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NEUES THEMA01.09.2019, 02:27 Uhr
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RevLeft

• FARC-EP reaktiviert bewaffneten Kampf Erklärung der Bolivianischen Republik Venezuela:

Die Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela verfolgt in tiefer Sorge die jüngsten Ereignisse in der Republik Kolumbien, die eine bevorstehende Reaktivierung des bewaffneten Konflikts zwischen der Regierung dieses Landes und einer Gruppe der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) aufzeigen. Diese bedeuten das Scheitern des Friedensprozesses von Havanna, in den so viele Anstrengungen und so viele Hoffnungen der kolumbianischen Gesellschaft und der internationalen Gemeinschaft gesetzt worden sind.

Die öffentlich bekannten gezielten und willkürlichen Entscheidungen Iván Duques, die zu unverständlichen institutionellen Manövern geführt haben, waren weit davon entfernt, Vertrauen in das Friedensabkommen und juristische Sicherheit zu schaffen. Sie begründeten die Negation der vereinbarten notwendigen Garantien, verspotteten offen die erreichten Verpflichtungen und ermöglichten verschiedene Formen systematischer Menschenrechtsverletzungen, darunter Hunderte selektive Morde an früheren Kämpfern und sozialen Führungspersönlichkeiten.

Vor diesem Hintergrund ist es unerhört, dass Iván Duque in absolut dreister Weise versucht, seine ausschließliche Verantwortung für die geplante Demontage des Friedensprozesses und die Nichterfüllung der vom kolumbianischen Staat übernommenen und vor seinem Volk und der Welt unterzeichneten Verpflichtungen auf Drittstaaten und dritte Personen abzuschieben. Es ist notwendig, sich von dieser Haltung abzugrenzen, die nicht nur die Normalisierung des öffentlichen Lebens in Kolumbien in Gefahr bringt, sondern den Frieden und die regionale Sicherheit in Südamerika bedroht.

Die Bolivarische Regierung Venezuelas ruft die Protagonisten der Friedensabkommen auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um mehr Leiden für die Zivilbevölkerung zu vermeiden. In diesem Sinne führt Venezuela Konsultationen mit den übrigen Ländern durch, die Begleiter und Garanten des Friedensprozesses sind, um Sofortstrategien zu verfolgen, die die Wiederherstellung der Kontakte zwischen den Parteien ermöglichen.

Die Bolivarische Republik Venezuela wird immer dem Volk Kolumbiens zu Diensten sein, um bei der riesigen Herausforderung der Schaffung von Bedingungen zu kooperieren, die das Erreichen des wirklichen und dauerhaften Friedens erlauben, den die kolumbianische Gesellschaft nach Jahrzehnten des Blutvergießens, der Gewalt und des Schmerzes so sehr ersehnt und verdient hat.

Caracas, 30. August 2019


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#farc
#Venezuela
#Kolumbien
#Maduro
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NEUER BEITRAG01.09.2019, 02:29 Uhr
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RevLeft

FARC-EP reaktiviert bewaffneten Kampf Junge Welt hierzu (30.8.2019):

Verratener Frieden.
Kolumbien: FARC-Comandantes kündigen Rückkehr zum bewaffneten Kampf an. Regierung habe übernommene Verpflichtungen nicht erfüllt.

Das Video ist professionell inszeniert: Vor einem Transparent mit dem Logo der früheren Guerillaorganisation FARC-EP (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Armee des Volkes) stehen etwa zwei Dutzend uniformierte und bewaffnete Männer und Frauen...


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#farc
#Kolumbien
NEUER BEITRAG01.09.2019, 12:52 Uhr
Nutzer / in
retmarut

War leider alles vorhersehbar. Die FARC ist damals ein wenig blauäugig an diese Friedensgespräche gegangen; nur eine Minderheit der FARC hat damals schon davor gewarnt und die Waffen nicht abgegeben. Dass die rechte Regierung (und die Großgrundbesitzer mit ihren Killermilizen) wenig Interesse hatte, die Abmachungen einzuhalten und v.a. die FARC als Partei vor Übergriffen zu schützen, war doch von Anfang an klar. Und dass ein neuer Präsident sich noch viel weniger an den Vertrag von Havanna gebunden fühlte, war von Beginn an klar.
NEUER BEITRAG01.09.2019, 13:24 Uhr
Nutzer / in
Valparaiso

"War leider alles vorhersehbar"...

"war doch von Anfang an klar. "...

"war von Beginn an klar."...

Dir ist sehr viel klar. Das ist gut. Ob die Genossen nach Jahrzehnten des Kampfes da wirklich derart blauäugig hineingetaumelt sind oder ob es vielleicht doch ein oder zwei Gründe für Ihre Entscheidungen gab? Naja, du hast den Ausgang der Geschichte auf deiner Seite smiley
NEUER BEITRAG01.09.2019, 14:56 Uhr
EDIT: retmarut
01.09.2019, 14:58 Uhr
Nutzer / in
retmarut

Du suggerierst, das sei jetzt eine nachträgliche, naseweise Position von mir; dabei habe ich das von Beginn an so angemahnt und eingeschätzt. Und wenn ich mir aus dem fernen Deutschland so eine (wie sich zeigt richtige) Einschätzung anhand deutschsprachiger Artikel und Bücher zur Lage in Kolumbien erarbeiten kann, stellt sich doch die viel entscheidendere Frage, warum Teile der Guerilla (und das betrifft ja nicht nur die FARC, sondern auch die ELN) in Kolumbien, zu gänzlich anderen Einschätzungen gelangt sind. Das, was ich als "blauäugig" bezeichnet habe, scheint sich doch in allererster Linie aus falschen Hoffnungen sowie einer gehörigen Prise Hoffnungslosigkeit gespeist zu haben. Denn politisch befand man sich seit Jahrzehnten in einer gegenseitigen Pattsituation mit dem Militär und den Konterguerillas. Wenn man das jahrzehntelang machen muss, kommt es auch unter den linientreuesten Genossen irgendwann dazu, dass eine durchaus nachvollziehbare Sehnsucht entsteht, nach den jahrelangen Kämpfen und Entbehrungen auch endlich einmal ein normales Leben zu führen (Familie, Ausbildung, Friedenszeiten etc.). Wenn einem dann aus Kreisen des Gegners wohlklingende Angebote gemacht werden, wie vage sie auch sein mögen, führt das zu entsprechenden internen, lebhaften Diskussionen. Letztlich hat sich bei der FARC nach langen Debatten die Linie durchgesetzt, die diesen Versuch eingehen wollte, weil sie aus der bisherigen, vertrackten Lage heraus wollte.

Und mahnende Beispiele, dass eine legale kommunistische Bewegung in Kolumbien verfolgt und massakriert wird, gab es ja in der kolumbianischen Geschichte durchaus. So geschehen bereits bei der Unión Patriótica, die 1985 aus den Friedensverhandlungen zwischen der FARC und der damaligen Regierung unter Belisario Betancur entstanden war. Die Partei ist weiland systematisch durch Mordaktionen und Gewaltakte zerstört worden, ihr Spitzenkandidat zur Präsidentenwahl wurde während des Wahlkampfes 1990 ermordet. Man wusste also durchaus bei der FARC, was einen erwarten wird; trotzdem war die Hoffnung auf ein Happy End und einen von den Massen getragenen Wahlerfolg größer. - Der Wahlerfolg ist ausgeblieben, die extralegalen Hinrichtungen an Parteimitgliedern haben zugenommen, das Happy End ist ausgeblieben.

Die offizielle FARC-Partei wird, sollte sie (oder ein Teil von ihr) wieder zu den Waffen greifen, jetzt von einer deutlich schwächeren Position agieren müssen: Waffenbestände wurden unter internationaler Aufsicht abgegeben und vernichtet, Stützpunkte sind aufgegeben worden, Mitglieder und ihre Familien sind nun namentlich bekannt etc. Außerdem werden Regierung und Militär den wiederbewaffneten FARC-Einheiten vorwerfen, sie hätten verantwortungslos das Friedensabkommen gebrochen. Die Teile der FARC, die weiterhin legal arbeiten wollen, werden zudem noch heftigeren Attacken ausgesetzt sein.

Zur Solidarität gehört auch, schwere Fehler zu benennen.
NEUER BEITRAG02.09.2019, 09:37 Uhr
Nutzer / in
mmp1994

"dabei habe ich das von Beginn an so angemahnt und eingeschätzt... "

Da war retmarut in der Tat nicht alleine, solche Zweifel an diesem Friedensprozess hatten viele (ich inklusive).

"Zur Solidarität gehört auch, schwere Fehler zu benennen."

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