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Was ist die Idee?

Im Jahre 2008 ist der 60. Jahrestag der Verabschiedung der Deklaration der universellen Menschenrechte. Die Erinnerung an dieses Datum soll der Ausgangspunkt sein – der Kampf der Völkergemeinschaft gegen Faschismus und Krieg als Anknüpfungspunkt für eine symbolische Aktion mit Jugendlichen aus vielen europäischen Ländern genommen werden. Es geht um die Verteidigung der Demokratie und den Widerstand gegen (Neo-) Faschismus.

Es soll in der Veranstaltung und in der Begegnung zwischen den jungen Menschen gemeinsam mit Veteranen deutlich werden, dass Freiheit und Demokratie, dass die Menschenrechte bis heute bedroht sind und man wachsam und aktiv gegen Faschismus und Krieg, für Demokratie und Menschenrechte sein müsse.

Warum Buchenwald?

Die Gedenkstätte Buchenwald liegt nicht nur „im Herzen Deutschlands“, sie ist auch eng verbunden mit der Stadt Weimar (Kulturstadt Europas 2000).
Buchenwald als historischer Ort ist ein bleibendes Symbol für die Missachtung der Menschrechte und Menschenwürde. Das KZ und die heutige Gedenkstätte dokumentieren auch die europäische Dimension der inhaltlichen Thematik, waren doch hier Menschen aus weit über 30 Nationen eingekerkert.
Buchenwald zeigt aber auf der anderen Seite auch eine Perspektive, die das Leiden und die Verfolgung überwinden kann, das solidarische Handeln, den internationalen Widerstand, der in dem aktiven Beitrag der Häftlinge für die eigene Befreiung am 11. April 1945 mündete.
Aus diesem Handeln entspringt auch der Schwur der Häftlinge von Buchenwald vom 19. April 1945, in dem es heißt: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung, die Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel! Das sind wir den gemordeten Kameraden schuldig!“
Damit ist Buchenwald nicht nur ein Symbol des faschistischen Terrors, sondern auch des antifaschistischen Überlebenswillens.

In Anknüpfung an die Deportation von vielen tausend Häftlingen mit dem Zug nach Weimar Buchenwald soll auch die belgische Delegation mit einem Sonderzug nach Weimar kommen.

Wer organisiert dieses Treffen?

Verantwortlich vorbereitet wird das Projekt vom Institute des Vétérans, Brüssel (Belgisches Verteidigungsministerium) und der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten, Berlin.
Kooperationspartner sind das Internationale Komitee Buchenwald-Dora und Kommandos (Paris) sowie nationale Mitgliedsverbände der FIR in verschiedenen europäischen Ländern und Israel, insbesondere die VVN - BdA in Deutschland.

Wer soll teilnehmen?

Junge Europäer aus möglichst vielen Ländern der europäischen Gemeinschaft und darüber hinaus.
Das erste Kontingent bilden bereits 350 Teilnehmende, die aus Belgien anreisen. Darunter sind
250 Schülerinnen und Schüler aus allen 10 belgischen Provinzen. Diese Teilnehmenden werden von den Provinzen selber benannt. Etwa 50 Schülerinnen und Schüler aus der Internationalen Schule in Brüssel und 50 junge Franzosen aus Nordfrankreich. Als zweite große Gruppe ist ein Kontingent von 350 Teilnehmenden aus Russland und weiteren Staaten der ehemaligen Sowjetunion angekündigt, die ebenfalls mit einem Sonderzug aus Moskau anreisen sollen.

Weitere Teilnehmende aus dem europäischen Ausland sind bislang zugesagt:
  • Frankreich: 50 – 100 Teilnehmende (Association Francaise Buchenwald-Dora)

  • Italien: 50 Teilnehmende aus Rom und Umgebung (ANPI).

  • Ungarn: 50 Teilnehmende (MEASZ – Ungarischer Verband der Widerstandskämpfer und Antifaschisten)

  • Dänemark, Niederlande, Österreich und tschechische Republik (Teilnehmendenzahl noch offen)


Außerhalb des Kontingents europäischer Teilnehmenden werden bis zu 1000 deutsche Jugendliche, davon 50 % aus Thüringen, zu diesem Treffen erwartet. Von denen werden jedoch viele nur an den Begegnungen in der Stadt und insbesondere an der zentralen Zeremonie teilnehmen.

Wann soll was stattfinden?
Programminhalt


Die ursprüngliche Zeitplanung geht vom 10. April 2008 bis 14. April 2008 bzw. vom 12.April bis 16. April 2008 aus. Aus Gründen der Anreise bzw. der Fahrtorganisation können sich der Anreise und der Abreisetermin einzelner nationaler Delegationen verschieben, wobei der Termin am 13. April mit der zentralen Zeremonie auf dem Ettersberg die gemeinsame Veranstaltung aller Teilnehmenden ist.

In der Programmplanung sind folgende Punkte vorgesehen:
  • Besuch der Gedenkstätte Buchenwald mit inhaltlicher Einführung

  • Besuch der Gedenkstätte Dora mit inhaltlicher Einführung

  • Jugendbegegnungen in der Stadt Weimar bzw. am Ort der Unterkunft

  • Teilnahme an der Zeremonie zum Jahrestag der Selbstbefreiung


Aus Gründen der Arbeitsorganisation werden unterschiedliche Besuchstermine in den Gedenkorten vereinbart. Die einzige gemeinsame Aktion bildet die Zeremonie auf dem Ettersberg. Beginnend mit der Teilnahme an der Veranstaltung des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und endend mit einer gemeinsamen Abschluss-Kundgebung am Glockenturm.

Die Besuche in Buchenwald und Dora werden mit den Verantwortlichen der jeweiligen Gedenkstätten weiter besprochen. Es ist eine Betreuung der ausländischen Jugendlichen gewünscht, wobei für Übersetzung durch die Gruppenbetreuer gesorgt wird.

Das Programm in Weimar und den anderen Orten der Unterbringung wird in Abstimmung mit gesellschaftlichen Partnern und den kommunalen Repräsentanten geklärt (Oberbürgermeister Wolf, Jugendeinrichtungen, Kirchengemeinden etc.)

Was wird technisch benötigt?

Eine zentrale Frage ist die Unterbringung und der Transport der Teilnehmenden zu den jeweiligen Veranstaltungsorten. Insgesamt sind 1100 Schlafmöglichkeiten guter Qualität in Jugendherbergen im Umkreis von 35 Km von Buchenwald reserviert. Der Jugendherbergsverband Thüringen hat als Generalauftragnehmer einen großen Beitrag zur Lösung dieser Frage geleistet. Für Veteranen wird es hochwertigere Unterbringungsmöglichkeiten geben (Hotels).

Das Transportproblem soll in Kooperation mit den Städtischen Werken Weimar (deren Bussparte) gelöst werden. Eine erste Anfrage hat es bereits gegeben. Nationale Delegationen sollten jedoch eigene Busse mitnehmen. Die technische Infrastruktur für die Zeremonie wird gemäß Abstimmung mit dem IKBD mit der Gedenkstätte Buchenwald besprochen.

Welche Aufgaben und welche Möglichkeiten der Mitwirkung bestehen?

Mobilisierung und Organisation eigener Jugendgruppen zur Teilnahme an diesem Treffen. (Wichtig für die Koordination: unverzügliche Anmeldung von Gruppen mit Ansprechpartnern und erwarteten Teilnehmendenzahlen). Absprachen in Schulen und Jugendgruppen in Thüringen bezogen auf das Ereignis.
Inhaltliche Vorbereitung von historisch interessierten und antifaschistisch engagierten Menschen, um Gruppenführungen durch die Gedenkstätten Buchenwald und Dora zu unterstützen. Sammlung von finanziellen Mitteln zur Vorbereitung und zur Unterstützung der Aufenthaltskosten von Teilnehmenden. Mitarbeit im regionalen Vorbereitungskreis in Thüringen.

Fragen der Finanzierung

Das Projekt speist sich aus unterschiedlichen Quellen. Es gibt staatliche Förderung, Stiftungen und Eigenbeiträge der unterstützenden Organisationen und Teilnehmenden. Eine institutionelle Förderung erfährt das Projekt von staatlicher Seite in Belgien (vom belgischen Verteidigungsministerium, von den Provinz-Gouverneuren etc.) und auf russischer Seite über das russische Komitee der Kriegsveteranen.

Die Kosten der jeweiligen nationalen Delegationen werden durch die nationalen Mitgliedsverbände der FIR bzw. die entsendenden Institutionen übernommen. Sie bemühen sich in ihren Ländern um Sponsoren/ Kofinanzierung (z.B. EU-Parlamentarier, Stiftungen etc.) Ab November werden mit den entsendenden Organisationen verbindliche vertragliche Vereinbarungen abgeschlossen, damit FIR und „Institute des Vétérans“ als „Generalauftraggeber“ für Übernachtung und Transport keine unkalkulierbaren Risiken tragen.


Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten
Jean Cardoen / Ulrich Schneider


Ein Anmeldeformular kann hier heruntergeladen werden [PDF-Datei].