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Norbert Hansen, bis vor kurzem langjähriger Vorsitzender der Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet ist vor zwei Wochen in die Chefetage der Deutschen Bahn AG als Arbeitsdirektor gewechselt. In sein neues Amt als Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn hat er sich in beispielloser Weise - all seine gewerkschaftlichen Erkenntnisse negierend - sogleich mit Äußerungen eingeführt die jedem Manager zur Freude gereichen. Er verlangte von den Lokführern, dass sie künftig auch Abteile saubermachen sollen und forderte weiteren Personalabbau. Sein Wechsel zum DB-Arbeitsdirektor, sowie seine dreisten Äußerungen haben in der Transnet zu vielfältigen empörten und kritischen Diskussionen geführt. Ehrenamtliche Funktionäre aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland forderten am 15. Mai: "Der gesamte Vorgang und alle öffentlichen Vorwürfe müssen durch die Transnet rückhaltlos aufgeklärt werden." Andere Gremien wie der Bezirksvorstand Nord-Ost, der Seniorenrat Frankfurt (Main) oder der Ortsvorstand Halle (Saale) forderten die sofortige Einberufung eines außerordentlichen Gewerkschaftstages.

Zu der "Personalie Norbert Hansen" geben wir aus diesem Anlass die Stellungnahme des bezirklichen Arbeitskreises der Vertrauenspersonen (VP) des Bezirks Nord-Ost der Transnet wieder:

Die Vertrauensleute des bezirklichen VP-Arbeitskreises fordern inhaltlichen und personellen Neuanfang.

Mit großer Enttäuschung hat der bezirkliche Arbeitskreis der Vertrauenspersonen des Bezirks Nord-Ost vom Rücktritt des Vorsitzenden der TRANSNET, Norbert Hansen, erfahren.

Der Arbeitskreis hält die zeitlichen und politischen Umstände der persönlichen Entscheidung von Norbert Hansen über seinen Rücktritt als schädlich für die gesamte Gewerkschaftsorganisation. Die dem Arbeitskreis gegenüber geäußerten Meinungen der Gewerkschaftsmitglieder reichen von tiefer Enttäuschung bis zum Verrat an der TRANSNET und drücken zudem tiefes Misstrauen gegenüber getroffenen und zu erwartenden personellen Entscheidungen aus. Es muss dringend eine inhaltliche Überprüfung des bisher eingeschlagenen Wegs der TRANSNET bezüglich der Teilkapitalprivatisierung der DB AG stattfinden. Es reicht nicht mehr, einfach zur Tagesordnung überzugehen.

Die Vertrauensleute des bezirklichen Arbeitskreises können nicht nachvollziehen, warum der geschäftsführende Vorstand den Schritt von Norbert Hansen begrüßt. Nach Auffassung des bezirklichen VP-Arbeitskreises zeugt dies von einer völligen Verkennung der politischen Situation.

Der bezirkliche VP-Arbeitskreis schließt sich daher einer Vielzahl von Mitgliedsmeinungen an und fordert den Rücktritt des gesamten geschäftsführenden Vorstands. Der Weg muss freigemacht werden für einen demokratisch legitimierten Neuanfang.


Die Vertrauensleute des bezirklichen VP-Arbeitskreis TRANSNET Bezirk Nord-Ost.