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Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD?
  [96 Stimmen] [7 pics] begonnen von Hennes am 09.02.2018  | 29 Antworten
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10.02.2018, 21:18 Uhr
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retmarut

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? Jetzt wird auch schon die Schulz-Personalie fuer den sattsam bekannten Alarmismus instrumentalisiert.

Das Problem ist nicht ein Innenminister Seehofer, sondern dass die SPD so etwas durch Mitregieren unterstuetzen will. Bei Jamaika haette es nicht viel anders ausgesehen, dann aber eben ohne (im besten Falle sogar gegen) die SPD.
Das sind die realen Kraefteverhaeltnisse zur Zeit, und die beinhalten eine strukturelle rechte Mehrheit im Parlament und in den Umfragen. Punkt.

Die einzige Chance fuer die SPD ist einen glaubwuerdigen Neuanfang in der Opposition zu mimen. Alles andere staerkt die AfD und vergroessert die Zerruettung der SPD-Basis. Die Jusos, wahrlich keine Revolutionaere, haben das begriffen. Die haben gesehen und draus gelernt, wie die Sozialdemokratie in Italien, Frankreich und den Niederlanden abgeschmiert ist. Und sie haben erkannt, dass ein Linksblinken wie in UK zu Mitgliederzuwachs und raus aus der Stagnation fuehrt.

Wenn die GroKo scheiterte, dann waere das keine Niederlage fuer uns, sondern ein Sieg. Weil dann linke Sozialdemokraten wieder Oberwasser in ihrer Partei bekaemen und die Chance fuer einen Politik- und Personalwechsel in der SPD stiege.
10.02.2018, 21:48 Uhr
EDIT: FPeregrin
10.02.2018, 21:52 Uhr
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FPeregrin

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? - Metadiskussion an -

"Jetzt wird auch schon die Schulz-Personalie fuer den sattsam bekannten Alarmismus instrumentalisiert."

Lieber retmarut, soll mit dieser Art von argumentfreiem Geholze jetzt auch in diesem Thread angefangen werden? - Bitte ehrliche Antwort!

- Metadiskussion aus -

- and off -
10.02.2018, 23:09 Uhr
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mmp1994

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? Also ich blende ja die ganzen Metadiskussionen und Anspielungen immer aus :-) gibt ja schließlich auch persönliche Nachrichten für solchen Klärungsbedarf...

Und außerdem fehlen hier die Bilder!!
11.02.2018, 18:19 Uhr
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retmarut

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? Patrick Köbele für die DKP:
"Die Ergebnisse zeigen, dass man die SPD in der Regierung haben will. Es gab kleine Zugeständnisse, damit der Mitgliederentscheid in der SPD für die »Groko«-Beteiligung positiv ausgehen kann. Besonders die Ministerien wurden nach dem Motto »Mit Speck fängt man Mäuse« vergeben.
Immer wenn die herrschende Klasse die Sozialdemokraten unbedingt in die Verwaltung ihres Staates, des »ideellen Gesamtkapitalisten«, einbauen wollte, gab es dramatische Verschärfungen der Aggressivität des deutschen Imperialismus – nach innen und nach außen. Ich erinnere an die Wiedererlangung der Fähigkeit, Angriffskriege zu führen, und an die Agenda 2010. Wer wäre besserer Garant dafür, diese Agenda der sozialen Spaltung und damit die Rechtsentwicklung fortzuschreiben, als das neue Dreigestirn der SPD, Scholz, Schulz und Nahles?"

Das Dreigestirn ist mit dem Abgang des Schulz mittlerweile zu einem Sternenpärchen geschrumpft. Mal schauen, was noch alles bis zum Mitgliederentscheid in der SPD passiert.
12.02.2018, 15:16 Uhr
EDIT: FPeregrin
12.02.2018, 20:58 Uhr
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FPeregrin

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? Thanx @ retmarut für diesen Auszug aus der Erklärung der DKP Zum Ergebnis der Koalitionsverhandlungen, die komplett hier steht:
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Sie betont sehr richtig sie große Bedeutung, die die SPD für die Monopolbourgeoisie hat, insbesondere wenn Schweinereien gegenüber der Arbeiterklasse anliegen. Daraus ergibt sich eigentlich folgerichtig, daß wir uns auf sehr andere Kampfbedingungen einstellen müssen, wenn die SPD diese Rolle für die Monopolbourgeoisie nicht mehr ausfüllen können würde. Die Gründe für dieses Versagen aus Sicht der Monopolbourgeoisie wären dafür ziemlich gleichgültig - ob Kollaps durch GroKo oder durch Anti-GroKo-Mitgliederentschied.

Daß es für uns im Hinblick auf Bündnisse und Verbreiterungen der Anti-GroKo-Mitgliederentscheid besser wäre, darüber haben wir hier, glaube ich, keinen Dissens. Der mögliche Total-Ausfall der SPD für die Monoplbourgeoisie käme dann allerdings sehr viel unvermittelter - mit allen mögliche Folgen. Das sollten wir dabei nicht vergessen. ... und füglich werden Herrchen (Monopolbourgeoisie) wie Wauwau (SPD-Führung) alles daran setzen, daß die SPD-Mitglieder die GroKo abnicken.

Also gut, jetzt doch eine Empfehlung: Wer mit linken Sozis in Kontakt steht, sollte ihnen - trotz allen Risikos - dazu raten, GEGEN die GroKo zu stimmen.

Seit Ihr so zufrieden? - Mir ging es darum zu sagen, daß zu Champangerlaune VOR der Tunneleinfahrt kein Anlaß besteht!
14.02.2018, 02:49 Uhr
EDIT: FPeregrin
14.02.2018, 02:57 Uhr
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FPeregrin

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? Wer einen ungefähren Eindruck der Abmessungen es der SPD drohenden "Durch-den-medialen-Wolf-gedreht-werden" haben will, sollte sich die Feldmarkierungen folgender bürgerlichen Laberwissenschaftler-Einschätzung ansehen, die gestern unter dem menetekalartigen Titel Wenig Führungskompetenz auf Spektrum veröffentlicht wurde (Interview mit: "Roman Trötschel ist Professor für Sozial- und Organisationspsychologie an der Leuphana-Universität Lüneburg. I Unter anderem erforscht er kognitive Prozesse und Wertkonflikte bei Verhandlungen."):
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Die Zwischenüberschriften besitzen SOPN-Vorlagen-Qualität:
- "Wer so agiert in so wichtigen Verhandlungen, der besitzt wenig Führungskompetenz"
- "Die Abstimmung über die Regierungsbeteiligung allein innerhalb der SPD bedroht das Demokratieverständnis bei jedem Einzelnen von uns"
- "Viele Menschen in unserem Land empfinden ein starkes Bedürfnis nach basisdemokratischen Entscheidungen"

Überflüssiges PS:

מנא ,מנא ,תקל ,ופרסין

(Bißchen hohles Bildungsgeklingel muß sein!)

"So aber lautet die Schrift, die dort geschrieben steht: Mene mene tekel u-parsin. / Und sie bedeutet dies: Mene, das ist, Gott hat dein Königtum gezählt und beendet. / Tekel, das ist, man hat dich auf der Waage gewogen und zu leicht befunden. / Peres, das ist, dein Reich ist zerteilt und den Medern und Persern gegeben." (Daniel 5 / 25-28)
14.02.2018, 11:40 Uhr
EDIT: retmarut
14.02.2018, 12:16 Uhr
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retmarut

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? Zu viel der Ehre, den Schulz mit vorderasiatischer Geschichte in Verbindung zu bringen. Bei Schulz brauchte es keinerlei numinose Hand, die ein (akkadisches? vielleicht auch aramäisches? nobody knows ...) Sprüchlein an die Wand malte, das nur der Mutigste vor dem König ausdeuten wollte. Ihm war die Niederlage seit Herbst deutlich ins Gesicht geschrieben.

Seit den Landtagswahlen Ende 2017 war klar, dass er als Parteivorsitzender angeschlagen ist und die SPD grobe taktische Fehler macht. Dann die Klatsche zur BTW, jetzt der unrühmliche Abgang bzgl. seines Ministerpostenanspruchs. Und dazu das weinerliche Gejammer auf seiner letzten Pressekonferenz als Parteivorsitzender. Selbstmitleid als Abgesang ...

Schulz hat die Bühnenrolle, die für ihn geschrieben wurde (Messias für die geschundene SPD-Seele, Retter der Enterbten etc.), schlicht nicht glaubhaft ausfüllen können. Stattdessen hat er sich durch seine wankelmütig-widersprüchlichen Aussagen immer mehr im eigenen Lügennetz verstrickt, in welchem er seinen letzten Funken Glaubwürdigkeit verspielt hat. Die Gier des eigenen Egos nach einem Ministeramt hat ihm dann endgültig den Hals gebrochen. (Und ich vermute, dass da einige im SPD-Vorstand im Hintergrund fleißig mit an der Grube gegraben haben.)

Am schwersten mag vielleicht sogar wiegen, dass ihm am Ende noch ein abgehalfterter Verlierertyp wie Gabriel den finalen Schlag ins Kontor gab. Schneller Aufstieg, tiefer Fall, vermutlich eine der bisher kürzesten Amtszeiten eines SPD-Vorsitzenden.

Naja, zumindest bleibt er uns als Bundestagsabgeordneter erhalten. Vielleicht traut er sich ja im Plenarsaal mal zu einer Brandrede gegen Gauland und Co., wie weiland gegen Berlusconi im EU-Parlament, mit der er öffentlich bekannt wurde. Da hatte er Größe und politisch-mediales Geschick bewiesen.
14.02.2018, 11:43 Uhr
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retmarut

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? Menetekel ... hier aus SPON 13.02.2018:
JPG-Datei • Bild öffnen ...ohne Wasserzeichen: anmelden!
14.02.2018, 11:55 Uhr
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retmarut

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? SPD liegt bei Forsa derzeit bei 17%, bei INSA bei 16,5%.
Nach beiden Prognosen hätten die GroKo-Parteien momentan zusammen 48% (Forsa) bzw. 46% (INSA).

Nicht nur der Schulzzug, sondern auch die Union sind derzeit auf Sinkflug. (Leider wird in den Prognosen nicht zwischen CDU und CSU differenziert. Würde mich ja mal interessieren, ob die CSU nach dem Abräumen beim Koalitionsbingo zugelegt hat zugunsten ihrer großen Schwester oder ob sie ebenfalls im Fallen begriffen ist.)
14.02.2018, 17:02 Uhr
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FPeregrin

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? @retmarut: Neeneenee, das mene mene tekel u-parsin hatte ich nicht auf diesen Schulz-Würselen bezogen, sondern auf die SPD selbst. SPON, FORSA; INSA etc. bestätigen das ja gerade. Wir werden sehen,wer die Perser und die Meder sein werden, die das Reich der SPD erben. Daß es abschlagsfrei und automatisch einem kommunistischen Zirkelwesen zugeht, wir hier wohl niemand zu hoffen wagen, oder!
14.02.2018, 17:30 Uhr
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retmarut

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? Meder und Perser hatte auch nicht gar so lange etwas davon.
14.02.2018, 17:41 Uhr
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FPeregrin

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? Tausend Jahre sind ja auch leicht kürzer als man denkt ...
14.02.2018, 23:35 Uhr
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retmarut

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? @FPeregrin: You made my day!

539 v.u.Z. - 330 v.u.Z. sind neuerdings tausend Jahre? Das wäre mal eine ganz kreative Sichtweise.

Aber mal back to SPD: Wer die SPD "beerbt", wenn es mal so weit sein sollte, ist doch überhaupt nicht ausgemacht, sondern hängt von den konkreten Bedingungen ab, die dann herrschen.
Bei Dir klopft aber immer gleich ein bzw. der Duce an. Als sei das jetzt die wahrscheinlichste oder gar einzige Option.

Außerdem ist die SPD überhaupt noch nicht tot; bei Dir wird hier schon das Fell verteilt, obwohl der Bär noch leibt und lebt.
Zur Info: Die SPD ist derzeit immer noch die zweitstärkste Partei in diesem Land und mit weiterhin fester Verankerung in der Gewerkschaftsbewegung.
15.02.2018, 04:26 Uhr
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Stephan

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? Vielleicht sollte man ergänzen, dass der Coup, Andrea Nahles zur "kommissarischen" Parteivorsitzende zu machen, sehr, sehr kreativ mit den selbstgefaßten Regularien umgeht.
Im derzeit gültigen Parteistatut (§24) steht zwar einiges über Vorsitzende und Interimslösungen im Falle eines Rückzuges, nichts aber über Ernennungen urch den Vorgänger. Wozu gibt es stellvertretende Parteivorsitzende, notfalls könnte auch die Generalsekretärin (das ist nicht mehr Andrea N.) von diesen für diese Übergangsperiode bestimmt werden.
Könnte man darüber lachen, ist aber ein weiterer Schritt in die Zerrüttung der Parteistrukturen. Quasi ein Stinkefinger des Vorstandes gegenüber der mit "Wählt-unsere-Groko" angeschleimten Mitgliederschar.
Herr Schulz beweist erneut sein umfassendes taktisches Geschick, das Dilemma anzusteuern: Verstoß gegen Parteistatut vs. Beschädigung seiner Lieblingskandidatin.
03.03.2018, 00:13 Uhr
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retmarut

Schulz-Rückzug: wars das mit der SPD? Sehr lesenswerter und unterhaltsamer Beitrag von Otto Köhler in der heutigen jW: "Hilfe, ich bin in der SPD"
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