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NEUES THEMA21.05.2019, 00:00 Uhr
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kaz

• H√§nde weg von Venezuela - auch die deutschen! Aus aktuellem Anlass soll in diesem Artikel versucht werden, die Aktivit√§ten des deutschen Imperialismus in Gestalt der Konrad-Adenauer-Stiftung in Lateinamerika, speziell in Venezuela zu beleuchten. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses ist unklar, ob und wie sich die Lage dort weiter zuspitzt, aber die offene Drohung mit Krieg steht bereits im Raum, um den gew√§hlten Pr√§sidenten zu beseitigen und den errungenen Fortschritt der letzten 20 Jahre r√ľckg√§ngig zu machen.

Parteinahe Stiftungen

Auf wikipedia liest man folgende "Definition": "Parteinahe Stiftungen (...) sind den politischen Parteien in Deutschland nahestehende Institutionen zum Zweck der politischen Bildung, die aber aus rechtlichen Gr√ľnden von den ihnen nahestehenden politischen Parteien getrennt sind. Jede der im Bundestag vertretenen Parteien arbeitet mit einer ihre politischen Grunds√§tze vertretenden Stiftung zusammen."1

"Allein im vergangenen Jahr konnten die sechs Stiftungen einen Rekordbetrag in Höhe von 581,4 Millionen Euro verbuchen. Das waren rund 27 Millionen Euro mehr als noch ein Jahr zuvor. Betrachtet man den Zeitraum ab 2012, errechnet sich ein Plus von gut 30 Prozent. Seit dem Amtsantritt von Angela Merkel (CDU) als Bundeskanzlerin im Jahr 2005 haben die politischen Stiftungen 5,6 Milliarden Euro erhalten."2

Dieses Geld aus Steuermitteln bekommt eine solche "Stiftung" allerdings erst, wenn die Partnerpartei ... zum zweiten Mal den Einzug in den Bundestag schafft."3

Der deutsche Imperialismus und die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Um seine Ziele wirkungsvoll verfolgen zu k√∂nnen geht es dem deutschen Imperialismus stets auch um die Destabilisierung anderer Staaten, wof√ľr er das deutsche Stiftungswesen sehr erfolgreich zu nutzen versteht. Eine sehr einflussreiche aber zu wenig beachtete sogenannte "Stiftung" ist die Konrad-Adenauer-Stiftung. Sogenannt, weil sie keine echte Stiftung im eigentlichen Sinne ist, ‚Äď nicht etwa aus dem privaten Verm√∂gen des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer gespeist wurde, wie der Name eventuell vermuten lie√üe. Nein, sie ist ein privater eingetragener Verein (e.V.), √§hnlich einem Kaninchenz√ľchterverein. Im Unterschied zu Kanninchenz√ľchtern bezog die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) allerdings beispielsweise im Jahr 2017 167,1 Millionen Euro aus dem Staatshaushalt. Angela Merkel sitzt im Vorstand und Norbert Lammert, ehemaliger Bundestagspr√§sident, ist seit 1. Dezember 2017 der neue Vorsitzende der "Stiftung"4.

Was machen "die" denn so?

[Venezuela1_fmt.jpeg]Am Beispiel Lateinamerika und (aus aktuellem Anlass) speziell an den Vorg√§ngen um Venezuela sollen im weiteren die "W√ľhlt√§tigkeiten" dieser "ehrenwerten Gesellschaft" beleuchtet werden. (Was nicht hei√üt, dass die KAS nur dort t√§tig ist, denn sie betreibt ihr Gesch√§ft mit Niederlassungen in √ľber 80 L√§ndern der Welt. Auch ist sie nicht die einzige reaktion√§re deutsche "Stiftung", die destabilisierend in anderen L√§ndern wirkt. Zwei weitere sind die Hanns-Seidel-"Stiftung" e.V. der CSU und die Friedrich Naumann Stiftung, die einzige bei der es sich rein rechtlich um eine echte Stiftung handelt, der FDP). Venezuela ist eines der ersten L√§nder, welches 1964 von der KA-Stiftung mit einer Niederlassung "begl√ľckt" wurde, kurz nach ihrer Umbenennung in "Konrad-Adenauer-Stiftung". Eine vollst√§ndige Aufz√§hlung aller "Schweinereien" der KAS allein in Lateinamerika seitdem w√ľrde nat√ľrlich den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen. Deswegen soll hier nur "schlaglichtartig" ein winziger Teil der W√ľhlarbeiten beleuchtet werden.

Machen wir nun also einen kleinen Zeitsprung in das Jahr 2007, Hugo Chavez ist seit 1998 (mit 56 %) gew√§hlter Pr√§sident Venezuelas, er hat bereits einen Putschversuch im Jahr 2002 dank seiner Beliebtheit im Volk √ľberlebt und sitzt nun wieder (und immer noch) fest im Sattel. Bei den Pr√§sidentschaftswahlen 2006 entfielen nach dem amtlichen Endergebnis auf den Kandidaten Hugo Chavez sogar 62,84 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung setzt daher auf einen "Wandel durch Umarmung" (h√∂rt sich irgendwie bekannt an). Was man sich darunter vorzustellen hat, konnte man damals (und kann man immer noch) auf dem Internetportal "german foreign policy" nachlesen:

Wandel durch Umarmung

"Durch Verlagerung von offener Konfrontation auf eine Strategie der "Umarmung" will die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) einen Regierungswechsel in Venezuela erreichen. Dies geht aus Berichten von einer Konferenz hervor, die die CDU-nahe Organisation Ende Mai gemeinsam mit US-amerikanischen Stiftungen in Washington durchf√ľhrte. Die KAS setzt damit ihre bisherigen Aktivit√§ten fort, die auf die Abl√∂sung der mehrfach demokratisch best√§tigten Regierung Chavez zielen, modifiziert sie jedoch wegen der anhaltenden Erfolglosigkeit sowie wegen des wachsenden venezolanischen Widerstands gegen √§u√üere Einmischung. So hat Caracas erst k√ľrzlich Vorw√ľrfe entschieden zur√ľckgewiesen, die die deutsche EU-Ratspr√§sidentschaft erhoben hatte, weil die Lizenz eines privaten Fernsehkanals nicht verl√§ngert worden war. Der Sender RCTV hatte zuvor einen Putschversuch unterst√ľtzt."5 Man h√∂re und staune, gerade ist der Pr√§sident Venezuelas mit √ľber 60 % zum dritten Mal im Amt best√§tigt worden und die KAS will einen "Regierungswechsel" bef√∂rdern und unterst√ľtzt hierzu Fernsehsender, die wiederum Putschversuche unterst√ľtzen?

Bis auf weiteres geschlossen

Weiter konnte man auf gfp lesen: "Widerstand gegen Einmischung aus Deutschland regt sich auch in Ecuador. Anlass ist eine diplomatische Intervention des deutschen Botschafters gegen die Politik des Ch√°vez nahestehenden ecuadorianischen Pr√§sidenten Rafael Correa. Die Auseinandersetzung droht sich zuzuspitzen: Correa will mehrere Wirtschaftsvertr√§ge seines Landes √ľberpr√ľfen, weil sie wom√∂glich Ecuador benachteiligen, darunter ein Abkommen mit Deutschland."6 Machen wir einen weiteren kleinen Zeitsprung ins Jahr 2014, bleiben aber noch kurz in Ecuador:

Die Lage hat sich zugespitzt, die Internetplattform "amerika21" berichtete (auch diese Berichte sind immer noch online abrufbar): "Quito. Die deutsche Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) schlie√üt am 1. September ihr B√ľro in Ecuador. Dies erkl√§rte die Pressesprecherin der CDU-nahen Organisation, Susanne Kophal, am Mittwoch gegen√ľber der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Sie best√§tigte damit √§u√üerungen des KAS-B√ľroleiters in Quito, Winfried Weck, der im Interview mit dem deutschen Auslandssender Deutsche Welle (DW) am Tag zuvor angek√ľndigt hatte, die KAS-Pr√§senz in Ecuador werde nach 50 Jahren beendet. Weck begr√ľndet die Entscheidung damit, dass die Regierung von Pr√§sident Rafael Correa "die politische Arbeit von Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen" zunehmend kontrolliere und Einfluss auf sie nehme. So seien diese Organisationen seit Juli 2011 per Gesetz verpflichtet, sich beim Ministerium f√ľr Internationale Zusammenarbeit (Seteci) registrieren zu lassen und dort j√§hrlich ihre Projekte vorzustellen. Seteci behalte sich das Recht vor, Einsicht in die Jahrespl√§ne zu nehmen und sie gegebenenfalls zu √§ndern. "Diese Bedingung war f√ľr uns nicht annehmbar", sagte Weck zur DW. "Wir schlie√üen das B√ľro aus politischen Gr√ľnden und suchen nach anderen M√∂glichkeiten, uns im Land zu engagieren."7 In einem sp√§teren Beitrag hei√üt es: "Auf einer Pressekonferenz in Quito hat Ecuadors Au√üenminister Ricardo Pati√Īo unl√§ngst Stellung zum R√ľckzug der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) aus dem s√ľdamerikanischen Land genommen. Laut Pati√Īo habe die Stiftung im Juli in einem kurzen Schreiben ohne Begr√ľndung mitgeteilt, dass sie ihr B√ľro schlie√üen werde. Der Minister erinnerte daran, dass die CDU-nahe deutsche Organisation zur Zeit der Diktatur 1979 eine Vereinbarung mit dem damaligen Au√üenminister √ľber eine "technische Kooperation" abgeschlossen hatte. Er wolle damit nicht zum Ausdruck bringen, dass die Stiftung die Diktatur unterst√ľtzt h√§tte. Aber zur Geschichte geh√∂re auch dieses Detail, f√ľgte er hinzu. Zwei Jahre nach Abschluss dieser Vereinbarung gr√ľndete sich in Ecuador die christdemokratische Partei DP (Democracia Popular). Die Stiftung habe nicht allein technische Unterst√ľtzung geleistet, sondern sich politisch engagiert. So habe sie mit FUNDAMEDIOS zusammengearbeitet, einer Organisation zur Beobachtung der Medien. Dar√ľber hinaus habe sie die Organisation CORDES, einen der DP nahe stehenden Thinktank, der politische Veranstaltungen und Weiterbildungen realisiert, gegr√ľndet und finanziert. Dies best√§tigt ein Blick auf die Webseite der KAS. (...) Das sei bisher nicht beanstandet worden, betonte der Minister. Im vergangenen Jahr wurde die Stiftung, so wie andere Nichtregierungsorganisationen (NGOs) auch, dazu aufgefordert, sich zu registrieren und ihre Jahresplanung vorzulegen. Dazu Pati√Īo: "Es ist absolut falsch, dass die Regierung von Ecuador der Konrad-Adenauer-Stiftung gesagt hat, dass wir ihre Arbeit hier ver√§ndern w√ľrden. Was wir gesagt haben, ist, dass wir √ľberpr√ľfen, ob sie die geplanten Aktivit√§ten durchgef√ľhrt hat". Au√üerdem verwies er darauf, dass sich die KAS wie alle anderen ausl√§ndischen Organisationen auch, an den Artikel 37 des Dekrets 16 √ľber die T√§tigkeit von NGOs zu halten habe. Nach dieser Vorschrift darf sich deren Arbeit nicht gegen die innere Sicherheit und den √∂ffentlichen Frieden des Gastgeberlandes richten. "Der KAS gefiel die neue Regelung offensichtlich nicht", sch√§tzte der Au√üenminister ein. (...) Die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte in der Vergangenheit immer wieder und teils erfolgreich versucht, Teile der Zivilgesellschaft in Ecuador gegen Gesetze wie das Mediengesetz und eben jenes Dekret 16 zu mobilisieren."8

Weltbewegung f√ľr Demokratie

[Venezuela2_fmt.jpeg]Zur√ľck nach Venezuela: "Im Mai 2010 ver√∂ffentlichte das spanische FRIDE Institut einen entlarvenden Bericht: Mittel der so genannten Weltbewegung f√ľr Demokratie, eines Projekts des National Endowment for Democracy (NED), werden verwendet, um die venezolanische Opposition jedes Jahr mit der sagenhaften Summe von 40-50 Millionen US-Dollar zu unterst√ľtzen."9 Nat√ľrlich nennt der Bericht die USA als Hauptgeldgeber, aber auch hier taucht die KAS als Sponsor f√ľr rechte Parteien und Bewegungen auf: "So sollen die politischen Aktivit√§ten Venezuelas, aber auch S√ľdamerikas, von den USA und Europa stark beeinflusst und gelenkt werden. (...) Mehrere deutsche Stiftungen, darunter die Konrad Adenauer Stiftung (KAS) (...), beteiligen sich direkt an der Finanzierung der politischen Parteien in Venezuela. Die KAS investiert rund 500.000 Euro j√§hrlich in Projekte mit den rechten Parteien wie COPEI und Primero Justicia. Zus√§tzlich unterst√ľtzt die Konrad-Adenauer-Stiftung j√§hrlich mit 70.000 Euro Programme der konservativen Katholischen Universit√§t "Andr√©s Bello" (UCAB), einer Hochburg der oppositionellen Studentengruppen."10

Die Konrad-Adenauer-Stiftung lädt ein

Die KAS beschr√§nkt sich jedoch nicht darauf, mit Geldmitteln andere L√§nder zu destabilisieren, sie l√§dt nat√ľrlich auch ihnen genehme Politiker nach Deutschland und verleiht ihnen dadurch international Anerkennung: "Weniger als einen Monat nach Antritt der neuen Nationalversammlung [2011] in Venezuela hat die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Vertreter oppositioneller Parteien aus dem s√ľdamerikanischen Land nach Berlin und Br√ľssel eingeladen. (...) Acht hochrangige Vertreter des rechtsgerichteten Oppositionsb√ľndnisses ,Mesa de Unidad‚Äô sowie weiterer regierungskritischer Parteien [waren] im Bundestag zu Gast. Zudem sprachen die Gegner des amtierenden Pr√§sidenten Hugo Chavez vor Mitgliedern der Deutsch-S√ľdamerikanischen Parlamentariergruppe. Begleitet wurde die Oppositionsdelegation von Georg Eickhoff, dem Leiter des KAS-Auslandsb√ľros in Venezuela. (...) Entgegen den Gepflogenheiten wurde die venezolanische Botschaft nach Informationen aus diplomatischen Kreisen in Caracas weder von den Organisatoren noch von den Mitgliedern der Delegation kontaktiert."11

Die Bundeskanzlerin lädt ein

Auf german foreign policy ist 2017 zu lesen: "Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft am heutigen Mittwoch im Berliner Kanzleramt auf einen f√ľhrenden Politiker der venezolanischen Opposition. Julio Borges, laut Berichten Unterst√ľtzer des Putschs in Caracas von 2002, wird mit der Kanzlerin die politische Entwicklung in Venezuela besprechen. In dem Land toben heftige Machtk√§mpfe; die Opposition, die sich haupts√§chlich aus den alten wohlhabenden Eliten des Landes rekrutiert, steht den westlichen M√§chten nahe und wird entsprechend von Berlin gef√∂rdert. Bei der operativen Unterst√ľtzung f√ľr sie hat sich in den vergangenen Jahren vor allem die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) hervorgetan, die Borges‚Äô Partei Primero Just√≠cia etwa bei der "politischen Kommunikation" beriet. Primero Justicia war im Jahr 2002 ebenfalls in den Putsch involviert. Das Vorgehen Berlins entspricht √§hnlichen Praktiken in anderen L√§ndern Lateinamerikas, in denen die Bundesrepublik sich regelm√§√üig auf die Seite der alten Eliten stellt. Es erinnert zudem an Interventionen deutscher Stellen bei der Vorbereitung des Umsturzes in der Ukraine."12

Demokratie-Index f√ľr Lateinamerika

"Am 1. Oktober 2013 ist in den R√§umen der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin der sogenannte Demokratie-Index Lateinamerika IDD-LAT 2013 vorgestellt worden. Der aktuelle Demokratiereport wurde von dem argentinischen Meinungsforschungsinstitut Polilat erstellt und von der CDU-nahen Stiftung finanziert. Es handelt sich dabei um die 12. Ausgabe. Ziel des Demokratieindexes ist es laut Pressemitteilung der Konrad-Adenauer-Stiftung, "die politischen Entwicklungstendenzen Lateinamerikas zu beleuchten und den aktuellen Stand der Demokratie-Entwicklung in der Region eingehend zu analysieren und darzustellen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung will damit Politikern in F√ľhrungsfunktionen ein transparentes Instrument der Schwachstellenanalyse in die Hand geben (...)." (...) Die Studie beginnt mit den Worten: "Die Manipulation k√ľnstlich aufgebauter Kontroversen hat sich in Lateinamerika beinahe zu einem Markenzeichen einiger Machthaber entwickelt, denen sie als Mechanismus zum Machtaufbau dient. " Verfasst wurde dieses Vorwort von dem Leiter von Polilat, Jorge Arias, sowie von Georg Eickhoff, dem ehemaligen Leiter der Konrad-Adenauer- Stiftung in Venezuela. (...) Es √ľberrascht dann auch nicht weiter, dass Venezuela im Demokratie-Ranking der Konrad-Adenauer Stiftung die letzte Position einnimmt, weit hinter L√§ndern wie Honduras, Paraguay und Kolumbien."13

2018: Putschversuch in Caracas ‚Äď zur Abwechslung die Friedrich-Naumann-Stiftung

"In Venezuela werden schwere Vorw√ľrfe gegen eine Kooperationspartnerin der Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) laut. Hintergrund ist ein Putschversuch: Nach einem Bericht der US-Nachrichtenagentur Bloomberg hatten oppositionelle Offiziere geplant, den Pr√§sidentenpalast in Caracas zu st√ľrmen, Pr√§sident Nicolas Maduro festzusetzen und die Pr√§sidentenwahl am 20. Mai zu stoppen. Das Vorhaben wurde aufgedeckt, diverse Putschisten wurden Mitte Mai festgenommen. Laut Ermittlungen des zust√§ndigen venezolanischen Milit√§rgerichts soll die Oppositionspolitikerin Mar√≠a Corina Machado in den Putschversuch verwickelt sein. Machado, der gro√üe Popularit√§t im Milit√§r zugeschrieben wird, streitet dies ab. Sie f√ľhrt die Partei "Vente Venezuela", die im vergangenen Herbst einem von der Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) initiierten und von ihr begleiteten Netzwerk beigetreten ist. Dem Netzwerk "RELIAL" geh√∂ren mehrere Parteien an, die in der Vergangenheit demokratisch gew√§hlte Regierungen gest√ľrzt oder dies versucht haben, etwa in Honduras (2009) sowie in Paraguay (2012)."14

Und schließlich Anfang 2019: Umsturzversuch in Caracas

"Die Bundesregierung unterst√ľtzt den venezolanischen Umst√ľrzler Juan Guaido und fordert wenige Tage nach der Amtseinf√ľhrung von Pr√§sident Nicolas Maduro Neuwahlen in Venezuela. Guaido hatte erkl√§rt, Maduro nicht anzuerkennen, und sich am Mittwoch [23.01.2019; Anm. d. Verf.] selbst zum Pr√§sidenten ausgerufen. F√ľhrende deutsche Au√üenpolitiker vor allem aus der CDU dr√§ngen Berlin, noch einen Schritt weiterzugehen und Guaido als Pr√§sidenten anzuerkennen. Dies haben die Vereinigten Staaten und eine Reihe rechtsgerichteter Regierungen Lateinamerikas, darunter die vom Milit√§r kontrollierte Regierung Brasiliens, bereits getan. Vorfeldorganisationen der deutschen Au√üenpolitik, zum Teil auch die Bundesregierung selbst haben in der Vergangenheit regelm√§√üig die den alten, wohlhabenden venezolanischen Eliten entstammende Opposition in dem Land unterst√ľtzt. Vor allem die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) hat dabei auch Organisationen gef√∂rdert, die an Putschversuchen beteiligt waren. Deren Vertreter fanden sich mehrere Male zu politischen Gespr√§chen im Ausw√§rtigen Amt und im Bundeskanzleramt ein."15

"Durchbruch" gescheitert

Innerhalb weniger Tage spitzt sich die Lage dramatisch zu. Mittlerweile hat auch die Bundesregierung Guaid√≥ als neuen Pr√§sidenten Venezuelas anerkannt. Am 25.02.2019 ist auf der Internetplattform gfp zu lesen: "Nach dem Scheitern der ersten Durchbruchsversuche mit vorgeblichen Hilfstransporten an der venezolanischen Grenze erh√∂hen Washington, Berlin und Br√ľssel den Druck auf Caracas. Das "Maduro-Regime" m√ľsse "seine Blockade aufgeben", verlangt Bundesau√üenminister Heiko Maas, w√§hrend sein US-Amtskollege offen mit einem US-√ľberfall auf Venezuela droht. (...) Debatten venezolanischer Umst√ľrzler, wie "L√∂sungen f√ľr Venezuelas Drama" erreicht werden k√∂nnten, werden auch von der Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) organisiert."16 Weiter liest man dann: "Berichten zufolge ist die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) in die Bem√ľhungen um den Sturz von Pr√§sident Maduro sowie um die internationale Absicherung des Umsturzes involviert. So berichtet der nach Kolumbien geflohene venezolanische Oppositionsaktivist Antonio Ledezma, man sei "in der Debatte √ľber die Krise und L√∂sungen f√ľr Venezuelas Drama": "Diese organisiert die Konrad-Adenauer[-Stiftung]." Gemeint ist offenkundig die Au√üenstelle der Stiftung in der kolumbianischen Hauptstadt Bogot√°."17

Auf der falschen Seite der Geschichte

[Venezuela3_fmt.jpeg]Dar√ľber hinaus bem√ľht sich der Repr√§sentant der Adenauer-Stiftung in Pretoria, die westlichen Umsturzbem√ľhungen in Venezuela nun auch in S√ľdafrika zu flankieren. Hintergrund ist, dass die s√ľdafrikanische Regierung den venezolanischen Pr√§sidenten Nicolas Maduro weiterhin anerkennt und auch in der s√ľdafrikanischen √∂ffentlichkeit Kritik an der Umsturzpolitik laut wird. So hie√ü es k√ľrzlich in einem Kommentar in der Wochenzeitung Mail & Guardian: ""Die USA setzen die internationale Ordnung aufs Spiel." Der deutsche Stiftungs-Repr√§sentant erhebt schwere Vorw√ľrfe gegen diese Position und gegen die Haltung der Regierung in Pretoria. "W√§hrend der Apartheid haben s√ľdafrikanische Freiheitsk√§mpfer zu Recht alle kritisiert, die Beziehungen zur s√ľdafrikanischen Regierung aufrechterhielten", erkl√§rt er in einem Debattenbeitrag: "Jetzt steht die ANC-gef√ľhrte Regierung ihrerseits auf der falschen Seite der Geschichte." S√ľdafrika m√ľsse stattdessen "eine konstruktive Rolle spielen" und die Umsturzversuche in Caracas unterst√ľtzen."18 An diesem letzten Beispiel sieht man deutlich, wie der deutsche Imperialismus mit Hilfe seiner Vorfeldorganisation KAS weltumspannend versucht, sich √ľberall in innere Angelegenheiten einzumischen. Am Beispiel Venezuela kann man zwei wesentliche Dinge deutlich erkennen: Es geht darum, linke, fortschrittliche Regierungen, die ihr Land m√∂glichst aus der Abh√§ngigkeit von den imperialistischen M√§chten l√∂sen wollen, zu st√ľrzen, und zum anderen im "Hinterhof" der USA mitzumischen, dem US-Imperialismus seinen "nat√ľrlichen" Einflussbereich nicht kampflos zu √ľberlassen.

Auf der "falschen Seite der Geschichte" steht hier ganz klar ein anderer, n√§mlich der Imperialismus, verfault wie er ist. Unsere Aufgabe hier in Deutschland ist es, ganz konkret den deutschen Imperialismus, unseren Hauptfeind, auf den "Misthaufen der Geschichte" zu verfrachten. Dadurch w√§re unser bester Beitrag geleistet, andere L√§nder wie Venezuela und deren fortschrittliche Entwicklungen vor der Zerst√∂rung zu sch√ľtzen.

Deshalb: Hände weg von Venezuela! Auch die deutschen!

ösi

Anmerkungen:
1 de.wikipedia.org/wiki/Parteinahe_Stiftung
2 www.welt.de/politik/deutschland/article173425205/Bundestag-5-
81-Millionen-Euro-fuer-parteinahe-Stiftungen-bewilligt.html

3 ebenda
4 vgl. hierzu Link ...jetzt anmelden! vom 01.12.2017
5 Link ...jetzt anmelden!
6 ebenda
7 amerika21.de/2014/08/104307/kas-schliesst-buero-ecuador
8 amerika21.de/2014/08/105154/ecuador-kas
9 amerika21.de/analyse/2838/finanzhilfen-opposition
10 ebenda
11 amerika21.de/meldung/2011/01/22231/kas-venezuela-opposition
12 Link ...jetzt anmelden!
13 amerika21.de/2013/10/90588/adenauer-demorkatie
14 Link ...jetzt anmelden!
15 Link ...jetzt anmelden!
16 Link ...jetzt anmelden!
17 ebenda
18 ebenda

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