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Unsere Partei feiert ihren 65. Jahrestag in einer Situation, in der sich das Land in der Krise und in einem besorgniserregendem Zustand befindet. Ein Jahr nach den undemokratischen Präsidentschaftswahlen und dem "Sieg" von Mahmud Ahmadinejad, als Kandidat seitens der Militärkräfte und der reaktionären Wächter des Regimes, wird ein großangelegtes Programm von den Unterdrückungskräften des Obrigkeitsregimes organisiert, um die iranische Volksbewegung und ihre Errungenschaften in den letzten acht Jahren gänzlich zu vernichten.
Die Tudeh-Partei des Iran ist eine iranische marxistisch-leninistische Partei, die 1941 gegründet wurde.
Die Tudeh-Partei war eine der treibenden Kräfte beim Sturz des Schach-Regimes 1979; seit 1981ist sie im Iran aufgrund ihrer marxistischen Ansichten, die mit einem islamischen Gottesstaat unvereinbar sind, verboten.

www.tudehpartyiran.org
Ständige und steigende Angriffe auf die unabhängige ArbeiterInnenbewegung, auf die Studentenorganisationen und die gewaltsame Unterdrückung der politisch-sozialen Aktivitäten der Frauen, Verbot der kritischen Zeitungen und Ausübung des Drucks auf die andersdenkenden SchriftstellerInnen und JournalistInnen sind alle Teil eines einheitlichen Programms zur Stabilisierung der Lage der Reaktion und Wiederherstellung der Verhältnisse in den 80-er Jahren.

Vor den Präsidentschaftswahlen im Jahre 2005 rief unsere Partei alle fortschrittlichen und freiheitsliebenden Kräfte des Landes zur Einigung ihrer Aktivitäten auf, um die Vorhaben der Reaktionäre zu Fall zu bringen.

Allerdings hatte dieser Aufruf, aufgrund der herrschenden ungesunden politischen Atmosphäre und der radikalen und unrealistischen Parolen mancher politisch-gesellschaftlichen Kräfte, sowie durch die Passivität der Reformkräfte, die einst das Land regierten, keinen Erfolg. Die reaktionären Kräfte konnten dadurch einen großen Erfolg verbuchen und somit eine schwierige Situation für den Werdegang des Reformprozesses im Iran verbreiten.

Das wahre Gesicht der gegenwärtigen freiheitsfeindlichen Regierung des Iran, welche sich die Unterdrückung der Opposition zum Ziel gesetzt hat und jede kritische Stimme zum Schweigen bringen will, zeigt sich unter anderem in der Fortsetzung einer destruktiven Wirtschaftspolitik, nämlich die verstärkte Privatisierung der Industrieneinheiten und Produktionszentren, die "Rationalisierung der Arbeitskräfte" (sprich Personalabbau), Änderung des Arbeitsgesetzes zur weiteren Beschneidung der Rechte der ArbeiterInnen, sowie die Verbreitung der Armut, trotz aller Behauptungen und Wahlversprechen hinsichtlich der Verteilung der Devisen des Erdölexportgeschäftes an die Bedürftigen. In so einer Situation braucht unser Land mehr denn je eine breite Bewegung gegen das herrschende diktatorische Regime im Iran.

In den Zeiten, in denen der Imperialismus seine strategischen Ziele im Rahmen einer Intervention in die Angelegenheiten des Iran nicht bestreitet, ist die Ablehnung und der Kampf gegen jeglicher Art einer ausländischen Intervention und gleichzeitig die Verstärkung des Kampfes gegen das despotische Regime die Pflicht aller fortschrittlichen und freiheitsliebenden Kräfte des Landes.

Zum 65. Jahrestag der Gründung der Tudeh Partei Iran verehren wir die Erinnerung an die Zehntausenden Märtyrer der Partei und erneuern unsere Verbundenheit mit ihrem würdevollen und respektvollen Kampf und verkünden, dass die Tudeh Partei Iran, weiterhin alle freiheitsliebenden nationalen und fortschrittlichen Kräfte des Landes in ihrem historischen Kampf begleitet und alles was in ihrer Macht steht dazu nutzt, um das despotische Regime auszurotten und Freiheit, Unabhängigkeit und soziale Gerechtigkeit zu erlangen und zu festigen.

Die Zukunft gehört dem Volk sowie den nationalen und freiheitsliebenden Kräften, die zusammen mit dem Volk um die Verwirklichung der Forderungen der Volksbewegung kämpfen. Zusammen bilden wir eine geschlossene Front gegen Diktatur, zur Beseitigung des Obrigkeitsregimes und zum Erlangen der Freiheit, Unabhängigkeit und sozialen Gerechtigkeit.

Zentralkomitee der Tudeh Partei des Iran
24. September 2006

 
Creative Commons CC BY-NC-ND 4.0
Inhalt (Text, keine Bilder und Medien) als Creative Commons lizensiert (Namensnennung [Link] - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen), Verbreitung erwünscht. Weitere Infos.
 


 
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  Kommentar zum Artikel von 127757:
Donnerstag, 16.11.2006 - 13:13

Da gebe ich dir Recht!

Andererseits: ließ dir mal die Verlautbarungen der KPD während der ersten Jahre des dt. Faschismus durch; auch da wirst du wenig bis nix zum deutschen Antisemitismus finden... (Nur zur Klarstellung: gäbe es die KPD, wäre das meine Partei!)
Eine gewisse Blindheit gegenüber nicht primär ökonomischen und direkt daraus resultierenden Fragen ist irgendwie so ein bissel ein "Markenzeichen" der KPs schon immer gewesen... leider...

Aber trotzdem: wenn ich mich auch nur wenig mit der iranischen Opposition auskenne, es ist wohl die Tudeh-Partei, die in der Lage wäre, die Mullahkratie zu beseitigen und den Iran aus imperialistischer Abhängigkeit zu befreien.


  Kommentar zum Artikel von paulina:
Donnerstag, 16.11.2006 - 11:48

mir fehlt irgendwie ein wörtchen zu ahmadinedschads antisemitischen ausfällen... aber vielleicht bin ich da auch schon ZU empfindlich...
nö, bin ich nicht! smiley