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    Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (1)
      [1 pic,1 file] begonnen von retmarut am 09.03.2014
         
    09.03.2014, 15:36 Uhr
    EDIT: retmarut
    09.03.2014, 17:01 Uhr
    Communarde
    retmarut
    Am 07.03. fand in Göttingen eine Kundgebung, organisiert von der hiesigen SDAJ statt, um gegen den Putsch in der Ukraine und für Solidarität mit verfolgten Antifaschisten zu demonstrieren. Neben einem Beitrag der SDAJ gabe es auch einen der DKP sowie der VVN-BdA, außerdem wurde die Erklärung der Roten Hilfe verlesen und verteilt.
    Es nahmen etwa 60 Personen als Zuhörer an der Kundgebung teil, neben den beteiligten Gruppen einige Leute aus dem autonomen Antifa-Spektrum sowie aus Solid und SAV.
    Wie schon bei den Protesten gegen den Syrienkrieg zeigt sich erneut, dass weite Teile der linken und antifaschistischen Bewegung sich dieser Proteste verweigern, teils weil sie völlig indifferent sind, teils weil sie die Propaganda der bürgerlichen Presse schlucken und wiederkäuen, teils weil sie nur noch um ihre kleinen Ein-Punkt-Themen kreisen.

    Daher war der Gedanke, ein paar deutsch- und englischsprachige Texte aus ganz unterschiedlichen linken Kreisen hier im Forum zu sammeln und zur Verfügung zu stellen. Nicht weil mensch deren jeweilige Analysen alle teilen muss, sondern um zu sehen, wie sie die Situation beschreiben bzw. gar analysieren. Das ermöglicht vielleicht, alternative Anknüpfungspunkte zu geben, um diesen Gruppen unsere kommunistische Sicht näherzubringen.

    Texte der KPU sind hier bereits veröffentlicht worden, auf diese sei an dieser Stelle verwiesen Link ...jetzt anmelden!

    Anbei aktuellere Texte aus dem Spektrum Jungle World (Ute Weinmann) und AK sowie ein Interview aus dem Lower Class Magazine:

    Langfristig profitiert die radikale Rechte (AK, 18.02.2014) Link ...jetzt anmelden!
    Rechts, links, Maidan ... (Jungle World, 30.01.2014) Link ...jetzt anmelden!
    Iron Maidan (Jungle World, 06.02.2014) Link ...jetzt anmelden!
    "Die Linke ist nicht vertreten" (Jungle World, 09.01.2014) Link ...jetzt anmelden!
    "Der Widerstand wächst auch" (Lower Class Magazine, 04.03.2014) Link ...jetzt anmelden!

    Die unterstützenswerte Kampagne der Roten Hilfe findet sich hier:
    Solidaritätskampagne der Roten Hilfe (01.03.2014) Link ...jetzt anmelden!

    Hier die Positionen der DKP sowie der SDAJ:
    Imperialismus live. Stellungnahme der SDAJ zur Ukraine (25.02.2014) Link ...jetzt anmelden!
    Die Ukraine: Ein Staatsstreich und seine Perspektiven (Willi Gerns in der UZ, 25.02.2014) Link ...jetzt anmelden!

    Position von gfp:
    Kiewer Zwischenbilanz (gpf, 04.03.2014) Link ...jetzt anmelden!
    Kiewer Eskalationsstrategie (gfp, 06.03.2014) Link ...jetzt anmelden!
    Die Restauration der Oligarchen (gfp, 07.03.2014) Link ...jetzt anmelden!
    09.03.2014, 15:58 Uhr
    Re: Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine

    Communarde
    MARFA
    Danke für diese Linksammlung!!

    viele Grüße, Marfa
    09.03.2014, 17:02 Uhr
    Re: Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine

    EDIT: retmarut
    09.03.2014, 19:12 Uhr
    Communarde
    retmarut
    [Edit: Irgendwie waren das wohl zu viele Links auf einmal. Am Schluss wurden zwei Links abgeschnitten bzw. irgendwie verschwurbelt. Die ergänze ich hiermit.]

    Die Beiträge in der jW (jW-Beitragssammlung zur Ukraine Link ...jetzt anmelden!) setze ich mal als bekannt voraus und verlinke sie nicht einzeln. Besonders lesenswert in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach:
    Faschistische Hegemonie (Thomas Eipeldauer, jW 08.03.2014) Link ...jetzt anmelden!

    Stellungnahme der SAV:
    Ukraine-Krise: Weder Brüssel noch Moskau (SAV, 07.03.2014) Link ...jetzt anmelden!


    Und noch ganz aktuell von Susann Witt-Stahl in der jW:

    Jagd auf Linke (jW, 10.03.2014) Link ...jetzt anmelden!
    10.03.2014, 16:55 Uhr
    Re: Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine

    Communarde
    FPeregrin
    Zur Kundgebung in Göttingen: Anwesend war auch die Kommunistische Plattform der "PDL". Nur damit das nicht vergessen wird!
    11.03.2014, 23:37 Uhr
    Re: Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine

    Communarde
    arktika
    Liebe GenossInnen,
    ich habe - schon am 10.3. - über den Verteiler der Volksbücherei-International eine Mail bekommen, in der auf einen (zugegebenermaßen z. T. etwas sehr salopp formulierten) Artikel zu wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen des ukrainischen Putsches verwiesen wird. Ich fand ihn ganz interessant. Man weiß es ja immer so ungefähr, aber da wird es anhand einer Figur mal etwas aufgedröselt.
    Wen's genauer interessiert, hier der Link:

    Link ...jetzt anmelden!

    RG
    arktika
    12.03.2014, 00:13 Uhr
    Re: Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine

    Communarde
    retmarut
    Die heutige Kabarett-Sendung "Die Anstalt" war das mit Abstand Kritischste im deutschen Fernsehen, das ich zum Putsch in der Ukraine gehört habe. Wer's verpasst haben sollte, sollte die Sendung in den nächsten Tagen mal in der ZDF Mediathek anschauen. (Wird vermutlich auch demnächst auf 3-Sat wiederholt.)

    Hier noch ein paar Texte zur Ukraine:
    Ein "Nachtrag" in den Nachdenkseiten vom 24.02.2014 Link ...jetzt anmelden! u.a. zur Lage in der Ukraine. Dort wird u.a. dokumentiert, dass die USA in der Ukraine schon im Jahr 2012 ganz offiziell knapp 60 Organisationen in der Ukraine "gefördert" haben, mit einer Gesamtsumme von 3,5 Mio. USD. Jetzt nach dem Putsch hat die USA dort 5 Mrd. USD reingepumpt.
    Leider geht die Bundesregierung (und dort v.a. die Parteistiftungen und staatsnahen Stiftungen) mit ihrer Förderpolitik in der Ukraine nicht so offen um, mir liegen jedenfalls keine Zahlen vor.
    (Die Nachdenkseiten, so mein Eindruck der letzten Jahre, werfen stets einen kritischen Blick auf die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Allerdings scheint mir die Rolle des deutschen Imperialismus dort oftmals zu unterbelichtet. Mag an der grundsätzlich linkssozialdemokratischen Ausrichtung der Nachdenkseiten liegen. Aber als Ergänzung zu Seiten wie z.B. gfp durchaus sinnvoll ab und an reinzusurfen.)
    Unter dem angegebenen Link wird auch ein Interview mit der argentinischen Schriftstellerin Stella Calloni dokumentiert, die darin (in Bezug auf Venezuela) erklärt: "Wenn Menschen in Europa faschistischen Terror mit legitimen Protest gleichsetzen, dann liegt das auch daran, daß sie von den großen Medien systematisch desinformiert werden. Linke sollten die Propagandalügen aber eigentlich durchschauen. Für uns ist eines klar: Wer faschistischen Putschisten applaudiert, gehört nicht zur linken Bewegung."
    Und weiter in Bezug auf die Ukraine sagt sie im Interview: "In Europa feiern viele, daß dort [in der Ukraine] de facto Faschisten durch einem Staatsstreich mit an die Macht gelangen. Das muß man sich vorstellen: Die jüdische Bevölkerung in der Ukraine muß um ihre Sicherheit und Unversehrtheit fürchten, und ausgerechnet in Deutschland wird der Grund dafür bejubelt!"

    So klare Positionen kann mensch sich von der deutschen Linken in ihrer ganzen Breite nicht mal erträumen. Durchaus lesenswertes Interview (auch wenn - aus lateinamerikanischem Blickwinkel durchaus verständlich - der US-Imperialismus im Vordergrund steht).

    "Konfrontative Kooperation" (Beitrag von Jörg Kronauer in der jW, hier gespiegelt auf der DKP-Seite) Link ...jetzt anmelden! wie immer sehr lesenswert und erkenntnisfördernd.

    Auf den Nachdenkseiten ist übrigens auch das geleakte Telefonat von Nuland mit Pyatt Link ...jetzt anmelden!(US-Botschafter in der Ukraine) aus dem Februar in deutscher Übersetzung zu lesen. [Text auf der Seite etwas runterscrollen, ist die Anlage 1.] Im Nachhinein übrigens ganz interessant zu lesen, wie die USA dort in Konkurrenz zu Deutschland beim Aufbau einer orangenen Regierung agiert. Und hier in der BRD wurde das Ganze mit der geheuchelten Empörung um das "Fuck EU" inszeniert, statt die eigentlichen Inhalte zu thematisieren.

    "Bilder des Kalten Krieges" Link ...jetzt anmelden! (gfp, 12.03.2014)
    12.03.2014, 00:42 Uhr
    Re: Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine

    Communarde
    retmarut
    Durch Zufall bin ich auf ein Interview auf Telepolis mit Peter Scholl-Latour vom 09.03.2014 Link ...jetzt anmelden! (muss mensch nicht lesen) gestoßen. Der alte konservative, kolonialistische Knochen feiert ja heuer seinen 90sten Geburtstag. Im Gegensatz zu vielen anderen aber hat das alte Fossil weiterhin einen ungetrübten, analytischen Blick, auch wenn ich seinen reaktionär-gaullistischen und völlig unverblümt eurozentrisch-kolonialistischen Blickwinkel, der in seinen Büchern wie ein roter Faden zu finden ist, extrem abstoßend finde.

    "1929 veröffentlichte der spanische Philosoph José Ortega y Gasset sein berühmtes Werk "Der Aufstand der Massen". Leben wir heute in einem Zeitalter der Massen?

    Peter Scholl-Latour: Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung.

    Inwiefern?

    Peter Scholl-Latour: Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt. Ähnliches fand und findet ja bezüglich Syrien und anderen Krisenherden statt.

    Halten Sie die Entwicklung für gefährlich?

    Peter Scholl-Latour: Ja, vor allem auch für die EU. Ich frage mich, was sich die EU von einer Annäherung der Ukraine erhofft. In Brüssel sollte man sich besser auf eine Konzentration und Konsolidierung ausrichten, statt die Ausweitung nach Osten voranzutreiben. Schon mit der Aufnahme Rumäniens und Bulgariens haben sich die Kommissare in Brüssel übernommen. Käme nun noch die Republik von Kiew hinzu, wo von den Tataren die Wurzeln des heutigen Russlands gelegt wurden und die Bekehrung zum Christentum stattfand, dann würde das aufgeblähte Territorium der fragilen Europäischen Union bis rund dreihundert Kilometer an jenes Schlachtfeld heranrücken, das unter dem Namen Stalingrad berühmt wurde. Haben die Deutschen jedes Gespür für die Tragik der eigenen Geschichte verloren?"

    Ich sag mal: Scholl-Latour spricht klassisch "französisch", also gegen die deutsche Expansionspolitik und für ein west- und mitteleuropäisches Kerneuropa mit starkem französischen Anker.
    12.03.2014, 08:28 Uhr
    Re: Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine

    Communarde
    retmarut
    Krim verbietet nationalistische Partei „Swoboda“ und „Rechten Sektor“ Link ...jetzt anmelden! (RIA Novosti, 11.03.2014)
    12.03.2014, 15:03 Uhr
    Re: Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine

    Communarde
    retmarut
    Ein ganz guter Kurzbericht der BBC vom 28.02.2014 über die faschistische Bewegung in Kiew Link ...jetzt anmelden! Das Öffentlich-Rechtliche in UK bringt so was, in Deutschland sind solche Berichte deutlich Mangelware. In dem Bericht gibt es auch ein Interview mit einem Führer der C14 in der gestürmten KPU-Parteizentrale, wo die Faschisten ihr Hauptquartier eingerichtet haben.

    Der NDR kratzt mit seinem Panorama-Bericht Link ...jetzt anmelden! nur an der Oberfläche.

    Argument Kalaschnikow (Susann Witt-Stahl, Hintergrund, 04.03.2014) Link ...jetzt anmelden!

    Der Ausverkauf beginnt (Thomas Eipeldauer, Hintergrund, 05.03.2014) Link ...jetzt anmelden!
    12.03.2014, 16:04 Uhr
    Re: Textsammlung zur faschistischen Bewegung in der Ukraine

    Communarde
    retmarut
    Und noch ein lustiges Schmankerl am Rande: Die polnische Rechte kriegt sich in die Wolle bzgl. ihrer Haltung zur Putschistenregierung in Kiew. Link ...jetzt anmelden! Bisher waren die rechten Parteien (insb. PiS und PO) einhellig für den "Euromaidan". Doch die offen antipolnische, nationalchauvinistische Pogromhaltung von Swoboda und Co. gibt mittlerweile einigen zu denken. Andere fürchten gar eine grundsätzliche, langandauernde Destabilisierung der Ukraine, was auch die polnische Sicherheit und die polnische Wirtschaft bedrohe. - Tja so buntscheckig sind sie, die inneren Widersprüche im konservativ-liberalen-nationalistischen Lager; letztlich geht's trotz allen Sonntagsreden doch nur um die Wurst.
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