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Gewerkschafter/innen gegen Rechts - Presseerklärung
GewerkschafterInnen gegen Rechts verurteilen Pläne von ver.di:
Kündigungspläne gegen Angelo Lucifero fallen lassen, Solidarität gegen Nazis organisieren!


Die Gruppe 'Gewerkschafter/innen gegen Rechts' verurteilt die Absicht des ver.di Landesbezirks Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, den Landessekretär Angelo Lucifero fristlos zu kündigen. "Seit Monaten fordern nicht nur wir, sondern auch ver.di-Mitglieder in anderen Landesbezirken, Angelo Lucifero bei dem bevorstehenden Prozess Thüringer Nazi-Organisationen mit allen erdenklichen Mitteln zu unterstützen. Dass ver.di ihn statt dessen kurz vor dem Prozess kündigen will, ist ein Skandal." Die Thüringer ver.di-Mitglieder fügen hinzu: "Die ver.di Landesleitung spricht und handelt nicht in unserem Namen!"

Schadenfroh berichten die Internet-Seiten diverser Thüringer Neonazi-Organisationen über ihren Erfolg, fordern sie doch seit Jahren von ver.di, früher bereits von der Gewerkschaft Handel, Banken, Versicherungen Angelo Luciferos Entlassung. Nun sehen sie sich am Ziel ihres Weges. So findet sich im Internet u.a. folgende vielsagende Ankündigung des Erfurter NPD-Kreisvorsitzenden:

"Das nun einsetzende Tauwetter innerhalb der Gewerkschaft ver.di sollten möglichst viele Kameraden nutzen um Mitglied zu werden. Ich habe als erste Reaktion auf die längst überfällige Entlassung Luciferos, sofort die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft beantragt um ein Zeichen für einen Neubeginn zu setzen ".

Die Aussage des ver.di Landesleiters Thomas Voss in einem Zeitungsinterview (Junge Welt), dass Angelo Lucifero gekündigt werde, weil er "in unzulässiger Weise persönliche politische Arbeit auf Kosten und mit Mitteln der Gewerkschaft ver.di betrieben" habe, ist nicht nur falsch, sondern aus Sicht der GewerkschafterInnen gegen Rechts verleumderisch: "Angelo Lucifero hat Beschlüsse von ver.di umgesetzt. Es ist infam, sein langjähriges und immer wieder auch von ver.di bestätigtes Engagment nun als 'persönliche Arbeit' zu diskreditieren und sogar arbeitsrechtlich zu ahnden." Voss stellt mit seinen Vorgehen massiv in Frage, dass das Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus eine Aufgabe der Gewerkschaft ver.di ist.

Die Einleitung des Kündigungsverfahrens erfolgt kurz vor dem Prozess, der gegen Angelo Lucifero in der zweiten Januarhälfte 2008 begonnen wird, weil er im März 2007 bei einem der zahlreichen Angriffe Thüringer Neonazis auf sich keine andere Chance sah, als sich mit einer Schreckschuß-Pistole zur Wehr zu setzen, weil keine Polizei zur Hilfe kam.

 
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  Kommentar zum Artikel von Wolfram Straif: Webseite
Montag, 04.02.2008 - 13:24


BürgerInnenbewegung Kreis Böblingen „Für Menschenwürde - weg mit Hartz IV !“


Protestschreiben an die Ver.di-Landesleitung Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen
(zur Kenntnis an den Kollegen Angelo Lucifero)

Werte Kollegen,

wir haben mit großer Bestürzung davon gehört und gelesen, dass Ihr versucht, den Kollegen Angelo Lucifero als hauptamtliches Gewerkschaftsmitglied außerordentlich zu kündigen. Das ist einer Gewerkschaft wie Ver.di vollständig unwürdig!
Der Kollege Angelo Lucifero ist ein kämpferischer Antifaschist und ausgewiesener Nazi-
Gegner sowie außerdem seit rund 26 Jahren hauptamtlich gewerkschaftlich tätig.
Anstatt ihn in seinen antifaschistischen Bemühungen tatkräftig zu unterstützen leistet Ihr
den Kräften in Regierung und Kapital objektiv Vorschub, die die NPD salonfähig machen wollen. Und das angesichts der auch von den Gewerkschaften unterstützten Kampagne
„NoNPD“, die mit über 175 Tausend Unterschriften das Verbot der Nazis fordert!
Es ist dringend erforderlich, dass alle faschistischen Organisationen verboten werden müssen, vorneweg die NPD. Die Faschisten sind der Todfeind der Arbeiterbewegung und werden von den Herrschenden deshalb nach wie vor hochgepäppelt.
In einer solchen Situation sich selbst zu schwächen und einen angesehenen Kollegen hinauszuwerfen ist geradezu grotesk.
Wir verurteilen Euer Vorgehen gegen Angelo Lucifero und verlangen die sofortige
Rücknahme seiner Kündigung! Außerdem verlangen wir vor der Mitgliedschaft von Ver.di eine Entschuldigung für Euer Verhalten. Die Mitglieder sollen auch darüber entscheiden,
wie mit einem solchen Landesvorstand kämpferische Gewerkschaftsarbeit zustande gebracht werden soll, gerade angesichts der laufenden Tarifrunde, wo Rückgrat und Kampfwille gegen die Regierung gefordert sind!

Mit der Bitte um eine baldige Antwort

i.A. Wolfram Straif, Filderstr. 3, 71144 Steinenbronn

einstimmig angenommen von ca. 35 Montagsdemonstranten (nur zum Schlusssatz gab es eine Gegenstimme), darunter sind die Mehrheit Gewerkschaftsmitglieder (vor allem IG Metall, aber auch Ver.di und GEW)



  Kommentar zum Artikel von Stephan:
Montag, 31.12.2007 - 00:48

wie schon einige Male erlebt, ist es mal wieder das gewerkschaftliche Eigentor! Wann endlich begreifen die Arbeitnehmervertreter, daß ihr Handeln in ihren eigenen Betrieben die Glaubwürdigkeit beim Kampf für die Arbeiter entscheidend beeinflusst?

Für uns Antifaschisten ist diese Kündigung ein Alarmsignal: Die Gewerkschaften sind nicht mehr sicher! Es gilt, um sie zu kämpfen!!