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NEUES THEMA01.09.2020, 13:57 Uhr
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arktika

• Putin-Interview (Corona-Impfstoff, "Krise", Belorussland) Am 28. August hat RedGlobe ein lesenswertes Interview mit dem russ. Pr├Ąsidenten Putin ver├Âffentlich (Themen im wesentlichen Corona + Folgen, russ. Impfstoff bisher erfolgreich getestet, sowie zu Wei├črussland [welches ich als den interessantesten Teil einsch├Ątze - auch wenn einige Corona-Fetischisten ((hier fallen mir tats├Ąchlich ausschlie├člich sich als 'm├Ąnnlich' bezeichnende Menschen ein)) dies vermutlich anders sehen]):

Interview des russischen Pr├Ąsidenten Wladimir Putin f├╝r Fernsehsender ÔÇ×RossijaÔÇť

Journalist: Guten Tag, Wladimir Wladimirowitsch.

Wladimir Putin: Guten Tag.

Journalist: Was auch immer jetzt passiert, egal wor├╝ber wir sprechen, im Hintergrund ist immer dieses Coronavirus.

Wladimir Putin: Ja.

Journalist: Was halten Sie von der ber├╝chtigten zweiten Welle, vor der viele Menschen Angst haben?

Wladimir Putin: Was ist die zweite Welle ÔÇô ist sie das, wie dar├╝ber gesprochen wird, oder wie die Medien ├╝ber die zweite Welle sprechen?

Journalist: Nun, wir sind alle in diesen Monaten ein bisschen Wissenschaftler geworden, die zweite Welle ist so ein gebr├Ąuchlicher Ausdruck.

Wladimir Putin: Ein bisschen sind wir das, ja, ein bisschen, das ist wahr. Aber tats├Ąchlich geht es um die Entwicklung der epidemiologischen Situation. Die Experten empfehlen, diesen Ausdruck zu verwenden.

Journalist: In Europa entwickelt sie sich, die Zahlen steigenÔÇŽ

Wladimir Putin: Es ist klar, warum, das ist eine offensichtliche Sache, es liegt an der Oberfl├Ąche: die Ferienzeit, viele Menschen sind an den Str├Ąnden, Menschenmassen sind in Bars, in Restaurants.

Journalist: Oder ist es generelle Disziplinlosigkeit?

Wladimir Putin: Ja, nat├╝rlich. Dieser Individualismus, nicht die Interessen der ├╝berwiegenden Mehrheit der Gesellschaft zu ber├╝cksichtigen, f├╝hrt dazu, dass wir in einigen L├Ąndern einen Ausbruch der Krankheit erleben, sie kehrt zur├╝ck. Aber ich hoffe zun├Ąchst einmal, dass dies doch nicht geschehen wird, weder in Europa, noch in anderen Teilen der Welt.

Bei uns sind recht viele Menschen erkrankt, aber wir haben eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten der Welt. Und das ist nichts anderes als ein Beweis f├╝r die Bereitschaft unseres Gesundheitssystems, die n├Âtigen Kr├Ąfte zu mobilisieren und rechtzeitige Entscheidungen zur Verringerung von Bedrohungen zu treffen.

Ich sage es immer wieder, ich bewundere die Arbeit unserer ├ärzte. Das geh├Ârt zu den Traditionen aller V├Âlker Russlands, des russischen Volkes und der anderen V├Âlker unseres Landes, alles zu mobilisieren, wenn es eine gemeinsame Bedrohung gibt. Und so ist es wieder geschehen. Aber man muss auch den Beh├Ârden sowohl auf f├Âderaler, als auch auf regionaler Ebene Tribut zollen. Ihnen ist es gelungen, die notwendigen Ressourcen zu mobilisieren und sie auf die L├Âsung der Hauptaufgabe zu konzentrieren.

Denn, das habe ich oft gesagt, wir setzen auf die Hauptsache ÔÇô das Leben und die Gesundheit der Menschen. Und diese allgemeine Mobilisierung und dieser Punkt haben, wie sich herausstellte, zu sehr effektiven L├Âsungen gef├╝hrt und uns ist es gelungen, den H├Âhepunkt ÔÇô ich hoffe, dass wir den H├Âhepunkt ├╝berwunden haben ÔÇô der Krankheit zu ├╝berwinden und die notwendigen Bedingungen f├╝r die weitere Arbeit zu schaffen.

Aber das sage ich immer, wenn ich die Gelegenheit habe, ├ÂffentlichÔÇŽ

Journalist: Hier steht der Bildschirm, ├╝ber den Sie Sitzungen abgehalten haben. Zum Beispiel am vergangenen Mittwoch mit der Regierung.

Wladimir Putin: Ja, absolut. Was ich ├Âffentlich sagen m├Âchte, wenn ich die Gelegenheit habe, ist folgendes und ich m├Âchte es auch im Gespr├Ąch mit Ihnen unseren B├╝rgern mitteilen und sie bitten, trotz aller Unannehmlichkeiten zu bedenken, dass das Virus nicht verschwunden ist. Denken Sie daran und halten Sie sich ÔÇô wenn m├Âglich ÔÇô an die Ma├čnahmen, die uns Experten empfehlen.

Das ist heute n├Âtig. Und je disziplinierter wir sind, desto eher k├Ânnen wir zur Normalit├Ąt zur├╝ckkehren.

Wir forschen viel, auch zur sogenannten Herdenimmunit├Ąt. Es ist bereits klar, dass die Immunit├Ąt der Bev├Âlkerung in acht Regionen der Russischen F├Âderation 25 Prozent ├╝bersteigt. Insgesamt deutet das darauf hin, dass, wenn wir es ruhig angehen und weitere Ausbr├╝che der Krankheit nicht zulassen, dannÔÇŽ

Journalist: Wird die Zahl der Infizierten immer weiter wachsen?

Wladimir Putin: Nun, irgendwas wird wachsen, ich hoffe, das geht vorbeiÔÇŽ Jetzt sind die Zahlen r├╝ckl├Ąufig, das wissen wir. Aber irgendwann wird die Situation vollst├Ąndig stabilisiert sein, denn wir haben die notwendigen Reserven an Spezialbetten geschaffen, wir haben die notwendigen Grundlagen f├╝r den individuellen Schutz geschaffen und wir haben ausreichend Medikamente zur Bek├Ąmpfung der Folgen einer Coronavirus-Infektion. Und jetzt, das ist bekannt, haben wir einen Impfstoff registriert.

Journalist: Nicht so schnell, darauf kommen wir gesondert.

Wladimir Putin: Okay.

Wie auch immer, dieses ganze Arsenal steht uns zur Verf├╝gung. Wir f├╝hren regelm├Ą├čig Studien durch und unsere Experten wissen bereits, was und wie zu tun ist, um sicherzustellen, dass die Krankheit so sanft wie m├Âglich verl├Ąuft, ohne schwerwiegende Folgen. All dieses Wissen wird sicherlich in Zukunft von uns genutzt werden.

Journalist: Wladimir Wladimirowitsch, ich hatte das Gef├╝hl, dass ich meinen Job gewechselt hatte. Das war, als Sie den Impfstoff angek├╝ndigt haben.

Meine lateinamerikanischen Freunde ÔÇô es hat sich in meinem Leben so ergeben, dass ich eine enge Beziehung zu diesem Teil der Welt habe -, haben mich zum Korrespondenten von TV Argentina, Uruguay und so weiter gemacht. Und die meisten von ihnen waren ÔÇô so wie ich auch ÔÇô sehr beeindruckt davon, dass Sie Ihre Tochter erw├Ąhnt haben, die den Impfstoff getestet hat. Ich wei├č, wie sensibel Sie bei pers├Ânlichen Angelegenheiten sind. Aber unmittelbar danach kam die Kritik, vor allem aus den Vereinigten Staaten und aus Europa.

├ťbrigens haben Sie am Mittwoch von diesem B├╝ro aus mit der Regierung gesprochen und den zweiten Impfstoff erw├Ąhnt. Aber was sagen die anderen: ÔÇ×Nun, was f├╝r ein Impfstoff soll das sein. Er hat nur zwei von drei erforderlichen Testphasen bestanden. Was ist los mit diesen Russen?ÔÇť

Wladimir Putin: Nein. Wir haben alles getan, was wir tun m├╝ssen, um ihn zu registrieren. Unter Einschr├Ąnkungen, wie es genannt wird. Und diese Einschr├Ąnkung ist die weitere Erforschung dieses Medikaments w├Ąhrend seiner Anwendung. Wir haben dies also in strikter ├ťbereinstimmung mit dem russischen Recht getan und die russischen Gesetze stehen im Einklang mit der weltweiten Praxis und den Regulierungsvorschriften, die in anderen L├Ąndern gelten.

Wir haben sowohl pr├Ąklinische Versuche, als auch klinische Versuche an Tieren und dann an Freiwilligen erfolgreich durchgef├╝hrt und f├╝r unsere Spezialisten ist heute offensichtlich, dass dieser Impfstoff eine stabile Immunit├Ąt bildet, dass Antik├Ârper erscheinen, wie meine Tochter sie Gott sei dank hat, und er ist harmlos. Und meine Tochter f├╝hlt sich wohl.

Journalist: Hat Sie sich ├╝brigens mit Ihnen beraten, hat sie Sie vorher konsultiert? Sie ist nat├╝rlich eine erwachsene Frau.

Wladimir Putin: Sie ist eine erwachsene Frau. Sie sagte mir nur, dass sie diese Entscheidung getroffen habe.

Journalist: Freiwillig oder als Teil ihres Jobs?

Wladimir Putin: Als Freiwillige, aber auch mit Blick auf ihren Beruf.

Journalist: Ist das die Tochter, die in der Biowissenschaft t├Ątig ist?

Wladimir Putin: Sie arbeitet mit vielen Menschen und nat├╝rlich muss sie sich gesch├╝tzt f├╝hlen, um normal zu arbeiten.

Ja, ich sagte, dass sie am ersten Tag 38,4 Grad Fieber hatte, am zweiten Tag etwas ├╝ber 37 Grad, das war alles. Und nach der zweiten Impfung 21 Tage sp├Ąter gab es auch einen leichten Temperaturanstieg, aber alles ist in Ordnung. Ich habe gerade mit ihr telefoniert, sie f├╝hlt sich gut. Gott sei Dank ist alles okay.

Ich wiederhole noch einmal, die Forschung wird weitergehen, aber alles geschieht im Rahmen des russischen Gesetzes, das mit den internationalen Praktiken ├╝bereinstimmt. Wir werden im September einen weiteren Impfstoff haben. Wenn dieses Medikament, ├╝ber das wir jetzt sprechen, das vom Gamalei-Institut erforscht und registriert wurde, dannÔÇŽ

Journalist: Sputnik-V.

Wladimir Putin: Ja, ja, Sputnik-V. Und der zweite Impfstoff wird im September bereit sein, wie ich informiert wurde. Das bekannte Vector Institut in Nowosibirsk arbeitet daran. Ich bin sicher, dass die Vector Spezialisten einen wunderbaren Impfstoff entwickeln werden, die vielen Menschen sehr helfen wird.

Journalist: Werden sie konkurrieren, diese beiden Medikamente, oder erg├Ąnzen sie sich?

Wladimir Putin: Das m├╝ssen Sie die Spezialisten fragen. Ich denke, sie werden wahrscheinlich konkurrieren, weil sie sich in Sachen Sicherheit und Effizienz nicht unterscheiden sollten.

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NEUER BEITRAG01.09.2020, 14:06 Uhr
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arktika

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Journalist: Kommen wir zum Niedergang der Wirtschaft.

Analysten aus Oxford haben vor zehn Tagen und Moodys hat in diesen Tagen Zahlen ├╝ber die Schrumpfung der russischen Wirtschaft vorgelegt, die im Vergleich zu dem, was in den Vereinigten Staaten geschieht, wo es sehr schlecht aussieht und leider h├Ąngt der Rest der Welt von den Vereinigten Staaten ab, nicht schlecht aussehen. Aber wenn man sich wirklich anschaut, was vor sich geht, wie sensibel ist es, wie sind die Aussichten f├╝r eine Erholung?

Wladimir Putin: Die gesamte Weltwirtschaft wird von ernsten Folgen dieser Epidemie getroffen. Wenn Sie an 2008/2009 denken, dannÔÇŽ

Journalist: Die Krise?

Wladimir Putin: Ja, die Krise. Da betrug der R├╝ckgang des globalen BIP 0,1 Prozent. Diesmal werden es nach Ansicht von Experten des IWF, der Weltbank und anderer Organisationen etwa 5 Prozent . Das hei├čt, der Unterschied ist riesig. Viele vergleichen das mit der Gro├čen Depression der 1930er Jahre oder sogar mit den Ereignissen der Nachkriegszeit.

Journalist: Zumal in jenen L├Ąndern, die damals in den 30er Jahren von der Depression heimgesucht wurden, der R├╝ckgang heute signifikanter ist, als in den 30er Jahren.

Wladimir Putin: Sagen wir, von den Vereinigten Staaten werden uns 9 Prozent prognostiziert, aber unsere Experten glauben, dass es weniger sein wird.

Journalist: Um die f├╝nf, soweit ich wei├č.

Wladimir Putin: Ja, in der Gegend von 5 bis 6 Prozent. In den Vereinigten Staaten waren es im ersten Halbjahr 9,5 Prozent, in der Eurozone 15 Prozent. Einige Experten, das wissen wir gut, sagen, dass dies das Ergebnis des Unterschieds in der Struktur unserer Volkswirtschaften ist.

Ja, das stimmt zum Teil, aber zum gr├Â├čten Teil ist es das Ergebnis von Entscheidungen der Regierung, die punktgenaue ÔÇô und meiner Meinung nach ist das sehr wichtig ÔÇô rechtzeitige Entscheidungen getroffen hat.

Nat├╝rlich geht es nicht ohne Probleme. Ich wei├č, dass einige Unternehmen nicht in die Liste derer aufgenommen wurden, die staatliche Unterst├╝tzung erhalten, aber tats├Ąchlich gelitten haben. Und nat├╝rlich sollte die Regierung dar├╝ber nachdenken und angemessene, rechtzeitige Entscheidungen treffen.

Aber insgesamt, ich wiederhole das, kam die Unterst├╝tzung f├╝r kleine Unternehmen und die Unterst├╝tzung einiger gro├čer Industrien wie der Landwirtschaft, der Automobilindustrie, der Bauindustrie und so weiter, wo Hunderttausende, Millionen von Menschen arbeiten, rechtzeitig und hat gewirkt.

Schauen Sie, wir haben auch makro├Âkonomische Indikatoren, die sich ziemlich konsistent verhalten. Wir haben, trotz der Prognosen, dass es gro├če Schwankungen geben wird, heute nur eine Inflation von 3,4 Prozent. Und nach Expertenprognosen wird sie irgendwo bei 3,4 bleiben.

Journalist: Und ├ľl kostet wieder 46 Dollar.

Wladimir Putin: Es w├Ąre besser, wenn es ein wenig mehr w├Ąre.

Journalist: Aber es ist nicht das, was am Anfang vorhergesagt wurde, oder?

Wladimir Putin: Ja, nat├╝rlich, aber die Devisenreserven in unserem Land wachsen. Trotz aller Schwierigkeiten wachsen unsere Reserven. Dadurch entsteht ein zus├Ątzliches Sicherheitspolster. Das ist wichtig. Es ist kein Allheilmittel f├╝r alle ├ťbel, aber es ist wichtig. Das gibt uns ein gewisses Vertrauen, dass wir bei Bedarf auch die sozialen Aufgaben finanzieren k├Ânnen.

All dies zusammengenommen zeigt, dass wir davon ├╝berzeugt sind, dass wir den H├Âhepunkt der Probleme ├╝berschritten haben und ich hoffe, dass wir allm├Ąhlich beginnen werden, uns zu erholen. Im Allgemeinen unterscheiden wir uns hier nicht wesentlich von anderen L├Ąndern der Welt. Im n├Ąchsten Jahr wird diese Erholung meiner Meinung nach beginnen.

Journalist: Ja, in der Tat, gebe Gott allen Gesundheit, sowohl im w├Ârtlichen Sinne, als auch wirtschaftlich.

Wladimir Putin: Ja, nat├╝rlich.

Journalist: Wladimir Wladimirowitsch, die Wirtschaft wird nicht nur von rein wirtschaftlichen Dingen beeinflusst, ├╝ber ├ľl haben wir gesprochen, es ist wie vorhergesagt wieder auf 46 gestiegen, sondern auch von politischen. Wei├črussland ist nat├╝rlich einer der politischen Faktoren.

Wladimir Putin: Nat├╝rlich.

Journalist: Wir haben viele Berichte ├╝ber Ihre Telefongespr├Ąche mit europ├Ąischen Staats- und Regierungschefs gesehen. Aber in der Regel sind dies kurze Mitteilungen des Kreml-Pressedienstes. Sie haben nie ├Âffentlich, nun ja, im Detail ├╝ber Ihre Sicht auf die Situation gesprochen. Wie empfinden Sie die Ereignisse in Wei├črussland?

Wladimir Putin: Wissen Sie, wir verhalten uns meiner Meinung nach in Bezug auf die Ereignisse in Wei├črussland viel zur├╝ckhaltender und neutraler, als viele andere L├Ąnder, europ├Ąische und amerikanische, wieder die USA.

Meiner Meinung nach berichten wir objektiv ├╝ber die Ereignisse in Wei├črussland, meiner Meinung nach ├╝ber beide Seiten, und wir glauben, dass das in erster Linie eine Sache der wei├črussischen Gesellschaft selbst, des wei├črussischen Volkes ist. Aber uns ist nat├╝rlich nicht gleichg├╝ltig, was dort vor sich geht.

Das Land steht uns sehr nahe, vielleicht n├Ąher, als jedes andere: sowohl ethnisch ist es uns am n├Ąchsten, als auch bei der Sprache, und kulturell, spirituell, in welchem Punkt auch immer. Wir haben Hunderttausende, wenn nicht Millionen direkter famili├Ąrer Bindungen, die engste wirtschaftliche Zusammenarbeit. Es gen├╝gt zu sagen, dass beispielsweise 90 Prozent der russischen Agrarimporte aus Wei├črussland kommenÔÇŽ

Journalist: Was die Wei├črussen produzieren, kommt hierher, oder?

Wladimir Putin: Das, was sie exportieren. Auch in anderen Bereichen, sagen wir, in der Agrartechnik und so weiter. Nat├╝rlich ist uns wichtig, was dort vor sich geht. Aber das ist in erster Stelle die Sache des wei├črussischen Volkes.

Wir gehen davon aus, dass alle Teilnehmer an diesem Prozess genug gesunden Menschenverstand haben werden, um ohne Extreme einen Ausweg zu finden. Nat├╝rlich, wenn die Leute auf die Stra├če gehen, m├╝ssen alle das ber├╝cksichtigen, ihnen zuh├Âren, reagieren. Und ├╝brigens hat der Pr├Ąsident von Wei├črussland gesagt, dass er bereit ist, die M├Âglichkeit einer Verfassungsreform und die Abhaltung neuer Parlaments- und Pr├Ąsidentschaftswahlen auf der Grundlage dieser neuen Verfassung in Betracht zu ziehen, aber den Rahmen der aktuellen Verfassung darf man nicht verlassen. Das Verfassungsgericht von Wei├črussland hat entschieden, dass die Schaffung einiger supra-institutioneller Organe, die nicht in der Verfassung des Landes vorgesehen sind, aber versuchen, die Macht zu ├╝bernehmen, absolut inakzeptabel ist. Und es ist schwer, dem zu widersprechen.

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NEUER BEITRAG01.09.2020, 14:08 Uhr
EDIT: arktika
01.09.2020, 14:10 Uhr
Nutzer / in
arktika

Putin-Interview (Corona-Impfstoff, "Krise", Belorussland) >>>>>

Journalist: Ich habe mir angeschaut, was im Ausland ├╝ber Wei├črussland geschrieben wird und oft geht es nicht um Ideologie, sondern nur um Faktologie. Viele Artikel im Ausland ├╝ber die Ereignisse in Wei├črussland werden von Informationen begleitet, was Wei├črussland eigentlich ist und wo es ist. Denn f├╝r viele ist es irgendwo sehr weit, im Gegensatz zu uns Russen. Und nat├╝rlich erinnern wir uns in Russland nicht nur an die Ereignisse nach den Wahlen, sondern auch vor den Wahlen, insbesondere an die 33 G├Ąste der Pension ÔÇ×BelarusochkaÔÇť, die inhaftierten russischen B├╝rger.

Wladimir Wladimirowitsch, ihrer Meinung nach, wer ist hier in wessen Falle getappt?

Wladimir Putin: Nun, das ist inzwischen klar. Das war eine Geheimdienstoperation. Die von Ihnen genannten Personen wurden benutzt, um sie nach Wei├črussland zu locken, f├╝r absolut legale Zwecke, sie sollten in Drittl├Ąnder weiterreisen, nach Lateinamerika, in den Nahen Osten. Tats├Ąchlich wurden sie nach Wei├črussland gelockt und als m├Âgliche Kampftruppe dargestellt, um die Situation w├Ąhrend des Wahlkampfs zu beeinflussen, was absolut nicht stimmte.

Ich wiederhole, die Menschen waren auf dem Weg zur Arbeit in einem Drittland. Sie wurden einfach dorthin gelockt, ├╝ber die Grenze. Unsere Grenzsch├╝tzer lie├čen sie ├╝brigens nicht raus. Aber mit gef├Ąlschten Dokumenten wurden sie durchgeschleust.

Journalist: Ukrainische Geheimdienste?

Wladimir Putin: Es war eine gemeinsame Operation der ukrainischen Geheimdienste zusammen mit den amerikanischen. Jetzt ist es bekannt. Einige Teilnehmer an diesem Prozess, gut informierte Menschen, bestreiten das jetzt nicht einmal.

Journalist: Wladimir Wladimirowitsch, ich hatte Gl├╝ck, aus Sicht meiner journalistischen Karriere, denn ich hatte drei ausf├╝hrliche Interviews mit Alexander Lukaschenko, aber Sie kennen ihn viel besser. In diesem Zusammenhang wollte ich zitieren, was Alexander Lukaschenko nach einem der Telefongespr├Ąche mit Ihnen gesagt hat.

Wladimir Putin: Bitte.

Journalist: Er sagte, dass wir, wenn es um die milit├Ąrische Komponente geht, einen Vertrag mit der Russischen F├Âderation im Rahmen des Unionsstaates und der OVKS haben, das hei├čt, die Organisation des Vertrags ├╝ber kollektive Sicherheit, und genau das sind die Punkte, um die es in diesem Vertrag ginge. Und zuvor sagte er, er habe mit Ihnen vereinbart, dass Sie Minsk bei Bedarf und auf Anfrage helfen.

ÔÇ×Die PunkteÔÇť, was bedeutet das?

Wladimir Putin: Hier braucht man nichts zu verbergen.

Im Rahmen des Unionsvertrags, des Vertrags ├╝ber den Unionsstaat und im Rahmen des Vertrags ├╝ber die kollektive Sicherheit (OVKS) gibt es einschl├Ągige Artikel, die besagen, dass alle Mitgliedstaaten dieser Organisationen, einschlie├člich des Unionsstaates, und es gibt nur zwei Staaten dabei, Russland und Wei├črussland, einander beim Schutz der Souver├Ąnit├Ąt, der Au├čengrenzen und beim Schutz der Stabilit├Ąt unterst├╝tzen sollten. Das steht es in den Vertr├Ągen.

In dieser Hinsicht haben wir nat├╝rlich Verpflichtungen gegen├╝ber Wei├črussland und Alexander Lukaschenko hat danach gefragt. Er hat die Frage aufgeworfen, was er von uns w├╝nscht, um ihm, wenn n├Âtig, zu helfen. Ich habe gesagt, dass Russland alle seine Verpflichtungen erf├╝llen wird.

Alexander Lukaschenko bat mich, eine bestimmte Reserve von Vollzugsbeamten zu bilden, und ich habe das getan. Aber wir waren uns auch einig, dass sie erst dann genutzt wird, wenn die Situation au├čer Kontrolle ger├Ąt und wenn sie extremistisch wird. Ich m├Âchte das betonen, erst wenn Elemente, die sich hinter politischen Parolen verstecken, bestimmte Grenzen ├╝berschreiten: Solange sie nicht anfangen, Autos, H├Ąuser, Banken in Brand zu setzen, Verwaltungsgeb├Ąude zu besetzen und so weiter.

Im Gespr├Ąch mit Alexander Lukaschenko kamen wir zu dem Schluss, dass es jetzt keine Notwendigkeit gibt und ich hoffe, es wird nicht dazu kommen, und deshalb nutzen wir diese Reserve nicht.

Ich wiederhole noch einmal, wir gehen davon aus, dass alle bestehenden Probleme, die heute in Wei├črussland aufgetreten sind, friedlich gel├Âst werden, und wenn es Verst├Â├če von irgendjemandem gibt: entweder von den Beh├Ârden, den Strafverfolgungsbeh├Ârden oder von denen, die an den Protesten teilnehmen, wenn sie ├╝ber den Rahmen der geltenden Gesetze hinausgehen, wird das Gesetz entsprechend reagieren. Das Gesetz muss alle gleich behandeln. Aber wenn man es objektiv betrachtet, denke ich, dass die Strafverfolgungsbeh├Ârden von Wei├črussland sich ziemlich zur├╝ckhaltend verhalten, trotz dessen, was da passiert. Sehen Sie, was in einigen anderen L├Ąndern vor sich geht.

Journalist: An den ersten beiden Tage ist nat├╝rlich viel passiert.

Wladimir Putin: Sie wissen, was ich denke. Wie war es denn, als in einigen europ├Ąischen L├Ąndern fast jeden Tag Menschen starben?

Journalist: Deshalb weigerte sich Lukaschenko, Macron als Vermittler zu akzeptieren, er hat vorgeschlagen, bei den ÔÇ×gelben WestenÔÇť zu helfen.

Wladimir Putin: Was ist das, wenn ein unbewaffneter Mann in den R├╝cken geschossen wird, obwohl er noch drei Kinder in seinem Auto hat?

Journalist: Es war schrecklich, ja.

Wladimir Putin: Hat denn einer von denen, die jetzt Wei├črussland und die wei├črussische F├╝hrung, Pr├Ąsident Lukaschenko, verurteilen, diese Aktionen verurteilt? Davon habe ich nichts geh├Ârt. Warum so selektiv?

Das bringt einen auf die Idee, dass es nicht darum geht, was in Wei├črussland geschieht, sondern die Tatsache, dass jemand will, dass dort etwas anderes passiert. Sie wollen diese Prozesse beeinflussen und gewisse L├Âsungen finden, die dem entsprechen, was diese Leute f├╝r ihre politischen Interessen halten.

Darum wiederhole ich es noch einmal, schlie├člich beruhigt sich die ganze Situation langsam. Und ich hoffe, dass alle Probleme, und die gibt es sicherlich, sonst w├╝rden die Menschen nicht auf die Stra├če gehen, das ist ganz offensichtlich, dass sie im Rahmen des verfassungsrechtlichen Bereichs, im Rahmen des Gesetzes und friedlich gel├Âst werden.

Journalist: Danke f├╝r das Gespr├Ąch.

Quelle:

Botschaft der Russischen F├Âderation in Deutschland


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