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NEUÜber Die Ukraine hinaus
  [8 pics,15 files] begonnen von Dima am 20.02.2022  | 216 Antworten
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NEUER BEITRAG17.02.2024, 14:34 Uhr
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FPeregrin

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Überraschung für westliche Beobachter

Dagegen reibt sich gerade der britische Guardian die Augen, dass Russland überraschend viele Rüstungsgüter herstellen kann. Da könnte man zynisch anmerken, dass der Guardian anscheinend in der Vergangenheit den eigenen Maßnahmen im Informationsumfeld Glauben geschenkt hat.

Die teuren "Boutique-Waffen" nutzen der Ukraine nichts, wenn es niemanden gibt, der diese auch bemannen kann. Und hier wird das Delta zwischen den in der Ukraine kämpfenden russischen Truppen und der ukrainischen Armee immer größer. Der Militäranalyst Konrad Muzyka sieht das Kräfteverhältnis zurzeit bei etwa "1 zu 2" zugunsten Russlands.

Kombiniert mit einer immer drückender werdenden russischen Waffenübermacht ergibt sich eine Todesspirale für die Ukrainer: die Berichte, nach denen Russland ein Vielfaches an Verlusten im Vergleich zur Ukraine zu beklagen hat, dürften Maßnahmen im Informationsumfeld sein.

Bei einer sachlichen Einschätzung wäre zu berücksichtigen, dass eine fünffache Menge an verschossenen Granaten grob eine fünffache Verlustzahl beim Gegner hervorruft und dass Hunderte eingesetzte Gleitbomben vonseiten der russischen Armee gegenüber keiner Gleitbombe aufseiten der ukrainischen Verteidiger täglich eben auch ein Verlustverhältnis ausdrücken.

Nur bei den Drohnen sieht dieses Missverhältnis nicht ganz so schlimm aus, doch auch hier kann die russische Militärführung zahlenmäßig mehr Einheiten zum Einsatz bringen – mit der Folge von an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehr Opfern auf ukrainischer Seite.

Die hier zusammengestellten Informationen speisen sich aus folgenden OSINT-Quellen: Weeb Union, Military Summary Channel, Suriyakmap, Deepstatemap, Remilind23, Noel Reports, simplicius76, Militaryland, Red Fish Bubble 2.1 (geschlossene Gruppe).


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NEUER BEITRAG18.03.2024, 23:00 Uhr
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Lars

Über Die Ukraine hinaus Im Göttinger Käseblatt gab es ein Interview mit dem General (aD) Vad. Dieser war in Göttingen und hat sich deshalb geäußert. Er ist ein Vertreter der Nachkriegs-Bundeswehr im Fahrwasser der Honoratiorenpartei CDU, ehemals Berater von Kanzlerin Merkel. Er ist garnicht unser Freund, für Bundeswehr und Rüstung undsoweiter. Dennoch ergaben sich hier einige interssante Aussagen, weshalb das lesenswert ist:
• PDF-Datei GT 20240318 Interview mit Geral Vad.pdf
1,4 MB | application/pdf
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NEUER BEITRAG28.04.2024, 12:39 Uhr
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arktika

Großer Angriff auf Krim-Brücke Anfang Mai? Ist von Seiten des Westens Anfang Mai ein erneuter, diesmal "massiver" Angriff auf die Krim-Brücke geplant? Nach einer - allerdings nicht überprüften - Meldung auf einem ukrain. Telegram-Kanal "JA".
RTdeutsch schreibt dazu am 27.04.:

Bericht: US-Regierung stimmt massivem Angriff auf Krim-Brücke zu

Laut einem Bericht des ukrainischen TG-Kanals "Resident" hat die Biden-Administration einem massiven ukrainischen Angriff auf die Krim-Brücke unter Verwendung von ATACMS-Raketen zugestimmt. Mit der Planung des Angriffs seien der MI-6 und die NATO befasst, heißt es weiter.


Wie der ukrainische Telegram-Kanal "Resident" am Sonnabend unter Berufung auf einen Insider der ukrainischen Präsidialverwaltung meldet, soll die US-Regierung einem massiven ukrainischen Angriff auf die Krim-Brücke zugestimmt haben.

Der Angriff soll laut diesem Bericht Anfang Mai stattfinden und werde derzeit vom britischen Geheimdienst MI-6 in Zusammenarbeit mit dem Stab der NATO-Kräfte in Europa detailliert geplant, heißt es in dem Bericht weiter. Die Einzelheiten unterliegen strengster Geheimhaltung, selbst der ukrainische Generalstab sei vorerst nicht eingeweiht.

Überprüfbar ist dieser Bericht aktuell nicht, die auf dem TG-Kanal "Resident" als Insiderinformationen aus den engen Zirkeln des Kiewer Regimes veröffentlichten Informationen und Vorhersagen hatten in der Vergangenheit jedoch ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und erhielten später häufig Bestätigung aus offiziellen Quellen oder in der Lebenswirklichkeit.

Die Krim-Brücke (auch Kertsch-Brücke genannt), die das russische Festland mit der Halbinsel verbindet, ist von Anfang an aufgrund ihrer hohen Symbolkraft bevorzugtes Ziel ukrainischer Angriffe. Im Oktober 2022 explodierte ein mit Sprengstoff beladener Lkw auf ihr, vier Zivilisten sowie der Fahrer kamen dabei ums Leben. Die Brücke war danach kurzzeitig gesperrt und war während der langwierigen Reparaturarbeiten monatelang nur eingeschränkt nutzbar. Zum zweiten Mal wurde die Brücke im Juli 2023 bei einem Drohnenangriff beschädigt. Ein Elternpaar kam dabei ums Leben, die minderjährige Tochter des Paares wurde schwer verletzt. In einem TV-Interview Anfang April des laufenden Jahres hat sich der Chef des ukrainischen Geheimdienstes SBU Wassili Maljuk zu beiden Anschlägen bekannt.

Daneben gab es weitere, erfolglose Angriffe auf die Brücke mit Drohnen und Raketen. Russland vermutet seit Langem, dass diese Angriffe vom westlichen Militär und/oder westlichen Geheimdiensten gesteuert und koordiniert werden. Bei jedem Angriff ist verstärkte Aktivität US-amerikanischer Luftüberwachungsdrohnen über dem Schwarzen Meer feststellbar.

In dem vorstehend erwähnten Interview hat der SBU-Chef Maljuk zugleich erklärt, dass Russland die Krim-Brücke aktuell nicht für militärische Transporte nutze. Experten sind sich einig, dass sie ihre ursprüngliche militärstrategische Bedeutung verloren hat, nachdem Russland seit 2022 über einen sicheren Landweg auf die Halbinsel durch die neuen Regionen Saporoschje und Cherson verfügt.

In einer abgehörten und Anfang März von RT-Chefin Margarita Simonjan veröffentlichten Telefonkonferenz diskutierten deutsche Luftwaffenoffiziere die Möglichkeit der Zerstörung der Krim-Brücke mithilfe von Taurus-Marschflugkörpern. Auch sie waren sich einig, dass die Brücke in erster Linie zivil genutzt wird.

Anfang der Woche bestätigte das Pentagon die Lieferung von ATACMS-Raketen an die Ukraine. Diese verfügen über ähnliche Eigenschaften wie deutsche Taurus-Marschflugkörper und sind daher ebenso in der Lage, die Krim-Brücke im Rahmen eines massiven kombinierten Angriffs zu zerstören, so wie es die deutschen Luftwaffenoffiziere modelliert hatten. Laut eines Berichts der New York Times vom Donnerstag der laufenden Woche ist das erklärte Ziel der Lieferung von Raketen mit größerer Reichweite wie ATACMS an die Ukraine, "mehr Druck auf die Krim auszuüben, wo Russland im Moment einen relativ sicheren Zufluchtsort hat". Die NYT beruft sich dabei auf einen namentlich nicht genannten Pentagon-Beamten.

Die ATACMS-Raketen, die eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern haben sollen, wurden im Rahmen eines von US-Präsident Joe Biden Mitte März genehmigten Waffenpakets im Wert von 300 Millionen US-Dollar an die Ukraine geliefert. Am Mittwoch bestätigte auch der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus Jake Sullivan diese Lieferung. US-Vertreter weigern sich jedoch, die genaue Modifikation und Reichweite der gelieferten Waffen offiziell zu kommentieren.

Auch der britische Guardian meldete Anfang April, die Ukraine werde "in der ersten Jahreshälfte 2024" die Krim-Brücke angreifen und zerstören. Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes GUR, Kirill Budanow, hatte zuvor mit einer "ernsthaften Operation" gegen die Krim gedroht. In einem ARD-Interview, in dem sich der Tagesschau-Reporter Wassili Golod geradezu empört darüber zeigte, dass die Krim-Brücke noch steht, bestätigte Budanow Anfang April, dass man an ihrer Zerstörung "arbeite".


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#KrimBruecke

Ähnliches soll zuvor auch schon der Guardian berichtet haben
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NEUER BEITRAG28.04.2024, 23:28 Uhr
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arktika

Über Die Ukraine hinaus Wie läßt sich die Niederlage der Ukraine (und damit des "Westens") im aktuellen Krieg noch abwenden? Geht das überhaupt noch? Die Antwort dürfte ein klares NEIN sein. Warum? Darüber gibt ein Artikel auf german-foreign-policy vom 17. April Antwort:

„Die Ukrainer im Kampf halten“
G7-Außenminister suchen nach Optionen, eine Kriegsniederlage der Ukraine abzuwenden. Experten urteilen, Russland könne schon in Kürze ein Durchbruch durch die Front gelingen.


BERLIN/KIEW (Eigener Bericht) – Vor dem heute auf Capri beginnenden Treffen der G7-Außenminister werden in der Ukraine wie auch in westlichen Staaten offene Warnungen vor einer ukrainischen Kriegsniederlage laut. Kiew sei „in ernster Gefahr“, den Krieg im Lauf des Jahres zu verlieren, erklärte am Wochenende ein hochrangiger britischer Militär. Bereits zuvor hatten ukrainische Offiziere gewarnt, die russischen Streitkräfte könnten schon bald fähig sein, die Front „an einigen Stellen zu zerschlagen“. Ein russischer Durchmarsch in weite Teile der Ost- und sogar der Zentralukraine wird nicht mehr ausgeschlossen. Experten kritisieren, im Westen habe man sich „die Lage der Ukraine von Anfang an schöngeredet“. Ukrainische Offiziere monieren, die Wirkung westlicher Waffen werde– in traditioneller Selbstgewissheit – oft überschätzt; so hätten russische Militärs beispielsweise gelernt, wie sich Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow oder SCALP mit einer starken Trefferquote ausschalten ließen. Die G7-Außenminister suchen nun nach Optionen, einen Kollaps der ukrainischen Front zu verhindern. Außenministerin Baerbock schlägt ein womöglich weltweites „Mapping aller Patriot-Systeme“ vor.

Russland vor der Offensive


Einschätzungen, laut denen die ukrainischen Truppen ihre Stellung an der Front nicht mehr lange halten könnten und ein russischer Durchbruch mit vielleicht weitreichenden Folgen in den kommenden Wochen und Monaten gut möglich sei, werden schon seit einigen Wochen geäußert. So zitierte etwa das Springer-Onlineportal Politico Anfang April hochrangige ukrainische Offiziere mit der Äußerung, die russischen Streitkräfte würden bald in der Lage sein, „die Frontlinie zu durchdringen und sie an einigen Stellen zu zerschlagen“.[1] Am Wochenende bestätigte der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Generaloberst Olexander Syrskyj, die Situation an der Front im Osten des Landes sei „in den vergangenen Tagen beträchtlich angespannter“ als zuvor; dies liege daran, dass die russischen Streitkräfte nach der Präsidentenwahl in Russland ihre Offensivhandlungen „signifikant“ ausgeweitet hätten.[2] Auch westliche Militärs beginnen sich offener zu äußern. So zitierte die BBC den ehemaligen Befehlshaber des Joint Forces Command, Richard Barrons, mit der Aussage, die Ukraine sei „in ernster Gefahr“, den Krieg im Laufe des Jahres zu verlieren.[3] Barrons schloss einen Durchbruch der russischen Streitkräfte durch die Front und anschließend ihren kaum zu stoppenden Vormarsch ins Zentrum der Ukraine nicht aus.

Angriffe auf Kraftwerke

Während seiner Vorbereitung auf die Offensive hat Russland in den vergangenen Wochen umfassende Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung durchgeführt. Dabei griffen die russischen Streitkräfte nicht mehr – wie noch im vergangenen Winter – Umspannwerke und Transformatoren an, sondern konventionelle Kraftwerke. Zuletzt wurde in der Nacht vom 10. auf den 11. April das Wärmekraftwerk Trypillja komplett zerstört, das unter anderem die Region Kiew versorgte; kurz zuvor war das Wärmekraftwerk Smijiw zerstört worden, das die Region Charkiw mit Energie bediente. Mittlerweile sind laut offiziellen Angaben 80 Prozent der ukrainischen Wärmekraftwerke nicht mehr funktionsfähig; die Reparatur dürfte – anders als im Fall der beschädigten Umspannwerke und Transformatoren – Jahre dauern.[4] Über die hinter den Angriffen steckende Strategie urteilen Experten der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), zum einen handle es sich wohl um Vergeltung für die ukrainischen Angriffe auf russische Erdölraffinerien. Zum anderen gehe es darum, die Regierung in Kiew vor die Wahl zu stellen, „entweder die Rüstungsindustrie oder die Bevölkerung zu versorgen“; beides zugleich sei wohl nicht mehr möglich.[5] Ausfälle in der Rüstungsindustrie schwächten die Fähigkeit der Ukraine, sich gegen die wohl bald bevorstehende russische Offensive zu verteidigen.

„Von Anfang an schöngeredet“

Mit Blick auf die sich abzeichnende russische Offensive üben Militärs scharfe Kritik an der bisherigen westlichen Einschätzung des Ukraine-Kriegs. So urteilt zum Beispiel Markus Reisner, ein Offizier des österreichischen Bundesheeres, der an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt lehrt und mit seinen Analysen des Kriegsgeschehens in der Ukraine bekannt geworden ist: „Wir haben uns die Lage der Ukraine von Anfang an schöngeredet“.[6] So seien „die Ressourcen, die von außen in das Land geflossen sind“, von Beginn an „unzureichend für einen Abnutzungskrieg“ gewesen, „und dieser läuft etwa seit April 2022“. Auch über den Zustand der russischen Streitkräfte seien Illusionen geschürt worden. So sei viel über einen Angriff auf eine russische Kaserne berichtet worden, bei dem viele russische Soldaten zu Tode kamen; er wurde durch leichtsinnigen Umgang russischer Militärs mit Privathandys ermöglicht. Im Westen sei anschließend der Eindruck erweckt worden, Leichtsinn sei in den russischen Streitkräften „ein Trend“ – dabei sei der Fall „ein Einzelfall“ gewesen. „Wir haben ein Ereignis herausgenommen und daraus den Zustand der russischen Armee abgeleitet“, konstatiert Reisner; „so naiv“ dürfe man aber niemals sein. Fehleinschätzungen der Kampfkraft der russischen Streitkräfte waren die Folge.

Westliche Waffen überschätzt

Dies gilt laut den ukrainischen Offizieren, die das Springer-Portal Politico befragte, für die Lieferung westlicher Waffen, die auch in deutschen Medien als besonders effizient bezeichnet und auf die große Hoffnungen gesetzt wurden – etwa für Marschflugkörper der Modelle Storm Shadow und SCALP, die von Großbritannien und Frankreich exportiert wurden. Man habe sie sehr „erfolgreich“ eingesetzt, berichtet ein ukrainischer Offizier – allerdings „nur für eine kurze Zeit“.[7] Dann hätten russische Militärs ihre Wirkweise sowie Möglichkeiten für ihre Abwehr untersucht – und sie hätten Wege gefunden, sie zum größten Teil unschädlich zu machen. Reisner berichtet, mittlerweile gelinge es den russischen Streitkräften, „gut 50 Prozent der ukrainischen Flugkörper mit elektronischen Störsystemen herunter[zu]holen“; der Rest werde „dann noch einmal zur Hälfte von der Flugabwehr abgeschossen“.[8] Zwar gelinge den ukrainischen Streitkräften „hier und da ... ein spektakulärer Treffer“; doch genüge das nicht, „um den Gegner zum Einknicken zu bringen“. „Die Russen“, so zitiert Politico ukrainische Offiziere, „lernen immer. Sie geben uns keine zweite Chance.“[9] Man solle „den Hype“, dass sie gleichsam „nur Truppen in den Fleischwolf“ schickten, nicht glauben: „Das tun sie zwar auch ..., doch sie lernen und verfeinern“ ihre Kriegführung.

Ein globales Patriot-Mapping

Der Ukraine-Krieg steht auf der Tagesordnung des Treffens der G7-Außenminister, das am heutigen Mittwoch auf der italienischen Insel Capri beginnt. Um eine ukrainische Niederlage zu verhindern, soll unter anderem nach Möglichkeiten gesucht werden, der Ukraine weitere Flugabwehrsysteme zu liefern. Das deutsche Verteidigungsministerium teilte bereits am vergangenen Samstag mit, es werde eins aus den Beständen der Bundeswehr zur Verfügung stellen. Außenministerin Annalena Baerbock hat sich dafür ausgesprochen, auf dem G7-Treffen über ein europaweites oder gar globales „Mapping aller Patriot-Systeme“ zu diskutieren und die Staaten, die solche besitzen, dazu zu veranlassen, sie Kiew „schnell“ zu überlassen.[10] Zu dem Treffen werden auch der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sowie NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg erwartet. Gelinge es nicht, die ukrainische Niederlage zu verhindern, dann könne man keine vorteilhafte Friedensvereinbarung erzielen, wurde der italienische Außenminister Antonio Tajani zitiert: Es gelte, Russland „aus der Ukraine“ herauszubekommen.[11] Wie das gelingen soll, blieb unklar. Schon zuvor hatte der britische Außenminister David Cameron erklärt: „Das Beste, das wir dieses Jahr tun können, besteht darin, die Ukrainer in diesem Kampf zu halten.“[12] Der Westen spielt Va banque.


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NEUER BEITRAG30.04.2024, 13:47 Uhr
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FPeregrin

Über Die Ukraine hinaus tp heute:

Ukraine-Krieg: Planen die USA und die Nato den Einstieg in den Krieg?

30. April 2024 Harald Neuber

US-Verteidigungsexperte: Nato-Kampftruppen bereits in der Ukraine. Parallele zum Vietnam-Krieg. Für die Konfliktparteien ist die Zeit bis zur US-Wahl wichtig.

Je stärker die ukrainischen Truppen im Kampf gegen die russischen Invasoren in die Defensive geraten, desto entschiedener und offener engagiert sich die Nato. Immer wieder wurde in diesem Zusammenhang berichtet, dass auch Soldaten westlicher Armeen an Kampfhandlungen beteiligt sind. Dafür gibt es immer neue Indizien.

Als Anfang März ein Telefonat teils hochrangiger deutscher Militärs von russischer Seite abgehört und der Mitschnitt publiziert wurde, spielte die Anwesenheit westlicher Militärs im ukrainischen Kampfgebiet auch eine Rolle. Die Authentizität der Aufnahmen steht außer Frage, der Inhalt kann also als verlässlich gelten. Im O-Ton hieß es: "Wir wissen ja auch, dass da viele Leute mit amerikanischem Akzent in Zivilklamotten herumlaufen." Und: "Wenn es zum Beispiel darum geht, die Missionsplanung zu machen: Ich weiß, wie es die Engländer machen. Die machen es ja komplett im Reachback. Die wir haben auch paar Leute vor Ort, das machen sie, die Franzosen nicht. Also, sie (supporten) auch die Ukrainer beim Beladen des Skalp, weil sie sagen, Storm Shadow und Skalp ist aus der reinen technischen Perspektive relativ ähnlich. Da haben sie mir schon gesagt: Ja, Herrgott, sie würden auch den Ukrainer beim Taurus-Loading über die Schulter gucken."

Nun sollen Nato-Mitgliedsstaaten begonnen haben, Kampftruppen in die Ukraine zu entsenden. Soldaten aus Polen, Frankreich, Großbritannien, Finnland und anderen Nato-Mitgliedstaaten würden in größerer Zahl im Kriegsland eintreffen. Dies berichtet der ehemalige US-Verteidigungspolitiker Stephen Bryen auf der Plattform Substack und in der Asian Times.

Keine Söldner, sondern reguläre Truppen

Entgegen russischen Behauptungen, es handle sich um über 3.100 Söldner, seien die neu ankommenden Truppen reguläre Soldaten, behauptet Bryen. Sie würden Uniformen und Insignien ihrer Heimatländer tragen. Und: Sie seien hauptsächlich im westlichen Teil des Landes stationiert, obwohl einige von ihnen sich nahe den Kämpfen im Osten befänden.

Die Nato betone, dass diese Soldaten nicht zum Kampfeinsatz in der Ukraine seien, sondern zur Bedienung westlichen militärischen Geräts. Bryen argumentiert jedoch, dass, wenn sie auf die Russen schießen, ihre Anwesenheit als aktive Beteiligung am Krieg interpretiert werden muss.

In diesem Zusammenhang zieht er Parallelen zum Vorgehen der USA während des Vietnam-Krieges (1955-1975). Auch damals seien Militärs offiziell als "Berater" entsandt wurden. Tatsächlich hab es sich um Spezialeinheiten gehandelt, die gezielt an Kämpfen teilgenommen hätten.

Die Biden-Regierung, der Krieg und die US-Wahl

Die US-Regierung unter Präsident Joe Biden hat mehrfach betont, sie sei gegen die Entsendung von Nato-Soldaten in die Ukraine. In seinem Beitrag spekuliert Bryen jedoch, dass Biden auf seine Wiederwahl warten könnte, bevor er den Befehl gibt, US-Soldaten in die Ukraine zu entsenden.

Nach einer Wiederwahl hätte er dafür freie Hand, so Bryen. Die kürzliche Verabschiedung eines 60-Milliarden-US-Dollar-Paketes für die Ukraine deutet darauf hin, dass der US-Kongress wahrscheinlich jede Maßnahme der Biden-Regierung zur "Bekämpfung der Russen" unterstützen würde.

Russland stärker, Nato schwächer?

Laut Bryen fürchten Sicherheitsexperten in den USA einen russischen Sieg in der Ukraine. Dies wäre ein schwerer Rückschlag für die US-Sicherheitsstrategie und könnte sogar das Ende der Nato in ihrer jetzigen Form bedeuten.

Berichten zufolge ist die russische Armee seit Beginn des Ukraine-Krieges um 15 Prozent gewachsen und hat Erfahrungen im Umgang mit hochmodernen US-Systemen gesammelt. Die Nato hingegen hinkt Russland in Bezug auf Waffen, Personal und militärischen Produktionskapazitäten hinterher. Zudem sind die Waffenlager aufgrund von Lieferungen an die Ukraine leer.

Ukraine verliert den Krieg

Im US-Sicherheitsapparat herrscht die Meinung vor, dass die Ukraine ihren Krieg gegen Russland verliert und möglicherweise vor dem Zusammenbruch ihrer Armee steht. Es gibt bereits Berichte, dass einige Brigaden der ukrainischen Streitkräfte Befehle ihrer Kommandanten verweigert haben. Die Russen seien sich dieser Situation bewusst und nähmen zunehmend ausländische Truppen ins Visier, während sie gleichzeitig ukrainische Kampfeinheiten dezimierten.

Ukraine sucht verzweifelt nach neuen Rekruten

Die Ukraine ist verzweifelt auf der Suche nach neuen Rekruten und erhält dabei Unterstützung von Ländern, in denen ukrainische wehrpflichtige Flüchtlinge Unterschlupf gefunden haben. Sowohl Litauen als auch Polen planen, diese Männer in die Ukraine zurückzuschicken. In Deutschland hatte Justizminister Marco Buschmann (FDP) im Dezember versichert, die Bundesregierung werde keine hier lebenden Ukrainer zwingen, in die Ukraine zurückzukehren, um an den Kämpfen teilzunehmen.

Ein Bericht über die Ausbildung ukrainischer F-16-Piloten wirft weitere Fragen auf. Westliche Offiziere, die mit den Ukrainern arbeiten, berichten, dass der Lernprozess aufgrund von Sprachbarrieren und Unkenntnis westlicher Systeme und Kampftaktiken nur langsam voranschreitet. Gerüchten zufolge könnten die F-16s, die im Sommer in der Ukraine eintreffen sollen, von "pensionierten" Piloten europäischer Luftstreitkräfte geflogen werden, so Bryen.

Droht ein größerer Krieg in Europa?

Dem US-Experten zufolge scheint der Nato-Plan zur Abwendung einer Niedelage darin zu bestehen, Lücken in den ukrainischen Streitkräften durch "Berater" zu schließen und auf ein Eingreifen der US-Armee nach den Wahlen im November zu warten.

Die Russen seien sich dessen bewusst. Sie versuchten daher, die ukrainische Armee zum Zusammenbruch zu bringen, bevor Biden womöglich in eine weitere Amtszeit geht.

"Wenn die Russen erfolgreich sind, wird ein größerer Krieg in Europa vermieden", schreibt Bryen: "Wenn nicht, wird Europa mit dem Einmarsch der US-Streitkräfte in den Dritten Weltkrieg gezogen werden."

Harsche Wortwahl von deutschem General

Bei dem Beitrag des ehemaligen US-Verteidigungspolitikers handelt es sich um ein Meinungsstück. Gleichwohl ist es die Einschätzung eines Experten, der die Dynamik solcher Konflikte einzuschätzen weiß.

Auch deckt sich seine Argumentation mit Indizien, die auf eine bestehende und womöglich wachsende Präsenz westlicher Militärs in der Ukraine hinweisen. Der erwähnte Mitschnitt des Telefonats deutscher Militärs ist einer dieser Hinweise.

Unlängst hatte diesem Zusammenhang der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer in der Bundespressekonferenz über das größte Nato-Manöver an der Ostflanke des Militärpaktes seit 1989 referiert. Breuer sagte:

"Wir müssen üben wie im Ernstfall, wir müssen üben wie im Krieg, wir müssen üben, schnell und wirksam zu reagieren. Alarmierung, Verlegung von Kräften und auch der Einsatz von Kräften. / Konkret, wir verlegen aus dem gesamten Nato-Gebiet, auch aus Nordamerika, an die Ostflanke. Wir verlegen Personal und Material und wir führen sie zusammen als schlagkräftige militärische Verbände. / Es hat mir noch mal gezeigt, dass Kriegstüchtigkeit deutlich angekommen ist, dass man deutliche Schritte in Richtung Kriegstüchtigkeit gemacht hat." (General Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr)


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Btw.: Der Artikel hat es auf das Microsoft-Internetportal geschafft:
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NEUER BEITRAG24.05.2024, 16:09 Uhr
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arktika

Über Die Ukraine hinaus "Die Ukraine ist verzweifelt auf der Suche nach neuen Rekruten und erhält dabei Unterstützung von Ländern, in denen ukrainische wehrpflichtige Flüchtlinge Unterschlupf gefunden haben. Sowohl Litauen als auch Polen planen, diese Männer in die Ukraine zurückzuschicken."

Zu dumm aber auch, daß viele ukrainische Männer nicht gerade versessen darauf sind, für Führer + Vaterland zu sterben oder sich wenigstens verkrüppeln zu lassen. Da muß dann eben etwas nachgeholfen werden ... Zumal in einigen Ländern mittlerweile wohl so etwas wie eine allgemein verbreitete "Ukraine-Müdigkeit" bestehen soll.

Am 30. April von Christian Kliver, ebenfalls auf telepolis:

Tod statt Restaurant? Polen und Litauen wollen mehr Ukrainer in Krieg schicken

Beide Staaten kündigen neue Regelungen an. Länder sollen keine Zuflucht mehr für Wehrfähige aus der Ukraine sein. Doch wie viel ist Druck möglich und nötig?

Polen und Litauen haben angeboten, den Behörden der Ukraine zu helfen, ukrainischen Männern, die in ihrem Einflussbereich leben, habhaft zu werden. Das Ziel sei, diese Männer der Armee zuzuführen. Viele Ukrainer im wehrfähigen Alter sind aus dem Land geflohen, um nicht an die Front zu müssen.

Die Ankündigung in Polen und Litauen erfolgte, nachdem die Ukraine kürzlich ihre konsularischen Dienste für solche Männer im Ausland ausgesetzt hat. Dies berichtet der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz gegenüber dem Fernsehsender Polsat.

Ukraine kämpft mit Ausrüstungs- und Personalmangel

Die Ukraine kämpft derzeit mit einem erheblichen Ausrüstungs- und Personalmangel im Vergleich zu den russischen Truppen an der Frontlinie. Das Parlament hat kürzlich ein neues Mobilisierungsgesetz verabschiedet, das das Mindestalter für die Einberufung von Männern von 27 auf 25 Jahre senkt.

Am Mittwoch kündigte das Außenministerium an, dass es die konsularischen Dienste für wehrpflichtige Männer, die im Ausland leben, aussetzen werde. Daraufhin gab es wütende Szenen in den Konsularbüros und Agenturen, etwa in Polen, wo Männer, die Termine zur Abholung von Dokumenten vereinbart hatten, informiert wurden, dass Ihnen diese Unterlagen verweigert werden.

Ukrainischer Außenminister fordert Fairness

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sagte der britischen Tageszeitung Guardian am Mittwoch, es sei inakzeptabel, dass ukrainische Männer außerhalb des Landes "in Restaurants sitzen", während andere sterben.

Kuleba betonte, dass es auch darum gehe, Fairness gegenüber denen zu demonstrieren, die an der Front sind. Aber offenbar haben viele ukrainische Männer mehr Lust im Restaurant zu sitzen, als zu sterben – wobei die Formulierung, andere würden sterben, womöglich vom Guardian stammt und nicht gesichert Teil des wörtlichen Zitats ist.

Abschiebung in den Krieg? Das wird Gerichte befassen

Dennoch mach die Formulierung der britischen Tageszeitung deutlich: Es ist juristisch schwierig, Männer mit der Perspektive abzuschieben, dass sie ihr Leben verlieren oder verkrüppelt von der Front wiederkommen.

Viele solcher Fälle werden die Gerichte in den jeweiligen Ländern fortan vermutlich befassen. In Deutschland jedenfalls hatte Justizminister Marco Buschmann (FDP) im Dezember bereits Aufforderung der Ukraine eine Absage erteilt, wehrfähige Männer aus der Ukraine abzuschieben.

Viele Ukrainer leben schon lange im Ausland

Tausende von Männern sollen seit Beginn des Krieges illegal die westlichen Grenzen der Ukraine überschritten haben, manchmal sogar Bestechungsgelder zahlend, um dies zu erreichen.

Viele andere ukrainische Männer leben jedoch bereits seit Jahren außerhalb des Landes. Einige kehrten nach Kriegsbeginn zurück, doch viele haben Familien und ein Leben außerhalb des Landes und möchten nicht zurückkehren.

Polen erwägt neue Regulierungen

Der polnische Anwalt Tadeusz Kołodziej von der Ocalenie Foundation, einer polnischen NGO, erklärte, dass es derzeit keinen Mechanismus gebe, mit dem die polnischen Behörden ukrainische Männer in die Ukraine abschieben könnten.

Allerdings wird das polnische Parlament in der kommenden Woche neue Regulierungen in Betracht ziehen, die von allen Ukrainern verlangen, einen gültigen Pass vorzuweisen, um Leistungen in Polen in Anspruch nehmen zu können. Eine solche Forderung hatte für Deutschland auch der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter gestellt.

NGO-Vertreter: Unklarheit führt zu Angst

Igor Lisin, Vizepräsident der Stiftung Ukraine, die mit Ukrainern in Polen arbeitet, sagte, dass die jüngsten Ankündigungen bei vielen Ukrainern in Polen Stress und Ängste provoziert. Vielen von ihnen setze die Unsicherheit darüber zu, was die neue Praxis für sie bedeute. "Je weniger die Leute wissen, desto mehr fürchten sie", sagte er.

Polen wurde für die Art und Weise gelobt, wie es seine Grenzen für ukrainische Flüchtlinge in den ersten Kriegsmonaten geöffnet hat, und die polnische Regierung bleibt einer der lautstärksten Unterstützer der Ukraine in der EU. Allerdings gibt es Anzeichen für eine zunehmende "Ukraine-Müdigkeit" in der polnischen Gesellschaft.


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NEUER BEITRAG26.05.2024, 14:22 Uhr
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FPeregrin

Über Die Ukraine hinaus Wenn man - wie ich - eine nukleare Eskalation des Kriegs bis spätestens Herbst 24 für nicht ganz unwahrscheinlich hält, nicht zuletzt, weil die ukrainischen Faschisten den Krieg ausweiten müssen, da sie ihn so nicht gewinnen können, kommt dies hier nicht ganz unerwartet: tp heute:

Eskalation im Ukraine-Krieg: Russisches Atomraketen-Frühwarnsystem getroffen

26. Mai 2024 Lars Lange

Mutmaßlicher Angriff der Ukraine beschädigt russisches Frühwarnsystem für Atomraketen. Wird nun ein atomarer Gegenschlag folgen? Ein Interview mit Markus Reisner.

Satellitenbilder bestätigen, dass ein russisches strategisches Frühwarnradar im Südwesten des Landes vermutlich durch einen ukrainischen Drohnenangriff Anfang der Woche schwer beschädigt wurde. Die ukrainische Seite hat sich bisher nicht offiziell zu dem Angriff bekannt, aber in der englisch-sprachigen Presse wird es als wahrscheinlich angesehen.

Telepolis hat Markus Reisner, dem bekannten österreichischen Historiker, Offizier des Bundesheeres und Militärexperten über die Bedeutung der Anlage gesprochen – und über das mögliche Konfliktpotenzial, das damit verbunden ist.

Warum ist der mutmaßliche ukrainische Drohnenangriff auf die russische Radarstation Armawir im Südwesten der Region Krasnodar überaus bemerkenswert?

Markus Reisner: Auf am 24. Mai 2024 aufgetauchten Bildern ist zu erkennen, dass zumindest eines der beiden in Armawir stationierten russischen Voronezh-DM-Frühwarnradarsysteme bei einem gezielten Angriff schwer beschädigt wurde. Russland verfügt derzeit über bis zu zehn derartige Frühwarnradarsysteme.

Sie sind über ganz Russland verteilt, auf Standorten in Murmansk, bei St. Petersburg, in Kaliningrad, in Barnaul, in Omsk, bei Irkutsk, bei Workuta, in Krasnogorsk und im genannten Armawir. Letztere aus zwei Radaren bestehende Anlage wurde gebaut, um ähnliche, ursprünglich in der Westukraine und auf der Krim installierte sowjetische Systeme zu kompensieren.

Bei diesen Voronezh-DM-Radaren handelt es sich um "Over-the-Horizon" (OTH) – "Ultra High Frequency" (UHF)-Radare, welche Teil des russischen Frühwarnradarsystems zur Erkennung ballistische Raketen sind. Die Radare haben eine Reichweite von horizontal 6.000 und vertikal 8.000 Kilometer. Ihr Ziel ist es, vor allem anfliegenden US-amerikanische Atomraketen früh erkennen zu können, um rasch eigene Maßnahmen, darunter im äußersten Fall einen russischen nuklearen Gegenschlag, einleiten zu können. Denkbar ist auch die Weitergabe von Frühwarndaten an Verbündete, wie z. B. dem Iran, Nordkorea oder China.

Welchen Nutzen hätte die Ukraine von solch einem Angriff auf russische Frühwarnradarsysteme?

Markus Reisner: Die Ukraine verfügt nur mehr über Raketenwaffen mit begrenzter Reichweite. Eigene Systeme wie Tochka-U sind verbraucht und an vom Westen gelieferten Systemen sticht das von den USA stammende System Army Tactical Missile System (ATACMS) heraus. Dieses hat eine Reichweite von 300 Kilometern bei einer Flugbahnhöhe von bis zu 60 Kilometern.

Man könnte nun mutmaßen, dass die ukrainischen Streitkräfte Armawir ins Visier genommen haben könnten, weil sie befürchteten, dass der Standort dazu beitragen könnte, eine Vorwarnung für ihre Angriffe mit von den USA gelieferten ballistischen ATACMS zu geben. Armawir befindet sich jedoch knapp 700 Kilometer von möglichen ATACMS Abschussräumen bei Cherson entfernt.

D. h. aufgrund des Voronezh-DM-Radarhorizonts ist es bei dieser Reichweite schwierig, mit niedriger Scheitelbahnhöhe fliegende ATACMS-Raketen zu detektieren. Die anvisierte einfliegende Rakete sollte sich zur exakten Messung zumindest in einer Höhe von über eintausend Kilometern befinden. Interkontinentalraketen fliegen in der Regel in Höhen von bis zu 2.000 Kilometern. Also im optimalen Detektionsbereich des Voronezh-DM-Radars. Für taktische Kurzstreckenraketen, wie ATACMS sind andere Radarsysteme vorgesehen.

Gibt es noch anderes Erklärungsmodell für einen Angriff und warum ist dieses bedeutungsvoll?

Markus Reisner: Die beiden russischen Voronezh-DMs in der Anlage bei Armawir sind ein integraler Bestandteil des strategischen Frühwarnerkennungssystems Russlands, und ihr Ausfall könnte die Fähigkeit des Landes, ankommende nukleare Bedrohungen zu erkennen, beeinträchtigen.

Im Moment befinden sich die russischen Streitkräfte in der Ukraine in der Initiative. Dies wird zudem hinterlegt bzw. abgesichert mit fortlaufenden russischen Drohungen betreffend einen Einsatz von Mitteln des eigenen Nuklearpotentials. Im Herbst 2022, kurz vor dem überraschenden Abzug der vor dem Einschluss stehenden russischen Truppen aus dem Brückenkopf bei Cherson, berichteten die US-Geheimdienste von möglichen Vorbereitungen eines russischen taktischen Nukleareinsatzes.

Nicht zuletzt derartige Ereignisse erklären das überlegte, aber nicht überschießende Vorgehen der USA (Strategie "Boiling the Frog") gegenüber Russland. Es ist daher durchaus schlüssig, dass die USA mit dem durch die Ukraine ausgeführten Angriff auf die Voronezh-DMs in Armawir Russland zeigen möchte, dass man die unerträgliche Situation der russischen Drohungen mit Atomwaffen nicht länger akzeptieren möchte.

Ist dies tatsächlich der Fall, lassen sich zwei weitere Feststellungen treffen. Erstens ist die Lage in der Ukraine überaus ernst und zweitens der Krieg um die Ukraine ist neuerlich eskaliert.

Es bleibt nun abzuwarten, wie oder ob Russland auf diesen Angriff auf seine nukleare Abschreckungskapazität reagiert. Das russische Frühwarnerkennungssystem ist Teil der nuklearen Abschreckungsstrategie des Landes.

Der Angriff auf Armavir könnte die Bedingungen erfüllen, die Russland im Jahr 2020 öffentlich für gegnerische Angriffe festgelegt hat, die einen nuklearen Vergeltungsschlag auslösen könnten. Hinzu kommt der Umstand, dass eine mögliche Zusammenarbeit Russlands mit seinen engen Verbündeten im Raum eingeschränkt wurde, zum Vorteil von engen Partnern der USA.

Vielen Dank für das Gespräch.


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