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NEUES THEMA01.01.2009, 08:40 Uhr
 Kollektiv 
secarts.org Redaktion
• Viva Cuba! Am ersten Januar 2009 j√§hrt sich zum 50. Male die cubanische Revolution - eine Revolution, die viel mehr war und ist als einer der √ľblichen politischen Umst√ľrze, die gerade lateinamerikanische L√§nder mit gewisser Regelm√§√üigkeit heimsuchen und doch nur eine neue Oligarchie an Stelle einer abgewirtschafteten Alten zu setzen verm√∂gen. Die cubanische Revolution hat nicht nur die kleine Insel Cuba, vormals beinahe ein inoffizieller Bundesstaat der USA und in diesem Abh√§ngigkeitsverh√§ltnis Bordell und Spielcasino des erdr√ľckend m√§chtigen Nachbarn befreit, sondern zudem ein Fanal f√ľr die um Befreiung ringenden V√∂lker ganz Amerikas, Afrikas und Asiens gesetzt: die Befreiung ist machbar, und - sie kann verteidigt werden...

Bis Cuba, 50 Jahre nach der erfolgreichen Revolution und noch immer nicht in die Knie gezwungen, dies heute aller Welt demonstrieren kann, musste viel geschehen.


Im Jahre 1956 f√ľhlten sich cubanische Rebellen, zusammengesetzt aus Teilen der nationalen, unter der US-Knute leidenden Bourgeoisie Cubas, aus Landarbeitern und Tagel√∂hnern, aus kritischen Intellektuellen, stark genug, um einen gro√üangelegten Angriff auf das Lakaienregime Fulgiencio Batistas, des Statthalters der Kompradoren auf Cuba, zu wagen: mit der f√ľr 20 Personen ausgelegten Motoryacht "Granma" stachen hunderte Guerilleros von Mexiko am 25.11.1956 in See Richtung Cuba. Der Plan der Rebellen sah vor: Zusammentreffen mit weiteren √ľber verschiedene Wege nach Cuba eingereisten K√§mpfern am 30.11. in der N√§he der Gro√üstadt Santiago de Cuba. Nach der Zusammenf√ľhrung der Truppen sollte der Aufstand beginnen. Doch schwerer Seegang und ein Motorschaden der Yacht lie√ü die Ankunft beinahe scheitern: erst am 2.12. kamen Castros M√§nner an Land; noch dazu rund 200 Kilometer vom geplanten Zielpunkt entfernt.
Die Rebellion der vorher eingetroffenen K√§mpfer war zu diesem Zeitpunkt bereits niedergeschlagen worden. Die Armee Batistas erwartete die Rebellen bereits an Land. Nur zw√∂lf Menschen, darunter Fidel und Raul Castro und Ernesto Che Guevara, gelang die Flucht in die Berge der W√ľste Sierra Maestra.

Die Leichtfertigkeit der Armee Batistas, der sich bereits als Sieger auf ganzer Linie w√§hnte, war das eine Element, dass die beinahe aufgeriebene Guerillatruppe rasch wieder erstarken lie√ü. Das Zweite war die unbarmherzige Ausbeutungspolitik gegen√ľber der armen Landbev√∂lkerung, die immer mehr mittellose Bauern in die Reihen der Guerilla trieb. 1957 kamen die Rebellen wieder auf rund dreihundert K√§mpfer: ihren Bedarf an Waffen besorgten sie sich durch √úberf√§lle auf Polizeist√ľtzpunkte und Armeekasernen; ihr Lager fanden sie bei den sympathisierenden Landarbeitern und Bauern.
Langsam verlor auch Batista die Nerven: nach dem Scheitern einer Gro√üoffensive im Jahre 1958 und den darauf folgenden Gewaltexzessen gegen die Zivilbev√∂lkerung zerbr√∂ckelte sein R√ľckhalt immer rapider - auch seine Befehlshaber in Washington D.C. gaben ihren einstigen Z√∂gling im Jahr 1958 auf und stellten ihre Waffenlieferungen an ihn ein.

Im Sommer 1958 begann der Generalangriff der Guerilleros unter Castros F√ľhrung auf das morsche Regime Batistas. Die 10000 Soldaten Batistas hatten dem immer weniger entgegenzusetzen; im November 1958 fiel die zentrale Provinz Las Villas in die H√§nde einer von Che Guevara gef√ľhrten Rebellenarmee. Nachdem auch noch eine letzte gro√üe Waffenlieferung an die wenigen noch Batista-treuen Armeeeinheiten von den Guerilleros aus den Gleisen gesprengt wurde, packte General Fulgencio Batista zu Silvester 1958/59 seine Sachen - und die gesamte Staatskasse Cubas - und floh ins Exil.
Am 8. Januar zogen die siegreichen Guerilleros, allen voran Fidel Castro und Che Guevara, im Triumph in der Hauptstadt Havanna ein. Die Diktatur Batistas - und die indirekte Kolonialisierung durch die USA - waren beendet.

Das neue Cuba

Keineswegs sicher war im Jahre 1959, wohin die siegreichen Rebellen das Land steuern w√ľrden: die "Bewegung 26. Juli" war heterogen in ihrer Zusammensetzung und Zielen: neben prokommunistischen oder radikaldemokratischen Fl√ľgeln fanden sich auch Teile der cubanischen nationalen Bourgeoisie und Agents Provocateurs in ihren Reihen, die selbstverst√§ndlich alle versuchten, ihr Maximalprogramm durchzusetzen. Castro selbst sah sich zu diesem Zeitpunkt keineswegs als Kommunist - ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Raul und Che Guevara, die ihre F√ľhler in Richtung UdSSR und VR China ausstreckten. Die b√ľrgerliche Herkunft erm√∂glichte es Fidel Castro, zun√§chst sehr erfolgreich m√∂glicht breite Teile der cubanischen Gesellschaft f√ľr sein Programm zu gewinnen.

Im Einzelnen sah dieses Programm zun√§chst eine Befreiung des Landes von parasit√§ren Elementen, ausl√§ndischen Ausbeutern und den √ľbelsten Unterdr√ľckern aus der einstigen Batista-Bande vor. Erst durch die zwangsl√§ufige Zuspitzung der Klassenk√§mpfe, die auf die nationale Befreiung folgten und alle Beteiligten mitrissen, kam es zu gr√∂√üeren Enteignungswellen - als es an die Verstaatlichung der ausl√§ndischen Betriebe ging, die Cuba mit Monopolen √ľberzogen hatten, folgten erste au√üenpolitische Differenzen. 1960 wurde ein US-Handelsembargo gegen Cuba erlassen - es besteht bis heute. Der Abruch der diplomatischen Beziehungen folgte einige Monate sp√§ter.

Schweinebucht und Kuba-Krise

Unter den US-Pr√§sidenten Eisenhower und Kennedy wurde bereits eine milit√§rische L√∂sung des "Problems Cuba" angegangen; am 17. April war es dann soweit: 1700 exilcubanische S√∂ldner landeten mit US-Waffen in der Bah√≠a de Cochinos (Schweinebucht) im s√ľdlichen Cuba. Die Invasion sollte einen Aufstand der Castro-Gegner ausl√∂sen und so im Sturm Cuba nehmen; mit dem Anschlu√ü erheblicher Teile der cubanischen Streitkr√§fte wurde gerechnet. Doch alles kam ganz anders: nicht vom Milit√§r, sondern von der bewaffneten Bev√∂lkerung wurde die erste Welle der Invasoren zur√ľckgeschlagen; die Interventen wurden binnen weniger Tage vernichtend geschlagen.

Am 1. Mai 1961 erkl√§rte Fidel Castro Cuba zur sozialistischen Republik - die "Vereinigten Revolution√§ren Organisationen" (ORI), ein Zusammenschlu√ü aus der "Bewegung des 26. Juli", der damaligen KP Kubas und anderen Organisationen, √ľbernahm die F√ľhrung des Staates. 1961 bezeichnete sich Fidel Castro selbst als Marxist-Leninist.
Die UdSSR und andere sozialistische L√§nder wurden nicht nur zur "Schutzmacht" f√ľr Cuba, dass nur rund hundert Seemeilen zur K√ľste Floridas immer mehr zum sozialistischen Stachel im Fleische der imperialistischen L√§nder wurde. Es folgten umfangreiche √∂konomische Hilfen und Waffenlieferungen zum Schutze der Revolution.
Die immer st√§rker werdende Anbindung Cubas an den sozialistischen Block f√ľhrte 1962 zur Eskalation: sowjetische Mittelstrecken-Nuklearrakten wurden auf Cuba installiert; die USA verh√§ngten daraufhin eine umfassende Seeblockade gegen Cuba. Die imperialistischen L√§nder drohten offen mit einem Atomkrieg - der Abzug der bereits installierten Raketenrampen dreizehn Tage sp√§ter konnte die ernsthafte Krise gerade so abwenden. Castro und die cubanische Bev√∂lkerung zeigten sich auch √ľber das Machtkalk√ľl Chruschtschows, der ohne Kontaktierung der cubanischen Verb√ľndeten Weltpolitik betrieb, konsterniert.

Das Verhältnis Cubas zur UdSSR blieb eng, aber ambivalent. Castro und insbesondere auch Che Guevara brachen niemals die Beziehungen zur VR China ab und gingen nicht jeden Weg mit, den die Sowjetunion einschlug. Gorbatschows "Perestroika" stieß in Cuba nicht auf Gegenliebe.
Der Zusammenbruch der UdSSR bedeutete dennoch die schwerste Krise f√ľr Cuba seit der Invasion in der Schweinebucht: seit 1990 die Hilfen der UdSSR komplett wegfielen, muss sich Cuba noch mehr als vorher mit eigenen Kr√§ften weiterhelfen. Eine "Spezialperiode" mit wirtschaftlichen Einschr√§nkungen und begrenzter Marktliberalisierung half Cuba auch √ľber dieses Problem hinweg.

Sehr viel anschaulicher als in dieser kurzen Schilderung umreißt Fidel Castro selbst die Geschichte der cubanischen Revolution in seiner Rede zum 40. Jahrestag des Sieges am 1. Januar 1999 index.php?show=article&id=180, die komplett auf secarts.org wiedergegeben ist.

Cubanischer Sozialismus

Das politische System auf Cuba, der Sozialismus mit spezifischen Elementen eines kleinen, vormals sehr schwachen und stark abh√§ngigen Landes mit agrarischem Schwerpunkt, hat sich stabilisiert, und manch ein sozialistisches Land mit h√∂herer Industrialisierung, gr√∂√üerem Territorium und umfangreicherer Bev√∂lkerung √ľberlebt. Woher r√ľhrt diese St√§rke?
Die Vermittlung politischer Entwicklungswege war in Cuba immer stark - und st√§rker als in vielen anderen sozialistischen Staaten - an Diskussion und Umsetzung in und durch die Bev√∂lkerung selbst gekoppelt. Die Kommunistische Partei Cubas, eine kleine Partei mit wenigen Mitgliedern, war nie ein "Karrieresprungbrett" f√ľr Aufstiegswillige und hat sich ihren avantgardistischen Charakter bewahren k√∂nnen. Und nicht zuletzt die Transparenz der politischen F√ľhrung, das offene Eingest√§ndnis auch schwieriger Situationen ohne Versuche, die Lage zu besch√∂nigen oder Probleme wegzuschweigen, hat ein andersgeartetes Verantwortungsbewu√ütsein f√ľr die gemeinsame Revolution im Volke erzeugen k√∂nnen.

Nicht der einmalige Sieg einer Revolution, sondern ihre stete Verteidigung hat das sozialistische Cuba nicht nur den Zusammenbruch des sozialistischen Weltsystems 1989/90 √ľberstehen, sondern auch den Grundstein f√ľr die in den letzten Jahren erstarkende soziale Befreiungsbewegung Lateinamerikas mit Cuba als Vorbild, Garant und Vork√§mpfer legen lassen. Es sind unter anderem folgende, kurz skizierte Elemente, die Cubas Sozialismus ausmachen:
strikten Internationalismus. Cuba hat - trotz mehr als begrenzter eigener Mittel - konsequent Befreiungsbewegungen in aller Welt geholfen; von Angola bis Nicaragua.Wirtschaften aus eigener Kraft. Cuba verlie√ü den von ausl√§ndischen Imperialisten diktierten Weg der Monokulturen (Zucker und Tabak) nach M√∂glichkeiten und diversifizierte Agrikultur und Kultivierung. Eine eigene industrielle Basis wurde mit sowjetischer und chinesischer Hilfe errichtet.Ausbau des Bildungs- und Gesundheitssystems. Cuba hat heutzutage weniger als 3% Analphabeten; die Gesundheitsversorgung ist die Beste in ganz (!) Amerika.√úberwindung gesellschaftlicher Spaltungen. Eines der weltweit ersten "Antidiskriminierungsgesetze" sichert die gleiche Stellung von Mann und Frau und hebt die rassistischen Diskriminierungen auf.Verteidigung der Errungenschaften der Revolution. Cuba ging bewu√üt nicht den Weg der Aufweichung, wie in Gorbatschow f√ľr die UdSSR und viele sozialistische L√§nder initiierte, mit - Cuba will und wird sich verteidigen, nach innen wie nach au√üen.
Gegen ausl√§ndische Zugriffsversuche musste und muss sich Cuba beharrlich verteidignen. Im "Hinterhof" der USA ist klar, woher die gr√∂√üte und direkteste Bedrohung f√ľr den cubanischen Sozialismus kommt. Doch auch europ√§ische Imperialisten - unter ihnen Deutschland - w√ľnschen dem freien Cuba den Tod. Genosse Castro hat immer wieder deutlich gemacht, dass sich Cuba gegen s√§mtliche Einmischungsversuche zu erwehren hat - auch gegen die schleichende, unmilit√§risch daherkommende Aggression aus Europa. Ein Ausschnitt aus seiner Rede zum 50. Jahrestag des Sturms auf die Moncada-Kaserne, gehalten am 26. Juli 2003 index.php?show=article&id=182, dokumentiert dies.
Trotz begrenzter Mittel, trotz einem Ozean von Feindseligkeit um die kleine Insel Cuba, hat es die cubanische Revolution vermocht, ihren Menschen die wichtigsten aller Rechte einzuk√§mpfen: Das Recht auf Erhaltung des Lebens durch ausreichende Ern√§hrung. Das Recht auf Bildung, Beruf und Gleichberechtigung. Und das Recht auf ein Leben in W√ľrde.

Die Cubaner wissen sehr genau, was sie daran haben. Diese Errungenschaften sind in ganz Lateinamerika (bisher) einmalig - und teuer und hart erk√§mpft. Sie werden f√ľr immer Manifestation des Triumphes √ľber Profitkalk√ľl, Ausbeutung und Imperialismus bleiben.

Wir, als Redaktion der Webseite secarts.org, gratulieren dem cubanischen Volk, der cubanischen Revolution, und zollen unsere Achtung vor 50 Jahren Kampfgeist, Beharrlichkeit und Prinzipientreue: f√ľr eine kleine Insel Amerikas, die aus dem System des Imperialismus ausscherte und seitdem beweist, dass es anders geht - und f√ľr eine gro√üe Idee mit Strahlkraft nicht nur nach Amerika, sondern in alle Welt.

Hasta la victoria siempre!
socialismo o muerte!



#cuba #fidelcastro #kpkubas #kuba #usa
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Viva Cuba!
Am ersten Januar 2009 j√§hrt sich zum 50. Male die cubanische Revolution - eine Revolution, die viel mehr war und ist als einer der √ľblichen politischen Umst√ľrze, die gerade lateinamerikanische L√§nder mit gewisse...more secarts.org Redaktion 01.01.2009
Herzlichen Gl√ľckwunsch, Fidel!
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Was ist denn das f√ľr einseitig betrachteter Schmarrn? Also ist es v√∂llig falsch, dass der dumme Fidel Menschrechte mit F√ľ√üen tritt oder was? Abgesehen davon ist es wirklich einfach falsch, dass Kuba sich selbst...more Sebastian 14.08.2006
secarts.org Redaktion 13.08.2006
paulina 13.08.2006