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für alle Besucher sichtbar Termin: Solidaritätskonzert Krankenhaus im Libanon +++ VERSCHOBEN ++
Termin vergangen.
Samstag 28
März 2020
18 Uhr bis 22 Uhr Musik und Kultur Ort: 107** Berlin, Deutschland.
Solidaritätskonzert Krankenhaus im Libanon +++ VERSCHOBEN ++: + + + DIE VERANSTALTUNG WURDE AUF EINEN NOCH FESTZULEGENDEN TERMIN VERSCHOBRN! + + +

MARCEL & RAMI KHALIFÉ – FEATURING AYMERIC WESTRICH:
Der palästinensische Dichter Mahmoud Darwish (1941–2008) bezeichnete Khalifé als »einen Künstler, der für Hoffnung und Menschlichkeit steht, der die spirituellen Ressourcen des Menschen aufzeigt und dessen Ästhetik mit Frieden, Leben und Freiheit untrennbar verbunden ist« .

In den 70er und 80er Jahren, als im Libanon Bürgerkrieg herrschte, die Bevölkerung sich gegen die israelische Armee zur Wehr setzte, die gerade den Südlibanon besetzt hatte, als der Kampf um die Menschenrechte in Israel sich zuspitzte und es zum ersten palästinensischen Aufstand kam, füllten die politischen Gedichte Darwishs – vermittelt durch die Musik des Libanesen Marcel Khalifé – in der zeitgenössischen arabischen Musikszene eine Leerstelle aus. Diese war bis dahin entweder schlicht propagandistisch gewesen oder hatte sich von aktuellen Themen ferngehalten.

Indem Khalifé auf volkstümliche Traditionen zurückgriff und innovativ mit ihnen umging, gelang es ihm, mit seiner Musik auch ein breites Publikum zu erreichen. Seine Lieder aus den 70er Jahren gelten heute als Klassiker ihres Genres.

Nachdem die panarabische Ideologie ebenso wie die marxistische in den 90er Jahren in eine Krise geraten war, erfuhr ein konservativer und radikaler Islam einen Aufschwung. Khalifé reagierte darauf musikalisch in einer Art und Weise, die geradezu einer Neudefinition dessen gleichkommt, was arabische Musik sein sollte: So verarbeitete er die Gedichte von Darwish in der Operette Ahmad al-Arabi (Ahmad, der Araber) und schrieb ein Instrumentalkonzert mit dem Titel Jadal (Streitgespräch). Seine Interpretation traditioneller Oud-Musik erreichte in Hinblick auf ihre Subtilität ein ganz neues Niveau.

Marcel Khalifé tritt in dem Solidaritätskonzert für ein Krankenhaus im Nordlibanon mit zwei weiteren virtuosen Künstlern auf: seinem ältesten Sohn, dem Pianisten und Komponisten Rami Khalifé, sowie dem französischen Musiker Aymeric Westrich am Schlagzeug.

Sonnabend, 28. März 2020, URANIA-BERLIN, An der Urania 17, 10787 Berlin
Beginn: 19:00 Uhr; Einlass: 18:00 Uhr

Eintrittspreise:
Ermäßigter Preis: 40 € / Normalpreis: 50 € / Solidaritätspreis: 60 €

Kartenvorverkauf
an der Kasse der Urania Berlin, in der junge Welt-Ladengalerie, Torstr. 6, 10119 Berlin
(telefonisch über 0 30/53 63 55 56) oder im M&R-Onlineshop.

Veranstaltungsort & Anfahrt
Urania Berlin e. V.
An der Urania 17, 10787 Berlin

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BERLIN/STUTTGART (04.02.2009) - Kurz vor der Münchner Sicherheitskonferenz verstärkt Berlin seine Inlandspropaganda zum Krieg in Afghanistan. Jüngstes PR-Element ist der Spielfilm "Willkommen zu Hause", der am vergangenen Montag im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (ARD) ausgestrahlt wurde. Erklärtes Ziel der Produktion, die in der deutschen Presse als "Vietnam-Film" gefeiert wird, ist es, für die Unterstützung deutscher Gewaltoperationen am Hindukusch zu werben. Die beteiligten Soldaten sollen vom Publikum als "Helden" wahrgenommen werden, die besondere Anerkennung und Zuneigung verdient haben. Wie Äußerungen führender deutscher Militärs erkennen lassen, leitet der Film zugleich in der Öffentlichkeit einen Paradigmenwechsel ein: In Afghanistan, heißt es, finde kein "humanitärer Hilfseinsatz" statt, sondern ein "Krieg". Die Bevölkerung auf den Krieg und das Sterben deutscher Soldaten einzustimmen, fordert bereits seit geraumer Zeit die "Akademie für Information und Kommunikation" der Bundeswehr, die Nachfolgeeinrichtung der "Schule für Psychologische Verteidigung".

Helden

Im Zentrum des Fernsehfilms "Willkommen zu Hause" steht der fiktive Bundeswehrsoldat Ben Winter, der nach seiner Rückkehr aus Afghanistan aufgrund der dort erlebten Kriegsgräuel psychisch erkrankt. Tatsächlich ist die Zahl der deutschen Soldaten, die nach ihrem Einsatz am Hindukusch unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden, enorm gestiegen. Wurden 2006 lediglich 55 PTBS-Fälle verzeichnet, wiesen in den Jahren 2007 und 2008 insgesamt 422 Soldaten Symptome einer schweren seelischen Erkrankung auf.1 Der Film "Willkommen zu Hause", der am Montag Abend zur besten Sendezeit (20.15 Uhr) ausgestrahlt wurde, nutzt diese Fakten, um eine eindeutige Botschaft zu vermitteln: Das soziale und familiäre Umfeld der Soldaten wird aufgefordert, ihnen in psychischen Krisensituationen beizustehen und sie als "Helden" anzuerkennen. Die Militärs zeigten den afghanischen Aufständischen, "wo der Hammer hängt", formuliert einer der Darsteller.

PR (öffentlich-rechtlich)

Von der deutschen Presse wird der Film wohlwollend gewürdigt. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" etwa fordert, deutsche Politiker müssten die "Zivilcourage" haben, sich offen zum "militärischen Engagement" Deutschlands zu bekennen; schließlich finde in Afghanistan kein "humanitärer Einsatz" statt, sondern ein "Krieg". In Anspielung auf zahlreiche US-amerikanische Propagandastreifen, die die militärische Aggression der Vereinigten Staaten gegen Nordvietnam in den Jahren 1964 bis 1973 zum Inhalt haben, bezeichnet das Blatt die aktuelle Produktion als "ersten deutschen Vietnam-Film".2 Hergestellt wurde das PR-Stück unter der Ägide des Südwestrundfunks (SWR), einer Sendeanstalt der öffentlich-rechtlichen ARD. Erst kürzlich war in der Sendung "ARD Exklusiv" außergewöhnlich positiv über die Kampfeinsätze der von Deutschland geführten "Schnellen Eingreiftruppe" ("Quick Reaction Force") berichtet worden. Schon zuvor hatte der SWR die Afghanistan-Aktivitäten der Bundeswehr-Truppe für "Operative Information" gelobt, die mit psychologischer Kriegführung befasst ist.3 Dass deutsche Soldaten, die vom Hindukusch zurückkehren, zunehmend an posttraumatischen Belastungsstörungen erkranken, fand auch Eingang in die Vorabendserie "Lindenstraße", die ebenfalls von einer ARD-Sendeanstalt produziert wird, dem Westdeutschen Rundfunk (WDR).

Die Gesellschaft vorbereiten

Begeistert aufgenommen wurde der Film "Willkommen zu Hause" von deutschen Militärs. Oberstleutnant Ulrich Kirsch, der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, sprach dem Regisseur Christian Pfannenschmidt in mehreren Interviews seinen persönlichen Dank aus und forderte eine verbesserte medizinische und soziale Betreuung traumatisierter Soldaten. Über die Situation in Afghanistan sagte Kirsch: "Wir machen nicht humanitäre Hilfe. Das könnte das Technische Hilfswerk machen, wenn es denn darauf ankäme. Wir als Soldaten sind in Afghanistan, um Dinge gegebenenfalls mit Waffengewalt durchzusetzen". Dem Oberstleutnant zufolge "muss es deutlich werden - und das ist zu lange schöngefärbt worden -, dass wir dort in einem Kampfeinsatz sind, dass Tod und Verwundung Teil der Einsätze geworden sind und dass wir in kriegerischen Handlungen sind."4 Kirschs Äußerung entspricht einer alten Forderung aus der "Akademie für Information und Kommunikation" der Bundeswehr (AIK). Deren Kommandeur, Oberst Rainer Senger, hatte bereits 2005 erklärt, die "Gesellschaft in Deutschland" müsse darauf "vorbereitet" werden, dass deutsche Soldaten "in größerer Zahl sterben" und "andere Menschen töten" (german-foreign-policy.com berichtete5).

Terrorwarnungen

Die Aussagen deutscher Militärs, die darauf abzielen, die Kriegsbereitschaft der deutschen Bevölkerung zu fördern, korrespondieren mit aktuellen Terrorwarnungen deutscher Geheimdienste und Polizeibehörden. So erklärte vor kurzem der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, den deutschen Behörden sei ein "islamistisch-terroristisches Personenpotenzial in Deutschland im hohen dreistelligen Bereich" bekannt. Dieses plane Anschläge und bedrohe, wie der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, ergänzte, "Deutschland und deutsche Interessen im Ausland".6 Die Terrorwarnungen helfen, den "Anti-Terror-Kampf" am Hindukusch zu legitimieren. Verfassungsschutz-Chef Fromm zufolge lautet die "Botschaft" der "Terroristen": "Ihr Deutschen seid mit euren Soldaten in Afghanistan. Das gefällt uns nicht. Veranlasst eure Politiker, das zu ändern."7

Medienoffensive

Der Wunsch nach einem Truppenabzug aus Afghanistan ist demoskopischen Erhebungen zufolge in der deutschen Bevölkerung weit verbreitet. Die Medienoffensive, mit der Berlin ihm entgegenzuwirken sucht, hat mit "Willkommen zu Hause" eine neue Stufe erreicht.


Anmerkungen:
1 Angaben nach: Bundeswehr und Posttraumatische Belastungsstörungen; www.bundeswehr.de. Narben auf der Seele; Thüringer Allgemeine 01.02.2009
2 Ben Winter, der gebrochene Held; Frankfurter Allgemeine Zeitung 02.02.2009
3 Radio Stimme der Freiheit; Rheinland-Pfalz Aktuell, SWR-Fernsehen 11.02.2003
4 Bundeswehrverband: Auslandseinsätze wurden zu lange "schöngefärbt". Interview mit Ulrich Kirsch; Deutschlandradio Kultur 02.02.2009
5 s. dazu Neues Steuerungsniveau
6 Deutschland soll inzwischen wichtigstes Terrorziel sein; www.focus.de
7 "Die Terrorgefahr in Deutschland ist sehr groß". Interview mit Heinz Fromm; Hamburger Abendblatt 31.01.2009



 
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