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Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD?
  [16 votes][8 pics] begonnen von Hennes am 09.02.2018
  Seite: 123  
NEUER BEITRAG14.02.2018, 02:49 Uhr
Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD?

EDIT: FPeregrin2
14.02.2018, 02:57 Uhr
Communarde
FPeregrin2
Wer einen ungefähren Eindruck der Abmessungen es der SPD drohenden "Durch-den-medialen-Wolf-gedreht-werden" haben will, sollte sich die Feldmarkierungen folgender bürgerlichen Laberwissenschaftler-Einschätzung ansehen, die gestern unter dem menetekalartigen Titel Wenig Führungskompetenz auf Spektrum veröffentlicht wurde (Interview mit: "Roman Trötschel ist Professor für Sozial- und Organisationspsychologie an der Leuphana-Universität Lüneburg. I Unter anderem erforscht er kognitive Prozesse und Wertkonflikte bei Verhandlungen."):
Link ...jetzt anmelden!

Die Zwischenüberschriften besitzen SOPN-Vorlagen-Qualität:
- "Wer so agiert in so wichtigen Verhandlungen, der besitzt wenig Führungskompetenz"
- "Die Abstimmung über die Regierungsbeteiligung allein innerhalb der SPD bedroht das Demokratieverständnis bei jedem Einzelnen von uns"
- "Viele Menschen in unserem Land empfinden ein starkes Bedürfnis nach basisdemokratischen Entscheidungen"

Überflüssiges PS:

מנא ,מנא ,תקל ,ופרסין

(Bißchen hohles Bildungsgeklingel muß sein!)

"So aber lautet die Schrift, die dort geschrieben steht: Mene mene tekel u-parsin. / Und sie bedeutet dies: Mene, das ist, Gott hat dein Königtum gezählt und beendet. / Tekel, das ist, man hat dich auf der Waage gewogen und zu leicht befunden. / Peres, das ist, dein Reich ist zerteilt und den Medern und Persern gegeben." (Daniel 5 / 25-28)
NEUER BEITRAG14.02.2018, 11:40 Uhr
Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD?

EDIT: retmarut
14.02.2018, 12:16 Uhr
Communarde
retmarut
Zu viel der Ehre, den Schulz mit vorderasiatischer Geschichte in Verbindung zu bringen. Bei Schulz brauchte es keinerlei numinose Hand, die ein (akkadisches? vielleicht auch aramäisches? nobody knows ...) Sprüchlein an die Wand malte, das nur der Mutigste vor dem König ausdeuten wollte. Ihm war die Niederlage seit Herbst deutlich ins Gesicht geschrieben.

Seit den Landtagswahlen Ende 2017 war klar, dass er als Parteivorsitzender angeschlagen ist und die SPD grobe taktische Fehler macht. Dann die Klatsche zur BTW, jetzt der unrühmliche Abgang bzgl. seines Ministerpostenanspruchs. Und dazu das weinerliche Gejammer auf seiner letzten Pressekonferenz als Parteivorsitzender. Selbstmitleid als Abgesang ...

Schulz hat die Bühnenrolle, die für ihn geschrieben wurde (Messias für die geschundene SPD-Seele, Retter der Enterbten etc.), schlicht nicht glaubhaft ausfüllen können. Stattdessen hat er sich durch seine wankelmütig-widersprüchlichen Aussagen immer mehr im eigenen Lügennetz verstrickt, in welchem er seinen letzten Funken Glaubwürdigkeit verspielt hat. Die Gier des eigenen Egos nach einem Ministeramt hat ihm dann endgültig den Hals gebrochen. (Und ich vermute, dass da einige im SPD-Vorstand im Hintergrund fleißig mit an der Grube gegraben haben.)

Am schwersten mag vielleicht sogar wiegen, dass ihm am Ende noch ein abgehalfterter Verlierertyp wie Gabriel den finalen Schlag ins Kontor gab. Schneller Aufstieg, tiefer Fall, vermutlich eine der bisher kürzesten Amtszeiten eines SPD-Vorsitzenden.

Naja, zumindest bleibt er uns als Bundestagsabgeordneter erhalten. Vielleicht traut er sich ja im Plenarsaal mal zu einer Brandrede gegen Gauland und Co., wie weiland gegen Berlusconi im EU-Parlament, mit der er öffentlich bekannt wurde. Da hatte er Größe und politisch-mediales Geschick bewiesen.
NEUER BEITRAG14.02.2018, 11:43 Uhr
Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD?

Communarde
retmarut
Menetekel ... hier aus SPON 13.02.2018:
JPG-Datei • 112 KB • 850×592 px • Bild öffnen von retmarut (14.02.18 - 11:43)
NEUER BEITRAG14.02.2018, 11:55 Uhr
Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD?

Communarde
retmarut
SPD liegt bei Forsa derzeit bei 17%, bei INSA bei 16,5%.
Nach beiden Prognosen hätten die GroKo-Parteien momentan zusammen 48% (Forsa) bzw. 46% (INSA).

Nicht nur der Schulzzug, sondern auch die Union sind derzeit auf Sinkflug. (Leider wird in den Prognosen nicht zwischen CDU und CSU differenziert. Würde mich ja mal interessieren, ob die CSU nach dem Abräumen beim Koalitionsbingo zugelegt hat zugunsten ihrer großen Schwester oder ob sie ebenfalls im Fallen begriffen ist.)
NEUER BEITRAG14.02.2018, 17:02 Uhr
Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD?

Communarde
FPeregrin2
@retmarut: Neeneenee, das mene mene tekel u-parsin hatte ich nicht auf diesen Schulz-Würselen bezogen, sondern auf die SPD selbst. SPON, FORSA; INSA etc. bestätigen das ja gerade. Wir werden sehen,wer die Perser und die Meder sein werden, die das Reich der SPD erben. Daß es abschlagsfrei und automatisch einem kommunistischen Zirkelwesen zugeht, wir hier wohl niemand zu hoffen wagen, oder!
NEUER BEITRAG14.02.2018, 17:30 Uhr
Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD?

Communarde
retmarut
Meder und Perser hatte auch nicht gar so lange etwas davon.
NEUER BEITRAG14.02.2018, 17:41 Uhr
Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD?

Communarde
FPeregrin2
Tausend Jahre sind ja auch leicht kürzer als man denkt ...
NEUER BEITRAG14.02.2018, 23:35 Uhr
Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD?

Communarde
retmarut
@FPeregrin: You made my day!

539 v.u.Z. - 330 v.u.Z. sind neuerdings tausend Jahre? Das wäre mal eine ganz kreative Sichtweise.

Aber mal back to SPD: Wer die SPD "beerbt", wenn es mal so weit sein sollte, ist doch überhaupt nicht ausgemacht, sondern hängt von den konkreten Bedingungen ab, die dann herrschen.
Bei Dir klopft aber immer gleich ein bzw. der Duce an. Als sei das jetzt die wahrscheinlichste oder gar einzige Option.

Außerdem ist die SPD überhaupt noch nicht tot; bei Dir wird hier schon das Fell verteilt, obwohl der Bär noch leibt und lebt.
Zur Info: Die SPD ist derzeit immer noch die zweitstärkste Partei in diesem Land und mit weiterhin fester Verankerung in der Gewerkschaftsbewegung.
NEUER BEITRAG15.02.2018, 04:26 Uhr
Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD?

Communarde
Stephan
Vielleicht sollte man ergänzen, dass der Coup, Andrea Nahles zur "kommissarischen" Parteivorsitzende zu machen, sehr, sehr kreativ mit den selbstgefaßten Regularien umgeht.
Im derzeit gültigen Parteistatut (§24) steht zwar einiges über Vorsitzende und Interimslösungen im Falle eines Rückzuges, nichts aber über Ernennungen urch den Vorgänger. Wozu gibt es stellvertretende Parteivorsitzende, notfalls könnte auch die Generalsekretärin (das ist nicht mehr Andrea N.) von diesen für diese Übergangsperiode bestimmt werden.
Könnte man darüber lachen, ist aber ein weiterer Schritt in die Zerrüttung der Parteistrukturen. Quasi ein Stinkefinger des Vorstandes gegenüber der mit "Wählt-unsere-Groko" angeschleimten Mitgliederschar.
Herr Schulz beweist erneut sein umfassendes taktisches Geschick, das Dilemma anzusteuern: Verstoß gegen Parteistatut vs. Beschädigung seiner Lieblingskandidatin.
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