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Ilf-Petrow LESEN!
  begonnen von joe123 am 18.12.2014  | 2 Antworten
18.12.2014, 20:55 Uhr
EDIT: joe123
07.01.2015, 05:06 Uhr
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joe123

• Ilf-Petrow LESEN! Die sowjetischen Satiriker Ilf und Petrow wurden jüngst bei Eichborn üppig neuaufgelegt – man meint dort wie im Bürgerfeuilleton, es mit "Regimekritikern" der Sowjetunion zu tun zu haben. Auch wenn ihnen kaum aus dieser "Denk"-Sackgasse zu helfen ist, versucht sich eine Rezension zum weidlich berühmten "12 Stühle" dran, die ich hier einzustellen erlaube.

Vorher aber noch Leseempfehlungen meinerseits: Am spritzigsten und zugleich politisch interessantesten scheint mir "Das goldene Kalb" (in der Übersetzung von Thomas Reschke besser als in der von [edit: F.C.Weiskopf]). Bei etwas Geduld können die "12 Stühle" auch vorgeschoben werden. Beide sind auch mehrfach verfilmt. Feinsinniger und epischer die Reisereportage "Das einstöckige Amerika" – eine Auftragsarbeit für die Prawda von 1935/36. Ein Band "Beziehungen sind alles – Feuilletons, Skizzen" schwirrt antiquarisch gut rum. Und in einem Spektrum-Heft "Der Polyp – sowjetische Satiren und Grotesken" gibts zwei Kurzgeschichten, die ich bei Gelegenheit gern hier einstellen will.

Sonst gern alles, was sich sonst von denen in die Finger kriegen lässt (ich fürcht allerdings, auf deutsch wars das schon ...).
18.12.2014, 21:03 Uhr
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joe123

Ilf-Petrow LESEN! Link ...jetzt anmelden!

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Die Entdeckung des heiteren Realismus im sowjetischen Schelmenroman

Die Urszene des kleinbürgerlichen Russland, das übrig geblieben war, nachdem die Oktoberrevolution das aristokratische Russland abgeschafft hatte, ist der Standesbeamte Ippolit Worobjaninow in der beschaulichen Kreisstadt N., der auf seinem täglichen Arbeitsweg über die staubige Hauptstraße zwei Bestattungsinstitute passiert und täglich zwei mal angesprochen wird: “Wie geht es denn Ihrer Frau Schwiegermutter, wenn die Nachfrage erlaubt ist?” – “Hm, tja.” – “Nu ja, gebe Gott ihre Gesundheit. Man hat’s sonst schon schwer genug, hol’s der Teufel!”

Diese dem Leben genauestens abgelauschte Urszene eröffnet das Romandebüt “12 Stühle” (1928) vom Autorenduo Ilf-Petrow. In ihr konzentriert sich bei aller Verschmitztheit auch alle endlich liebevoll gewendete Verachtung des Alt-Überkommenen, die den Übergang der Sowjetliteratur von kampfeifernder Selbstversicherung der Revolution zu einem selbsthistorisierenden und schließlich heiteren Realismus markiert. Die Kleinbürger rebellieren nicht mehr gegen die rote Ordnung? Willkommen dann im Gesellschaftsportrait des neuen Russland der Revolution, “die sich ständig selbst kritisiert” (Marx). Die Sargbauer der Kreisstadt N. arrivieren neuerdings leidlich und können also von Ilf-Petrow zur neuerlichen Begrüßung in der Literatur mit Kübeln eines Spotts bedacht werden, der nur um so genauer trifft, je weniger er noch ätzen muss.

Die Jagd nach dem diamantenen Glück

12 Stühle – einer birgt den Familienschmuck der ehrwürdigen Aristokratenfamilie Petuchow, die sich nach der Oktoberrevolution von Lebensmittelkarten (und dem Kriegskommunismus vorenthaltenen Speckreserven und Devisen) ernähren muss. “Sie haben uns alles genommen”, klagt 1928 auf dem Sterbebett Klawdija Petuchowa, freilich ohne nachzufragen, wohin das Genommene gegangen sei, denn der Schlund der Kommune ist dem altrussischen Grundrentier finsteres Einerlei. Darum auch hat Schwiegermutter Klawdija vorsorglich und heimlich, allen Umsturz vorauswitternd, in Klunkern angelegt und Familienschmuck zum Schätzwert von 70.000 Rubeln in einen von 12 Nussbaum-Stühlen eingenäht, die das ehemalige Stadthaus des Schwiegersohns in Stargorod vor der Revolution zierten. Klawdija flüstert ihr Geheimnis dem Schwiegersohn und Antihelden Worobjew (in dem Roman gibt es ausschließlich Antihelden, davon aber gleich ein Dutzend) vom Sterbebett aus zu. Doch auch dem Dorfpopen, der auch schon bessere, nämlich vorrevolutionäre Zeiten erlebt hat, beichtet sie – schon ergibt sich die Konkurrenz-Konstellation, die den abenteuerlichen Reiseroman über eine rasante Jagd nach diamantenem Glück in jeder folgenden Zeile fest trägt.

Leben ohne zu arbeiten – diesem in den 12 Stühlen vergegenständlichten Traum jagen alsbald nicht mehr nur Schwiegersohn und Pope nach. Auftritt “der große Kombinator” Ostap Bender, die schillerndste Figur des Romans, unverdrießlich gewitzter Gauner und Gentleman. Von Worobjew für Schmutzarbeiten zur Erlangung der Stühle herangezogen, die von der Kommune beschlagnahmt und in alle Welt zerstreut sind, wird Ostap alsbald dritte Partei im Wettlauf ums individuelle Glück. Seine gaunerhandwerklichen und menschlichen Qualitäten geben viel reflektierendes Räsonnement zur Handlung, die durch die ganze Sowjetunion führt und über deren Ausgang nur so viel verraten sei, dass Ostap Bender im Folgeroman “Das goldene Kalb oder Die Jagd nach der Million” (1931) die noch ehrgeizigere und noch schalkhaftere Hauptperson stellt – wie überhaupt alle Elemente und Effekte der “12 Stühle” im “Goldenen Kalb” noch erheblich gesteigert und zugespitzt sind.

Glücksritter unterm Sowjetstern

Die äußerste Gesellschaftlichkeit der Ilf-Petrowschen Satire wird durch das groteske Medium einer “negativen Apologie der Sowjetmacht” garantiert, in der kein einziger Musterprolet auftreten muss, um die Hinfälligkeit und doch auch Berechtigung individualistisch beschränkter Glücksträume „zu entlarven”. In den Romancharakteren von Ilf-Petrow fließt schmierige, krämerhafte Gier so umstandslos mit Menschlichkeit, Lebensweisheit und Spuren von Individualität (im Falle Ostaps sehr ausgeprägten!) zusammen, dass unwillkürlich die Sehnsucht nach Verhältnissen aufgerufen wird, in denen die Schatzjäger ihr Glück nicht länger gegen das Glück der anderen sicherstellen müssen. Die Spannung der “12 Stühle” beruht auch darauf, dass fraglich scheint, ob es überhaupt eine Jägerpartei gibt, der man die Brillanten mehr gönnt als den staatlichen Altersheimen und Klubhäusern, in denen die Kommune die Stuhlgarnituren der Zarenzeit verfeiert. Weil die Leserinnen und Leser ihre heillosen Antihelden bald lieben lernen, wünschen sie ihnen nicht nur Erfolg bei ihrer Schatzsuche, sondern auch dereinst eine Welt, die es den Antihelden ermöglichte, sich endlich als Helden zu verwirklichen, eine Welt mithin, in der die Liebe zum Reichtum auf die Füße des Gesellschaftlichen statt der vereinzelnden, existenzialen, gar blutrünstigen Leidenschaften der Privateigentümer gestellt wäre.

Mehrerlei Verfilmungen der „12 Stühle“

Das Sujet zu den “12 Stühlen” stammt Ilf-Petrow zufolge mitsamt seinen gesellschaftskritischen Implikationen von ihrem Kollegen Valentin Katajew. Die durchheiterte, ja spritzige Ausmalung der glasklaren Fabel der “12 Stühle”, mit der sich Ilf-Petrow vom gelegentlichen Zeitschriften-Feuilleton zur (Schelmen-)Romanform herauf-emanzipierten und damit die über Michail Bulgakow hinaus klassische sowjetische Satire zu schmieden vermochten, inspirierte ein gutes Duzend Dramatisierungen und Verfilmungen. Auch die Nazis vergriffen sich an dem Stoff: Der “Vergnügungsfilm” “13 Stühle” von 1938 amputiert die gesellschaftskritische Dimension der uneingestandenen Vorlage so radikal, dass er noch den Standard einer guten Boulevardkomödie deutsch-biederlich unterschreitet. Filmfreunden sei auch daher eher Mel Brooks’ “12 Stühle” von 1970 empfohlen, worin nicht vor dem sowjetischen Handlungsort zurückgeschreckt wird.

„12 Stühle“ auf dem Scheiterhaufen der Nazis

Ilja Ilf wurde von den Nazis als Jude betrachtet. Doch nicht jedes deutschsprachig erschienene Werk von sowjetischen Bürgern jüdischer Nationalität wurde 1933 verbrannt. Niemand unterstelle den Nazis kulturpolitische Fahrlässigkeit. “12 Stühle” ist nicht etwa nur ein heiterer, eiferfreier Lobgesang auf die Sowjetmacht, sondern auch lebendige Schilderung individueller, individualistischer, gar anarchistischer Regungen in ihr. Der seit 1929 in mehreren deutschsprachigen Ausgaben erschienene Roman musste den Nazis daher dreifach “zersetzerisch” erscheinen: als Vermittlung von 1. Freigeisterei und 2. Kommune durch 3. jüdische Autoren.

Zur Rezeption von Ilf-Petrow nach 1945

Wenn in der Bundesrepublik Deutschland immer noch an der Wiederaneignung der von den Nazis Gebrandmarkten laboriert wird, ist das schade genug und ein weiteres Dokument für die langfristigen Folgen der Naziverbrechen. Die Romane von Ilf-Petrow erschienen, anders als manch andere Werke, nach 1945, vor allem dank schweizerischer und DDR-Initiativen, zahlreich. Aktuell ediert der Eichborn Verlag Ilf-Petrow ausgiebig in seiner großzügig ausgestatteten, allerdings recht exklusiven “anderen Bibliothek”. Dabei spreizen sich die Editoren, als hätten sie den Mond entdeckt und nicht einen längst fälligen Anschluss an internationale Standards vollzogen: Man will bei Eichborn u.a. entdeckt haben, dass in der DDR mit ihren Dutzenden Ausgaben der “12 Stühle” und des “Goldenden Kalbs”, zahlreichen erstveröffentlichten Kurzgeschichten sowie einem Sammelband “Beziehungen sind alles” nicht immer der exakte Wortlaut der russischen Ausgaben wiedergegeben sei. Wenn verständliche Marketingnöte („erstmals vollständig erschienen!“ etc.) in die Unterstellung münden, als würden die hie von den Nazis verbrannten und dorten von der DDR gekürzten Werke Ilf-Petrows endlich wiederentdeckt, spricht daraus statt eines konkreten Bedürfnisses nach Wiederaneignung des von den Nazis Verpönten und Verbrannten eher die dunkel motivierte Lust auf Oppositionsstoff aus der Sowjetunion – ein Rezeptionsfokus, der sich dann doch recht eigentümlich von Leben und Werk Ilf-Petrows entfernt hat. Von diesen wenigen garstigen und selbstherrlichen Kommentaren abgesehen ist die Ilf-Petrow-Lektüre natürlich auch in den besonders schicken Eichborn-Editionen – ein einziges, einzigartiges Vergnügen.

von Hans Hellbach
18.12.2014, 21:09 Uhr
Nutzer / in
joe123

Ilf-Petrow LESEN! Leseproben-Filetstück aus "Das goldene Kalb oder Die Jagd nach der Million" (1930)



Die Fahrt auf der Ostmagistrale bereitete dem großen Kombinator viel Freude. Jede Stunde brachte ihn dem nördlichen Gleisbaustädtchen näher, wo sich Korejko aufhielt. Auch die Fahrgäste des Sonderzugs gefielen Ostap. Es waren junge Leute, fidel, ohne die bürokratische Verblödung seiner Bekannten vom »Herkules«. Zum vollständigen Glück fehlte ihm lediglich Geld. Die gestifteten Lebensmittel hatte er aufgegessen, und für den Speisewagen hätte er barer Mittel bedurft. Anfangs hatte er sich, wenn seine neuen Freunde ihn zum Mittagessen mitlotsen wollten, mit mangelndem Appetit herausgeredet, doch bald sah er ein, daß es so nicht weiterging. Er begann Uchudschanski zu beobachten, der tagelang am Gangfenster stand und die Telegraphenstangen sowie die Vögelchen, die von den Drähten flogen, betrachtete, wobei ein satirisches Lächeln seine Lippen kräuselte. Er legte den Kopf in den Nacken und flüsterte den Vögeln zu: »Ihr flattert? Gut, gut.« Ostap dehnte seine Neugier sogar auf Uchudschanskis Artikel »Die Arbeit der Verkaufsstellenbeiräte verbessern« aus, den er sich zu Gemüte führte. Danach musterte er den wunderlichen Journalisten von Kopf bis Fuß und lächelte hintergründig, als er das wohlbekannte Jagdfieber spürte. Er schloß sich in seinem Abteil ein.
Drei Stunden später kam er wieder heraus, in der Hand ein großes Blatt Papier mit vielen Rubriken wie ein Fragebogen.
»Sie schreiben? Gut, gut«, sagte Uchudschanski lasch.
»Speziell für Sie«, antwortete der große Kombinator. »Mir ist aufgefallen, daß Sie sich die ganze Zeit in schöpferischen Qualen zerfleischen. Schreiben ist natürlich sehr schwer. Ich als alter Leitartikler und Ihr Mitbruder in der Feder kann das bestätigen. Aber ich habe ein Hilfsmittel erfunden, das einen von der Notwendigkeit befreit, zu warten, bis die schweißige Woge der Erleuchtung heranbrandet. Bitte. Schauen Sie es sich an.«
Ostap reichte Uchudschanski das Blatt, auf welchem geschrieben stand:

PRAKTISCHE ANLEITUNG

Unentbehrlich für die Abfassung von Jubiläumsartikeln, Feiertagsfeuilletons,
aber auch von Festgedichten, Oden und Lobgesängen

1. Abteilung. Wörterbuch

SUBSTANTIVE
1. Rufe
2. Werktätige
3. Morgenröte
4. Leben
5. Leuchtturm
6. Fehler
7. Banner (Fahne)
8. Baal
9. Moloch
10. Lakai
11. Stunde
12. Feind
13. Voranschreiten
14. Woge
15. Sand
16. Galopp
17. Roß
18. Herz
19. Vergangenheit

ADJEKTIVE
1. Imperialistisch
2. Kapitalistisch
3. Historisch
4. Letzte
5. Industriell
6. Stählern
7. Eisern

VERBEN
1. Lodern
2. Aufwirbeln
3. Entlarven
4. Rot leuchten
5. Aufsteigen
6. Vollziehen
7. Singen
8. Verleumden
9. Zähneknirschen
10. Drohen

KÜNSTL. EPITHETA
1. Erbittert
2. Zähneknirschend

SONSTIGE SATZTEILE
1. Neunte
2. Zwölfte
3. Und wenn!
4. Möge!
5. Vorwärts!

(Interjektionen, Präpositionen, Konjunktionen, Kommata, Dreipünktchen, Ausrufungszeichen, Gänsefüßchen usw.)
Anmerkung: Kommata werden gesetzt vor »daß«, »welcher« und »wenn«. Dreipünktchen, Ausrufungszeichen und Gänsefüßchen wo nur irgend möglich.


2. Abteilung. Künstlerischer Teil
(Abgefaßt aus Wörtern der 1. Abteilung)

§ 1. Leitartikel
Die neunte Woge

Die Ostmagistrale ist ein eisernes Roß, welches, in stählernem Galopp den Sand der Vergangenheit aufwirbelnd, das historische Voranschreiten vollzieht, entlarvend das Zähneknirschen des verleumderischen Feindes, auf den sich schon die neunte Woge wirft, drohend mit der zwölften Stunde, der letzten für die Lakaien des imperialistischen Molochs, dieses kapitalistischen Baals; doch ungeachtet aller Fehler mögen sie rot leuchten und aufsteigen, die Banner, am Leuchtturm der Industrialisierung, welcher lodert unter den Rufen der Werktätigen, deren Herzen singen in der Morgenröte des neuen Lebens: Vorwärts!

§ 2. Künstl. Feuilletonskizze
Möge!

Vorwärts!
Er lodert unter den Rufen der Werktätigen ...
Er zeigt die Morgenröte des neuen Lebens ...
Der Leuchtturm!
Industrialisierung!
Mögen noch einzelne Fehler auftreten. Und wenn! Dafür leuchten sie rot ... steigen auf ... diese Banner! Diese Fahnen!
Und wenn sie wüten, der Baal des Kapitalismus, der Moloch des Imperialismus! Mögen sie!
Aber zu den Lakaien wird schon aufgewirbelt: »Die letzte Woge!«
»Die neunte Stunde!«
»Der zwölfte Baal!«
Mögen sie verleumden. Mögen sie mit den Zähnen knirschen. Möge er sich entlarven, der erbitterte Feind.
Es vollzieht sich das historische Voranschreiten. Der Sand der Vergangenheit wird aufgewirbelt im Galopp des Stahls.
Das ist das »eiserne Roß«! Das ist:
Die Ost-
die -magistrale!
Die Herzen singen.

§ 3. Künstl. Gedicht
a) Der dreizehnte Baal

Es singen die Herzen im Donner der Tage,
Der Leuchtturm im Morgenrot bebt,
Das industrielle Lichtergeflimmer –
Trotz feindlichen Knirschens – es lebt!

Das eiserne Roß, das stets vorwärts droht,
Vollzieht der Geschichte Galopp.
Die Banner des Volkes, sie lodern rot,
Für sie heißt es niemals – stop!

Das stählerne Banner, es steigt nun auf,
Die neunte Woge singt überall,
Es vollzieht sich die zwölfte, die letzte Stunde
Für dich, du Moloch – Baal!

b) Östliche Variante

Es blüht der Urjuk im Donner der Tage,
Im Morgenrot bebt der Kischlak,
Und zwischen Aryks und breiten Alleen
Spazierengeht der Ischak.

Asiatische Ornamente
1. Urjuk (Aprikosen)
2. Aryk (Kanal)
3. Ischak (Esel)
4. Plow (Speise)
5. Bei (böser Mensch)
6. Basmatsch (böser Mensch)
7. Schakal (Tier)
8. Kischlak (Dorf)
9. Piala (Tasse)
10. Medresse (geistliches Institut)
11. Itschigi (Schuhwerk)
12. Scheitan (Teufel)
13. Arba (Fuhrwerk)
14. Scheitan-Arba (Eisenbahn in Mittelasien)
15. Ich, du nix verstehn } (Ausdrücke)
16. Ganz bißchen }

Ergänzung
Mit Hilfe des Materials aus der 1. Abteilung werden nach den Methoden der 2. Abteilung ferner abgefaßt: Romane, Novellen, Poeme in Prosa, Erzählungen, Alltagsskizzen, künstl. Reportagen, Lokalberichte, Epopöen, Bühnenstücke, Politübersichten, politische Pfänderspiele, Radiooratorien usw.

Nachdem Uchudschanski sich mit dem Inhalt des Dokuments vertraut gemacht hatte, kam Leben in seine trüben Augen. Er, der sich bislang mit Berichten von Tagungen begnügt hatte, sah plötzlich funkelnde stilistische Höhen vor sich.
»Und das Ganze kostet nur fünfundzwanzig Tugriks, fünfundzwanzig mongolische Rubel«, sagte ungeduldig der große Kombinator, der nagenden Hunger hatte. »Mongolische hab ich nicht«, sagte der Mitarbeiter der Gewerkschaftspostille, der die praktische Anleitung nicht mehr aus der Hand gab.
Ostap willigte ein, gewöhnliche Rubel zu nehmen, und bat Gargantua, den er bereits »Gevatter und Wohltäter« nannte, in den Speisewagen. Man brachte ihm eine von Eis quecksilbrig funkelnde Karaffe Wodka, Salat und eine Bulette, groß und schwer wie ein Hufeisen. Nach dem Wodka, der im Kopf des großen Kombinators einen leichten Wirbel erzeugte, teilte er seinem Gevatter und Wohltäter vertraulich mit, er hoffe im nördlichen Gleisbaustädtchen einen Mann zu finden, der ihm ein bescheidenes Sümmchen schulde. Danach werde er alle Zeitungsleute zu einem Gastmahl einladen. Gargantua antwortete mit einer langen überzeugenden Rede, in der wie üblich kein Wort zu verstehen war. Ostap ließ den Büfettier kommen, befragte ihn, ob er Sekt führe, und wenn ja, wieviel Flaschen, und was überdies an Delikatessen vorhanden sei und in welchen Mengen; alle diese Auskünfte benötige er, weil er in zwei Tagen seinen Mitbrüdern in der Feder ein Bankett auszurichten gedenke. Der Büfettier versicherte, es werde nach Möglichkeiten alles getan.
»Entsprechend die Gesetze der Gastfreundschaft«, fügte er hinzu.
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