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unofficial world wide web avantgarde
08.12.2015, 11:46 Uhr
EDIT: arktika
16.06.2019, 20:26 Uhr
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arktika

• Mumia Abu-Jamal Mumia Abu-Jamal darf aussagen. Unter dieser Überschrift findet sich am 4.12. ein Artikel von Jürgen Heiser im Letzebuerger Vollek zum Prozeß von Mumia Abu-Jamal wg. dessen medizinischer Unterversorgung im Knast. Erstmals nach vielen Jahren wird Mumia in der Gerichtsverhandlung wieder öffentlich sprechen können.
Nach Jahren völliger Abgeschiedenheit wird der zu lebenslanger Haft verurteilte US-amerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal am 18. Dezember zum ersten Mal wieder in einer Gerichtsverhandlung öffentlich sprechen können. Wie die Tageszeitung »junge Welt« am Dienstagabend von Abu-Jamals Anwalt Robert Boyle aus New York erfuhr, hat die juristische Auseinandersetzung um die medizinische Versorgung seines Mandanten überraschend eine positive Wendung genommen.
Wenn Abu-Jamals Klage gegen Anstaltsleiter John Kerestes vom Staatsgefängnis Mahanoy in Pennsylvania nun vor Gericht verhandelt wird, sollen nicht mehr nur die Argumente seiner Anwälte gehört werden, wie es ursprünglich geplant war. Vielmehr ordnete Richter Robert D. Mariani vom Bundesbezirksgericht in Scranton im Bundesstaat Pennsylvania eine umfassende Beweiserhebung an. Das bedeutet, daß medizinische Sachverständige gehört und Zeugen vernommen werden, die verantwortlich sind für die medizinische Behandlung des politischen Gefangenen. Vor allem will Mariani den Kläger Abu-Jamal persönlich als Zeugen hören.

...
Ein positiver Nebeneffekt des Verfahrens ist, daß wenn das Urteil positiv ausfällt, dann auch die Chancen weiterer Gefangener auf medizinische Behandlung steigen:
Nach ihrem jüngsten Besuch bei Abu-Jamal bekräftigte Suzanne Ross, Sprecherin der New Yorker »Free Mumia Abu-Jamal Coalition«, in einem offenen Brief, das von der internationalen Solidaritätsbewegung unterstützte Klageverfahren zur Durchsetzung einer gezielten Hepatitis-C-Behandlung werde letztlich auch anderen Gefangenen zugute kommen. Insgesamt 10.000 Häftlinge seien allein in Pennsylvania an dieser Leberinfektion erkrankt. Sie könnten sofort geheilt werden, wenn die Gefängnisbehörde nicht argumentieren würde, sie seien »nicht krank genug, um dieses Medikament verschrieben zu bekommen«.

Der ganze Artikel unter
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Und da dann unter Internationale Politik suchen!

#mumiaabujamal
#wiederaufnahmeverfahren
#gesundheitszustand
#krankimknast
06.01.2016, 13:05 Uhr
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arktika

Mumia Abu-Jamal darf aussagen Zwischen dem 18. und 23. Dezember 2015 fanden 3 Verhandlungstage in dem Prozeß von Mumia gegen die Gefängnisbehörden wegen seiner nicht behandelten (und ihm lange verschwiegenen) Hepatitis statt, das Urteil soll Mitte Januar 2016 erfolgen.
Das berichtet die Soligruppe Free Mumia Berlin in einem Artikel auf scharf-links am 3. Jan., der, um einen allgemeineren, nicht explizit auf Mumia bezogenen Teil gekürzt, einen Tag später auch auf der DKP-Seite erschien: Aktuelle Meldungen über Mumia Abu-Jamal.
"...Der erste Tag lief aus Mumias Sicht hervorragend, da der vorsitzende Richter Mariani alle Versuche der Gefängnsbehörde abwies, das Verfahren wg. vermeintlicher Formfehler einzustellen. Er sagte klar und deutlich, dass der Inhalt (dieser Verhandlung) über die Form gehe. Am zweiten Tag kam es zu verschiedenen Expert*innen Anhörungen über Hepatitis-C und den Verlauf von Mumias Erkrankung, die nach dem Wissen der Gefängnisbehörde bereits bis ins Jahr 2012 zurückreicht, was Mumia allerdings erst vor wenigen Monaten erfuhr. Am dritten Verhandlungstag räumte die Anwältin der Gefängnisbehörde ein, ein Gutachten des medizinischen Beauftragten Noel aus der gleichen Behörde manipuliert zu haben, ..."
Es deutet also einiges auf einen Erfolg Mumias hin. Sollte das der Fall sein, so hat das Urteil weitere Auswirkungen: Sollte Mumia gewinnen, können sich alle 10.000 ebenfalls an Hepatitis-C erkrankten Gefangenen im Bundesstaat auf diesen Präzedenzfall berufen und ebenfalls eine Behandlung einfordern.

Der Text unter:
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411b42]

oder unter:
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16.06.2019, 19:57 Uhr
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arktika

Wiederaufnahmeverfahren für Mumia Nach 37 Jahren im Knast - davon den Großteil in der Todeszelle - sieht es endlich so aus, als ob er ein Wiederaufnahmeverfahren bekommt, vorausgesetzt, daß er lange genug überlebt. Nach dem unerwarteten Auffinden einiger interessanter Aktenordner sind seine Chancen für einen Freispruch vermutlich deutlich verbessert. Bereits im Dez. 2018 hatte der zuständige Richter Tucker ein neues Verfahren verfügt, wogegen die Staatsanwaltschaft Einspruch einlegen konnte. -Unmittelbar nach diesem Beschluß des Richters tauchten die Akten auf. - Der zuständige Staatsanwalt hat im April seinen Widerstand gegen ein neues Verfahren zurückgezogen.
Dazu ein langer Artikel in der jw schon vom 24. Jan. 2019 Ein Funken Hoffnung von Dave Lindorff unter
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und Staatsanwalt zieht Widerspruch gegen Mumias neues Verfahren zurück auf der UnterstützerInnenseite freiheit für mumia unter
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16.06.2019, 20:07 Uhr
EDIT: arktika
16.06.2019, 20:10 Uhr
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arktika

Mumia Abu-Jamal Hingegen bleibt Mumias Gesundheitszustand im Knast weiterhin gruselig. Bleibt er dort, droht ihm Erblindung - neben allen seinen anderen Leiden.
Aus der jW vom 5. Juni:
Mumia Abu-Jamal: Erblindung möglich
Pennsylvania. Ein in dieser Woche bekannt gewordenes medizinisches Gutachten bestätigt die Notwendigkeit einer sofortigen Entlassung des in den USA inhaftierten politischen Gefangenen Mumia Abu-Jamal. Dr. Joseph Harris hatte den Gefangenen am 27. Mai untersucht. Mumia leide an verschiedenen Erkrankungen der Augen. Wegen mehrerer Risikofaktoren sowie den Anforderungen seiner Arbeit als Journalist sei es fast sicher, dass Abu-Jamals Erkrankung weiter fortschreiten werde. Dies könne zu einer fast vollständigen Erblindung in zwei bis vier Jahren führen. Aufgrund der medizinischen Notwendigkeit werde Harris versuchen, in dieser Woche mit dem Bezirksstaatsanwalt zu sprechen, um eine sofortige Freilassung zu erwirken. Abu-Jamal habe ein weitreichendes Netzwerk benannt, das ihn in diesem Falle unterstützen würde. (jW)

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Ausführlicher informiert die oben schon genannte Solidaritätsseiten:
Kurzer aktueller Bericht über den Gesundheitszustand von Mumia Abu Jamal

"Wie eine Mulltuch über meinen Augen"
Mumias visuelle Einschränkung ist drastisch fortgeschritten

Ich habe Mumias Gesundheitsakten durchgesehen und ihn bei seiner monatlichen Untersuchung am 27. Mai 2019 gesehen.
Mumia leidet an verschiedenen Erkrankungen, unter anderem an Glaukom (Anmerkung Übersetzerin: auch grüner Star genannt), als auch an einem 'primär chronischen Offenwinkelglaukom' sowie auch an 'Glaskörperabhebug' (Anmerkung Übersetzerin: dabei löst sich im Auge der Glaskörper von der Netzhaut ab) und einer Linsentrübung des Auges (Katarakt).
Dies zusätzlich zur Leberzirrhose, Bluthochdruck, Diabetes (nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus) und Hepatitis C.
Der Patient berichtete, dass er im März und April nicht lesen konnte, obwohl es nun im klinischen Kontext in den letzten 3-4 Wochen besser wurde:

1. Mehrere ernste Risikofaktoren in der Familiengeschichte, Diabetes, schlecht kontrollierter Bluthochdruck, Leberzirrhose, sowie die Anforderungen seiner Arbeit als Journalist (kontinuierliches Lesen bei schlechter Beleuchtung) und der erhöhte Stress typisch f¨r Gefängnis-Alltag, es ist fast sicher, dass Mumia Abu-Jamal's Erkrankung weiter fortschreiten wird, das bis zu fast vollständiger Erblindung in 2-4 Jahren führen wird.

2. Sofortige Freilassung aufgrund medizinischer und Härtefall-Basis zu seiner Gemeinschaft und Familie für die Regelversorgung wäre die bewährte Methode in dieser Situation. Er hat ein weitreichendes Netzwerk benannt, das ihn im Falle seiner Freilassung unterstützen würde.

3. Wenn die Frage der öffentlichen Sicherheit gestellt wird, wäre ein Hausarrest eine akzeptable Alternative.

Ein umfassender Bericht wird folgen.
Der Patient Mumia Abu-Jamal hat seine Erlaubnis erteilt, seinen Fall öffentlich zu besprechen.
Ich werde persönlich versuchen, in dieser Woche den Bezirksstaatsanwalt zu besuchen, um diese medizinische Notwendigkeit mit ihm zu besprechen.

Viele Grüsse und in Frieden
Dr. med. Joseph Harris

unter
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NEUER BEITRAG22.07.2019, 09:26 Uhr
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arktika

"Blind wie ein Maulwurf" " Sie sind ja blind wie ein Maulwurf", das war die Reaktion eines Wärters, der Mumia begleitet hatte, als dieser endlich mal wieder bei einem Augenarzt war. Nachdem er lange verschwiegen hatte, wie schlecht es um seine Sehkraft schon bestellt ist.
Ausnahmsweise äußerte er sich am 8. Juli in seiner jW-Kolumne mal zu sich selbst und seiner aktuellen Situation:

Schwindendes Sehvermögen

Vor allem in den letzten Jahren fiel es mir nicht leicht, über mich selbst und meine Situation zu sprechen oder zu schreiben. Die Geschichten anderer Menschen schienen mir interessanter. Bis jetzt. Denn als ich vor ein paar Wochen über den Hauptkorridor des Knastes lief, bemerkte ich, dass ich nicht mehr in der Lage war, auch nur ein einziges der Gesichter der Flut von Mitgefangenen, die mir begegneten, scharf zu sehen. Zum ersten Mal begriff ich, wie miserabel mein Sehvermögen geworden war.

Zunächst sprach ich mit niemandem darüber. Nicht mit meinen Anwälten und nicht mit meiner Frau Wadiya. Ich ließ auch meine Unterstützerinnen und Unterstützer draußen nicht wissen, was los war. Selbst dem Arzt meines Vertrauens, dem New Yorker Internisten Dr. Joseph Harris, sagte ich zunächst nichts. Der Grund dafür war zum einen, dass ich dachte: Was können die schon machen? Zum anderen vermeiden es Gefangene generell, anderen Häftlingen von ihren Gebrechen zu erzählen. In dieser Männergesellschaft möchte niemand als schwach gelten.

Jedesmal, wenn ich Steroid-Augentropfen nahm, verschlechterte sich meine Sicht, wurde milchig, so als lege sich ein weißer Schleier über beide Augen. Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass ich praktisch blind geworden war. Ich konnte keine Zeitung mehr lesen, kein Buch, und ich konnte keine Gesichter mehr erkennen.

Als ich dann zu einer Untersuchung bei einem Augenarzt ausgeführt wurde, sagte der Wärter, der mich begleitete: »Verdammt, Jamal, Sie sind ja blind wie ein Maulwurf!« Das war seine spontane Reaktion auf den Sehtest, der ergeben hatte, dass ich keine der Buchstaben und Ziffern erkennen konnte, die mir gezeigt wurden. Seit ich die Augentropfen nicht mehr nehme, hat sich der milchige Schleier verflüchtigt, aber ich sehe mittlerweile so schlecht, dass ich unbedingt die Stimmen von Leuten hören muss, um sie wirklich zu erkennen – wie ein Blinder. Mein Sehvermögen schwindet mehr und mehr.


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NEUER BEITRAG22.07.2019, 09:34 Uhr
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arktika

Kaum noch Sehvermögen! Am folgenden Tag, dem 9. Juli gab es dann eine Schwerpunktseite zu Mumia:

Kampf um Augenlicht
Der politische Gefangene Mumia Abu-Jamal ist akut von Erblindung bedroht. Die nötige Operation wird hinausgezögert


von Jürgen Heiser

Am Tag vor dem nationalen Feiertag am 4. Juli standen die Telefone in zwei US-Behörden nicht still. Lawrence Krasner, Bezirksstaatsanwalt von Philadelphia, und Superintendentin Theresa A. Delbalso, Leiterin des Staatsgefängnisses Mahanoy in Frackville (Pennsylvania), wurden von zahlreichen Anruferinnen und Anrufern aufgefordert, sich für die sofortige Augenoperation des von Erblindung bedrohten, politischen Gefangenen Mumia Abu-Jamal einzusetzen. Die Telefonaktion geschah bewusst am 3. Juli, dem 37. Jahrestag der Verurteilung des heute 65jährigen Journalisten, Ex-Black-Panthers und Bürgerrechtlers, der seit 1981 unschuldig im Gefängnis sitzt. Im Sommer 1982 war er wegen Mordes an einem Polizisten, den er nie begangen hat, zum Tode verurteilt worden.

Bekanntermaßen ist Abu-Jamal seit Jahren schwer erkrankt. Das ist die Folge der jahrzehntelangen Haft, von der er bis zur Umwandlung des Todesurteils in lebenslange Haft fast 30 Jahre in der Isolation des Todestrakts verbringen musste. Unter den Bedingungen des »Slow Death«, des »langsamen Todes«, wie der politische Gefangene seine Haft ohne Chance zur Entlassung auf Bewährung nennt, schreitet die Zermürbung seines Körpers weiter fort.

In der gestrigen Ausgabe dieser Zeitung erschien die 965. seiner wöchentlichen Kolumnen in Folge. Darin beschrieb er, der sich selbst sonst zurücknimmt und seine Leserschaft am Leben und den Kämpfen anderer inner- und außerhalb der Gefängnisse teilhaben lässt, wie er den zunehmenden Verlust seiner Sehkraft erlebt. Mittlerweile sehe er so schlecht, dass er »unbedingt die Stimmen von Leuten hören muss, um sie wirklich zu erkennen – wie ein Blinder«.

Über diesen besorgniserregenden Gesundheitszustand ihres Korrespondenten hatte jW erstmals am 5. Juni 2019 berichtet. Drei Tage später nutzte der Hamburger Schauspieler und Gewerkschafter Rolf Becker seinen Auftritt auf der Berliner Künstlerkonferenz der Zeitschrift Melodie&Rhythmus dazu, auf die äußerst ernste Situation Abu-Jamals aufmerksam zu machen. Er verwies auf dessen Vertrauensarzt Dr. Joseph Harris, der in einem Gutachten die Notwendigkeit einer sofortigen Haftverschonung für den kranken Gefangenen hervorgehoben hatte, da insbesondere unter den Bedingungen der Haft seine »fast vollständige Erblindung in zwei bis vier Jahren« zu befürchten sei.

Eine »Stimme der Unterdrückten« sei »Mumia nicht nur in den Zellen der US-Gefängnisindustrie«, so Becker in seinem Plädoyer für den Kollegen und Mitstreiter, »sondern überall, wo Menschen ausgeschlossen sind von politischer und gesellschaftlicher Teilhabe, nicht nur in den USA«. Wenn er unter dem Verlust seines Augenlichts »in seiner Betonzelle weder lesen noch schreiben« könne, wie solle er dann noch »seine Kolumnen, die nicht nur in der jW, sondern weltweit verbreitet werden«, verfassen? Nicht nur den Unterdrückten, die öffentlich kein Gehör finden, würde seine Stimme fehlen. Das sahen auch die 300 Teilnehmer der Künstlerkonferenz so und schlossen sich der Forderung nach sofortiger Freilassung Abu-Jamals zur medizinischen Behandlung einhellig per Akklamation an.

Kurz darauf informierte Noelle Hanrahan vom Prison Radio Project aus San Francisco nach einem Besuch bei Abu-Jamal die Öffentlichkeit darüber, wie schwer dem Gefangenen inzwischen das Lesen falle. Seine Brille lindere die Beschwerden nicht, eine Lupe oder andere Lesehilfen habe er nicht. Dr. Courtney P. Rodgers, medizinischer Leiter der Krankenabteilung im Mahanoy-Gefängnis, habe zwar laut Hanrahan den Katarakteingriff an beiden Augen inzwischen genehmigt, jedoch erklärt, die Terminierung werde »ein paar Monate« dauern. Rodgers arbeitet für die Privatfirma Correct Care Solutions, der das US-Justizministerium die medizinische Versorgung in vielen US-Haftanstalten und Internierungslagern für Einwanderer übertragen hat. Die Vergabe der Termine unterliege »nicht seiner Kontrolle«, so der Arzt gegenüber Abu-Jamal.

Liberation News, Zeitung der »Party for Socialism and Liberation« (PSL), berichtete, nicht allein Abu-Jamal müsse »diese grausamen Angriffe auf die Gesundheit von alternden und kranken Menschen hinter Gefängnismauern ertragen«. Nach einer aktuellen Statistik des US-Justizministeriums seien mehr als 130.000 Häftlinge Senioren. Zwischen 1993 und 2013 sei die Zahl um 400 Prozent angestiegen. Überall im Land erlebten diese älteren Gefangenen »gegen Ende ihres Lebens eine qualvolle Zeit«, ohne eine Chance auf Entlassung aus »humanitären Gründen« zu bekommen, so die PSL.

Von Hanrahan nach seiner Meinung zu einer »Freilassung aus humanitären Gründen« befragt, habe Abu-Jamal geantwortet, er würde »jede Art von Freilassung begrüßen« und sei einverstanden, wenn die Öffentlichkeit sich an Dr. Rodgers wende, »um die Terminierung der Katarakt-OP zu beschleunigen«. Der baldige Eingriff sei notwendig, erklärte die Radiojournalistin, da Abu-Jamals drohende Erblindung jetzt noch »durch eine Operation effektiv« aufgehalten werden könne. »Nehmt euch wenigstens einen Moment Zeit, die Petition der ›Mobilization for Mumia‹ zu unterzeichnen«, forderte Hanrahan.

In den USA und immer mehr Ländern, von Mexiko bis Frankreich und der BRD, fordern deshalb Menschenrechtsorganisationen und Bündnisse der »Free Mumia«-Solidaritätsbewegung jetzt verstärkt eine sofortige Augenoperation. Rolf Becker kommentierte, wenn jetzt nicht gehandelt werde, dann ginge »das Mundtotmachen von Mumia seinem physischen Tod voraus«. Und der Gewerkschafter betonte gegenüber jW: »Es liegt an uns, dass er weiter schreiben und als Mensch für andere Menschen weiterleben kann. Free Mumia!«


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NEUER BEITRAG22.07.2019, 09:39 Uhr
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arktika

Hintergrund: Protestnote an den US-Botschafter in Paris

Der US-Journalist Mumia Abu-Jamal, der in Philadelphia als »Stimme der Unterdrückten« bekannt ist und sich unermüdlich für die Armen, Arbeiterinnen und Arbeiter und diskriminierten Minderheiten einsetzt, wird seit Jahrzehnten vom rassistischen Justizsystem in Pennsylvania in Haft gehalten. Weil die Behörden Mumia nicht hinrichten konnten, verurteilten sie ihn zum langsamen Sterben im Gefängnis, ohne ihm auch nur ein Mindestmaß der erforderlichen medizinischen Versorgung zukommen zu lassen.

Die Nationalkonferenz des PRCF (Pôle de Renaissance Communiste en France), die am 1. und 2. Juni 2019 in Paris tagte, bekräftigte einstimmig ihre humanitäre und politische Solidarität mit Mumia und drückte ihre Bewunderung für das unerschütterliche Beispiel von Entschlossenheit, internationalistischer Solidarität, unbezwingbarem Mut und unerschütterlicher Liebe zum Leben aus, die er jedem entgegenbringt, der wie er im finsteren Kerker sitzt.

Wir fordern Mumias bedingungslose Freilassung und sagen: Schande über die Herrschenden in den USA, die es wagen, sich unter dem Vorwand der »Menschenrechte« in die inneren Angelegenheiten anderer Länder wie Venezuela, Kuba, Irak, Iran, Nicaragua, Syrien, Afghanistan und die Koreanische Halbinsel einzumischen, während sie die antiimperialistischen Militanten im eigenen Land unmenschlich behandeln.

Pierre Pranchère, Vorsitzender der Internationalen Kommission der PRCF, Aymeric Monville und Daniel Antonini, Sekretäre, sowie Georges Gastaud, Generalsekretär, und Fadi Kassem, Vizegeneralsekretär


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NEUER BEITRAG22.07.2019, 09:46 Uhr
EDIT: arktika
22.07.2019, 15:09 Uhr
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arktika

Petition Mumia Am selben Tag auf selber Schwerpunktseite ist auch - in deutscher Übersetzung von Jürgen Heiser - eine Veröffentlichung einer

Petition des US-Bündnisses »Mobilization For Mumia«

Aufruf an Lawrence Krasner, Bezirksstaatsanwalt von Philadelphia, Thomas Wolf, Gouverneur von Pennsylvania, John Wetzel, Leiter der Gefängnisbehörde von Pennsylvania, Theresa A. Delbalso, Leiterin des Staatsgefängnisses SCI Mahanoy, und Dr. Courtney Rodgers, Leiter der Krankenabteilung des SCI Mahanoy

Mumia Abu-Jamals Sehvermögen hat sich rapide verschlechtert. Es wurde bestätigt, dass Mumia derzeit unter Bedingungen leidet, die sein Augenlicht ernsthaft bedrohen. Dazu gehören Glaukom (grüner Star), Glaskörperabhebung und Katarakte (grauer Star) an beiden Augen. Die drohende Erblindung gefährdet ernsthaft sein Leben, sein Wohlergehen und seine Arbeit als Journalist.

Ein externer Augenarzt empfiehlt chirurgische Eingriffe, um die Katarakte an beiden Augen zu entfernen, Anstaltsarzt Dr. Courtney Rodgers vom SCI Mahanoy verzögert allerdings die Terminabsprachen mit Mumias externem Augenarzt für die erforderlichen Untersuchungen und Operationen. […]

Solange er nicht behandelt wird, werden Mumias Sehnerven weiter geschädigt. Er ist nicht in der Lage zu lesen oder andere Dinge zu tun, die eine normale Sehkraft erfordern. Diese Verzögerungen erinnern an das jahrelange Hinausschieben der Behandlung seiner Hepatitis-C-Infektion. Als die Gefängnisbehörde schließlich von einem Bundesgericht gezwungen wurde, mit der Heilbehandlung der Hepatitis C zu beginnen, hatte sich bereits eine Leberzirrhose entwickelt, die bei rechtzeitiger Behandlung zu verhindern gewesen wäre.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Afroamerikaner Katarakte entwickeln, ist eineinhalb Mal so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung der USA, und fünf Mal so hoch, was die daraus folgende völlige Erblindung betrifft.

Es ist nicht nur so, dass sich Mumias allgemeiner Gesundheitszustand durch den drohenden Verlust des Augenlichts verschlechtert, vielmehr stellt das Unterlassen der erforderlichen sofortigen medizinischen Behandlung eine grausame und ungewöhnliche Bestrafung dar, insbesondere für einen Unschuldigen, der seit fast vier Jahrzehnten zu Unrecht inhaftiert ist.

Wir fordern die für Mumia zuständigen Gefängnisärzte dringend auf, sofort einen Termin für die Kataraktoperation anzuberaumen.

In Anbetracht seiner vielfältigen gesundheitlichen Beschwerden und der Gefahr der Erblindung fordern wir darüber hinaus, dass die verantwortlichen Behörden jetzt eine wirkliche »Freilassung aus humanitären Gründen« veranlassen und nicht die Vortäuschung dieser Freilassung durch die Verlegung aus dem Gefängnis in eine Pflegeeinrichtungen, die der Staat Pennsylvania immer dann anordnet, wenn zu erwarten ist, dass der Häftling das nächste Jahr nicht überlebt. Wenn Mumia jetzt nach Hause entlassen würde, wären Familie, Freunde und Unterstützer in der Lage, umgehend die medizinische Behandlung zu gewährleisten, die er dringend benötigt.

Mumia sollte jetzt aber nicht nur freigelassen werden, weil er außerhalb des Gefängnisses eine bessere medizinische Behandlung bekommen kann, sondern auch, weil er unschuldig ist!

Diese vom US-Bündnis »Mobilization for Mumia« verfasste Petition kann im englischen Original online unterzeichnet werden unter:


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aus der jw vom 09.07. unter Link ...jetzt anmelden!


#mumiapetition
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