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für alle Besucher sichtbar Termin: »Sagen wird man über uns're Tage«
Termin vergangen.
Montag 7
Oktober 2019
19 Uhr bis 22 Uhr Musik und Kultur Ort: 1*** Berlin, Deutschland.
»Sagen wird man über uns're Tage«: +++ Achtung: Es gibt keine Karten mehr! Restkarten gibt es evtl. an der Abendkasse +++

Festveranstaltung zum 70. Jahrestag der Gründung der DDR

»Sagen wird man über uns’re Tage: Altes Eisen hatten sie und wenig Mut, denn sie hatten wenig Kraft nach ihrer Niederlage ...«

In den frühen 1970er Jahren wurde dieses Lied gern gesungen. Die Komposition schuf der Jazzer Uli Gumpert. Der Textdichter – Kuba – stand für die Widersprüchlichkeit ebenjener Tage und der Menschen, die sie prägten. Um sie vor allem geht es in diesem Programm. Dabei wird von Niederlagen zu reden sein, auch wenn sie traurig machen. Und von Abhängigkeiten, und vom Volkseigentum. Darum, wie es erkämpft und verloren wurde. Es wird gehen um die Heimat, damals gern besungen, jetzt ein Wort, das missbraucht scheint. Erinnert werden soll an den glücklicherweise »verordneten« Antifaschismus, der heute alles andere als selbstverständlich ist. Zusammengefasst könnte man sagen, die Lieder und Gedichte handeln von Errungenschaften, die je länger sie fehlen, um so schmerzlicher vermisst werden.

Es wird gehen um eine Haltung zu dieser großen „dritten Sache“, wie Brecht es gerne nannte, also dem Kampf gegen eine Gesellschaft der Ausbeutung, für eine sozialistische.

In diesen nachdenklichen 120 Minuten werden Gina Pietsch und Bardo Henning Lieder und Gedichte vortragen von Bertolt Brecht, Max Zimmering, Kurt Demmler, Franz Josef Degenhardt, Peter Hacks, Hermann Kant, Gerhard Gundermann, Franz Fühmann, Jewgeni Jewtuschenko, Volker Braun, Gerhard Folkerts u.a.

sowie

Festrede von Dr. Arnold Schölzel: "Ich sage, es war ganz und gar bei Sinnen" (Peter Hacks).

Wann: 7. Oktober 2019, Einlass: 18.00 Uhr, Beginn: 19.00 Uhr

Wo: Arndt-Bause-Saal des Freizeitforums Berlin-Marzahn, Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin

Eintritt: 10 Euro / 7 Euro (ermäßigt)
junge Welt und Melodie & Rhythmus

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Karsten Wendorff ist Leiter der Abteilung Öffentliche Finanzen der - angeblich so unabhängigen - Deutschen Bundesbank, die gleichzeitig größte Eigentümerin der Europäischen Zentralbank ist. In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27.10.2018 schlägt er, in seiner Funktion, den faulen Italienern mit ihrer unverantwortlichen Staatsverschuldung vor, wie sie ihre Schuldenkrise regeln sollten:

Alle italienischen Bürger mit einem Vermögen ab 50.000 Euro sollen verpflichtet werden, jeweils 20 Prozent dieses Vermögens zwangsweise dem Staat zu leihen. Diese Zwangsanleihen sollen normal verzinst werden. Wer gerade nichts flüssig hat, soll bei der Bank seinerseits Kredit aufnehmen, um es dann weiterzureichen. So komme Italien aus der Schuldenkrise und die Europäische Zentralbank, bzw. die anderen Euro-Staaten, nähmen kein weiteres Risiko auf sich. Und: "Italienische Wähler wären von einem Zahlungsausfall direkt betroffen und hätten ein stärkeres Eigeninteresse an soliden Staatsfinanzen und einer entsprechenden Politik." So viel zur Neutralität und Unabhängigkeit der Deutschen Bundesbank bei Wahlen in anderen Ländern.

Natürlich gibt es sicher einige, die jubilieren: Endlich sollen mal diese Reichen zahlen, am besten mit einer unverzinslichen Zwangsanleihe. Die Bundesbank empfiehlt fast schon Vermögenssteuer - es geht voran!

Ein grober Irrtum: Erstens empfiehlt man für andere Länder, was im eigenen Lande nie gewollt ist. Genauso, wie eben alle möglichen „bedenkliche Rechtsentwicklungen“ rund herum in ganz Europa „mit größter Sorge“ beobachtet werden, nur nicht im eigenen Land, wo es derlei bekanntlich nicht gibt, niemals gab und nimmer geben wird. Zweitens: Dies ist ein klarer Versuch, in die ureigenen staatlichen Angelegenheiten eines Konkurrenten einzugreifen. Die italienische Bourgeoisie, durch eine Wirtschaftskrise geschwächt und politisch in einer Umbruchphase, deren Ergebnisse noch lange nicht feststehen, soll in diesem Moment der Schwäche zahlen und weiter geschwächt werden - anschließend kann man sich vielleicht ein bisschen Interessantes aus der Konkursmasse einverleiben.
Vor allem aber lenkt es elegant ab von der vielfach (auch von gewichtigen Institutionen) festgestellten Übermacht des deutschen Imperialismus in Europa durch den extremen Handelsüberschuss und der Schwächung und Zerstörung anderer Ökonomien durch diesen.



Kritik an der italienischen Innenpolitik, die ein direkter Spiegel dieser politökonomischen Verwerfungen ist, darf nicht übersehen, dass die Entwicklung in Italien, wie in der gesamten EU, maßgeblich vom deutschen Willen abhängt. Jeder Rechtsruck dort ist auch Resultat Berliner Entscheidungen – deren Auswirkungen dann herhalten müssen, um erneute Eingriffe in die nationale Souveränität der EU-Mitgliedsstaaten einzufordern.

Äußerungen zweitrangiger oder subalterner Beamter oder Manager wie Karsten Wendorff sind nichts weiter als das Herzeigen des Knüppels. In der Regel reicht das, und die europäischen Partner parieren, lange bevor ein deutscher Kanzler sich zur Sache äußern muss.

 
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  Kommentar zum Artikel von bamboolea:
Samstag, 03.11.2018 - 16:24

Ebend so sieht es doch aus: "Kritik an der italienischen Innenpolitik, die ein direkter Spiegel dieser politökonomischen Verwerfungen ist, darf nicht übersehen, dass die Entwicklung in Italien, wie in der gesamten EU, maßgeblich vom deutschen Willen abhängt. Jeder Rechtsruck dort ist auch Resultat Berliner Entscheidungen..."

Hier die AFD und die CSU nicht ernsthaaft aufhalten können aber im Ausland alles bessser wissen, daß ist deutscher "Antifaschismus"..