in einigen St√§dten die Leibeigenschaft abgeschafft oder gelockert wurde, in der zweiten H√§lfte des 15. Jahrhunderts aber zur√ľckkehrte. (Bd. C2, S. 962-964)
2 Lenin, Werke, SE, Athen, Vol. 39, S. 15 (griech. Ausgabe).
3 K. Marx, Das Kapital, Band 1, (MEW 23) S. 91-93
4 Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19, 20-22; Engels, Anti-D¨uhring, MEW
20, 284f., s. auch MEW 23, 93
5 MEW 23, S. 93
6 MEW 24, S. 358