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Andreas Wehr : Der Hauptfeind sind die USA!
  [1 pic,1 file] begonnen von Rainer am 11.05.2018  | 21 Antworten
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09.10.2018, 05:04 Uhr
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joe123

Andreas Wehr : Der Hauptfeind sind die USA! Die Entgegensetzung von Parole und Erkenntnisschritt seh ich grade nicht sonderlich triftig. Oder welche Parolenschmeißer ohne praktische Konsequenz habt ihr wohl vor Augen?

Würde den Wert von nur Parolen halt ooch nicht unterschätzen. Dieser ganze "man müsste mal" Modus vieler halb und kaum aktiver Leut ist auch wie ein Reservoir.

Oder habt ihr da spezielle DKP-Chargen vor Augen?

Anyway, Wehr ging ziemlich deutlich gegen die konferenz, an der sich die neue Aufstellung und Breite in jenem Mai anzeigte – und jetzt gälts hier den Konfileuten, deutlich nachzulegen. Das seh ich grad als noch die allerpraktischste, praxisrelevanteste Folgerung dieses kleinen Presskrieges grad.
09.10.2018, 13:58 Uhr
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FPeregrin

Naja, es ist schon in jeder Diskussion ein praktischer Unterschied, ob der Inhalt der Hauptfeind-Parole selbständig erarbeitet wurde - notfalls auch unter windiger theoretischer Voraussetzung -, oder ob er nur Standardbestandteil der üblichen Erklärungs-Eintöpfe ist. Gewicht und Durchschlagskraft liegen in beiden gegensätzlichen Fällen denkbar weit auseinander. Ich mache ja auch Basisarbeit in einer politischen Partei - zwar der PdL ud nicht der DKP - aber ich kann den qualitativen praktischen Unterschied beider Argumentionstypen schon unterscheiden, meine ich.

Zum anderen: Natürlich schießt Wehr auf die Hauptfeindkonferenz. Und da ist es taktisch weitaus geschickter, wenn das Gegenfeuer eben nicht von da kommt, wo es erwartet wird, sondern von woanders. Und das geschieht ja gerade. Die "Konfileute" sind z.Z. also gut beraten, die Stellung zu halten und Munition zu sparen, die ohnehin keine Wirkung hätte. Keep calm!
09.10.2018, 21:47 Uhr
EDIT: FPeregrin
09.10.2018, 21:48 Uhr
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FPeregrin

... und was auch praxisrelevant ist: Wenn eine Hauptfeind-Parole als echtes Erkenntnis-Produkt auf verschiedenen Argumentationssäulen ruht, mögen diese auch mal u.E. abenteuerlich sein, desto weniger häufig müssen wir selbst immer bis nach unten durchargumentieren, wo Mißverständnisse (Anti-Deutsch) oder Ablehnung aus anderen Gründen (Hierarchisierung von Imperialismen) vorkommen können. Die Argumentation der Humburgs kommt - über Argumente, die ich nicht für stichhaltig halte, die aber entschieden sowohl ohne einen nationalen Nihilismus als auch ohne eine Relativierung des Charakters der "eigenen" Bourgeoisie auskommen - zu einer Bewertung Wehrs als "ideologischen und praktischen Wegbereiter der eigenen herrschenden Klasse, die bestrebt ist, das imperialistische Kräfteverhältnis zu ihren Gunsten zu verändern und selbst als Großmacht zu agieren."

Das ist letztlich die Basis der praktischen Zusammenarbeit in der gegenwärtigen Etappe der Klassenkämpfe. Was wollen wir mehr ...?
09.10.2018, 23:47 Uhr
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secarts

"jetzt gälts hier den Konfileuten, deutlich nachzulegen"

Das fände ich auch gut und wichtig.

"Oder habt ihr da spezielle DKP-Chargen vor Augen?"

Auch, aber nicht nur. Für die DKP: Es dürfte mindestens eine signifikante Minderheit sein, die sich zur Liebknechtschen Hauptfeindlosung bekennt. Gerade in den letzten Jahren ist das sehr viel mehr geworden, was ja auch schön und begrüßenswert ist - doch wo bleiben die Interventionen gegen Provokationen wie die von Wehr, ständig in Parteiorganen abgedruckt? Nur so als Beispiel? Außer den Humburgs und wenigen anderen haben sich nicht viele gerührt. Da ist eine Parole eben wirklich manchmal eine Schönwetterlosung geblieben, und das ist dann auch kein symbolischer Gewinn oder sonstwas, sondern schlicht als inkonsequent zu kritisieren.


Um einen "kleinen Presskrieg" handelt es sich nicht, denke ich. Es könnte die nächste Spaltungslinie in der bereits gebeutelten Partei sein, wenn solche Positionierungen immer offiziöser werden. Die Partei mag schwach, überaltert und partiell gelähmt sein, sie ist in ihrer Mehrheit allerdings nicht für - objektives - Liquidatorentum in Richtung der chauvinistischeren Teile des deutschen Kapitals zu haben.
10.10.2018, 23:04 Uhr
Nutzer / in
mischa

Domenico Losurdo, der VII. Weltkongress und der Kampf gegen den Krieg
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11.10.2018, 23:53 Uhr
EDIT: FPeregrin
11.10.2018, 23:55 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

Von der Aussichtslosigkeit der "hauptfeindistischen" Postion bei T&P habe ich mich nun in einem anderen Thread überzeugen lassen:
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Das bringt nun hier eine andere Lageeinschätzung mit sich:

Zur Frage eine HFK-eigenen Replik auf die Unverschämtheit von Wehr habe ich oben geschrieben: "Natürlich schießt Wehr auf die Hauptfeindkonferenz. Und da ist es taktisch weitaus geschickter, wenn das Gegenfeuer eben nicht von da kommt, wo es erwartet wird, sondern von woanders. Und das geschieht ja gerade. Die "Konfileute" sind z.Z. also gut beraten, die Stellung zu halten und Munition zu sparen, die ohnehin keine Wirkung hätte. Keep calm!"

Das halte ich nun nach Lege der Dinge für falsch und schlage - im Einklang mit joe123 und secarts - das Gegenteil vor, auch erklärtermaßen als HFK zurückzuschießen - und zwar massiv. Also nicht zuletzt bei den impliziten Lügen, die Wehrs Pamphlet hinsichtlich der HFK und ihrer Positionierung enthält. Viel hilft viel!

Die Träne im Knopfloch allerdings: Anders hätte es eleganter werden können!
12.10.2018, 00:05 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

Thanx @ Micha für die Verlinkung dieser impliziten Replik auf Wehr. Sie gehört natürlich auch in den sachlichen Zusammenhang dieses Threads. Danke!

... und daß es auf der DKP-Seite steht, entkräftet zwar secarts Unzufriedenheit mit der Behandlung der Hauptfeindfrage in der DKP nicht, ist aber ein richtiges Zeichen zur richtigen Zeit, wie auch die Veröffentlichung der expliziten Replik der Humburgs a.a.O.:
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Vielleicht kommt ja doch mal wieder Bewegung in die Sache. Dann hätte die T&P dialektischerweise doch noch eine positive Funktion gehabt...
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