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"Industrie 4.0": Die technische Seite...
  begonnen von Martin Krauthobel, Rolf Fürst am 08.10.2017
08.10.2017, 08:00 Uhr
Communarde
Martin Krauthobel, Rolf Fürst
GAST
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Diskussion zum Artikel:
"Industrie 4.0": Die technische Seite...
...der Phrase von der "vierten industriellen Revolution"

von Martin Krauthobel, Rolf Fürst (08.10.2017)
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In der KAZ 359 wurden die historischen und polit-ökonomischen Fragen der Diskussion „Industrie 4.0“ aufgezeigt2, wird neben der technischen Betrachtung auch auf den Stand und die Lage der Arbeiterklasse hierzulande eingegangen. Was wäre nicht alles möglich, ja wenn nicht ...Zunächst einmal sind viele Bilder, die mit der „Industrie 4.0“ kursieren, reizvoll und faszinierend, es sind teils wunderbare Bilder der Produktivkraftentwicklung. Marxisten b... [ ...mehr lesen?]
08.10.2017, 21:03 Uhr
Re: "Industrie 4.0": Die technische Seite...

Communarde
Hennes
"Doch die Produktivkräfte bewegen sich in diesem System aufgrund der Konkurrenz und des Individualismus im Kreis. Sie stoßen immer wieder an die Grenzen des Machbaren."

Thats the point. Vielen Dank für den super Artikel!
15.10.2017, 00:20 Uhr
Re: "Industrie 4.0": Die technische Seite...

Communarde
Hi Noor
GAST
Soweit so interessant und die perspektivische Einschätzung Teile ich. Aber :

"Im Verhältnis zu herkömmlichen Spritz- und Gussproduktionsverfahren ist der 3D-Druck (noch) wesentlich langsamer und eben nicht massentauglich... Alle diese erweiterten Möglichkeiten haben aber eben auch Grenzen, Metall ist schwieriger zu verarbeiten als Kunststoff, in bestimmten Verfahren benötigte Verarbeitungstemperaturen sind nicht erreichbar. 3 D-Drucker werden nicht die Massenproduktion ersetzen:"

Das ist nur eine Frage der Zeit. Mittlerweile lassen sich bereits Turbinen für Flugzeuge, die nun extremsten Belastungen ausgesetzt sind, im 3d-Druckverfahren herstellen

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15.10.2017, 14:11 Uhr
"Industrie 4.0": Die technische Seite...

Communarde
retmarut
Von meiner Seite ebenfalls Dank für den wie immer lesenswerten KAZ-Artikel.

"3 D-Drucker werden nicht die Massenproduktion ersetzen:"

Diese Aussage sehe ich auch eher kritisch. Sobald der 3D-Druck preiswerter wird, damit auf breiter industrieller Ebene implementiert wird und mit der sog. Industrie 4.0 verknüpft wird, wird er der bisherigen industriellen Fließbandproduktion größere Marktsegmente abnehmen. Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Lohnkosten, weniger Transportwege, weniger Zulieferketten, nahe am Endverbraucher, aber eben auch das Abdecken von bisherigen Randbereichen der Produktion (Spezialanfertigungen sowie personalisierte Produktion kleinerer Stückzahlen). Das Repertoire dessen, was schon heute mit 3D-Technik hergestellt werden kann (Kunststoff, Metall, Verbundstoffe, Beton, biozellurares Material), wird sich in den kommenden Jahren noch rasant erweitern und verfeinern.

Das wird selbstverständlich (wie immer bei Fortschritten ím Produktivbereich) auch zum Wegfall einiger bisheriger Berufsfelder führen sowie zur Einsparung von Personal im Produktionsbereich.

Z.B. wird der 3D-Betondruck, der derzeit gerade aus den Kinderschuhen herauswächst, in den kommenden Jahren die Baubranche völlig umkrempeln.

Auch in der Metallindustrie wird günstigerer 3D-Metalldruck insb. die Zulieferbetriebe aufmischen, insb. wenn die Verarbeitung von neuen Verbundstoffen damit verknüpft wird.

Wirklich spannend wird es, wenn solche Druckersysteme enger aneinandergekoppelt werden, so dass ganze automatisierte Produktionsketten in Kundennähe eingerichtet werden können. In zwanzig Jahren wird das sicher Standard sein.

Wie jeder Produktivitätssprung bietet auch 3D-Druck viele neue Chancen und Möglichkeiten, aber eben auch Arbeitsplatzverlust (Einsparung menschlicher Arbeit) und Verlierer am Markt. Insbesondere in den Schwellenländern und unterentwickelten Staaten wird diese Technik zu enormen Umbrüchen führen. Schwellenländer laufen Gefahr abgehängt zu werden, haben aber auch die Chance, den bisherigen Marktführern größere Anteile abzunehmen und aufzusteigen. Anders bei unterentwickelten Staaten, die von billiger Lohnarbeit abhängig sind und sich meist einen Einstieg in konkurrenzfähige 3D-Technik nicht werden leisten können. - Video killed the radio star.

Klar ist aber auch, dass solch ein Produktivitätssprung zu einem Fall der Profitrate in den klassischen Bereichen führen wird, da der Faktor menschliche Arbeitskraft zurückgefahren wird. Der Kapitalismus wird daher neue (bisher nicht lukrativ gewesene) Marktsegmente aufstoßen, um das abzufedern.

Wirklich spannend wird dann der nächste Schritt sein, wenn 3D-Drucktechnik auch im Bereich der eigentlichen Maschinenproduktion stärker Fuß fasst, also weitgehend automatisierte 3D-Druckfabriken Industriemaschinen herstellen. Das wäre dann auch für Rohstoffförderung und Industrieverarbeitung in eher menschenfeindlichen Gebieten (in den Ozeanen, aber insb. auch im erdnahen Weltraum) in wenigen Jahrzehnten interessant. Dies würde der Weltwirtschaft neue Anstöße geben.

Vom Replikator a la Startrek, der diverse organische und anorganische Stoffe parallel erzeugen kann, sind wir aber noch weit entfernt.

Größtes Menschheitsproblem bleibt, solange die Kernfusion noch nicht beherrscht wird, weiterhin die ungelöste Frage der Energieproduktion. Bei quasi kostenloser Energie verbunden mit solchen 3D-Druckern wären die materiellen Bedingungen für eine höhere soziale Gesellschaftsstufe massiv ausgebaut. Bleibt weiterhin die Frage des subjektiven Klassenbewusstseins und der damit einhergehenden antagonistischen Organisierung. Denn auch auf dieser materiellen Basis wird einem vom Klassengegner nichts geschenkt, tritt die Bourgeoisie nicht freiwillig als Klasse ab, sondern nur durch revolutionäre Umwälzung von unten. Wir als Kommunisten werden durch 3D-Drucktechnik zumindest nicht obsolet, sondern weiterhin gebraucht.
15.10.2017, 20:02 Uhr
"Industrie 4.0": Die technische Seite...

Communarde
Lars
Der Artikel versucht doch sehr klar zu differenzieren zwischen stattfindenden und zu erwartenden quantitativen Veränderungen einerseits und heißer Luft andererseits. Insofern ist doch der Satz "3-D-Druck wird die Massenproduktion nicht ersetzen" eindeutig und nachvollziehbar. Flugzeuge und Industriemaschinen sind keine Massenprodukte. Aber auch hier wird die Produktion nicht in Kürze auf Modellbau umgestellt.