DE
       
 
0
unofficial world wide web avantgarde
NEUES THEMA06.09.2019, 19:28 Uhr
Nutzer / in
mischa

• Gegen Rheinmetall Zufahrtswege »immer wieder dicht«: Aktivisten blockieren Rheinmetall

Rund 300 Aktivist*innen blockieren Zufahrtsstraßen zu Rheinmetallgelände in der Lüneburger Heide.

Mehrere Hundert linke Aktivist*innen haben am Donnerstag und Freitag die Zugänge zum Rheinmetall-Waffentestgelände in Unterlüß bei Celle blockiert. Dabei kam es zu mehreren Sitzblockaden der rund 300 Demonstrant*innen. Andere Aktive aus dem Umfeld des »Rheinmetall entwaffnen«-Camps von Antimilitarist*innen in der Lüneberger Heide bauten auf Zufahrtswegen Barrikaden aus Ästen. Weitere Aktivist*innen errichteten am Donnerstag und Freitag zudem mehrere sogenannte Tripods aus dreieckig aufgestellten Baumstämmen, die in mehreren Meter Höhe zusammengebunden sind. Sie blockierten so mehr als zwei Meter über der Straße sitzend außerhalb der Reichweite einfacher Polizist*innen.

»Super-Stimmung bei der Blockade der Hauptzufahrt« meldeten die Aktivist*innen am Freitagmittag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Immer wieder räumten einzelne Polizeigruppen dabei am Donnerstag und Freitag Blockaden, darauf bildeten sich offenbar mehrmals neue Personengruppen, die Wege und Straßen besetzten. Wie auf Bildern auf Twitter zu sehen ist, versuchten mehrere Mitarbeiter*innen des Rüstungskonzerns zum Werk zu gelangen, einige kehrten laut Aktivistenangaben um. Es gäbe vier Blockaden, alle Zufahrtswege seien blockiert, berichteten Aktivist*innen am Donnerstagmittag. Am Freitagmorgen twitterte die »Interventionistische Linke«: »Kein Schichtwechsel möglich. Wir sitzen hier genau richtig«.

Durch die Blockade seien zunächst der Schichtwechsel zur Frühschicht sowie An- und Auslieferungen zur und von der Fabrik unterbrochen worden, erklärte ein Sprecher der Initiative »Rheinmetall entwaffnen« gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd): »Wir haben die Rheinmetall-Rüstungsproduktion für einen weiteren Tag lahmgelegt.« Am Nachmittag dauerte die Protestaktion an. Die Polizei sprach von insgesamt vier Blockaden rund um das Werksgelände mit insgesamt etwa 200 Teilnehmern. Die Proteste seien weitgehend ohne Zwischenfälle verlaufen, sagte Polizeisprecher Christian Riebrandt der epd. Aktivist*innen sprechen dagegen im Internet von Verletzten durch den Polizeieinsatz.

Das Erprobungszentrum Unterlüß (EZU) von Rheinmetall zählt mit seinen 50 Quadratkilometern zu Europas größten Herstellungs- und Versuchsgebieten für Waffen. Auf der Rheinmetall-Homepage wird den Kund*innen »kompetente Beratung bei der Versuchsführungsplanung, Durchführung der Versuche sowie Analyse und Auswertung der Versuchsergebnisse« garantiert. »Hierfür stehen eine Reihe modernster Anlagen und Feuerstellungen zur Verfügung«, umwirbt Rheinmetall Interessent*innen aus aller Welt.

Schon am Donnerstag hatten sich einzelne Aktivist*innen auf einer Zufahrtsstraße mit einer Konstruktion aneinandergekettet. »Rheinmetall ist einer der größten Waffen- und Kriegsgerät-Fabrikanten der Welt und Deutschlands größter Waffenexporteur« schrieben sie. Der Konzern sei »Profiteur von Krieg, Grenzabschottung und Flucht«. Auch der LINKE-Bundestagsabgeordnete Victor Perli erklärte auf Twitter, der Protest sei »wichtig«, weil Deutschland »zu den größten Waffenexporteuren der Welt« zähle. »Alle 14 Minuten stirbt ein Mensch durch Waffen aus Deutschland und Rheinmetall profitiert«, erklärte der Linkspartei-Politiker.

Rheinmetall leiste materielle Hilfe für die von Saudi-Arabien begangenen Kriegsverbrechen im Jemen und die völkerrechtswidrige Besatzung der türkischen Armee im nordsyrischen Kanton Afrin, begründeten die Aktivist*innen ihre Blockade. Das Unternehmen sei »mitverantwortlich für diese und viele weitere Kriegsverbrechen«. Mit der Gründung von Tochterunternehmen und Joint Ventures umgehe Rheinmetall bewusst Waffenexport-Regularien der Bundesregierung wie den aktuellen, bis Ende September geltenden Waffenexport-Stopp nach Saudi-Arabien.

Andere Aktivist*innen hatten am Donnerstag einen Gedenkstein für die NS-Zwangsarbeiter*innen von Rheinmetall errichtet. Im Außenlager Tannenberg des KZ Bergen-Belsen mussten zwischen 1944 und 1945 rund 900 osteuropäische Jüd*innen für den Rüstungskonzern arbeiten. Sie wurden kurz vor der Befreiung vom Nationalsozialismus ermordet. Die Aktivist*innen wollen noch bis Sonntag weitere Aktionen veranstalten. mwi/epd

(Q: Link ...jetzt anmelden!)
NEUER BEITRAG06.09.2019, 19:37 Uhr
Nutzer / in
mischa

• Hier gibt's was extra: mehr Debatten aus den www.secarts.org-Foren
Italien 1969: Strategie der Spannung
2
>>> Das Field manual 30-31 Das Pentagon ließ am 18. März 1970 – zur Orientierung des Geheimdienstausschusses des US-Rep...mehr FPeregrin 11.12.2019
FPeregrin 11.12.2019
Kriegführung mit Künstlicher Intelligenz
Ein neues Positionspapier aus dem Amt für Heeresentwicklung der Bundeswehr in Köln skizziert die Nutzung von Künstlicher Inte...mehr tolpatchow 24.10.2019
Rosa, die Sozialdemokratie und der Faschismus
Eine sehr interessanten historischen Artikel von Mauricio Escuela zu Rosa Luxemburg, der Sozialdemokratie und dem Faschismus ...mehr FPeregrin 18.06.2019
Chile, Oktober 2019
9
So geit't - amerika21 gestern: Diese Zahlen belegen die stille Revolution in Chile Umfrage zeigt massiven Niedergang de...mehr FPeregrin NEU 05.02.2020
FPeregrin 01.11.2019
FPeregrin 01.11.2019
Eu-Parlament verabschiedet antikommunistische Res..
6
FIR protestiert gegen alle Formen von staatlichem Geschichtsrevisionismus 13. Dezember 2019 Mit großer Sorge verfolgt ...mehr FPeregrin 13.12.2019
juventud87 27.09.2019
juventud87 27.09.2019