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Im Sommer 2008 werden in Beijing, Volksrepublik China, die Olympischen Spiele stattfinden, und vieles gemahnt in diesem Jahr an ein anderes, nämlich 1980: damals war Moskau Austragungsort der Spiele, und damals wurde in letzter Minute ein Vorwand gefunden, der viele westliche Regierungen, darunter die USA und die BRD, zum Boykott dieser Spiele aufriefen ließ: der völkerrechtlich korrekt abgelaufene Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan. Die sowjetischen Truppen wurden damals offiziell von der afghanischen Regierung angefordert und folgten der Bitte um Hilfe, gegen Terroristen. Diese Terroristen, die mit westlicher Hilfe letztendlich in Afghanistan siegreich waren, gibt es noch; die Sowjetunion nicht.

[flv]Nun, 28 Jahre später, scheint ein neuer "Kalter Krieg" auf uns zuzukommen und all jene, die noch vor wenigen Jahren vom "Ende der Geschichte" nach dem Triumph der "freien Welt" fabulierten, in die Schranken zu weisen. Die Volksrepublik China ist das neue Feindbild, und die Olympischen Spiele, die wie kaum ein anderes internationales Großereignis die Augen der Weltöffentlichkeit auf die austragenden Länder richten lassen, sind der willkommene Anlaß, um gegen die Volksrepublik China herzuziehen.

Immer wieder beliebt für Hetze gegen das bevölkerungsreichste Land der Welt ist eine seiner rund 50 Provinzen, die Autonome Region Tibet. Diese wurde 1950/51 durch die chinesische Volksbefreiungsarmee von einer mittelalterlichen Theokratie befreit, die die Menschen in schlimmsten Zuständen hielt, und so nach Jahren imperialistischer Attacken wieder ins Mutterland China eingegliedert. Wenige, und insbesondere die Clique um den einstigen "Gottkönig" Tibets, den 14. Dalai Lama, haben sich bis heute nicht mit dem Ende ihrer feudalen Diktatur auf dem Dach der Welt abfinden können, und mobilisieren nach Kräften, um in China Unruhe, Verwirrung und Gewalt zu stiften. Die Bündnispartner sind dem Sektenführer und seinen Claqueuren dabei herzlich egal; wurde einst mit den Briten, dann mit den deutschen Faschisten geliebäugelt, sind es heute die USA - und nicht zuletzt wieder die BRD, deren Bande zur selbsterklärten "Exilregierung" Tibets außerordentlich gut und eng sind. Erst im vergangenen Jahr ließ es sich die deutsche Kanzlerin Merkel nicht nehmen, den Separationisten und Hetzer in der roten Kutte offiziell zu empfangen. Seine "Exilregierung" ist übrigens durch kein Land der Welt anerkannt, und seine 40-jährige Abspaltungspolitik forderte viele Menschenleben und ist geeignet, das friedliche Zusammenleben von Menschen verschiedener Nationalität nachhaltig zu zerstören. Darüber sollte man jedoch in Deutschland besser nicht schreiben; vor allem nicht, wenn es zu viele Menschen lesen könnten.

der Dalai Lama

Über den 14. Dalai Lama, seine ganz besonderen Beziehungen zu Deutschland und seine separationistische und gefährliche Politik haben wir vor einiger Zeit anlässlich seines Deutschland-Besuches einen dreiteiligen Artikel veröffentlicht, auf den hier verwiesen sei:

- Teil 1: Tibet und die Nazi-Connection
- Teil 2: die Befreiung Tibets
- Teil 3: der Dalai Lama zu Gast bei Freunden


Festzuhalten bleibt: Der Dalai Lama, Anführer einer religiösen Gruppe (der "Gelupga"), spricht genausowenig für die tibetische Bevölkerung, wie etwa der Papst für alle Länder mit katholischer Mehrheitsbevölkerung. Mehr zu den Hintergründen seiner Person und den fragwürdigen Aspekten seiner Ansichten ist in den drei verlinkten Artikeln zu finden.
Statt dessen ist die Rollenverteilung klar: wenn in Tibet irgendetwas geschieht, sind die "überfremdeten", "ausgebeuteten" und "unterdrückten" Tibeter die Leidtragenden, ist das "kommunistische Regime" der Volksrepublik der Übeltäter. Sei es der Bau einer historischen Eisenbahnstrecke, die endlich einen Anschluß des Daches der Welt an den Rest derselben ermöglicht, sei es der Bau neuer Schulen: all das diene doch nur der weiteren "ethnischen Überfremdung" oder der "Zerstörung der tibetischen Kultur".

Einen erneuten Ausbruch völlig indiskutabler Hetze erlebte das Publikum der deutschen Medienlandschaft in den vergangenen Tagen; Auslöser waren Krawalle in Lhasa, der Hauptstadt der Region Tibet. Dort hatte ein bewaffneter Mob am 14. März mit Plünderungen begonnen, Sicherheitskräfte attackiert und Menschen nicht-tibetischer Nationalität angegriffen. Die Unruhen zogen sich über einen Tag hin; am Ende waren 10 Menschen tot, unzählige verletzt oder um Hab und Gut gebracht und 160 Häuser niedergebrannt. Für die "freie" deutsche Medienlandschaft war auch hier klar, um was es geht: die Unterdrückten griffen zur Notwehr, die chinesischen Okkupanten prügelten alles nieder. Kein Gedanke wurde daran verschwendet, dass hier ein rassistisch aufgehetzter Mob die Vielnationalitätenstadt Lhasa mit Terror überzog und Unschuldige massakrierte. Kein Gedanke daran, dass hinter diesem so spontan wirkenden "Aufstand" eine planende Hand stecken könnte, dass es nicht "Freiheitskämpfer", sondern ganz ordinäre Gangster waren, die zu gut vorbereiteten Waffen griffen.

Es ist der Dalai Lama, der sich selbst seit Jahrzehnten nicht ohne Erfolg als Wanderprediger in Sachen Toleranz und Nächstenliebe vermarktet, der seine organisierte Anhängerschaft zu diesem Verbrechen aufforderte - er selbst rief zu Demonstrationen anlässlich des Jahrestages seiner Flucht auf, auch wenn er sich - das gehört zu seiner Strategie - nach der Befolgung seines Befehls schnellstmöglich davon distanzierte. Seine Anhängerschaft, darunter einige buddhistische Mönche, bezahlte Agenten und irregeleitete Separationisten, lässt er wie gewohnt im Regen stehen, nachdem Unruhe und Chaos inszeniert sind. Sein Ruf könnte schließlich leiden.

Seit Jahrzehnten schürt der Dalai Lama und seine exilierte Clique von Indien aus immer wieder Unruhe in Tibet; stachelt er von dort aus mit rassistischen und antichinesischen Ausbrüchen Gewalt an. Der "Überfremdungsholocaust", den angeblich die Han-Chinesen an Tibet vornehmen, führt ihn zu der Forderung, Tibet ethnisch zu säubern - mit Resultaten, die nun jeder, der Augen zum sehen hat, beobachten kann: der Mob in Lhasa brannte neben von Han-Chinesen betriebenen Restaurants auch die Moschee Lhasas nieder.
www.CCTV.com, 14.03.2008

Übersetzung des Videos:
Der Vorsitzende der Autonomen Region Tibet äußerte sich über die Situation in Lhasa: „In den letzten Tagen hat eine kleine Gruppe von Leuten Unruhen in Lhasa verursacht, indem sie Unschuldige schlugen, in Läden einbrachen und Feuer legten. Die Krawalle bedrohten das friedliche Leben Lhasas. Es gibt genügend Beweise, dass die Krawalle von der Dalai-Lama-Gruppe geplant wurde. Die Krawalle riefen Wut und Vorwürfe der Bewohner Lhasas hervor. Die tibetische autonome Regierung setzt gesetzliche Maßnahmen gegen die Krawalle ein. Wir konnten die aktuelle Lage stabilisieren und das Leben und Eigentum der Bewohner aller Volksgruppen in Tibet verteidigen. Diese kleine Gruppe, die auf Instabilität zielt, widerspricht den Wünschen der tibetischen Einwohner, und kann nur scheitern."

Übersetzt durch die AG Internationalismus.
Die Moslems sind, das sei nur am Rande erwähnt, keineswegs in den letzten 50 Jahren von den Han-Chinesen zwecks Blutschande nach Tibet importiert worden; sie leben dort seit über 1000 Jahren. Meistens verlief das friedlich, vor allem seit 1950. Der Dalai Lama als immer noch von vielen Tibetern verehrtes religiöses Oberhaupt der größten tibetischen buddhistischen Sekte hat die Macht und anscheinend auch keinerlei Skrupel, dies zu ändern.

Handeln die Gewalttäter in Lhasa nicht auf eigene Faust und ohne Befehl, so handelt ihr Drahtzieher, der Dalai Lama, ebenfalls nicht nach eigenem Gutdünken. Seine ausschweifendes Leben in der Exilresidenz Dharamsala / Indien wird ihm von westlichen Regierungen ermöglicht, seine bis in die letzten Jahrzehnte unterhaltene Separationistenarmee mit westlichem Gerät ausgestattet. Nicht ohne Grund brechen diese angeblich "spontanen" Unruhen nun aus, da mit den Olympischen Spielen ein Großereignis naht, vor dem es die Volksrepublik China gehörig unter Druck zu setzen gilt. Das sozialistische China ist globaler Konkurrent, und die Dynamik des Aufbaus in China macht den imperialistischen Metropolen Angst. Die Front über Tibet zu eröffnen, von dort mit der Zerstückelung des großen asiatischen Landes zu beginnen, ist eine von vielen Varianten, um das Land zu schwächen. Der Dalai Lama und seine Camarilla sind erprobte Kameraden bei diesem Unterfangen.

2008 hat gerade erst begonnen. Bis zu den olympischen Spielen werden wir noch viele weitere Tricks in diesem schmutzigen Zirkus namens imperialistischer Geostrategie erleben dürfen.


 
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  Kommentar zum Artikel von 127712:
Freitag, 21.03.2008 - 16:42

"ich möchte euch aber dennoch darauf hinweisen, dass nur, weil eine seite im unrecht ist (tibetischer mob) die andere seite über alle zweifel erhaben ist (china)."

Hinweis dankend angenommen.



  Kommentar zum Artikel von hw:
Freitag, 21.03.2008 - 15:48

Westliche Medien verwendeten Fotos aus Nepal und Indien, um Unruhen zu illustrieren


  Kommentar zum Artikel von hw:
Freitag, 21.03.2008 - 14:00

Deutscher Gelehrter über Aufstand in Lhasa

und es lebt sich gut im chinesischen Tibet



  Kommentar zum Artikel von secarts:
Freitag, 21.03.2008 - 14:00

"und: secarts nennt sich "www avantgarde" und ich hätte von linker seite eher erwartet, dass hier mit argumenten gearbeitet wird. auch hatte ich natürlich die hoffnung, dass mein kommentar nicht in der masse der mainstreamdiskussionsbeiträge (a la spon) untergeht. (solange meine kommentare jedesmal gelöscht wurden, habe ich mich übrigens schön wie der moralische sieger gefühlt... smiley)
und II: was ist das für ne diskussion, wenn sich (hier wie bei spon) und nur leute unterhalten, die die gleiche meinung haben?!"


Also, zunächst erstmal: wir löschen keineswegs wild alles weg, was nicht unserer Meinung entspricht. Mehr noch: wir selbst, also Macher und regelmäßige Nutzer der Seite, sind uns auch keineswegs in allem einig. Wo für uns (resp. für mich, der ich deinen Post gelöscht hatte) die Grenze liegt, erklär ich gerne:

"der "antiimperialistische kampf" trifft wohl tatsächlich nicht den kern dessen, was in tibet gerade abgeht."
Konkret war es diese Formulierung und der "Solidaritätsaufruf", der mich auf den delete-Button aufmerksam machte - mal ganz davon ab, dass ich den Begriff "Imperialismus" sicher anders definiere als du (und auf China nicht anwenden würde), hätte ich selbst da, wo zweifelsfrei von Imperialismus gesprochen werden kann Probleme, mich derart zu fraternisieren: Wenn bspw. im Irak ein suicide bomber auf einem Marktplatz 100 Menschen in den Tod reißt, mag das vor dem Hintergrund eines antiimperialistischen Kampfes gegen Besatzer geschehen, ist aber dennoch keine antiimperialistische Tat, sondern stumpfsinnige Gewalt, mit der ich mich auch dann nicht solidarisieren würde, wenn der Attentäter damit auf seine Weise gegen Imperialismus protestieren will. Der in Lhasa operierende Mob griff wahllos alle Nicht-Tibeter an, Han-Chinesen, Hui und Uighuren, und schiebt sicherlich Gründe dafür vor. Und - selbst wenn! - mir diese Gründe einleuchten würden (was sie nicht tun, dazu gleich mehr), muss ich mich nicht mit der Tat einverstanden erklären.

"die unruhen scheinen mir sowohl ein ausdruck des hasses/der ablehnung auf/von einer besatzungsmacht im eigenen land und auch rassistisch und fremdenfeindlich motiviert zu sein."
Ich glaube, dass dieses manichäische Schwarz-Weiß-Bild (hier DIE Tibeter als Opfer, da DIE Chinesen als Besatzungsmacht) nicht der Realität entspricht. Nach meinem ganz subjektiven Eindruck, den ich natürlich nicht mit Statistiken belegen kann, der also nur auf meinen persönlichen Erlebnissen in Tibet beruht, ist Tibet eine sehr gespaltene Gesellschaft. Neben einem sicherlich vorhandenen harten Kern an Separationisten, die mal mit, mal ohne religiöse Argumente nach tatsächlicher "Unabhängigkeit" strebt (also objektiv eine andere Form der Abhängigkeit, von anderen Ländern herbeiführen will, wie es bei einem riesigen Land wie Tibet mit wenigen Millionen Einwohnern nicht anders sein kann), gibt es genügend Tibeter, die sich in erster Linie als Chinesen, dann als nationale Minderheit innerhalb Chinas sehen, in der Kulturrevolution, oder als Soldaten der VBA und Parteimitglieder politisiert wurden und mit der Religion nichts mehr am Hut haben. Und es gibt selbstverständlich auch indifferente Menschen, die in erster Linie die ökonomischen Vorteile eines Verbleibs in der VR China genießen und Unordnung vermeiden wollen. Dazu zählt beispielsweise auch die städtische tibetische Jugend, die eher an westlicher und chinesischer Popmusik interessiert ist als an den Buß- und Pilgerfahrten ihrer Großeltern. Die beiden letzteren Gruppen sind m. E. in der deutlichen Mehrheit und an dererlei Randale, wie sie in Lhasa stattfand, nicht beteiligt. Die gewalttätigen Ausschreitung betreffen m. E. also nur eine kleine, eingrenzbare Gruppe Unzufriedener.

"das ändert aber dennoch nichts daran, dass chinas eindringen in tibet sicher keine selbstlose "befreiung" tibets war und dass die religiöse kultur tibets auselöscht werden sollte und dass dieser versuch mit hunderttausend toten tibern, repressionen, folter usw. von statten ging."
Wir wollen uns jetzt nicht über den Charakter staatlichlicher Gebilde nicht streiten; dass sie etwas dynamisches sind und Staaten mal vergehen und mal entstehen, ist klar. Die Bande zwischen Tibet und China sind allerdings viel älter und enger als die der deutschen Bundesländer zueinander zum Beispiel, insofern trifft es die exiltibetische Propaganda mit ihrem Gerede von der "Besetzung" des "unabhängigen Tibets" auch nicht. Tibet war ausschließlich in den Wirren des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, unter der Schützenhilfe britischer Gewehre, so etwas wie "unabhängig" (von China). Für die Chinesen war diese Epoche nur eine weitere imperialistische Demütigung; die Rückkehr Tibets dementsprechend wichtige Aufgabe. Aus dieser Einschätzung, die ich teile, kommt die Wut vieler Chinesen über die Propaganda des Westens und des Dalai Lamas, die jetzt in vielen chinesischen Webforen überkocht.

Die religiöse Kultur Tibets sollte - ich weiß nicht, woher du das hast - übrigens nie "ausgelöscht" werden. Mal abgesehen von den Wirren der späten Kulturrevolution, die in ganz China Chaos hinterließ, genießen religiöse Tibeter durchaus Schutz ihrer Religion (für meinen persönlichen Geschmack eher zu viel!). Klöster sind aufwändig restauriert worden und nach wie vor von Mönchen besiedelt, der Anblick religiöser Pilger und buddhistischer Mönche und Nonnen gehört absolut zum Alltagsbild. Überflüssig zu erwähnen, dass Tibetisch für die Angehörigen der nationalen Minderheit der Tibeter die erste Unterrichtssprache in der Schule ist und sämtliche Beschriftungen zweisprachig, in chinesischer und tibetischer Schrift, gefasst sind.

Der Kern der Sache liegt allerdings etwas tiefer: tatsächlich verlustig gegangen ist die feudal-theokratische Oberschicht um den Dalai Lama ihrer absoluten Macht, und das ist der Grund für ihren Zorn auf China. 1951 war für Tibet das Mittelalter vorbei, und die gestürzten Herren von einst haben China das nie verziehen. Deswegen dererlei gesteuerte Randale.


  Kommentar zum Artikel von für_unabhängige_beobachter:
Freitag, 21.03.2008 - 10:09

jetzt wieder nach tibet:
der "antiimperialistische kampf" trifft wohl tatsächlich nicht den kern dessen, was in tibet gerade abgeht. ich möchte das zurück nehmen. die fomulierung war mehr in meiner einstellung zu linker propaganda begründet, als in einer nüchternen betrachtung der wenigen halbwegs verlässlich wirkenden quellen.
außerdem ist man - bin jedenfalls ich, und das geht mir gerade auf als zwischenergebnis dieser diskussion hier - mit dem eindruck aufgewachsen, dass tibet der hort/symbol/kernland/whatever einer friedliebenden religion ist, das rücksichtslos von china eingenommen und unterdrückt worden ist. die rollenverteilung war also klar: tibet gut, china folterstaat, diktatur etc. diese vorurteile (vorher gefällten urteile) überlager(te)n natürlich die diskussion und die interpretation der geschehnisse. das nennt sich "confirmation bias", ein ganz menschlicher vorgang, de bei jedem wirkt.

die unruhen scheinen mir sowohl ein ausdruck des hasses/der ablehnung auf/von einer besatzungsmacht im eigenen land und auch rassistisch und fremdenfeindlich motiviert zu sein. tatsächlich ein mob, der verbrechen (an der menschlichkeit) begeht, vor einem politisch-historisch aufgeladenen hintergrund.

das ändert aber dennoch nichts daran, dass chinas eindringen in tibet sicher keine selbstlose "befreiung" tibets war und dass die religiöse kultur tibets auselöscht werden sollte und dass dieser versuch mit hunderttausend toten tibern, repressionen, folter usw. von statten ging. heute sieht das vielleicht etwas anders aus, nachdem china klar geworden ist, dass man mit "dalai-lama bzw. buddhismus-touristen" gut devisen einnehmen kann. immer noch kein wünschenswerter zustand, so denke ich.

ich danke euch bei secarts.org bis hierhin erstmal für die möglichkeit, meinen horizont zu erweitern. ohne meinen kommentar und die reaktionen hier darauf hätte ich mir nicht so viele gedanken machen können. ich möchte euch aber dennoch darauf hinweisen, dass nur, weil eine seite im unrecht ist (tibetischer mob) die andere seite über alle zweifel erhaben ist (china). ich will euch hier nicht darum bitten, nicht auf chinesische propaganda hereinzufallen. das ist eure sache, ich konsumiere hier ja nur (wenn auch kritisch). ist halt nicht eure aufgabe, meine wünsche zu befriedigen, ist ja völlig okay.
trotzdem formuliere ich meinen wunsch (noch)mal: ich würde mir eine ausgewogenere berichterstattung wünschen. und teil davon könnten unabhängige, nicht staatliche chinesische medien sein, die berichten. interessanterweise beziehen sich die imho stärksten "anti-freiheitskampf-argumente" ja eben auf amateurfilmer und jetzt auch cnn.

nachdenkliche grüße,
tobias



  Kommentar zum Artikel von für_unabhängige_beobachter:
Freitag, 21.03.2008 - 10:08

secarts: "Was regste dich denn auf? Du hast doch "Spiegel Online", "Welt", "FAZ.net" und "bild.de" und wie sie alle heißen auf deiner Seite, poste doch da deine gewaltverherrlichenden Plattitüden a la "antiimerialistischer Kampf der Tibeter", da findest du tausende Gleichgesinnte... Uns brauchst du nicht, und wir brauchen dich nicht."

doch, ich brauche euch. ich brauche eine berichterstattung, die andere meinungen vertritt, im sinne einer freien medienlandschaft. und als teil einer solchen solltet ihr auch argumentieren können und kritisiert werden dürfen. ich poste generell nicht bei Spiegel Online (da sind auch mir zu viele reaktionäre, oberflächliche flachpfeifen unterwegs), die anderen die du nennst besuche ich nicht.

hardcore: "Aber war ja klar, daß nun zu diesem Thema wieder alle Irren ankommen..."
also erstmal bin ich nicht irre, dazu, wie oberflächliche interpretationen zustande kommen, will ich mich weiter unten äußern.

hardcore: ..."und meinen, hier das einfordern zu können, was es für Meinungen wie unsere auf den eben aufgezählten Seiten wie dem "Spiegel"-Forum nicht gibt: Meinungsfreiheit..."
punkt für dich. auch mich kotzt es an, wenn mir leute alles übel der welt ankreiden und mich auffordern, perfekt zu sein, nur weil ich versuche, mich in einzelnen aspekten meines lebensstil, meiner einstellung usw. aus der stumpfen masse hervorzuheben. auch weiß ich, wie nervig es ist, immer wieder mit den gleichen argumenten konfrontiert zu werden, die dann mühsam bearbeitet werden müssen. aber für mich ist der tibet-china-diskurs noch ganz am anfang.
und: secarts nennt sich "www avantgarde" und ich hätte von linker seite eher erwartet, dass hier mit argumenten gearbeitet wird. auch hatte ich natürlich die hoffnung, dass mein kommentar nicht in der masse der mainstreamdiskussionsbeiträge (a la spon) untergeht. (solange meine kommentare jedesmal gelöscht wurden, habe ich mich übrigens schön wie der moralische sieger gefühlt... smiley)

und II: was ist das für ne diskussion, wenn sich (hier wie bei spon) und nur leute unterhalten, die die gleiche meinung haben?!
...


  Kommentar zum Artikel von Stephan:
Freitag, 21.03.2008 - 07:19

selbst die taz, der Tibetfeindlichkeit zur absoluten Gänze unverdächtig, titelt zwar noch auf Seite 1 "Tibeter mit LKW weggebracht", räumt aber einen Tag und zwei Seiten später ein, dass nur chinesische Geschäfte zerstört wurden. Von wem, wird sogar auch etwas verschämt zugegeben.

Insofern muß man in der Diskussion zwei Sachen unterscheiden: Inwieweit profitieren die Tibeter von der Zugehörigkeit zur Volksrepublik China (oder welche Tibeter profitieren wie sehr), und jetzt aktuell: wie kam es zu dem Pogrom, was folgt daraus. Werden die Schuldigen bestraft, gibt es eine Entschädigung für die betroffenen Kleinunternehmer, die soweit ich gehört habe, nicht versichert waren, wie wird künftig das Zusammenleben in Tibet?


 m Kommentar zum Artikel von markus:
Donnerstag, 20.03.2008 - 21:23

"Löschen weil man nicht argumentieren kann, will, Lust hat oder sonst vom Sponsor oder Chef eins auf den Deckel bekommt."

ich glaube die KPCh hat gerade andere probleme als Link ...jetzt anmelden! zu kontrollieren, ob ihr geld zweckbestimmt verwendet wird

ich denke schon, dass man aus unlust zum diskutieren beiträge löschen darf. wenn zum 100000sten mal dasselbe argument gebracht oder einfach nur reiner schwachsinn muss man es nicht stehenlassen und darauf eingehen.

hier noch ein videoähnlich wie der blog
http://www.youtube.com/watch?v=uSQnK5FcKas

übrigens stand im ersten dpa-artikel den ich zum thema gelesen habe schon, dass viele der toten chinesen sind, die durch den rasenden mob getötet wurden.


  Kommentar zum Artikel von klemens:
Donnerstag, 20.03.2008 - 20:51

"Warum zum Teufel sollte also hier, wo m. W. bisher erstmals auf deutschen Medien mal ne fundierte Gegenposition gebracht wird, aller Schund stehen bleiben?!"

Also aller Schund braucht wirklich nicht stehen zu bleiben!! Es gibt ja festgelegte Richtlinien was gelöscht werden muß und was stehen bleiben darf.
Wenn etwas darüber hinausgehendes gelöscht wird - was ich nicht unterstellen will - läßt man sich auf das Niveau von "Spiegel Online", "Welt", "FAZ.net" oder "bild.de" herab, sprich: Löschen weil man nicht argumentieren kann, will, Lust hat oder sonst vom Sponsor oder Chef eins auf den Deckel bekommt.
Wie sich bisher immer wieder gezeigt hat gibt es hier genug Leute die jeglichen Schund der kommt mit sinnvollen und schlagenden Gegenargumenten zurückzuweisen können und dies auch -nolens volens- tun, wenn er nicht sowieso die festgelegten Richtlinien übertritt und deshalb berechtigterweise gelöscht wird.


Ich hab im Radio gehört es soll auch in anderen Provinzen Angriffe von bewaffneten Gruppen gegeben haben. Hab ich vorhin kurz CNN gschaut und die sprechen nun auch deutlich von ethnisch motivierten Übergriffen auf Eigentum von Zugewanderten bzw. von sinnlosen Zerstörungen und zeigen davon Bilder.

Während in Österreichs Zeitungen immer noch von sich gegen Unterdrückung wehrenden Tiebetern und bösen Chinesen gesprochen wird, hat selbst CNN scheinbar schon aufgehört, da so etwas hineinzuinterpretieren.....
Wer das Video, das hw hier verlinkt hat, anschaut kann leicht erkennen um was es sich in Wirklichkeit handelt.


  Kommentar zum Artikel von hw:
Donnerstag, 20.03.2008 - 19:57

Nachdem ich mich erdreistet hab, im studiVZ (ja ich weiß ) eine Gruppe mit Namen "Free Tibet?! - Tibet wurde 1951" befreit zu gründen, bekomm ich täglich Nettigkeiten wie zugesandt. Hier das absolute Highlight, das ich deshalb hier ins Forum stelle, weil meine Verwunderung ob solcher Absurditäten nun wirklich keine Grenzen mehr kennt und ich Euch an diesem Schmankerl teilhaben lassen wollte:

"sagt dir der staat birma etwas?die menschen leben in purer armut und sind auf platz 9 auf der liste der glücklichsten menschen der welt.warum?weil sie sich mit dem zufrieden geben, was sie haben.
genauso wars bei den tibetern.bis die chinesen kamen. heute sind sie eine minderheit, die dem alkohol verfällt, die arbeitslos ist, weil die jobs den chinesen, die zu millionen nach tibet geschickt wurden, vorbehalten sind.
und von wegen friedlich.ich habe meine facharbeit über das thema damals geschrieben und - abgesehen von unendlich vielen unberechtigten gefängnisstrafen - wurden etliche mönche getötet und den frauen wurden baby aus dem bach operiert bzw. rausgeprügelt, ihnen wurden geschlechtsorgane entfernt um zu verhindern,dass sie überhaupt nochmal kinder kriegen können!
die tibeter haben sich ja dazu bereit erklärt, sich in das reich eingliedern zu lassen, wenn ihnen eine gewisse autonomie gewährt würde.was den machthungrigen parteioberen aber nicht ausreichte. was du da mit deiner gruppe verzapfst ist eine frechheit und widert mich an."



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