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unofficial world wide web avantgarde
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Von secarts

Mal wieder etwas Neues in der beliebten Kategorie "in eigener Sache" - diesmal sei an dieser Stelle kollektiv all jenen geantwortet, die vor allem die Frage nach der Finanzierung dieser unserer Webseite umtreibt. Geld verursacht ja bekanntlich Kosten, und muss auch irgendwo herkommen. Und auch Webspace und Traffic - also das "Immaterielle", was manche Linke 150 Jahre nach Marx wiederentdeckt haben wollen - gibt's nur deshalb, weil man's nicht schmecken oder hören kann, noch lange nicht umsonst. Wer also, fragen sich die im Folgenden zitierten Menschen, finanziert www.secarts.org?!

"Mich würde wirklich mal interessieren, von welchen Geheimdiensten ihr eure Knete bekommt... Bei der Hetze, die ihr hier abzieht, frage ich mich a) warum ihr noch nicht verboten seid und b) wieviel Rotchina dafür springhen lässt, ein deutschsptrachiges Propagandaorgan zu bekommen! [...]


Jawoll, das melde ich!!...
Und noch einer:

beim ersten Überblick über eure Seite bekommt man eigentlich das Gefühl, daß ihr vom chinesischen KGB instruiert werdet - sollte der Mossad vielleicht auch noch mitfinanzieren???

Da tut sich ja ne lustige Verbindung auf: Kommunisten wettern gegen Kritik an Israels militärischen Vernichtungsfeldzügen und greifen Leute, die das libanesische Volk verteidigen, als "verkappte Faschisten" an...
Ich dachte, in den 60ern und 70ern hätten wir so jeden möglichen linken Blödsinn durchgemacht. Aber es geht wohl immer noch weiter!


Das steht zwar bei uns nicht. Aber lesen ist bekanntlich eine Kunst, die beherrscht sein will.
Und deshalb last, but not least:

"Euch müsste man alle nach China in die dortigen Gulags einweisen, damit ihr mal selbst merkt, wie das da ist... es ist doch absolut zum Kotzen, von so ein paar besserwisserischen Spinnern wie euch hier Lügenmärchen und Verleumdungen aufgetischt zu bekommen über friedlich protestierende Tibeter, die dafür ermordet, verfolgt und gefoltert werden!!! Ihr hockt hier im Trockenen und macht euch nen Jux draus, euch mit den Militärherrschern in Peking zu verbürdern. Oder bezahlen sie euch dafür etwa?!?


OK, gut - gegen die "friedlich protestierenden" Tibeter, gegen die hatten wir wirklich manches einzuwenden.
Soweit, so heiter. Wie ist das nun, mit der Finanzierung von www.secarts.org? Stecken Geheimdienste dahinter, oder fremde Mächte?

Wie wir den Spaß bezahlen

Unsere Webseite ist nicht zuletzt deswegen so hübsch anzusehen, weil - anderswo, auch am linken Rand, längst gang und gäbe - kommerzielle Werbung fehlt. Nicht, weil wir sie nicht kriegen würden, sondern weil wir einst bewußt entschieden, komplett darauf zu verzichten. Denn: Die Seite werbekompatibel zu machen kann bedeuten, eine Zensur vorzunehmen: Über den Geldbeutel. Wenn man sich erst einmal abhängig gemacht hat von der Bezahlung durch Werbekunden, wird man unter Umständen irgendwann inhaltliche oder designerische Kompromisse eingehen müssen, um werbungskompatibel zu bleiben (und so das nötige, weil eingeplante Geld zu bekommen). Das zweite Problem bei der Werbefinanzierung ist inhaltlicher Natur: selbst wenn nur "linke" Shops oder Angebote verlinkt würden, könnte man möglicherweise in folgende Bredouille kommen: in einem inhaltlichen Artikel wird bspw. platter Antiamerikanismus kritisiert. In der Werbeanzeige direkt daneben steht ein T-Shirt zum Angebot mit dem Slogan "Bush = Weltfeind Nummer Eins". Irgendwie ein Widerspruch, oder?

Also, keine kommerzielle Werbung. Das ist in unseren Grundsätzen so festgeschrieben und wird auch so bleiben. Wir nehmen uns die Freiheit heraus, auf Basis von Gegenseitigkeit andere, interessante und lesenswerte Webseiten und Medienangebote zu verlinken und auch zu bewerben, aber niemals deswegen, weil wir dafür Geld bekommen. Bleibt als Finanzierung: Spenden.

Spenden kann jeder, dem der Sinn danach steht: weil unsere Seite überzeugt, weil die Inhalte gefallen, weil man hier interessante Menschen trifft und sinnvoll Zeit verbringen kann. Oder auch aus ganz anderen Motiven. Schlicht gesagt: uns ist es vollkommen egal, warum jemand meint, uns etwas spenden zu müssen - wir brauchen eben Geld, um unsere Arbeit fortsetzen zu können, und sind davon überzeugt, sinnvolle Arbeit zu leisten. Ob wir das Geld nun vererbt bekommen oder auf der Straße finden, für uns zählt das Ergebnis, unsere Arbeit, und die damit zu erreichenden Ziele. Und damit kann en passant auch die Eingangsfrage geklärt werden. Käme irgendeine fremde Macht auf den Gedanken, unseren Webauftritt kofinanzieren zu wollen, sei ihr das ungenommen. Dass es dazu bisher nicht kam, ist 'ne ganz andere Geschichte: verbieten zumindest wollen wir es keinem. Ob und warum es sinnvoll sein könnte, dieses Projekt zu sponsoren, wäre eine weitere Überlegung. Wir bieten uns, wie von Anfang an, für folgende Tätigkeiten feil: Kampf gegen den deutschen Imperialismus. Für Ausbau und Erweiterung demokratischer Rechte. Für Völkerfreundschaft, internationale Verständigung und Verhinderung deutscher Kriegseinsätze. Gegen Rassismus, Antisemitismus und faschistische Regungen. Ist das Geld wert? Bitteschön. Wir nehmen's.

Eines jedoch bekommt kein Spender, nur weil er spendet: Dominanz über unsere inhaltliche Gestaltung. Denn die wird von uns, den Machern, bestimmt, und nicht von Spendern. Spenden an uns sind zwingend allgemein, niemals jedoch für die Herbeiführung einer bestimmten Veröffentlichung, für eine stärkere Tätigkeit in diese oder jene Richtung, oder für eine inhaltliche Veränderung geeignet. Wir machen weiter unsere Arbeit. Wer uns dabei helfen will, ist willkommen. Ob über Mitarbeit an Artikeln, am Webauftritt, oder durch Hilfe bei der Finanzierung. Jeder Beitrag ist wichtig, jeder Beitrag ist notwendig.

...auf's G'schmäckle gekommen, und 'nen Groschen übrig? Hier kann und darf gespendet werden!


Herzlichst,
euer secarts.

 
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Inhalt (Text, keine Bilder und Medien) als Creative Commons lizensiert (Namensnennung [Link] - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen), Verbreitung erwünscht. Weitere Infos.
 


 
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  Kommentar zum Artikel von Jens Posselt:
Montag, 02.06.2008 - 15:15

Na irgenwer ist immer schuld. Aus Mangel an russischen Revolutionären muß der Rotchinese herhalten.
Die chinesischen Sicherheitsorgane gibt es bereits seit langen.
Den Militärgeheimdienst seit 1930, als sich die chin. Genossen den feigen Überfällen Tsching Kai-Tscheks und ihrer amerikanischen Geldgeber erwehren mußte.
Für die innere Sicherheit ist das Ministerium für öffentliche Sicherheit zuständig. Praktisch das Innnministerium. Das gibt es seit 1950.
Für die konterrevolutionären inneren und äußeren Feinde ist das Ministerium für Staatssicherheit zuständig. Gegründet wurde dieses 1983 und heißt auch genau so.
Übrigens mit Unterstützung des sozialistischen gleichnamigen Bruderorgans der DDR.
Dass soll reichen.
Mit stalinistischen KAmpfesgruß Wuff