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Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit haben das "Bildung"sministerium NRW und die Bundeswehr am 29. Oktober letzten Jahres eine weit reichende "Kooperationsvereinbarung" geschlossen, von der die etwa 1,8 Millionen SchülerInnen der Sekundarstufen 1 und 2 sowie der Berufskollegs betroffen sind. Inhaltlich geht es um eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Armee, die bundesweit ein Novum ist und zeigt wie wenig Anstand die Herrschenden haben, die Schule für ihre menschenverachtenden Kriegszwecke zu instrumentalisieren.

Laut dieser Vereinbarung sollen in Zukunft so genannte Jugendoffiziere regelmäßig den Unterricht besuchen und dort mit den SchülerInnen "Möglichkeiten der Friedenssicherung [...] erörtern", doch wie bei der Bundeswehr "Friedenssicherung" normalerweise gehandhabt wird, werden die SchülerInnen hier selbstverständlich nicht erfahren. Damit wird die höchst bedenkliche Praxis von Rekrutenwerbung an Schulen ministeriell abgesegnet, die bisher während Berufsfindungstagen der einzelnen Schulen stattgefunden hat.

Die zweite gefährliche Neuerung betrifft den Bereich der LehrerInnenausbildung, denn auch hier wird die Armee des Kapitals zukünftig aktiv mitarbeiten. Beschränkte sich die Einflussnahme des Militärs und ihrer Historiker bisher nur auf die Schulbücher, sollen die LehrerInnen nun der verlängerte Arm der Rekrutenwerber werden. Geschult werden LehrerInnen zukünftig auch durch Per sonal der Bundeswehr, beispielsweise zu Themen wie "Sicherheitspolitik". Auf dem Programm der LehramtsanwärterInnen stehen dann auch Besuche bei Einrichtungen der Bundeswehr und die "praktische Anwendung" von Ausrüstung.

Hier lernen die PädagogInnen dann das Rüstzeug für den kommenden Wehrund Rekrutierungsunterricht und werden gleichzeitig "auf Linie" gebracht. Das Ziel dieser Vereinbarung ist klar. Den SchülerInnen soll ein positives Bundeswehrimage vermittelt werden und schon die Kleinen sollen neben Mathe und Deutsch lernen, dass die Bundeswehr ein ganz "normaler" Arbeitgeber ist, denn bisher haben weder Ausbildungsplatzmangel, Studiengebühren oder Hartz IV dazu geführt, dass sich Jugendliche gerne als Kanonenfutter missbrauchen lassen. Die meisten Jugendlichen ziehen trotz breit angelegter Militärpropaganda eine zivile Karriere der militärischen vor.

Widerstand muss jetzt von den LehrerInnengewerkschaften und den SVen organisiert werden, denn die Schule ist die Achillesferse des deutschen Militarismus. Ohne Nachschub an Kanonenfutter, zumeist aus der ArbeiterInnenjugend, ist dieser handlungsunfähig. Daher ist diese Vereinbarung nicht das Ende, sondern der Anfang der Militarisierung des Schulsystems und es ist nur eine Frage der Zeit, bis widerspenstige LehrerInnen, SchulleiterInnen und SchülerInnen mit Repressionen zu rechnen haben.

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