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    Gleiches Recht für alle!
    Nicht die flüchtenden Menschen sind eine Katastrophe, sondern deren Rechtlosigkeit
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    Am 31. Mai 2013 konnte man dies in der Zeitung lesen:

    „Deutschland hat wesentlich weniger Einwohner als bisher angenommen. Von 81,7 Millionen waren die obersten Statistiker des Landes bisher ausgegangen. Tatsächlich sind es nur 80,2 Millionen. Eine Abweichung von 1,5 Millionen – oder 1,8 Prozent.

    Besonders groß ist die Differenz bei den in Deutschland lebenden Ausländern. Von mehr als sieben Millionen waren die Behörden bislang ausgegangen. Nun zeigt sich: Bei der Erhebung vor zwei Jahren waren es gerade einmal 6,2 Millionen – 15 Prozent Differenz.“ (www.sueddeutsche.de/politik/einwohnerentwicklung-nach-zensus-warum-deutschland-geschrumpft-ist-1.1684919)

    7 Millionen minus 6,2 Millionen – das sind 800.000. „Ausländer“ (was auch immer die Behörden darunter verstehen). 800.000 mehr oder weniger – es war im Ergebnis total egal. Ein paar Tage später war die Meldung vergessen.

    Und nun, im Jahr 2015: 800.000 sollen es werden, die zu uns flüchten. Vielleicht auch ein paar mehr. Das ist eine „Herausforderung“. Ein Grund für den Bau von Ghettos. Ein Grund für die Einrichtung von „Balkanzentren“ in Bayern (sprich: von Abschiebeknästen speziell für Sinti und Roma). Ein Grund, wahllos ein Land nach dem anderen als „sicheres Drittland“ zu erklären. Ein Grund, schnellere Abschiebungen zu organisieren. Ein Grund für den Hilfeschrei der deutschen Regierung nach der „gerechten Verteilung“ (!) der Flüchtlinge.

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    „Balkanzentrum“ in Bamberg. Im Klartext: Hier werden vor allem Roma eingesperrt und abgeschoben.
    Bisher war von einer „gerechten Verteilung“ keine Rede gewesen. Da war alles im Sinne des deutschen Imperialismus organisiert: Griechenland, Italien, Spanien und weitere ärmere Länder hatten die Flüchtlinge aufzunehmen und nicht nach Deutschland zu lassen. Dies ist nun geplatzt. Und selbst auf den erzreaktionären Musterknaben des deutschen Kapitals, die ungarische Regierung, ist nun kein Verlass mehr. Sie furzt von rechts der Bundesregierung ins Gesicht und läuft genauso aus dem Ruder wie der brandschatzende faschistische Mob hierzulande.

    Und nun beschweren sich auch noch die deutschen Kapitalvertreter. Man solle doch bitte nicht alle Flüchtlinge gleichermaßen verjagen. Man solle doch bitte zwischen brauchbaren und unbrauchbaren Flüchtlingen unterscheiden.

    Die Regierung bemüht sich, und zwar immer für das Kapital. Schon mit ihrer Einmischung in aller Welt, ihren Intrigen, ihren Waffen und ihren Soldaten hat sie einen gewaltigen Anteil an dem Flüchtlingselend. Das Grauen, das sie mitversursacht hat, wird ihr nun in Form des Flüchtlingselends als Anklage entgegengehalten. Aber Regierung und Kapital sind natürlich unschuldig. Hauptsache, die Bedürfnisse der Ausbeuter werden gesichert und die Lasten werden auf die armen Länder und die armen Menschen verteilt.

    Tausende Menschen versuchen den verzweifelten Flüchtlingen zu helfen. Versuchen, unter Aufbietung ungeheurer Kräfte das zu reparieren, was dieser Staat nicht willens und imstande ist zu leisten. Antifaschisten, die die Flüchtlinge schützen wollen, werden selber von der Polizei verfolgt.

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    Ein vorbildlicher Beitrag zur Integration im Sinne der Bundesregierung. Ob es nach dem Fototermin auf die Fresse gibt und zu Knast und Abschiebung kommt, ist allerdings dahingestellt.
    „Deutschland schafft das“, dröhnt es nun dumm-patriotisch aus allen Kanälen. Flüchtende Menschen werden als herzige Mitleidsopfer gefilmt, sofern sie nur ein Schild hochhalten, auf dem „Danke Deutschland“ steht, am besten mit dem Konterfei von Frau Merkel, dem in Europa am meisten verhassten Bundeskanzler seit Existenz der BRD. Der Empfang der über Ungarn kommenden Flüchtlinge – ein patriotisches Event, fast so schön wie eine Fußball-WM. Willkommen in der Räuberhöhle!

    Die Heuchelei der Herrschenden, verbunden mit Anmaßung, Frechheit und Drohgebärden, ist nicht mehr zu ertragen. Flüchtlingsheime brennen jeden Tag. Die Brandstifter sitzen in der Regierung und den Konzernzentralen. Das hier ist nur ein Vorspiel. Mit den internationalen Katastrophen, die sie produzieren, bereiten sie den Weltenbrand vor.

    Es braucht Einigkeit und Organisiertheit, um sich dem entgegenzustellen. Und es ist offensichtlich, dass wir weder das eine noch das andere haben. Für was sollen wir kämpfen, um weiter zu kommen? Sollen wir bei jeder Verschlechterung unserer Lage, bei jedem Demokratieabbau nur in der Hoffnung kämpfen, dass die Talfahrt endlich zum Stillstand kommt? Oder sollten wir nicht auch mal überlegen, was unsere nächsten positiven Schritte und Forderungen sein müssen, damit wir nicht in völliger Rechtlosigkeit für den Krieg des Kapitals reif gemacht werden!

    Ein demokratisches Programm

    wäre notwendig, für das Gewerkschaften, Antifaschisten, demokratisch gesinnte Menschen, Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten gemeinsam kämpfen können. Im Folgenden sind Forderungen genannt, die Inhalt eines solchen Programms sein könnten. Die Erfüllung dieser Forderungen kann nur ein Anfang sein, um für ein friedliches, menschengerechtes Leben zu kämpfen. Dass wir für diese einfachen Selbstverständlichkeiten kämpfen müssen, zeigt nur, wie dringend notwendig unser Widerstand ist. Und wie dringend notwendig es auch geworden ist, uns über diese Selbstverständlichkeiten zu beraten und zu verständigen.

    1. Asylrecht und Staatsbürgerschaft


    • Das uneingeschränkte Asylrecht1 muss wiederhergestellt und angewendet werden. Das heißt: Asylrecht für alle Flüchtlinge, egal aus welchen Gründen sie in unser Land kommen. Keine Prüfung der Asylgründe durch deutsche Behörden.

    • Keine Abschiebungen

    • Auflösung aller Ausländerbehörden

    • Auflösung des Verfassungsschutzes

    • Jeder Ausländer ist nach drei Monaten Aufenthalt in der BRD einzubürgern.

    • Mehrere Staatsbürgerschaften sind bei jedem Bürger der BRD zu tolerieren.

    • Ersetzung des völkischen Prinzips bei der Staatsbürgerschaft durch das Territorialprinzip

    • Wer auf dem Territorium der BRD geboren wird, hat als Staatsbürger der BRD zu gelten.



    2. Menschenwürdige Wohnungen, bezahlbare Mieten für alle


    • Einzelunterkünfte statt Massenquartiere für Asylsuchende

    • Beschlagnahmung leerstehender Wohnungen

    • Beschlagnahmung von Wohnraum in Häusern und Wohnungen, der über 100 qm pro Person hinausgeht

    • Verpflichtung für alle Hotels und Hostels, 25 Prozent ihrer Kapazitäten für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Ggf. bereits erfolgte Reservierungen müssen storniert werden. Luxushotels sind bei der Einquartierung zu bevorzugen, da sie einen besseren Schutz der geflüchteten Menschen gewährleisten können.

    • Wiederherstellung des sozialen Wohnungsbaus

    • Wiedereinführung der Schwarzen Kreise in Ballungsgebieten

    • Enteignung von Vermietern, die durch Schikanen ihre Häuser „entmieten“



    3. Gleiches Recht für alle Arbeiter


    • Jeder, ob Flüchtling oder nicht, hat das Recht, seine Arbeitskraft zu verkaufen.

    • Das „Asylbewerberleistungsgesetz“ ist ersatzlos zu streichen. Flüchtlingen stehen die gleichen Sozialleistungen zu wie allen in der BRD lebenden Bedürftigen. Der Hartz-4-Regelsatz und der Grundsicherungssatz sind auf zunächst 500 Euro zu erhöhen.

    • Der Anspruch auf staatliches Geld darf nicht ersetzt werden durch Gutscheine oder Sachleistungen, durch die die Betroffenen entmündigt und gedemütigt werden.

    • Keine Sanktionen mehr durch die Jobcenter

    • Unentgeltliche Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für alle

    • Medizinische Versorgung für alle

    • Für alle Arbeiter einschließlich der Flüchtlinge, die Arbeit finden, hat zu gelten: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

    • Leiharbeit, Werksverträge, befristete Arbeitsverträge, Ausnahmen vom Mindestlohn sind abzuschaffen bzw. zu verbieten.

    • Von zu uns geflüchteten Menschen sind keine „Integrationsleistungen“ zu verlangen. Vielmehr geht es darum, den Grundsatz „Gleiches Recht für alle“ durchzusetzen.



    4. Gegen Willkür und Anmaßung der Behörden


    • Auch beim Strafrecht hat zu gelten: Gleiches Recht für alle! Abschiebung darf kein Mittel des Strafrechts sein. Verbrechen oder Vergehen von Menschen ohne BRD-Staatsbürgerschaft sind mit denselben Methoden zu verfolgen wie Verbrechen oder Vergehen von Staatsbürgern der BRD.

    • Der völkische Begriff „Migrationshintergrund“ hat aus den öffentlichen Debatten und den Polizeistatistiken zu verschwinden.

    • Die Sozialbehörden haben den in unser Land kommenden Menschen zu helfen und sie nicht zu schikanieren. Behörden, die sich für überfordert erklären, sind aufzulösen und durch motivierte Antifaschisten und Gewerkschafter zu ersetzen, die einfache Registrierungsarbeiten zum Zweck der geordneten materiellen Versorgung der Flüchtlinge ausführen.

    • Freiwillige Helfer, die nicht nur sporadisch Aufgaben übernehmen, die die Staatsorgane auszuführen nicht willens und imstande sind, sind aus der Staatskasse entsprechend dem gesetzlichen Mindestlohn zu entlohnen.



    5. Grundrechte für alle, nicht nur für Deutsche!

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    Sie kommen von weit her, kämpfen und mahnen uns, das Richtige zu tun: Flüchtlinge im Hungerstreikt, Frankfurt/Main im Sommer 2012.

    • Das Grundgesetz hat schnellsten so geändert zu werden, dass die darin verankerten Grundrechte für alle Menschen gelten und nicht nur „für Deutsche“.

    • Versammlungsfreiheit – nicht nur für Deutsche!"

    • Koalitionsfreiheit – nicht nur für Deutsche! Freie politische Betätigung für alle Antifaschisten, Aufhebung des PKK-Verbots

    • Freizügigkeit – nicht nur für Deutsche! Das heißt: Vollständige Aufhebung der Residenzpflicht



    6. Integration – aber nach Art der Arbeiter


    • Nicht um die Integration in diesen Staat geht es bei den Flüchtlingen, sondern um die Inte­gra­tion in die Arbeiterklasse in der BRD. Als erster Schritt hierzu ist die vorbehaltlose Aufnahme der geflüchteten Arbeiter in die Gewerkschaften notwendig.

    • Betriebsräte und gewerkschaftliche Organisationen in den Betrieben sollten sich verpflichten, keine Rassenhetze im Betrieb zu dulden und Maßnahmen zum Schutz von Asylsuchenden im Betrieb und außerhalb des Betriebs zu ergreifen.



    7. Dem Naziterror Einhalt gebieten


    • Das seit dem Potsdamer Abkommen geltende Verbot aller faschistischen Organisationen ist endlich durchzuführen.

    • Da die Staatsorgane nicht willens und imstande sind, dem rasenden und brandschatzenden rechten Mob Einhalt zu gebieten, muss das staatliche Gewaltmonopol soweit außer Kraft gesetzt werden, dass Arbeiter- und antifaschistische Milizen zum Schutz der Asylsuchenden geduldet und nicht behindert werden.



    8. Für Frieden sorgen


    • Als ersten Schritt, die internationale Lage zu entspannen, muss die Bundeswehr verpflichtet werden, alle im Ausland eingesetzten Soldaten zurückzuholen und in den Kasernen zu lassen.

    • Der Kampf gegen „Schlepper“, der in Wirklichkeit ein Kampf gegen vor Krieg, Folter und Elend fliehende Menschen ist, ist einzustellen.



    9. Die Reichen sollen zahlen


    • Die notwendigen Maßnahmen sind aus Steuern zu finanzieren. Diese Steuern sind von den Reichsten in diesem Land zu erheben. Dazu gehören zum Beispiel die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und der Erbschaftssteuer auf den Besitz von Betrieben sowie die Erhöhung der Einkommensteuerspitzensätze. Weiter besteht nach Rückführung aller Bundeswehreinheiten in die einheimischen Kasernen die Möglichkeit, den Rüstungshaushalt entsprechend zu kürzen.




    Erläuterungen zu den Forderungen

    Arbeiter- und antifaschistische Milizen

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    Berlin (oben), Passau (unten) und überall im Land: Anstehen – anstehen – anstehen. Stundenlang, tagelang. Auf der Straße, im Dreck übernachten. Asylantrag stellen. Sich unverschämten Verhören stellen. Sich in Container, Zeltlager, Turnhallen quetschen lassen – vielleicht auch auf der Straße landen. Krankheiten aushalten – ärztliche Hilfe wird nur im äußersten Notfall bezahlt. Angepöbelt und bedroht werden. Glück haben und zu Niedrigstlöhnen ausgebeutet werden. Oder Pech haben und zurückgeschickt werden. Krieg, Verfolgung und Not nehmen kein Ende...
    Es ist ein bekanntes und deprimierendes Ritual: Antifaschisten versuchen Flüchtlinge vor den braunen, brandschatzenden Horden zu schützen. Die Polizei macht es sich zur Aufgabe, „linke und rechte Demonstranten zu trennen“. Das heißt erstens: Das Recht der Faschisten, auf die Straße zu gehen, wird geschützt. Aber niemand hat das Recht, ein Faschist zu sein! Und das heißt zweitens: Antifaschisten haben polizeilich gesehen nicht das Recht, Antifaschisten zu sein – Antifaschist sein heißt ja nichts anderes als gegen Faschisten und faschistische Gefahr zu kämpfen.

    Auch wenn das heute kaum noch bekannt ist: Deutsche Arbeiter haben auch schon Waffen in die Hand genommen, um mit der faschistischen Gefahr aufzuräumen. So zum Beispiel 1920, als aus dem Generalstreik gegen den faschistischen Kapp-Putsch die Rote Ruhrarmee entstand. Oder auch 1923, als Proletarische Hundertschaften in Sachsen und Thüringen gemeinsam mit Betriebsräten und proletarischen Kontrollausschüssen gegen Verelendung und faschistische Gefahr gekämpft haben.

    Die herrschende Klasse hat immer erbittert gegen diese Art proletarischer Gegenwehr gekämpft, die sie fürchtet wie nichts sonst. Und das mit Recht. Denn das sind Kämpfe, die uns den Weg öffnen können, überhaupt mit der kapitalistischen Gesellschaft und ihren Kriegen und sonstigen gigantischen Verbrechen Schluss zu machen.

    Asylbewerberleistungsgesetz

    Dieses Gesetz trat 1993 in Kraft. Es schreibt die Ungleichheit von Asylbewerbern und anderen Sozialleistungsempfängern (Hartz-4, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter) fest und dient erklärtermaßen zur Abschreckung von Asylsuchenden. Auch dies wurde mit Hilfe der Rostocker Pogrome begründet (siehe Asylrecht). Das Bundesverfassungsgericht hat dieses Gesetz für verfassungswidrig erklärt. Es wurde nun, im Jahr 2015, geändert. Die Geldbeträge wurden zwar angeglichen, aber in verschiedenen Bereichen sind Asylbewerber wesentlich schlechter gestellt. Besonders verheerend wirkt sich das im Bereich der medizinischen Versorgung aus.

    Asylrecht

    Es war im Jahr 1993, als das Asylrecht im Grundgesetz soweit relativiert wurde, dass es faktisch außer Kraft gesetzt ist. Dieses Asylrecht war eine der wenigen wirklich antifaschistischen Bestimmungen im Grundgesetz – antifaschistisch unter den Bedingungen, dass der Imperialismus herrscht. Das heißt: Das Asylrecht im Grundgesetz war ein gegen den Imperialismus durchgesetztes Recht. Es beinhaltete ursprünglich: Jeder, der erklärt, politisch verfolgt zu sein, erhält Asyl. Und das bedeutet: Unsere Herren können mit Menschenmassen, die nach einer Bleibe suchen, nicht frei schalten und walten, sie können sie nicht einfach für ihre Zwecke ausnutzen (dass sie trotzdem von Anfang an in der BRD Menschenmassen als Waffe benutzten – z.B. Republikflüchtige aus der DDR, Umsiedler aus den befreiten Ländern, Menschen aus anderen Ländern, die nach einem reaktionären Artikel des Grundgesetzes als „Volksdeutsche“ definiert werden usw. – hat mit dem Asylrecht nichts zu tun, sondern damit, dass es sehr wenige wirklich antifaschistische Errungenschaften im Grundgesetz gab und gibt).
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    ...und hier sind es nur ein paar Minuten bis zu einem der Hotels der Westberliner Luxusmeile (Kurfürstendamm), gut ausgestattet und gut geschützt auch gegen braunen Terror.
    Wie dieses Asylrecht überhaupt ins Grundgesetz kam: Die reaktionäre und völkerrechtswidrige Gründung der BRD wurde mit einem sog. Parlamentarischen Rat 1948/49 vorbereitet. In diesem Parlamentarischen Rat saß auch die KPD, entschiedene Gegnerin der Gründung der BRD und gleichzeitig Kämpferin für jedes Quäntchen Antifaschismus. Sie nutzte es aus, dass die Gründung der BRD ein gewagtes reaktionäres Abenteuer gegen die Sowjetunion und die anderen befreiten Länder war und nützte den Parlamentarischen Rat als Tribüne, um der Weltöffentlichkeit und der Arbeiterklasse jeden Widerspruch darzulegen, in den sich die bürgerlichen Parteien in ihrem Kampf gegen die Lehren aus dem Faschismus verwickelten. Einer dieser Widersprüche war, dass manche Sozialdemokraten und andere Abgeordnete im Parlamentarischen Rat, die selber unter den Hitlerfaschisten verfolgt waren, sich der Forderung nach einem uneingeschränkten Asylrecht nicht verschließen wollten. Die Haltung der KPD war nicht nur von solchen Erfahrungen geprägt, sondern prinzipieller Natur im Kampf der Arbeiter um Demokratie. Und der Kampf um ein antifaschistisches Asylrecht hatte Erfolg! Natürlich wurde mit der Stagnation der westdeutschen Arbeiterbewegung und unter den Bedingungen des KPD-Verbots das Asylrecht mehr und mehr außer Kraft gesetzt. Aber den Grundgesetzartikel zum Asylrecht konnten die Imperialisten erst nach der Zertrümmerung der DDR bis zur Unkenntlichkeit ändern, genauso wie erst seit diesem Zeitpunkt die grenzenlosen Einsätze der Bundeswehr möglich wurden.

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    „Wir wollen Gerechtigkeit.“ Protest vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo).
    1992 war das Jahr des tagelangen Pogroms gegen Flüchtlinge und gegen vietnamesische Arbeiter in Rostock-Lichtenhagen – vorbereitet durch maßlose rassistische Hetze der Bundesregierung (alles „stöhnte“ unter der „Asylantenflut“) und durch staatlich verordnete Widerwärtigkeiten gegen Flüchtlinge in Rostock-Lichtenhagen, geduldet und unterstützt durch die Polizei, beklatscht durch einen Teil der Anwohner, viel zu wenig geschützt durch den sicherlich auch vorhandenen anderen Teil der Anwohner ... 1993 wurde dann das Asylrecht im Grundgesetz „ergänzt“, in Wirklichkeit aber abgeschafft – mit den Stimmen von CDU, CSU, FDP und der in der „Opposition“ befindlichen SPD. Denn man „verstand die Sorgen und Ängste der Menschen“. Damit wurde erstmals in der Geschichte der BRD eine Nazi-Bewegung, die parlamentarisch völlig unbedeutend ist, zur Durchsetzung einer Grundgesetzänderung benutzt. (Siehe kaz-online.de/artikel/asylrecht-wiederher­stel­len#seite1)

    Ausländerbehörden

    Es gibt ein Wirrwarr von Behörden auf Bundes- und Landesebene, die die Aufgabe haben, Einwanderer aller Art zu sortieren, zu schikanieren, zu kontrollieren, abzuschieben etc. Wenn man jeden ins Land lässt, der hier leben will, sind diese gefräßigen Behörden völlig überflüssig.

    Einbürgerung

    „Jeder Ausländer, nachdem er drei Monate in der Schweiz verbracht hat, wird zum Schweizer Bürger (...). Aufklärung der Massen über die besondere Dringlichkeit dieser Reform (...). Die politische Rechtlosigkeit der ausländischen Arbeiter und deren Lage als Fremde stärkt die politische Reaktion, die auch sonst im Wachsen ist, und schwächt die internationale Solidarität des Proletariats.“ (Lenin, Die Aufgaben der Linksradikalen (oder der linken Zimmerwaldisten), LW Bd. 23, S. 141)

    Ein guter Vorschlag Lenins aus dem damaligen Schweizer Exil – und nicht nur gut für die Schweiz. Durchführbar ist diese automatische Einbürgerung nur in Kombination mit dem Recht auf mehrere Staatsbürgerschaften, damit die Betroffenen keine Rechte in ihren Herkunftsländern verlieren.

    Einkommensteuer

    Seit 1999 wurden die Spitzensätze der Einkommensteuer schrittweise gesenkt und zwar von 53% auf 42% (für Einkommen ab 52.882 Euro/Jahr) bzw. 45% (für Einkommen ab 250.731 Euro/Jahr), jeweils berechnet für Alleinstehende.

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    „Die verrückte Welt.“ Eine Kinderzeichnung.
    Erbschaftssteuer

    Im Jahr 2008 wurde das Gesetz geändert, das die Erbschaftssteuer regelt. Wer betriebliches Vermögen erbt, bleibt steuerfrei. Diese für Kapitalisten ganz wunderbare Regelung wurde vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt. Geändert wurde das Gesetz noch nicht.

    Freiwillige Helfer

    Die freiwilligen Helfer, die allenthalben bis zur völligen Erschöpfung arbeiten, übernehmen Aufgaben, die dieser Staat nicht willens und imstande ist zu übernehmen. Diese Menschen, die eine hohe Moral und Opferbereitschaft besitzen, werden von Regierungsvertretern in den höchsten Tönen gelobt. Ihre große Hilfsbereitschaft wird missbraucht und institutionalisiert. Es steht fast gar nicht mehr zur Debatte, dass sich der Staat um die ersten Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge kümmert. Und so wächst sich diese große Arbeit wirklich guter Menschen – natürlich ganz ohne, dass sie das wollen – zu einer Heimatfrontübung für den Krieg aus, zu einer patriotischen Generalprobe. Sie wird ja auch inzwischen mit solchen Tönen wie „Deutschland schafft das!“ begleitet. Es ist also nicht nur im Interesse dieser hilfsbereiten Menschen, dass sie den gesetzlichen Mindestlohn bekommen. Das ist auch Kampf für den Frieden.

    Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

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    Die Kapitalisten freuen sich schon auf die billigen Arbeitskräfte, die aus den Flüchtlingen aussortiert werden sollen.

    „Der Präsident von Metall NRW, Arndt Kirchhoff, sagte der ‚Rheinischen Post‘, es gebe Arbeitsplätze, die weniger anspruchsvoll würden, weil der Computer das Gros der Tätigkeit übernehme. Das bilde die Tarifpolitik nicht ab. ‚In unserer niedrigsten Tarifgruppe verdienen Ungelernte bereits mehr als 14,50 Euro die Stunde. (...) Wenn wir hierzulande aber auch weiterhin einfache Arbeit anbieten wollen – auch für schwer Vermittelbare oder ganz aktuell für Flüchtlinge –, müssen wir das auch bezahlen können‘, so Kirchhoff. Der Abstand zum Mindestlohn dürfe nicht sechs Euro betragen.“ (ND 01.09.2015)

    Hotels und Hostels

    In Berlin werden an Flüchtlinge auch Gutscheine für Hostels ausgegeben (natürlich nicht für Hotels). Wenn dann eine Flüchtlingsfamilie einige Tage im Dreck campiert hat, um überhaupt zu dem zuständigen Amt vorzudringen (siehe Sozialbehörden) und dann endlich einen Hostel-Gutschein ergattern, mit dem diese Menschen erleichtert glauben, eine Unterkunft zu bekommen – dann kommt es nicht nur einmal, sondern sehr oft vor, dass ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen wird. „Bei uns ist alles belegt!“

    Integration

    Was bedeutet Integration: Die zu uns geflüchteten Menschen sollen in diese Gesellschaft eingegliedert werden. Darin ist oft auch die Forderung enthalten, dass auch diese Menschen eine Integrationsleistung bringen müssen, also sich anpassen müssen.

    Unser erstes Ziel sieht ganz anders aus: Diese Menschen müssen zu ihrem Recht kommen. Gleiches Recht für alle! Nur so können sie ihren Platz in dieser Gesellschaft finden – vielleicht sogar (was das Beste wäre) als Kämpfer gegen dieses kapitalistische Gesellschaftssystem.

    Massenquartiere

    Es ist genug Wohnraum da. Die Massenquartiere haben verschiedene Funktionen:

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    Die Verteilung der Vermögen in Deutschland im Jahr 2012. Anteile am Gesamtvermögen in Prozent in Gesamtdeutschland
    Sie zeigen uns, was für eine Katastrophe und „Herausforderung“ die zu uns geflüchteten Menschen sind und bereiten uns darauf vor, weitere Verschärfungen des Asylrechts für „alternativlos“ zu halten.

    Sie sind eine Zielschreibe für die braune brandstiftende Brut. Wer solche Ghettos baut, macht sich an diesen Morden schuldig.

    Sie werfen Massen von Menschen auf engstem Raum zusammen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben und deren Nerven beim Warten auf die Bearbeitung ihres Antrags zum Zerreißen gespannt sind. Es ist ein Wunder, wie selten es innerhalb dieser Massenunterkünfte zu tätlichen Auseinandersetzungen kommt. Wenn das allerdings passiert, dann sind die Volksverhetzer wieder mit ihren Schlagzeilen am Start.

    Diese Massenunterkünfte sind oft in einem so schlimmen Zustand, dass um Leib und Leben der dort Untergebrachten gefürchtet werden muss. Dazu ein Arzt, der als Freiwilliger im Flüchtlingscamp in Dresden gearbeitet hat: „Ich hätte nicht gedacht, dass Zustände wie in der Zeltstadt in einem Land wie Deutschland möglich wären. Medizinische und hygienische Mindeststandards werden nicht eingehalten. In einer Stadt wie Dresden, mit einer hervorragenden medizinischen Infrastruktur. Ich habe schon als Medizinstudent in Townships in Südafrika gearbeitet: selbst unter den dortigen Bedingungen wurde mehr dafür getan, den Menschen zu helfen.“ (www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-08/dresden-zeltstadt-fluechtlinge-medizinische-versorgung)

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    ...aber egal, „wir“ können sowieso nicht alle aufnehmen.
    Den Kapitalisten bieten die Massenunterkünfte einen sehr praktischen Sklavenmarkt: So kündigte Daimler-Benz-Chef Zetsche an, in den Flüchtlingszentren nach Arbeitskräften suchen zu lassen. Natürlich sind dann solche Zustände wie die in Dresden geschilderten nicht so günstig, man will ja keine krank gemachten Arbeiter haben. Aber das ist der Widerspruch, der gerade die ganze Flüchtlings-Debatte begleitet: Der Hunger des Kapitals nach guten Arbeitskräften und das Bedürfnis des Gesamtkapitals, sich die flüchtenden Menschen vom Leib zu halten.

    Medizinische Versorgung

    „Asylbewerber sind über die Sozialhilfeverwaltung krankenversichert. Vor einem Arztbesuch müssen sie sich vielerorts beim Sozialamt einen Krankenschein abholen. Die Kosten werden nur bei eindeutigen Notversorgungen geleistet (...). Die Entscheidung über einen medizinischen Notfall maßen sich so häufig medizinische Laien an – eine Folge des Asylbewerberleistungsgesetzes, die schon zum Tod von Flüchtlingen geführt hat. (...) Viele ÄrztInnen zeigen sich in der Praxis angesichts der Gesetzeslage überfordert und verweigern manchmal selbst die Notversorgung (...).“ (www.proasyl.de/de/news/detail/news/gesetzlich_verordnete_lebensgefahr_das_deutsche_asylbewerberleistungsgesetz/)  

    Migrationshintergrund

    Eine verhältnismäßig neue, aber untaugliche Wortschöpfung, die nur zur völkischen und rassistischen Einteilung von Menschen taugt. Wer z.B. einen türkischen „Migrationshintergrund“ hat, ist vielleicht hier geboren, hat die BRD-Staatsangehörigkeit, hat aber türkische Großeltern. Erschreckend ist, dass z.B. auch Polizeistatistiken mit diesem Kampfbegriff arbeiten. Dass wir nach Stammbäumen eingeteilt werden, das hatten wir schon mal, im Hitlerfaschismus. Es geht den Staat nichts an, woher wir kommen, oder woher unsere Familien kommen. Es geht nur um eins: gleiches Recht für alle!

    Öffentlicher Nahverkehr

    Für Flüchtlinge ist es extrem wichtig, dass sie sich bewegen können, um sich zu treffen, um sich untereinander und mit Einheimischen zum Widerstand gegen diese unmenschlichen Zustände zu verabreden. Eine ganz einfache Maßnahme wäre es, den öffentlichen Nahverkehr für alle kostenlos zu machen. Das würde auch die Hartz-4- und Grundsicherungsempfänger entlasten, die sehr oft mehr für den Nahverkehr zahlen müssen, als in den mageren Sozialsätzen überhaupt vorgesehen ist. Wenn die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln nichts kosten, entfallen auch die Kosten für Gefängnisaufenthalte von Schwarzfahrern. In Berlin z.B. macht das 4,2 Millionen Euro im Jahr aus (siehe www.taz.de/!5134051/).

    PKK-Verbot

    Die kurdische Arbeiterpartei PKK wurde 1993 vom Bundesinnenministerium verboten. Seit vielen Monaten ist wieder die Forderung laut geworden, dieses Verbot aufzuheben. Nicht nur, dass diese Organisation keine Terrororganisation ist, sie ist auch noch eine entscheidende Kraft im Kampf gegen den klerikalfaschistischen, terroristischen „Islamischen Staat“. Trotzdem wird das Verbot weiter aufrechterhalten, werden kurdische Menschen im Verdacht, der PKK anzugehören, vor Gericht gestellt und in den Knast geworfen.

    Residenzpflicht

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    Schloss Elmau in Oberbayern. Schon mal daran gedacht: Nachdem der G7-Gipfel schon lange vorbei ist, ist doch hier Platz für Asylsuchende frei geworden...
    Das bedeutet, dass sich Flüchtlinge nur in einem bestimmten Umkreis bewegen dürfen, also z.B. dass sie den Landkreis, in dem sie untergebracht sind, nicht verlassen dürfen, um eine größere Stadt aufzusuchen. Die Residenzpflicht ist seit diesem Jahr nach vielen demokratischen Protesten sehr gemildert worden. Sie gilt immer noch in den ersten drei Monaten. Und die Ausländerbehörden können „nach eigenem Ermessen“ Flüchtlingen die Residenzpflicht auferlegen. Der Willkür sind hier offenbar keine Grenzen gesetzt.

    Schlepper

    Immer wieder wird uns erzählt: Die Flüchtlinge können natürlich nichts dafür, aber die Schlepper sind böse, sie nehmen so viel Geld ... Da fragt man sich: Seit wann gilt es denn in dieser Gesellschaft als verwerflich, für eine Dienstleistung Geld zu nehmen? Man scheut wirklich die dümmste Demagogie nicht. Wenn die Schlepper außer Kraft gesetzt sind, kann ein großer Teil der Flüchtlinge nicht mehr nach Europa kommen. Und genau darum geht es bei dem angeblich hochmoralischen Kampf gegen die Schlepper. Man muss die Schlepper nicht lieben. Wenn man eine Waschmaschine von Siemens kauft, muss man Siemens auch nicht lieben. Dass diese Menschen überhaupt fliehen müssen, liegt an den imperialistischen Ländern, und wahrlich nicht zuletzt am deutschen Kapital. Unter welchen Gefahren sie fliehen müssen, liegt im Wesentlichen an der vor allem von Deutschland forcierten Flüchtlingsabwehr.

    Schwarzer Kreis

    So nannte man nach 1945 Ballungsgebiete, in denen eine strikte Mietpreisbindung galt. Ca. Mitte der siebziger Jahre wurde dies unter Protesten der Bevölkerung in den großen Städten in Westdeutschland abgeschafft. In Westberlin blieb der Schwarze Kreis bis 1988 aufrechterhalten – das hielt man da wohl für das „Schaufenster der Freien Welt“ gegenüber der DDR noch für notwendig.

    Sozialbehörden

    Zum Beispiel das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin: Tagelang campieren dort Flüchtlinge auf der Straße, um in dem Amt endlich ihren Asylantrag stellen zu können. Freiwillige Helfer arbeiten dort bis zur Erschöpfung, um die Menschen einigermaßen zu versorgen. Es herrschte glühende Hitze, fast bis zu 40 Grad mussten Flüchtlinge und Helfer täglich aushalten. Der zuständige Sozialsenator genoss derweil seinen Urlaub. Aber eine Behörde hat sich doch um diese unhaltbaren Zustände gekümmert: Die Lebensmittelaufsicht kam und mahnte die freiwilligen Helfer ab, sie hätten gefälligst einen Kühlschrank zu besorgen. Nach Tagen der Hitze – endlich ein Gewitter. Die Lage der geflüchteten Menschen verbesserte das nicht – sie saßen daraufhin im Schlamm. Ein Mann aus Afghanistan war weitab vom LaGeSo niedergestochen worden. Er schleppte sich zum LaGeSo in der Hoffnung auf Hilfe. Dort brach er schließlich zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht.

    Außer dem Wetter hat sich bis heute nichts geändert. Das LaGeSo erklärt sich für überfordert – wie viele andere Sozialbehörden in diesem so tollen Deutschland ebenfalls.

    Sozialer Wohnungsbau

    „Die Anzahl der öffentlich geförderten und damit gebundenen Wohnungen geht rapide zurück. Allein in den Jahren 2002 bis 2010 sank die Zahl um ein Drittel, von 2,4 Millionen auf 1,6 Millionen Wohnungen. Der Wohnungsbestand der gemeinwirtschaftlich gebundenen Wohnungsunternehmen ist durch Privatisierung und Abverkauf verringert worden. Jährlich verlieren die Wohnungsmärkte in Deutschland 100.000 Sozialwohnungen, weil Preis- und/oder Belegungsbindungen auslaufen. Wird diese Entwicklung nicht gestoppt, wird es im Jahr 2025 in Deutschland keine Sozialwohnungen mehr geben.“ (www.mieterbund.de/politik/dmb-forderungen.html)

    Dafür nehmen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen zu.

    Staatsbürgerschaft

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    Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Weissach (unweit von Stuttgart): Der braune Mob hat mal wieder zugeschlagen...
    Die „deutsche Staatsbürgerschaft“ wird seit der Reichsgründung 1871 nach Blutsbanden, nach dem völkischen und nicht nach dem der bürgerlichen Demokratie entsprechenden Territorialprinzip geregelt. Alles, was auf der Welt „deutsch“ ist, droht eingemeindet zu werden. So ging es auch der DDR, die annektiert wurde und deren Bürger einfach als „deutsche Staatsbürger“ galten und damit auch heute gelten. Daraus erklärt sich auch die angemaßte Zuständigkeit der BRD für angebliche „Straftaten“ in der DDR und stellte gleich die ganze Regierung eines Landes vor Gericht. Diese Anmaßung gilt nach innen und nach außen. So kann es sein, dass ein hier in der BRD geborener Säugling ein „Ausländer“, ein „Asylbewerber“, ja womöglich gar ein „Wirtschaftsflüchtling“ ist, der „rechtsmissbräuchlich“ auf das Asylrecht pocht... In der zivilisierten Welt ist es meistens so geregelt, dass man dort Staatsangehöriger ist, wo man geboren wurde. Bei uns eben nicht. Aber nicht nur das: Da es ja überall auf der Welt „deutsche Volksgruppen“ gibt, gelten die Angehörigen dieser „Volksgruppen“ ebenfalls als „deutsche Staatsbürger“, ihnen werden sogar deutsche Pässe ausgestellt. Das alles ist eine Bedrohung der Länder, in denen diese „Volksgruppen“ ausgemacht wurden!

    Auch das demokratische Recht, Bürger mehrerer Staaten zu sein, gilt nicht allgemein, sondern nur in Ausnahmefällen. Als in den neunziger Jahren die Diskussion darüber in der Öffentlichkeit geführt wurde, ließ die CSU den schönen Satz los: „Man kann nicht zwei Herren dienen.“

    Wir wollen gar keinem Herren dienen. Schlimm genug, dass wir uns vom Kapital ausbeuten bzw. auf die Straße werfen lassen müssen. Dieser ganze Plunder von deutschem angeblichem Staats­bürger„recht“ muss weg und durch ein demokratisches Staatsbürgerrecht ersetzt werden!

    Verfassungsschutz

    Anfang der fünfziger Jahre gegründet, aufgebaut mit den alten Nazis und ihren Geheimdienst-Erfahrungen, war es zunächst die Hauptaufgabe des Verfassungsschutzes, das KPD-Verbotsurteil mit vorzubereiten. Der Verfassungsschutz auf Bundes- und Landesebene hat sich stets nur gegen Linke, Antifaschisten, Kommunisten und Menschen aus anderen Ländern gerichtet. Angebliches Vorgehen gegen Naziorganisationen hatte nur Alibicharakter. Das offenbarte sich vor allem in der Mordserie durch den NSU („Nationalsozialistischer Untergrund“) in den Jahren 2000 bis 2006, die erst im Jahr 2011 aufgedeckt wurde. Neun Menschen waren aus rassistischen Motiven ermordet worden, sowie eine Polizistin (Motiv ungeklärt). Es stellte sich heraus, dass die Verfassungsschutzbehörden unentwirrbar mittels V-Leuten mit dem NSU verbunden und in die Mordserie verwickelt waren. Bemühungen um die Aufklärung dieser Verbrechen wurden torpediert, Beweismaterial wie z.B. Akten wurden kiloweise geschreddert. Viele Menschen forderten 2011 die Auflösung des Verfassungsschutzes. Er existiert aber unangefochten weiter. Die Verfassungsschutzbehörden sind ein zusätzliches Risiko für Leib und Leben der zu uns geflüchteten Menschen. Diese Ämter müssen deshalb schnellstens beseitigt werden.

    Vermögenssteuer

    Die Vermögenssteuer wurde in der BRD ab 1997 ausgesetzt. Immer wieder wurde die Forderung laut, die Vermögenssteuer wieder einzuführen. Auch von SPD und Grünen, die das, als sie an der Regierung waren, allerdings unterließen und stattdessen in großem Maßstab die Ärmsten der Armen schröpften.

    E. W.-P.

    Die Arbeit an diesem Artikel wurde am 11.09.2015 beendet. Die Pläne des Bundesinnenministeriums, die eine Entrechtung der Asylsuchenden in einem Ausmaß wie nie zuvor beinhalten, konnten in dem Artikel nicht mehr berücksichtigt werden.


    Anmerkungen:
    1 Informationen zu den unterstrichenen Wörtern findet man unter der Überschrift „Erläuterungen zu den Forderungen”







    Kasten 1:
    Über Herrenrassen / Über die Weltherrschaft

    Aus: Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, Erweiterte Ausgabe, Frankfurt/Main 2000, S. 109

    Die Idee von der Rasse ist der Versuch von einem Kleinbürger, ein Adeliger zu werden. Er kriegt mit einem Schlag Vorfahren und kann auf was zurück- und auf was herabsehen. Wir Deutschen kriegen dadurch sogar eine Art Geschichte. Wenn wir schon keine Nation waren, können wir wenigstens eine Rasse gewesen sein. An und für sich ist der Kleinbürger nicht imperialistischer als der Großbürger. Warum auch? Aber er hat ein schlechteres Gewissen und braucht eine Entschuldigung, wenn er sich ausbreitet. Er haut nicht gern jemand mit dem Ellbogen in den Bauch, wenn es nicht sein Recht ist. Er hat gern, dass es seine Pflicht ist, wenn er auf jemand herumtrampelt. Die Industrie muss einen Markt haben, und wenn Blut fließt. Öl ist dicker als Blut. Aber wegen einem Markt kann man nicht Krieg machen, das wäre leichtfertig, man muss ihn machen, weil man eine Herrenrasse ist. Wir fangen damit an, dass wir die Deutschen ins Reich holen, und hören nur auf damit, dass wir auch die Polen und Dänen und Holländer ins Reich holen. Damit beschützen wir sie. Gute Herren sind zu ihrem eigenen Besten.




    Kasten 2:
    Über Pässe / Über die Ebenbürtigkeit

    Von Bier und Zigarre / Über die Ordnungsliebe

    Die Kriegsfurie hatte Europa halb abgegrast, aber sie war noch jung und hübsch und überlegte es sich, wie sie noch einen Sprung nach Amerika hinüber machen könnte, als im Bahnhofsrestaurant von Helsingfors zwei Männer saßen und, sich ab und zu vorsichtig umblickend, über Politik redeten. Der eine war groß und dick und hatte weiße Hände, der andere von untersetzter Statur mit den Händen eines Metallarbeiters. Der Große hielt sein Bierglas hoch und durchschaute es.

    DER GROSSE

    Das Bier ist kein Bier, was dadurch ausgeglichen wird, daß die Zigarren keine Zigarren sind, aber der Paß muß ein‘ Paß sein, damit sie einen in das Land hereinlassen.

    DER UNTERSETZTE

    Der Paß ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch anerkannt wird.

    DER GROSSE

    Man kann sagen, der Mensch ist nur der mechanische Halter eines Passes. Der Paß wird ihm in die Brusttasche gesteckt wie die Aktienpakete in das Safe gesteckt werden, das an und für sich keinen Wert hat, aber Wertgegenstände enthält.

    DER UNTERSETZTE

    Und doch könnt man behaupten, daß der Mensch in gewisser Hinsicht für den Paß notwendig ist. Der Paß ist die Hauptsach, Hut ab vor ihm, aber ohne dazugehörigen Menschen wär er nicht möglich oder mindestens nicht ganz voll. Es ist wie mit dem Chirurg, er braucht den Kranken, damit er operieren kann, insofern ist er unselbständig, eine halbe Sach mit seiner ganzen Studiertheit und in einem modernen Staat ist es ebenso; die Hauptsach ist der Führer oder Duce, aber sie brauchen auch Leut zum Führen. Sie sind groß, aber irgend jemand muß dafür aufkommmen, sonst gehts nicht.

    DER GROSSE

    Die beiden Namen, die Sie erwähnt haben, erinnern mich an das Bier und die Zigarren hier. Ich möcht sie als führende Marken ansehen, das Beste, was hier zu haben ist, und ich seh einen glücklichen Umstand darin, daß das Bier kein Bier ist und die Zigarre keine Zigarre, denn wenn da zufällig keine Übereinstimmung bestände, wär das Restaurant kaum zu führen. Ich nehm an, daß der Kaffee auch kein Kaffee ist.

    DER UNTERSETZTE

    Wie meinen Sie das, glücklicher Umstand?

    DER GROSSE

    Ich mein, das Gleichgewicht ist wiederhergestellt. Sie brauchen den Vergleich miteinander nicht zu scheun und können Seit an Seit die ganze Welt herausfordern, keiner von ihnen find einen bessern Freund und ihre Zusammenkünfte verlaufen harmonisch. Anders, wenn der Kaffee zum Beispiel ein Kaffee und nur das Bier kein Bier wär, möchte die Welt leicht das Bier minderwertig schimpfen, und was dann? Aber ich halt Sie von Ihrem Thema ab, dem Paß.

    DER UNTERSETZTE

    Das ist kein so glückliches Thema, daß ich mich nicht von ihm abhalten lassen möcht. Ich wunder mich nur, daß sie grad jetzt so aufs Zählen und Einregistrieren der Leut aus sind, als ob ihnen einer verlorengehen könnt, sonst sind sie jetzt doch nicht so. Aber sie müssen ganz genau wissen, daß man der und kein anderer ist, als obs nicht völlig gleich wär, wens verhungern lassen. ...

    ZIFFEL

    Die Sorge für den Menschen hat in den letzten Jahren sehr zugenommen, besonders in den neuen Staatengebilden. Es ist nicht wie früher, sondern der Staat kümmert sich. Die großen Männer, die an mehreren Orten Europas aufgetaucht sind, zeigen ein großes Interesse an Menschen und können nicht genug davon kriegen. Sie brauchen viele. Am Anfang hat man sich die Köpfe darüber zerbrochen, warum der Führer überall in den Randgebieten Menschen aufgesammelt und nach dem Inneren Deutschlands transportiert hat. Erst jetzt im Krieg ists klar geworden. Er hat einen ziemlichen Verschleiß und braucht einen Haufen. Aber die Pässe gibts hauptsächlich wegen der Ordnung. Sie ist in solchen Zeiten absolut notwendig. Nehmen wir an, Sie und ich liefen herum ohne Bescheinigung, wer wir sind, so daß man uns nicht finden kann, wenn wir abgeschoben werden sollen, das wär keine Ordnung. ...

    ZIFFEL

    Nirgends sieht man mehr auf Ordnung als im Gefängnis oder beim Militär. Das ist seit alters sprichwörtlich. ...

    KALLE

    Das letzte ist eins von den Lieblingswörtern von ihnen. Aufm Moor hat der SS-Mann immer gesagt, wir müssen mit der letzten Kraft zustechen. Ich hab mich oft gewundert, warum wirs nicht mit der ersten haben machen dürfen. Es hat aber die letzte sein müssen, sonst hätts ihm keinen Spaß gemacht. Auch den Krieg wollens mit der letzten Kraft gewinnen, darauf bestehens.

    ZIFFEL

    Es liegt ihnen daran, daß es Ernst ist.

    KALLE

    Blutiger Ernst. Ein Ernst, der nicht blutig ist, ist keiner. ...

    ZIFFEL

    Aber der Hauptgrund, daß auf Ordnung gesehn wird, ist ein erzieherischen Der Mensch kann bestimmte Verrichtungen überhaupt nicht ausführen, wenn er sie nicht ordentlich ausführt. Nämlich die sinnlosen. Laß einen Gefangenen einen Graben ausheben und dann wieder zuschütten und wieder ausheben und laß ihn das so schlampig machen, wie er grad Lust hat, und er wird wahnsinnig oder rebellisch, was dasselbe ist. Wenn er dagegen angehalten wird, daß er den Spaten so und so anfaßt und nicht einen Zentimeter tiefer, und wenn eine Schnur gezogen ist, wo er einstechen muß, daß der Graben schnurgerad ist, und wenn beim Wiederzuschütten darauf gesehn wird, daß der Hof wieder so flach ist, als ob überhaupt kein Graben ausgehoben worden wär, dann kann die Arbeit ausgeführt werden und alles geht wie am Schnürchen, wie der bezeichnende Ausdruck heißt. ...

    ZIFFEL

    Ich erkenne bloß die ungeheuren Vorteile der Schlamperei. Die Schlamperei hat schon Tausenden von Menschen das Leben gerettet. Im Krieg hat oft die kleinste Abweichung von einem Befehl genügt, daß der Mann mit dem Leben davongekommen ist.

    KALLE

    Das ist wahr. Mein Onkel war in die Argonnen. Sie sind in einem Graben gelegen und haben durchs Telefon den Befehl erhalten, sie sollen zurückgehn und sofort. Aber sie haben nicht aufs Wort gehorcht und haben erst noch die Kartoffeln aufessen wollen, dies gebraten haben, und so sinds in Gefangenschaft geraten und waren gerettet. ...

    ZIFFEL

    In einem Land, wo eine besondere Ordnung herrscht, würd ich nicht gern bleiben. Da herrscht Knappheit. Man könnts natürlich auch Ordnung heißen, wenn aus dem vollen gewirtschaftet wird, wie bei uns, wie gesagt, nur im Krieg. Aber soweit sind wir nicht.

    KALLE

    Sie könnens so ausdrücken: Wo nichts am rechten Platz liegt, da ist Unordnung. Wo am rechten Platz nichts liegt, ist Ordnung.

    ZIFFEL

    Ordnung ist heutzutage meistens dort, wo nichts ist. Es ist eine Mangelerscheinung. ...

    Aus: Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, Erweiterte Ausgabe, Frankfurt/Main 2000, S. 7





     


     
     Kommentar zum Artikel von Raimund Baytz :
    Montag, 07.12.2015 - 05:28

    Artikel wurde auf Facebook geteilt.
    Stimme dem Artikel weitgehend zu.
    Raimund

    Auf DKP dem DKP Nachrichten Portal werden weitgehend gleiche Forderungen in verschiedenen Artikeln gefordert.
    Finde diesen Artikel da er das komprimiert auf den Punkt bringt gut.

    Mit solidarischen kämpferischen Grüßen
    Raimund


     
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