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Der internationale Kampftag der Frauen, an welchem sie dezidiert auf die Ungleichberechtigung zwischen den Geschlechtern in unserer Gesellschaft hinweisen, j√§hrt sich dieses Jahr zum hundertsten Mal. 100 Jahre sind eine lange Zeit, in der man meinen k√∂nnte, die Emanzipation der Frau h√§tte sich verwirklicht. Aber nein, auch am 100sten Jahrestag sind wir mit einer Politik konfrontiert, die sich nur minimal bis gar nicht um dieses Thema k√ľmmert.

[file-ebooks#42]In √Ėsterreich sind Mann und Frau auf dem Papier gleichberechtigt. In der Realit√§t sieht es jedoch ganz anders aus. Die Lohnschere beim Bruttojahreseinkommen 2009 klafft mit 20 % sehr weit auseinander. Rechnet man auch die Teilzeitbesch√§ftigten mit ein, so kommt man auf 40 %. Es ist allgemein bekannt, dass mehr Frauen als M√§nner in Niedriglohnbranchen und/oder in Teilzeitarbeit besch√§ftigt sind. Doch Frauen entscheiden sich in den wenigsten F√§llen freiwillig daf√ľr. Nur aufgrund der vorgefundenen Bedingungen werden sie in diesen Bereich gedr√§ngt. Prek√§re Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung und Aufstiegschancen zeichnen diese Besch√§ftigungsverh√§ltnisse aus.

Keine Traumarbeitsverh√§ltnisse, doch warum werden sie √ľberdurchschnittlich oft von Frauen besetzt? Ein Grund daf√ľr ist, dass Frauen noch immer einen Gro√üteil der Hausarbeit, der Kinderpflege und der h√§uslichen Pflege von √§lteren und kranken Mitmenschen erledigen ¬Ė und das unbezahlt! Um Zeit f√ľr diese Aufgaben zu haben, sehen viele Frauen keinen anderen Ausweg, als in die Teilzeitbesch√§ftigung auszuweichen. Es mangelt hier also an staatlichen Einrichtungen wie beispielsweise Kindertagesst√§tten, welche diese Arbeit √ľbernehmen. Daneben sind aber auch Rollenbilder in unserer Gesellschaft schuld, welche eine in Vollzeit arbeitende Frau als ¬ĄRabenmutter¬ď oder ¬Ąkarrieregeil¬ď abstempeln. In der Debatte im die Lohnschere muss aber auch ber√ľcksichtigt werden, dass √ľberdurchschnittlich viele M√§dchen und Frauen in Niedriglohnbranchen, wie im Handel oder im Beherbergungs- und Gastst√§ttenwesen t√§tig sind. Gemessen an der Zahl der unselbstst√§ndig Besch√§ftigten waren, getrennt nach Geschlecht, 41,2 % der Frauen alleine in diesen beiden Branchen t√§tig. Berufe in den beiden oben genannten Branchen sind gemeinhin als ¬ĄFrauenberufe¬ď bekannt und akzeptiert: Verk√§uferin, Kellnerin, aber auch die im B√ľro sitzende Sekret√§rin geh√∂ren dazu.

Frauen sieht man weit weniger oft in F√ľhrungspositionen als M√§nner und obwohl man hier Gleichberechtigung bzgl. Lohn und Gehalt erwarten k√∂nnte, ist hier der Unterschied am gr√∂√üten. Es mangelt also an allen Ecken und Enden ¬Ė und die Regierung schaut zu! Wir wollen endlich Taten sehen! Wir fordern, was eigentlich selbstverst√§ndlich sein sollte:
  • Gleicher Lohn f√ľr gleichwertige Arbeit
  • Fl√§chendeckende Einrichtung kostenloser Kinderbetreuungsst√§tten mit √Ėffnungszeiten, die den Lebensbedingungen von Frauen gerecht werden (Betreuung am Morgen, am Abend, in den Ferien, ...)
  • Emanzipatorische, geschlechtssensible Erziehung in Kindergarten,Schule und Lehrausbildung
  • Einsparungsstopp und mehr F√∂rderungen f√ľr M√§dchen- und Frauenberatungsstellen sowie f√ľr Frauenh√§user!
  • Die von Frauen geleistete Reproduktionsarbeit, z.B. Kinder- und Altenbetreuung, Essensversorgung, Hausarbeit usw. soll vergesellschaftet, also von √∂ffentlichen Einrichtungen kostenlos angeboten werden.

Doch die Erf√ľllung dieser Forderungen allein wird nicht die endg√ľltige Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau bewirken. Der in √Ėsterreich stark gepr√§gte Mutterkult, die Einteilung in ¬ĄFrauen- bzw. M√§nnerberufe¬ď und andere Stereotype und Rollenbilder sind und werden uns von klein auf beigebracht und als selbstverst√§ndlich empfunden. Doch erst im Sozialismus k√∂nnen die Geschlechterrollen vollkommen aufgehoben werden, da erst hier auch die √∂konomischen Voraussetzungen f√ľr eine wirkliche Gleichberechtigung gegeben sind. Es liegt nicht im Interesse des Kapitalismus Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau zu schaffen ¬Ė im Gegenteil: Auf unterschiedlichste Weise wird Zwietracht ges√§t, damit die Bev√∂lkerung die Wurzel ihrer Unzufriedenheit nicht bemerkt: den Kapitalismus.

Auch heute gilt, was Clara Zetkin 1889 formulierte: Die Emanzipation der Frau wie die des ganzen Menschengeschlechtes wird ausschließlich das Werk der Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein. Nur in der sozialistischen Gesellschaft werden die Frauen wie die Arbeiter in den Vollbesitz ihrer Rechte gelangen.

Kommunistische Jugend Oberösterreichs