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K-Gruppen in den 70ern in der BRD
  begonnen von AG Foren-Tscheka am 12.02.2017
  Seite: 12  
13.02.2017, 19:45 Uhr
K-Gruppen in den 70ern in der BRD

Communarde
retmarut
Vorbildlich recherchiert auch die Dissertation von Michael Steffen aus 2002 "Neues vom Trüffelschwein" zur Geschichte des KB. Im vorderen Teil des Werks auch ein Überblick über die damalige K-Gruppen-Szene.
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Und dann natürlich noch die Genossen aus dem eigenen Umfeld, die auf Nachfrage gerne mal Anekdotisches über ihre "wilde Zeit" in den 1970er/80er berichten.
08.03.2017, 23:54 Uhr
K-Gruppen in den 70ern in der BRD

Communarde
secarts
Ich habe mir das empfohlene "zur Geschichte der K-Gruppen" von Anton Stengl (Zambon-Verlag) besorgt. Dazu nur eine kurze Einschätzung: Wie alle Äußerungen von Beteiligten an den Geschehnissen hat es alleine dadurch, dass es ein Zeitzeugenbericht ist, einen Wert. Wo allerdings der Autor als Zeitzeuge genau beteiligt war, erfährt man nicht - "er ... war in jungen Jahren in einigen der in diesem Buch behandelten Organisationen aktiv", heißt es nur lapidar. Das mag angehen, wenn er sich von allen, den eigenen wie den feindlich gesinnten Organisationen gleichermaßen, entfernt hätte. Bei Stengl allerdings wird sehr schnell klar, wo er seine frühen politischen Jahre verbracht haben wird (ich wette einen Sixpack auf: KPD-AO und/oder -ML), und das spricht eben gerade nicht für die errungene Distanz, die eine völlige persönliche Zurücknahme gestatten würde. Manche Polemik hat eben eine Halbwertszeit von nicht weniger als 35 Jahren...

Trotzdem: Das (einmalig schlampig redigierte) Buch enthält allerhand nützliches statistisches Material und einiges lehrreiches zu nationalen (bezüglich unserer Debatte um den Parteienstatus der K-Gruppen: Laut Stengl hatten ihn KPD-AO, -ML und KBW!) und internationalen Geschehnissen. Bei manchen Angaben stutzt man aber: So tradiert der Autor seine früh eingeübte Feindschaft zur "kapitalistisch gewendeten" VR China fröhlich weiter, ohne die Ähnlichkeit dieser Attitüde zur (von ihm zu Recht nachträglich kritisierten) Feindseligkeit der damaligen K-Gruppen gegenüber der UdSSR zu erkennen. Da kommt es dann zu völlig haltlosen Behauptungen (wie einem angeblichen "Massaker mit 40.000 Toten" an den - damals schon seit etlichen Jahren erloschenen! - Roten Garden im China der späten 70er Jahre).

Prinzipienvergessenheit ist Stengl hingegen (im Gegensatz zu vielen seiner damaligen Genossen, die heute ins Kleinbürgertum und die Bourgeoisie zurückgefunden haben) nicht vorzuwerfen, er ist konsequent geblieben: Einerseits im Brast auf die Ausläufer der damalig feindlichen Grüppchen, insbesondere auf die dem KB entsprungenen "Antideutschen", andererseits aber auch in seinem Antikapitalismus und -militarismus. Ohne explizite Hauptfeindbestimmung kritisiert Stengl völlig zu Recht die "vaterländische" Blinkerei von KPD-AO (in einer späteren Phase, da als KPD) und -ML.

Etwas irritierend ist Stengls Lob auf die "KPD-ML NEUE EINHEIT", eine spinnerte Kleinstgruppe, die selbst in ihrer besten Zeit um 1972 herum nicht über zwei Dutzend Mitglieder hinausgekommen sein dürfte. So sehr und so richtig er die späten Lebenswege von vielen gewendeten K-Grüpplern kritisiert, zu den homophoben Säuberungsphantasien und den Querfrontsympathien der "Neuen Einheit": kein Wort. Im Gegenteil, noch eine ausdrückliche Empfehlung für Texte der Gruppe (über die Kulturrevolution). Sympathisch ist hingegen seine faktensichere und präzis-knappe Darstellung der Ereignisse in Portugal in den 70er Jahren. Da hab ich was gelernt.

Im "Fazit" zur heutigen radikalen linken Szene erklärt er ausgerechnet die Trümmermasse der Autonomen (Buch ist von 2011) zum einzigen und legitimen Erben der ganzen antirevisionistischen/marxistisch-leninistischen Gruppenwelt der 70er; die DKP ist für ihn nur ein folkloristischer Appendix der Linkspartei (auch da spuken noch die K-Gruppen; damals war die DKP für sie ja nur Wurmfortsatz der SPD). Das scheint dann doch verkürzt. Die DKP stellt, gerade noch knapp vor der MLPD, immerhin die größte "linksradikale" Organisation der BRD dar.

Für historisch Interessierte mit gewisser Vorkenntnis und ohne Wunsch nach praktischer Orientierungshilfe ist das Buch lesenswert, wenn auch mehr als streckenweise mühsam.
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