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unofficial world wide web avantgarde
24.09.2015, 13:40 Uhr
EDIT: retmarut
24.09.2015, 13:42 Uhr
Nutzer / in
retmarut

• Offenbar Übereinkunft zwischen FARC und RegierungMich wundert ein wenig die Überschwenglichkeit, mit der diese Meldung auf Redglobe und Portal ALBA gebracht wird. Schließlich ist dies nicht der erste Versuch eines Friedensabkommens, das dann kurze Zeit später vom kolumbianischen Militär konterkariert wurde, indem gezielte Liquidierungsoperationen gegen Einheiten und Führungskräfte der FARC, aber auch legale Parteien und Bewegungen durchgeführt wurden.
Ich rate dazu, auf dem Teppich zu bleiben und abzuwarten, was die reale Umsetzung betrifft. Auch das Verhalten der jetzigen bzw. kommenden US-Regierung dürfte da noch abzuwarten sein, schließlich ist Kolumbien deren Partner Nummer 1 in der Destabilisierung Venezuelas.

redglobe:
»Der Frieden ist da!«: Comandante Timochenko und Präsident Santos reichen sich die Hände
24. September 2015

Historischer Händedruck: Juan Manuel Santos, Raúl Castro und Comandante Timochenko.

In Havanna haben die Verhandlungsdelegationen der FARC-Guerilla und der kolumbianischen Guerilla einen Durchbruch erzielt. Am Mittwochabend (Ortszeit) reichten sich in der kubanischen Hauptstadt Havanna Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos und der oberste Befehlshaber der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens, Comandante Timochenko alias Timoleón Jiménez, die Hand. Zuvor hatten sie ein Abkommen zur juristischen Aufarbeitung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs in dem südamerikanischen Land unterzeichnet.

Es war das erste Mal seit Aufnahme der Verhandlungen im November 2012, dass sich die obersten Köpfe der beiden Konfliktparteien direkt trafen. Santos hatte Stunden zuvor angekündigt, bei seiner Reise zur UN-Vollversammlung in New York Station in Havanna zu machen. Kurz darauf bestätigte die Guerilla: »Der Frieden ist da. Timoleón Jiménez ist in Havanna eingetroffen. Wir sind dem Frieden verpflichtet.«

Beide Seiten vereinbarten, dass in spätestens sechs Monaten, am 23. März 2016, das abschließende Friedensabkommen zwischen beiden Seiten unterzeichnet werden soll. »Es fehlen noch einige schwierige Punkte, aber wir beenden bereits einen 60 Jahre langen Krieg, den einzigen und längsten auf unserem Kontinent«, erklärte Santos. Ausdrücklich erkannte Santos die Bereitschaft der FARC-EP zu diesem Schritt an: »Wir marschieren jetzt in die gleiche Richtung, in die edelste: zum Frieden.« Die Guerilla habe sich verpflichtet, zwei Monate nach Abschluss des Friedensabkommens die Waffen niederzulegen.

Im Gegenzug soll der kolumbianische Staat die »größtmögliche Amnestie« für politische Delikte erlassen. Ausgenommen davon bleiben Verbrechen wie Morde, Entführungen und Vergewaltigungen sowie schwere Kriegsverbrechen. Dazu wird eine Sonderjustiz eingerichtet, die aber nicht nur gegen die Guerilla, sondern auch gegen Staat und Militär ermitteln soll. Dabei werden die kolumbianischen Richter durch eine beschränkte Zahl ausländischer Juristen unterstützt.

Ausdrücklich dankte Santos dem kubanischen Präsidenten Raúl Castro für die von Kuba geleistete Vermittlungsarbeit und die Gastfreundschaft, sowie den Regierungen Norwegens, Venezuelas und Chiles für ihre Unterstützung bei der schwierigen Suche nach einer Friedenslösung.

Die Regierung und die FARC hatten in den vergangenen Monaten bereits Einzelabkommen zu Fragen der Agrarpolitik, der politischen Eingliederung der Guerilla sowie über den Kampf gegen den Drogenhandel unterzeichnet. Geklärt werden muss noch, wie das erzielte Friedensabkommen endgültig ratifiziert werden soll. Während sich Bogotá für ein Referendum ausgesprochen hat, schlagen die FARC eine Verfassunggebende Versammlung vor.
24.09.2015, 22:27 Uhr
Nutzer / in
Rainer

Offenbar Übereinkunft zwischen FARC und RegierungDas steht ja daß sie zwei Monate nach Friedensschluß die Waffen niederlegen wollen. Nicht abgeben , das ist ein erheblicher Unterschied
25.09.2015, 08:02 Uhr
Nutzer / in
retmarut

Offenbar Übereinkunft zwischen FARC und RegierungWie und ob in der vertraglichen Übereinkunft, diese Dinge in diesem Sinne geregelt sind, bleibt abzuwarten, zumal ja die Details noch gar nicht ausgearbeitet sind, wie dem Artikel zu entnehmen ist. Was die Presse draus macht, ist üblicherweise nicht das, was letztlich im Vertrag steht. Und dann gibt es abschließend auch noch die jeweilige Deutung der beiden Verhandlungsparteien, die sich auch in der Regel nicht decken.

Vielleicht ist es ein Durchbruch, vielleicht nur eine kurzzeitige Etappe, vielleicht auch eine windige Luftnummer als Vorbereitung einer neuerlichen Militäroperation - warten wirs ab.
01.04.2016, 20:37 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

Offenbar Übereinkunft zwischen FARC und RegierungZu den Haken & Ösen eines solchen Übereinkommens steht seit 28. März auf amerika21 ein Artikel von Hector Perla m.d.T. Fünf Lektionen aus Zentralamerika für den kolumbianischen Friedensprozess. Wenn Kolumbien nicht aus den Erfahrungen Zentralamerikas lernt, wird es im Sumpf aus struktureller Armut, Gewalt und Korruption versinken, hier:
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Regierung von Kolumbien und ELN beginnen Friedensgespräche von Eva Haule seit gestern ebd., hier:
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